Wer waren die Mogulen??

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von m_e_s, 28. Januar 2007.

  1. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter


    Den Artikel zu Sati bei Wikipedia hast du vermutlich gefunden - dann schau bitte dort, wer wann und warum erstmalig diese Praktik verboten hat.

    Häh? Viel Personal? :grübel:

    Wer hatte denn außer den Indern noch was zu fürchten, wenn in Indien Epidemien ausbrachen? Oder durch in Indien recht übliche, in Europa aber nicht so häufig auftretende Krankheiten?

    Hast du mal geschaut, ob du Zahlen findest, wieviele Briten sich seinerzeit in Indien aufhielten? Wieviele Briten nötig waren, um die Herrschaft über Indien aufrecht zu erhalten? Und wieviele Menschen lebten in Großbritannien einerseits und in Indien andererseits?

    Infrastruktur ist aber etwas mehr als nur Transportwege.
    Aber schauen wir uns das mal nur auf die Transportmöglichkeiten bezogen an. Für die Briten war es natürlich ein Vorteil, wenn Güter und Rohstoffe schnell zu den Häfen gebracht werden konnten. Ist das nun auch für die indische Bevölkerung oder die indische Wirtschaft damals ein Vorteil?
     
  2. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Weisst du was Aristokratie, Plutokratie denn bedeutet? Was oder wen könnte Marx mit t Millokratie meinen?
     
  3. louisa

    louisa Gesperrt


    Hallo zusammen,

    also Ingeborg, zu Sati ja, hab ich einiges gefunden, und zwar haben es die Briten im Jahre 1829 abgeschafft. Sie haben es streng verboten.

    Und zur medizinischen Versorgung!, natürlich fürchteten sich auch die Briten vor krankheiten, da viele dort lebten. Leider habe ich keine Zahlen in Bezug zu Indien und GB. gefunden ...:S

    Und zur Infrastruktur, ja also eigentlich müssten dann die Inder nicht so glücklich wegen den Transportwegen etc. sein, weil sie ja ausgebeutet werden... .? Deswegen ist es eher ein Nachteil für die indische Wirtschaft.

    und ursi, leider nein, also Aristokratie ja, jedoch nicht die anderen beiden :S

    und auch Dir danke Steffen fürs Feedback und haha, naja... ob ich mehr über Imperialismus als einige andere verstehe...


    :]:]:]

    LG

    Louisa
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das heute wohl im Westen oder sagen wir mal in Dtld. bekannteste Bauwerk in Indien, das Taj Mahal, ist ein von einem Muslim erbautes Bauwerk. Ich schreibe extra nicht islamisch, weil es streibar ist, ob dieses Bauwerk nicht der islaischen Orthopraxie widerspricht. Jedenfalls erreichten muslimische Heere den Indus bereits 714, das ist etwa zeitgleich mit der Eroberung Spaniens (711 ff.). Spätere Expanisionen griffen über den Indus hinaus und wenn auch Indonesien und die Südphillipinen nicht unbedingt durch Eroberung sondern durch Mission islamisiert wurden (man bedenke, dass das Land mit den meisten Muslimen nicht etwa Ägypten ist sondern Indonesien). In Nordindien findet man jede Menge Stäte auf -bad oder -pur, die einen eindeutigen islamischen Bezug haben, viele von diesen wurden in der Zeit der turkstämmmigen Ghaznaviden gegründet, die im 10. Jhdt. von Ghazni im heutigen Afghanistan aus sich ein über Persien und Nordindien erstreckendes Reich eroberten.
     
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  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Was aber bei einer Gesamteinwohnerzahl von 261 Millionen Indonesiern zu reichlich 94 Millionen Ägyptern kein großes Wunder ist.
     
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  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Darum geht es aber gar nicht. Wir nehmen immer die arabische Welt als die Welt des Islam war und vergessen dabei, dass a) die arabische Welt viel heterogener ist, als nur Muslime (und auch der Islam ist ja seinerseits sehr heterogen) und b) dass die Araber innerhalb der 'umma, also der Gemeinschaft der Muslime, bereits seit Jahrhunderten eine Minderheit sind.
    Wenn man also denkt, Indien sei vom Islam kaum geprägt worden, dann - das will ich freilich einer Schülerin nicht vorwerfen - hat man ein falsches Bild von der Ausdehnung islamisch geprägter Territorien in der Welt. Wenn wir "den Islam" betrachten, vergessen wir den größten islamischen Staat Indonesien einfach gerne.
     
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  7. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich gebe ElQ vollkommen recht. Das bevölkerunsmäßig zweit- und drittgrößte Land mit einer islamischen Bevölkerunsmehrheit sind direkte Nachbarn Indiens - Pakistan (208 Mio) und Bangla Desh (165 Mio), beide ebenfalls kein 'Teil der arabischen Welt'. Auch im Iran betrachtet man sich nicht als Teil der 'arabischen Welt'; Farsi ist Landessprache, das Land nicht Mitglied in der Arabischen Liga.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich würde aber schon sagen, dass die Region von Marokko bis Pakistan im allgemeinen Bewusstsein mit "dem Islam" verbunden ist. Was hal östlich von Pakistan liegt (vielleicht mit Ausnahme von Bangladesh) wird halt vielfach nicht mehr mit dem Islam in Verbindung gebracht.
     
  9. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Seit der Begründung des Sultanats von Delhi im Jahr 1206 bis zum Sturz des letzten Moghul-Kaisers Ende des 19. Jh. wurde Indien von muslimischen Herrschern und Eliten regiert, In deren Folge kamen auch muslimische Händler, Kaufleute, Wissenschaftler und Architekten ins Land, die Indien prägten. Das Gros der indischen Bevölkerung blieb freilich seinen hinduistischen Glaubensvorstellungen treu. Das führte zu unterschiedlichen Reaktionen der muslimischen Herrscher. Während Sultan Akbar - der bedeutendste Moghul-Herrscher - eine tolerante Religionspolitik verfolgte, kam es unter dem orthodoxen Sultan Aurangzeb zu einem Bruch hinsichtlich der Gleichberechtigung von Muslimen und Hindus.

    In der Architektur kam es zuweilen zu einer Verschmelzung islamischer und indo-hinduistischer Bauweise, und zar besonders in Nordindien. Hier ist festzuhalten, dass die Moghul-Herrscher - abgesehen von Ausnahmen - lediglich Nord- und Mittelindien beherrschten. Südindien, das von drawidischen Stämmen bevölkert war, konnte sich dem politischen Einfluss der Moghuln entziehen, obwohl der kulturelle Einfluss des Islam auch dort wirksam war.

    Die Bedeutung des Islam für Indien ist auch heute noch groß. Er ist nach dem Hinduismus die zweitgrößte Glaubensrichtung. Von den 1,2 Milliarden Einwohnern Indiens sind 79,8 % Hindus und 14,2 % (172 Millionen) Muslime. Damit steht Indien nach Indonesien und Pakisten an dtitter Stelle der islamischen Gemeinschaft.
     
  10. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Auch was nördlich dieser Linie liegt (abgesehen von der ebenfalls nicht arabischen Türkei), wird häufig nicht mit "dem Islam" in Verbindung gebracht. Ich denke vor allem an die ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien - aber auch in Russland und der Ukraine gibt es bedeutende moslemische Minderheiten. (OT: Ich war im April erstaunt, wie groß die Moschee in St. Petersburg ist.)
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Also abgesehen davon, dass das Industal bereits im 8. Jhdt. zu islamischen Gebiet wurde, haben natürlich insbesondere Händler insbesondere die indische Westküste schon Jahrhunderte vor der Moghulherrschaft besucht.
    Unter Akbar wurde der Islam teilweise irani- und hinduisiert. Islam und hinduistisches Kastenwesen wurden miteinander harmonisiert, Akbar führte das zoroastrische Nawroz ein und es gab eine Art Sonnenkult.

    Bis heute gibt es in Indien Synkretismen zwischen Hinduismus und Islam, die teilweise eine große Ähnlicheit mit denen zwischen Katholizismus und "Aztekismus" in Mexiko aufweisen.
     

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