Hier eine private Seite, die bayrische Funde von einem Nebenfluss der Donau vorstellt:



Die beiden Flußschiffe von Oberstimm sind demnach mit 90 n. Chr. und 118 n. Chr. älter als die Schiffe von Mainz.
 
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Geschmackssache, wie so vieles - Bärenschinken habe ich tatsächlich noch nicht verkostet.

Anhang anzeigen 25979
(Mittig rechts die einstige römische Schifflände für die Triremen)
Mach Dich mal nur lustig :D.

Parallel (nördlich) zur Murg verläuft die Alb. Und dort ist eine Schiffergesellschaft inschriftlich belegt. Da guckst Du :p

8297 Weihung für Neptun

Der Neptunstein soll oberhalb von Ettlingen in einem Nymphäum gefunden worden sein. Ich habe diesen Stein - glaube ich - schon wiederholt hier im Forum gepostet. Durch dessen Fund kam die Vorstellung auf, dass die Römer mit Schiffen die Alb hoch und runter gefahren wären. Mich überzeugt eine moderne Deutung mehr, dass es sich wohl um eine örtliche Schiffergesellschaft handelte, deren Schiffe an der Albmündung festmachten, aber eigentlich die Rheinschifffahrt betrieben.
 
Eine Schiffergesellschaft an einem Standort wie Ettlingen könnte auch (primär) Flößerei betrieben haben, was ich für Flüsse wie Alb und Murg für ziemlich plausibel erachte.

Zur Inschrift des Ettlinger Weihesteins lese ich bei Vicus von Ettlingen – Wikipedia :
In h(onorem) d(omus) d(ivinae) d(eo) Neptuno contubernio nautarum Cornelius Aliquandus d(e) s(uo) d(edit)
Zu Ehren des Kaiserhauses dem Gott Neptun (geweiht). Der Schiffergilde hat Cornelius Aliquandus (das Denkmal) von dem Seinigen geschenkt.
Ein contubernium nautarum ist als eine Art Verein (collegium) von Flößern oder Schiffern zu verstehen. Derartige Schiffer-Vereinigungen sind ansonsten für größere Orte an größeren Flüssen bekannt wie z. B. Marbach am Neckar, Como oder Lugdunum (Lyon). Daher wird der Stein meist angeführt, um die Schiffbarkeit der Alb zu belegen.

A. Wacke leitet seine Arbeit "Römischrechtliche Notizen zu antiken Flößerei" (2015) ein:
Plerumque et ratum usus necessarius est.
»Meistens ist auch die Benutzung von Flößen erforderlich.«
Ulpian (Anfang 3. Jahrhundert n. Chr.), Dig. 43,12,1,14

"Die römischen Juristen unterscheiden entsprechend dem Sprachgebrauch zwischen Brennholz (lignum) und wertvollerem Nutzholz (materia). Die Unterscheidung lebt fort in den romanischen Sprachen (ital. legno, span. leño; im Gegensatz zu spanisch madera). Auf dem Bruchstück eines Grabsteins im römischen Köln ist ein Holzhändler (negotiator lignarius) bezeugt. Mit welcher Art Holz er handelte, wissen wir nicht; jedenfalls wird er es durch die Flößerei bezogen haben. Neueste dendrologische und archäobotanische Forschungen haben nachgewiesen, dass schon in römischer Zeit sowohl auf dem Rhein (vor allem aus dem Schwarzwald) als auch auf Nebenflüssen wie Main und Mosel Hölzer ins Niederrheingebiet geflößt wurden." (S. 12)
 
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E Orte an größeren Flüssen bekannt wie z. B. Marbach am Neckar, Como oder Lugdunum (Lyon). Daher wird der Stein meist angeführt, um die Schiffbarkeit der Alb zu belegen.
Ja, in Murr gibt es wohl einen Weihestein. Der Neckar bei Marbach ist/bzw. war damals wohl schiffbar. An der Mündung der Murr in den Neckar wurden ja auch römische Mauerreste ergraben als der Radweg angelegt wurde. Die Murr selbst ist kaum schiffbar, nur wenige Kilometer flußaufwärts. Hier wurde allerdings schon seit Jahrhunderten Flößerei betrieben.
 
Eine Schiffergesellschaft an einem Standort wie Ettlingen könnte auch (primär) Flößerei betrieben haben, was ich für Flüsse wie Alb und Murg für ziemlich plausibel erachte.
Ich müsste es nochmals nachlesen. Aber nach meiner Erinnerung wird in dem Buch "Die Römer in Ettlingen" von Dr. Peter Knötzele als Gegenargument angeführt, dass es für Flößer eine eigene Berufsbezeichnung im kaiserzeitlichen Latein gibt.
 
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