US Navy - Seemacht aus dem Hintergrund

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Köbis17, 22. Februar 2008.

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  1. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt


    Vielleicht habe ich es ja übersehen, aber ich meine bisher sind weder die Monroe-Doktrin noch deren Verschärfung durch den Roosevelt-Zusatz thematisiert worden.

    Der Bau einen Kriegsschiffes und insbesondere einer Kriegs-Flotte ist einerseits immer ein politischer Akt und zum anderen eine erhebliche ökonomische Belastung. Auch wenn durch einen Flottenbau technische Innovationen, bspw. optische und feinmechanische Industrie oder Antriebstechnik, gefördert werden, und ein weiterer Teil in Form von Löhnen in die Volkswirtschaft zurückfließen, entstehen doch erhebliche Kosten, deren Amortisation fraglich bleibt.

    Großkalibrige Geschütze und Panzerplatten tragen zum zivilen Wohlstand doch eher weniger bei. Eine Schlachtflotte als Investitionsprogramm sehe ich daher eher kritisch, da kann durch den Ausbau der Infrastruktur (Eisenbahnen, Brücken, Häfen, Handelsschiffe) m. E. nach mehr erreicht werden.

    Der Flottenbau der USA ergab sich zwangsläufig aus der Monroe-Doktrin und der wachsenden wirtschaftlichen Kraft und dem damit verbundenen Aussenhandel der Vereinigten Staaten. Die Projektion von Macht war damals nur durch eine Schlachtflotte möglich, siehe die erste Weltreise der US Navy 1907/1909.
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das ist alles nicht von der Hand zu weisen.

    Allerdings wurde oben auf die politischen Rahmenbedingungen eingegangen, und dabei ist bemerkenswert, dass es

    - eine Monroe-Doktrin ohne Flotte
    - entscheidende Weichenstellungen in den Bauprogrammen vor Roosevelt

    gab. Kwschaefer ist außerdem auf den Zusammenhang von Flottendoktrin und Ausbildung(-Institutionen) eingegangen. Die Flottendoktrin folgte den Realitäten, nicht die Ereignisse doktrinären Gedanken.

    Wesentlich bedeutender erscheint mir der Kontext von Flotte und Imperialismus, mit der Entwicklung des Westens der Sprung in den Pazifik zu sein. Die "pazifische" Seite scheint hier der entscheindende Antrieb gewesen zu sein, während man sich Jahrzehnte zuvor bereits auf der "atlantischen" Seite eher defensiv eingestellt und eingerichtet zeigte.
     
  3. Anicca

    Anicca Neues Mitglied


    Dazu habe ich mal gelesen, dass die USA bei der Flottenaufrüstung vor dem 1. Weltkrieg auf die Thesen von Alfred Thayer Mahan | Wikipedia zurückgriffen. Nach dessen Theorien seien Hegemonie und Seemacht eng miteinander verzahnt.
     
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  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Der Einschnitt ist vorher anzusetzen, bereits unter Cleveland und Whitney in den 1880ern mit ihrem 100.000 Tonnen-Programm plus Aufbau der logistischen und produktionsseitigen Kapazitäten für die Navy (Werften, Panzerstähle, große Docks, Schiffsgeschütze etc.)
     
  5. Marine Experte

    Marine Experte Neues Mitglied

    Also, die US Navy hatte im Pazifik immer einen Rivalen: Japan. Die Amerikaner hörten zum Beispiel von ihren großen Projekten(Beispiel:Yamato-Klasse)und wollten darauf antworten. So wurden immer mehr Schlachtschiffe gebaut nach dem Motto: Koste es was es wolle! Außerdem wollte ich noch was zu der Technik sagen: Die amerikanischen Schiffe waren größtenteils geschweißt. Die japanischen Schiffe waren genietet! Im Klartext bedeutete das, dass die Japaner ihre Schiffe noch so stark panzern konnten, es aber nix bringen würde! Die Torpedos oder Panzersprenggranaten würden die Nieten nacheinander weghauen und so die Verbindungen zwischen den einzelnen Stahlplatten aufplatzen lassen. Beispiel:Bei der Bismarck-Klasse ist ja allgemein bekannt, das die Torpedos ja einfach nur verwischte Farbe am Rumpf hinterließen (ausser der verheerende Treffer am leicht gepanzerten Ruder)! Das Geheimnis war, dass die Bismarck und die Tirpitz geschweißte Schiffe waren! Nartürlich wenn ne 18 Zoll Granate im Steilen Winkel auf das leicht gepanzerte Deck treffen würde, schaut's auch nicht gerade rosig aus, aber Fakt ist, dass schwer gepanzerte, geschweißte und sehr sehr sehr schnelle Schiffe einfach besser waren und eigentlich keinen Gegner fürchten mussten, sogar keine Flugzeuge (ok, bei 400 Bombern vielleicht). Dann muss dieses Schlachtschiff nur noch eine radargesteuerte Hauptartillerie haben und schon ist es perfekt! Und genau das hatten die Amerikaner halt! Hinzu kam noch, dass den Amerikanern 15 Schlachtschiffe zu Verfügung gestellt wurden(Washingtoner Flottenabkommen von 1922), den Japanern jedoch nur 9!☝ABER DER ENTSCHEIDENE FAKT IST,DASS ES KEIN ABKOMMEN FÜR DIE BEGRENZUNG DER FLUGZEUGTRÄGER GAB, und die haben so eigentlich fast jedes noch so gewaltige Schlachtschiff kalt gemacht❕❕❕❕❕❕
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2013
  6. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Yamato und Musashi waren geschweisst, so wie auch die Kreuzer der Mogami klasse. Die Amerikaner und vor allem die Briten hatten dagegen noch zahlreiche vollkommen bzw. teilweise genietete Schiffe. Bei der Iowa-Klasse waren nur die späteren vollkommen geschweisst.

    Das Schweissen war damals zudem noch nicht voll entwickelt und hatte nicht nur Vorteile. Ein Riss endet normalerweise bei einem genieteten Plattenstoß, geht aber durch eine Schweissnaht durch. Es gab einige Fälle von Strukturversagen auf geschweissten Schiffen (z.B. bei Frachtern der Liberty-Klasse), so dass man gelegentlich auf Nietung zurück ging.
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Eigentlich waren sie (Yamato-Klasse) ein Mix aus Nieten und Schweißen.

    Gerade die geschweißten Sektionen der Mogami hatten Schwächen gezeigt, weshalb das durchgängige Schweißen im japanischen Schiffbau nicht Einzug hielt.

    Bei Yamato nietete man unverändert alle Sektionen für die Längsstabilität, das gewichtsparende Schweißen wurde größtenteils für die "superstructure", also den Aufbau verwendet, nicht für den Rumpf.
    (Quelle: Skulski - The Battleship Yamato)

    sowie USNTMJ, Characteristics of Japanese Naval Vessels, Art. 3: Surface Warship Hull Design, dort S. 14, TZ 4:
    http://www.fischer-tropsch.org/prim...ports/USNTMJ-200G-0085-0145 Report S-01-3.pdf
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juli 2013
  8. Marine Experte

    Marine Experte Neues Mitglied

    Also, Silesia hat recht, dass die Schiffe eine Mixtur waren. Bdaian, die Japaner hatten halt auch nicht soviel Erfahrung mit Schiffsdiesel Schweißnähten etc. Die Deutschen machten das halt schon seit 1930 (Deutschland-Klasse) und außerdem war der deutsche Krupp-Stahl (wotan hart und wotan weich)nicht zu vergleichen mit japanischem Stahl (ich meine die Kreuzer der Mogami-Klasse waren die ersten jap. dieser Art).Außerdem hatten es die 53 cm Torpedos der Briten es auch nicht geschafft den deutschen Stahl zu durchdringen( Und ich weiß ganz genau, dass die TBF Avenger Flugzeuge der Amis das gleiche Kaliber hatten).Auf jeden Fall setzten die Avengers der Yamato aufgrund der schlechten Qualität des Stahls und der Nieten vor Okinawa am 7.04.1945 den Todesstoß!
     
  9. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    ad1:
    Dass ein Schiffskörper voll geschweißt ist, bedeutet noch lange nicht, dass auch alle Anbauteile mit dem Schiffskörper verschweißt sind. Dies gilt insbesondere für KC-Panzer. Insofern wäre ein Quellenhinweis interessant, aus dem zweifelsfrei hervorgeht, dass bzw. der Seitenpanzer des Bismarck geschweißt war.

    ad2:
    Wenn Torpedos und Granaten mal so eben die Nieten weghauen, fragt sich natürlich, warum denn ausgerechnet die Torpedolängsschotten auch bei der Bismarckklasse genietet waren, (s. Schlachtschiff Bismarck - Die Panzerung, Bismarck-Klasse).

    ad3:
    Aus welcher "Quelle" stammt die Information über das "leicht gepanzerte Ruder" des Bismarck?

    ad4:
    Das erste dt. Kriegsschiff mit geschweißten Verbänden war die in den Jahren 1921 - 1925 gebaute Emden III. Mentor der Einführung des Schweißverfahrens in der dt. Kriegsmarine war wohl der Schiffbauingenieur Hermann Lottmann (s. Scholl, Lars U., „Lottmann, Hermann“, in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 248 f. [Onlinefassung]). Danach folgten noch die leichten Kreuzer der K-Klasse (1926 - 1930), alle noch vor dem Panzerschiff Deutschland (1929 - 1933).

    Abgesehen davon, dass niemand den Amerikanern 15 Schlachtschiffe zur Verfügung gestellt hat, wird das Washingtoner Flottenabkommen im zitierten Beitrag schlicht FALSCH wiedergegeben:

    Artilel VII definiert die quantitative Obergrenzen:
    Artikel VIII
    und IX und X geben die qualitativen Grenzen vor:
    Der Text des Abkommens, sowie der Nachfolger ist bspw. über diese Seite zu erreichen.
     
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  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

  11. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Also Grundsätzlich halte ich diese Gefecht von Küstenfahrzeugen aber sowas von total überbewertet!
    Warum? Weil es sich hier um Prototypen handelte, die keiner see-strategischen Doktrin des neuen Panzerschiffes entsprachen. Es wurde nur deshalb interessant, auch nach damaligen Aspekten, gewertet, weil es eine Art von Schiffen aus Metall bzw. mit Panzerschutz in einem offenen Kampf gegenüber standen.

    Doch die wichtigen Seegefechte, die neue tief reichende Änderungen in der Seekriegsgeschichte mit sich führten waren die Gefechte des Krimkrieges in den 1850iger Jahren und weiterführend im Kampf von hochseefähigen Panzerschiffen die Seeschlacht bei Lissa 1866.

    Alle Panzerschiff Konstruktionen der Nord - oder auch Südstaaten waren nur von dem aktiven Kampfcharakter geprägt, aber entsprachen im seltensten Fall der Entwicklung der Panzerschiffe als neues Kriegsschiff. Schon nach den 1870igern Jahren, gab es keine innovativen Konstruktionen mehr, die der Entwicklung des Kriegsschiffbaus dienlich waren.

    Von daher bewerte ich den Panzerschiffbau im Zusammenhang des amerikanischen Bürgerkrieges als nebensächlich und nicht Innovativ!
     
  12. Marine Experte

    Marine Experte Neues Mitglied

    Zumwalt-Klasse!(Müsst ihr euch mal angucken falls ihr sie noch nicht kennt)
     

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