Das trojanische Pferd

Poseidon war zwar auch der Gott des Erdbebens, aber er löste Erdbeben nicht aus, indem er (riesige?) Pferde herumtrampeln ließ, damit sie die Erde erschüttern. In Ilias 20,57ff. wird es geschildert: "Von unten" (ἔνερϑε) erschütterte Poseidon die Erde. Da das Meer die Erde umgab, nahm man an, dass Poseidon sie somit auch erschüttern könne (bildhaft dargestellt durch Gebrauch seines Dreizacks).
 
Poseidon war zwar auch der Gott des Erdbebens, aber er löste Erdbeben nicht aus, indem er (riesige?) Pferde herumtrampeln ließ, damit sie die Erde erschüttern. In Ilias 20,57ff. wird es geschildert: "Von unten" (ἔνερϑε) erschütterte Poseidon die Erde. Da das Meer die Erde umgab, nahm man an, dass Poseidon sie somit auch erschüttern könne (bildhaft dargestellt durch Gebrauch seines Dreizacks).
Den Zusammenhang zwischen einem Erdbeben und Pferden kann ich schon verstehen und manchmal vermischen sich Motive auch, selbst widersprüchliche. Was allerdings nicht heißen soll, dass ich mich hier der Erdbebenhypothese anschlösse.
 
Neben der gängigen Theorie trojanisches Pferd = großes hölzernes Pferd und der genannten Theorie trojanisches Pferd = Schiff
gibt es noch eine weitere Theorie: trojanisches Pferd = Aquädukt

Die Theorie geht in etwa so:

In Troja gab es ein altes Aquädukt, das in die Stadt führt, aber nicht mehr in Betrieb war (weil z.B. die Wasserquelle versiegt war).
Die Kämpfer versteckten sich in der Rinne = "Bauch des Pferdes". Nachts krochen Sie in die Stadt, der Rest ist bekannt.

Aqua = das Wasser (lateinisch);
Equus = das Pferd (lateinisch);
ducere = ziehen (lateinisch)
Aqueduct = das gezogene Wasser (abfallende Bauweise, Nutzen der Schwerkraft);
Übersetzungsfehler: "Equusduct" = das gezogene Pferd; Die Wörter Aqua und Equus haben eine gewisse Ähnlichkeit, vor allem ohne Vokale.

Später, so die Theorie, ging das Wissen um das Aquädukt immer mehr verloren. Man wusste nur noch Fragmente: es war riesig mit großen "Füßen", Kämpfer im "Bauch", gezogenes "Pferd" usw. Dazu noch der Übersetzungsfehler mit dem gezogenen Pferd und so entstand dann die heutige Geschichte, die natürlich deutliche Logiklücken hat und deswegen diskutiert wird.

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Das sind die Bilder aus der Quelle ( A. Fomenko ; History: Fiction or Science ? (Chronology, Band 2)).

P.S.
Auch wenn die Theorien von Prof. Fomenko z.T. sehr bizarr und damit seine Bücher umstritten sind, Buch 2 und der Teil mit Troja ist sehr detailliert recherchiert und somit auch wissenschaftlich interessant. Auch wenn ein Wissenschaftler umstritten ist, heißt es ja nicht, dass alles was er macht Unsinn ist.
 
Es ist zumindest Unsinn, bei einem griechischen Epos mit lateinischen Vokabeln zu argumentieren.

Da die Römer irgendwann Griechenland kontrollierten, haben sie auch sehr viel von den Griechen übernommen. Vielleicht ist ja genau hier der Fehler passiert, beim Abschreiben alter griechischer Texte über den Trojanischen Krieg durch römische Geschichtsschreiber.

hier eine Info aus Wikipedia dazu:

Die Hochschätzung Homers wurde von den Römern übernommen. Die Odusia, die Übertragung der Odyssee ins Altlateinische durch Livius Andronicus, eines der ersten Zeugnisse einer lateinischen Literatursprache überhaupt, war bereits zu republikanischen Zeiten als Schullektüre im Adel verbreitet. Vergils Epos Aeneis ist auch als Versuch zu werten, den Römern eine Herkunftssage zu geben, wie sie die Griechen an Homers Epen gehabt hatten.
Die Frage ist also: haben die Geschichtsschreiber im Mittelalter und der Renaissance, auf deren Arbeit unsere heutige Geschichtsschreibung und Chronologie basiert auf die Originaltexte (soweit vorhanden) in griechischer Sprache zugegriffen oder auf eine später übersetze (evtl. bereits mit Fehlern) Version aus römischer Quelle ?

P.S. leicht vom Thema ab, aber interessant:

 
Da die Römer irgendwann Griechenland kontrollierten, haben sie auch sehr viel von den Griechen übernommen. Vielleicht ist ja genau hier der Fehler passiert, beim Abschreiben alter griechischer Texte über den Trojanischen Krieg durch römische Geschichtsschreiber.
Wie soll das gehen? Die haben beim Abschreiben griechischer Worte mit lateinischen Vokabeln operiert und sich dabei so vertan, ὕδωρ und ἵππος verwechselt?
Mal abgesehen davon, dass die ältesten erhaltenen Schriftstücke der Odyssee vorrömisch sind und aus dem ägyptischen Wüstensand stammen.
 
Wie soll das gehen? Die haben beim Abschreiben griechischer Worte mit lateinischen Vokabeln operiert und sich dabei so vertan, ὕδωρ und ἵππος verwechselt?
Mal abgesehen davon, dass die ältesten erhaltenen Schriftstücke der Odyssee vorrömisch sind und aus dem ägyptischen Wüstensand stammen.
Das weiß ich auch nicht. Bin kein Sprachforscher. Vielleicht haben andere user hier eine Idee oder Wissen.

Ich hatte diese Idee gefunden und hier gepostet.

Dass die Trojaner nach 10 Jahren Krieg nicht kontrollieren, ob die griechischen Schiffe alle weggefahren sind. Dass Sie einfach so ein vom Feind gebautes Holzkonstrukt in die eigene Stadt ziehen, das Konstrukt nicht untersuchen und einfach schlafen gehen. Das ist nur schwer zu glauben, klingt hochgradig unlogisch. Deswegen sucht man nach Alternativen. Eine fehlerhafte Übersetzung ist durchaus denkbar und eine plausible Erklärung dafür, dass die Geschichte von Homer in der heutigen Form so "seltsam" ist.
 
Das weiß ich auch nicht. Bin kein Sprachforscher. Vielleicht haben andere user hier eine Idee oder Wissen.

Ich hatte diese Idee gefunden und hier gepostet.
Du wusstest aber vorher, dass Fomenkos "Theorien" als
sehr bizarr und damit seine Bücher umstritten
gelten.
Trotzdem versuchst du sie zu verteidigen. Auch wenn Fomenko unsinnigerweise mit lateinischen Vokabeln einen griechischen Text umzudeuten versucht, bildest du trotz dieses Wissens Hilfshypothesen (Abschriften nach der römischen Besetzung Griechenlands), die das bereits einstürzende Kartenhaus doch noch irgendwie retten sollen.

Dass die Trojaner nach 10 Jahren Krieg nicht kontrollieren, ob die griechischen Schiffe alle weggefahren sind. Dass Sie einfach so ein vom Feind gebautes Holzkonstrukt in die eigene Stadt ziehen, das Konstrukt nicht untersuchen und einfach schlafen gehen. Das ist nur schwer zu glauben, klingt hochgradig unlogisch.
Zunächst einmal handelt es sich um eine Erzählung, keinen historischen Sachverhalt, auch wenn der Kern der Erzählung auf tatsächliche bronzezeitliche Konflikte zurück geht. Jetzt ist also die Frage: Kam das den ollen Griechen logisch vor?
Nehmen wir mal deine Hilfshypothese, der Text wäre in lateinischer Zeit falsch abgeschrieben worden: Warum kam es da niemandem "hochgradig unlogisch" vor? Da hattest du kein Problem damit, dass die Erzählung unlogisch sei. Das ist inkonsistent.
Was uns in Unkenntnis altmediterraner Kultur unlogisch vorkommt, kann für Menschen vor zweieinhalbtausend Jahren durchaus logisch gewesen sein. Eine Statue als Weihegeschenk für die Götter - warum nicht? Alte griechische Tempel sind voll von Weihegeschenken. Wenn diese nicht aus Lebensmittel bestanden, welche die Priester verzerrten, wurden diese im fanum begraben, so dass Archäologen sie finden konnten. Für einen Griechen war ein Holzpferd als Weihegeschenk für die Götter - für den Tempel der Schutzgöttin Troias - somit durchaus logisch.
 
Die älteste erhaltene Darstellung des Pferdes stammt wohl aus der ersten Hälfte des 7. Jh. v. Chr., was nicht so weit von der Zeit des Homer entfernt ist (Herodot glaubte, dass der Dichter von ihm aus gesehen vor ungefähr 400 Jahren lebte, also im 9. Jh. v. Chr.

Damals spielten lateinische Vokabeln sicherlich keine Rolle.
 
Die älteste erhaltene Darstellung des Pferdes stammt wohl aus der ersten Hälfte des 7. Jh. v. Chr., was nicht so weit von der Zeit des Homer entfernt ist (Herodot glaubte, dass der Dichter von ihm aus gesehen vor ungefähr 400 Jahren lebte, also im 9. Jh. v. Chr.

Damals spielten lateinische Vokabeln sicherlich keine Rolle.

In Fomenkos bizarrer Parallelwelt spielt keine Rolle, wann was war. Da wurde das Alte Testament nach dem Neuen Testament verfasst, die Mongolen hat es nie gegeben, Russland ist natürlich älter als Griechenland und Rom, und der Trojanische Krieg fand im 13. Jahrhundert n. Chr. (d. h. eigentlich erst zwei Jahrhunderte nach Jesu Geburt) statt. Was Fomenko nicht wissen konnte: Der "Trojanische Krieg" fand in Wirklichkeit 1868-1878 auf Kuba statt, mit dem "Pferd" ist General Ángel del Castillo Agramonte mit dem Beinamen la Tempestad a Caballo ('Das Gewitter zu Pferde') gemeint, und aus seinem Sieg über den spanischen Oberst Portal wurde aufgrund eines blöden Missverständnisses die Story, man habe ein Pferd durchs Portal reingezogen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Odusia, die Übertragung der Odyssee ins Altlateinische durch Livius Andronicus, eines der ersten Zeugnisse einer lateinischen Literatursprache überhaupt, war bereits zu republikanischen Zeiten als Schullektüre im Adel verbreitet.
Ja, und ein paar Jahre später konnten die Schüler dann überprüfen, ob die Übersetzung stimmig ist, denn römische Adelssprößlinge erlernten idR auch das Griechische... Gut, das zu ihrer Zeit gesprochene Griechisch nicht einen archaischen Dialekt, aber dennoch...

Dass die Trojaner nach 10 Jahren Krieg nicht kontrollieren, ob die griechischen Schiffe alle weggefahren sind. Dass Sie einfach so ein vom Feind gebautes Holzkonstrukt in die eigene Stadt ziehen, das Konstrukt nicht untersuchen und einfach schlafen gehen. Das ist nur schwer zu glauben, klingt hochgradig unlogisch.
Im Prinzip hast du recht: Das klingt sehr nach einer spannenden Abenteuergeschichte.

Das Problem: Genau das ist es ja auch. Vom Standpunkt eines Skeptikers sind all die Details, von den personalisierten Heldengeschichten über den Kriegsgrund und die 10 Jahre Kriegsdauer bis zum Holzpferd nichts anderes als Geschichten, Erfindungen, die sich irgend jemand im Laufe der Jahrhunderte ausgedacht hat. Dann braucht es auch keine alternativen Erklärungsmuster: Das Holzpferd war von Anfang nichts anderes als eine schöne Geschichte.

Natürlich kann man spekulieren: Das der Sagenkreis um Troja auf einer wahren Begebenheit beruht, die dann ausgeschmückt wurde; dass das Holzpferd eine dramaturgische Umdeutung eines historischen Ereignisses ist, sei es nun Schiffe oder die Wasserversorgung. Aber das ist halt Spekulation, und ohne weitere Indizien (die es mWn nicht gibt) weder be- noch widerlegbar.

Dass Homer so eine große Bedeutung hatte, trotz der zahlreichen "Seltsamkeiten", und sicher von vielen Griechen auch in den Details für wahr gehalten wurde, sollte schließlich niemand verwundern. Ich mein, wir müssen uns heute, im angeblichen Informationszeitalter, mit Leuten rumschlagen, die die Erde für flach halten, oder glauben, vor der Sintflut seien die Leute auf Dinosauriern herumgeritten...
 
Dass die Trojaner nach 10 Jahren Krieg nicht kontrollieren, ob die griechischen Schiffe alle weggefahren sind.
Die Griechen waren ja abgefahren, wenn auch nur bis zur Insel Tenedos.
Nachsehen konnten die Trojaner schwerlich, da sie wohl (nachdem sie zehn Jahre lang vom Meer abgeschnitten waren) keine Schiffe mehr gehabt haben werden.
Dass Sie einfach so ein vom Feind gebautes Holzkonstrukt in die eigene Stadt ziehen, das Konstrukt nicht untersuchen und einfach schlafen gehen. Das ist nur schwer zu glauben, klingt hochgradig unlogisch. Deswegen sucht man nach Alternativen.
Mit der Geschichte vom Trojanischen Pferd hatte man in der Tat bereits in der Antike Probleme, weswegen (großteils nachhomerisch) die Geschichte um "Erklärungen", die sie plausibler machen sollten, ergänzt wurde:
- die Geschichte von Sinon, der die Trojaner dazu bringt, das Pferd in die Stadt zu bringen;
- die Geschichte von Laokoon, der die Trojaner warnt und zur Zerstörung des Pferdes rät, aber von Schlangen getötet wird, was die Trojaner als göttliche Strafe für seinen "frevelhaften" Vorschlag interpretieren;
- überhaupt warum Warnungen wie von Kassandra nicht ernstgenommen und befolgt wurden.
Eine fehlerhafte Übersetzung ist durchaus denkbar und eine plausible Erklärung dafür, dass die Geschichte von Homer in der heutigen Form so "seltsam" ist.
Bereits die antiken Leser des griechischen Originaltextes hatten so ihre Probleme.
 
In Fomenkos bizarrer Parallelwelt spielt keine Rolle, wann was war. Da wurde das Alte Testament nach dem Neuen Testament verfasst, die Mongolen hat es nie gegeben, Russland ist natürlich älter als Griechenland und Rom, und der Trojanische Krieg fand im 13. Jahrhundert n. Chr. (d. h. eigentlich erst zwei Jahrhunderte nach Jesu Geburt) statt. Was Fomenko nicht wissen konnte: Der "Trojanische Krieg" fand in Wirklichkeit 1868-1878 auf Kuba statt, mit dem "Pferd" ist General Ángel del Castillo Agramonte mit dem Beinamen la Tempestad a Caballo ('Das Gewitter zu Pferde') gemeint, und aus seinem Sieg über den spanischen Oberst Portal wurde aufgrund eines blöden Missverständnisses die Story, man habe ein Pferd durchs Portal reingezogen.
Den Urheber der Idee hatte ich ganz übersehen, danke! In dem Fall ist es natürlich wenig verwunderlich, wenn die Sprachen ein wenig durcheinandergehen.
 
El Quijote schrieb:
Es ist zumindest Unsinn, bei einem griechischen Epos mit lateinischen Vokabeln zu argumentieren.

Ich hatte mich hier zu wenig mit Fomenkos Theorie auseinandergesetzt, ich fand halt die Idee sehr interessant, dass ein altes Aquädukt die Vorlage für das trojanische Pferd sein könnte.

jetzt habe ich paar Infos zu Fomenkos Buch (Teil 2) gesammelt, um für mich das Rätsel griechisch/lateinisch zu klären

1. Innere-Logik-Annahme:
es muss bei Fomenko eine "innere Logik" geben - er mag die Geschichte verdrehen, aber so ein Fehler wie griechisch/lateinisch kann ihm nicht unterlaufen sein - ich muss etwas nicht gelesen/verstanden haben

2. Umgang mit Fomenko:
Ganz klar: was sein Gesamtwerk angeht (Teil 7 - die Geschichts-Rekonstruktion), dann ist das Unsinn.
Russland ist seit Jahrtausenden die führende Macht (selbst die Assyrer waren die Russen...) und aus Hass über diese lange Zeit der Unterdrückung, haben sich alle Länder gegen Russland verschworen, haben Beweise vernichtet und die Geschichte umgeschrieben. Eher hat Putin die Uni Moskau finanziert, dass Fomenko selbst die Geschichte umschreibt....und er (Putin) einen "geschichtlichen" Vorwand hat, um seine Kriege zu rechtfertigen.
Fomenko hat das Maximum an Verdrehung rausgeholt, was mit Sprachen und Textinterpretation möglich ist.
Was er nicht berücksichtigt hat ist eine relativ neue interdisziplinäre Methodik, die Analyse unserer Gene, die Archäogenetik. Und die widerlegt eben diese Theorien.

z.B. schreibt Fomenko im Teil 5, dass die Etrusker Nachfahren der Russen im heutigen Norditalien waren, bevor die Römer kamen. Als Beweise führt er u.a. an, dass die Sprache der Etrusker dem russischen ähnlich ist (was sogar stimmt), dass in Venedig für die Holzkonstruktionen sibirische Bäume verwendet wurden (was auch stimmt).
Was so nicht stimmt ist die Genetik: die Etrusker stammen aus Anatolien, heutige Türkei, aber sie hatten
- wie bei fast allen genetischen Analysen in Europa - auch genetische Einflüsse osteuropäischer Wandervölker.
Auch wenn es kein 100% Gegenbeweis ist, so wackelt hier Fomekos Theorie, denn Fomenko erklärt explizit, dass die Türken immer die zweitstärkste Nation war (nach Russland versteht sich) und mit Russland verbündet. Aber ein eigenes Volk. Dann aber können die Etrusker keine Russen sein, so wie Fomenko das erklärt. Es können aber sehr wohl russische Geneinflüsse sein in den Genen der Etrusker, aber anders erklärt:
Es gab eben doch starke Reitervölker aus Zentralasien (Hunnen, Mongolen ..), was aber Fomenko ausschließt (dass die stark waren). Und diese asiatischen Völker haben sich ausgebreitet, auch nach Westen und dort eben die russischen Völker Richtung Europa gedrängt.
somit kommen die russischen Gene deshalb in Europa und auch bei den Etruskern vor, weil die Ur-Russen aus Schwäche den Asiaten weichen mussten, nicht aus einer Position der Stärke heraus als Eroberer.

I Etrusker:
a) der Stand 2007

b) neuere Forschungen 2021

II Assyrer:
hier ist leider komplizierter, es fehlen die ganz alten DNA um sie auszuwerten. Aber die heutigen Syrer, im weitesten Sinne Nachfahren der Assyrer weisen keine (signifikante) russische DNA nach: 2022 "Southern Arc" dataset — show exactly the blend geography predicts: Anatolian- and Zagros-related ancestry in region-specific ratios, some Levantine contribution, and no dominant steppe-related layer of the kind that reshaped Europe.

III ägyptische Mumien:
Fomenko behauptet, die Assyrer = die Russen hätten Ägypten erobert. Dann fanden die Russen die Idee ganz toll, dass man die großen Herrscher mumifiziert und hätten das übernommen. Da das Klima in Ägypten (kaum Feuchtigkeit) große Vorteile bietet, so hätten die Russen irgendwann angefangen Ihr großen Zaren auch zu mumifizieren und nach Ägypten zu bringen und Sie dort aufzubewahren.
Die DNA sagt etwas anderes:
Die hauptsächliche Haplogruppe der Mumien ist E1b1a
Die alte russische DNA Gruppe ist aber R1a

eines ist merkwürdig: gerade die berühmte Pharonenlinie mit Echnaton und Tutanchamun hatte R1b in Ihren Genen
R1b ist hauptsächlich in Europa und auch Russland zu finden.

vermutlich wird die Archäogenetik auch die anderen Theorien von Fomenko nach und nach widerlegen.
Die aktuellen Ergebnisse stammen aus z.T. wenigen Funden, je mehr Funde, desto klarer die Ergebnisse

3) Fomenkos Troja-Theorie und die "innere Logik"

Fomenko nimmt ein reales Ereignis:

ab 535: Ostrom (Byzanz) startet eine militärische Kampagne, um Italien von den Goten zurückzuerobern
536: Belagerung von Neapel. Hier die Geschichtsschreibung:

Nach der 535 erfolgten Landung und schnellen Eroberung Siziliens marschierte die etwa 8.000 Mann starke Armee des oströmischen Feldherrn Belisar, nach dem Übersetzen der Meerenge von Messina im späten Frühjahr 536, an der italienischen Küste entlang auf Neapel zu. Als die Einwohner der Stadt vom Herannahen des oströmischen Heeres hörten begannen sie, auch durch die dramatische Rhetorik zweier gotischer Anführer, heftigen Widerstand zu leisten.

Belisar stellte sich im Angesicht der schweren Befestigung und des Widerstands der Bewohner der Stadt auf eine lange Belagerung ein. So schnitt er diese vom Meer durch seine Flotte, vom Land durch die Errichtung eines Feldlagers und von der Wasserversorgung durch die Unterbrechung der Aquädukte ab. Schließlich zeigte auch der anfängliche Beschuss der Stadt durch Belagerungsmaschinen nur wenig Wirkung. Erst durch einen isaurischen Verräter gelang es nach zwanzig Tagen der Belagerung die Stadt im Handstreich zu nehmen. Dieser zeigte den Byzantinern einen schmalen Zugang in der Nähe des Aquädukts, welches in die Stadt führte. Der Zugang wurde nun soweit verbreitert, dass sich in der Nacht etwa 400 vollausgerüstete bucellarii durch das Wasserversorgungssystem in die Stadt schleichen konnten. Die Wachmannschaften auf den Mauern wurden überwältigt und durch Trompetensignale den schon warteten Truppen das Zeichen zur Erstürmung der Mauern mittels Leitern gegeben.

und argumentiert so:

- ein Troja habe es nie gegeben, die Stadt war Neapel
- mit den Griechen in der Illias sei Ostrom, also das Byzantinische Reich, gemeint, Griechenland ist Teil davon.
- Die Eroberung über das Aquädukt sei die Vorlage für das trojanische Pferd gewesen
- da eine römisch-/byzantinische Eroberung ist der Originaltext in lateinisch geschrieben
- Byzanz aber sei Teil des russischen Reiches gewesen (seine Behauptung)

Damit ist die innere Logik von Fomenko gefunden, auch wenn die Theorie an sich krude bleibt, wie so oft:

Mittelalterliche Geschichtsschreiber hätten aus Hass auf Russland, die Geschichte umgeschrieben:

- Byzanz sei römisch gewesen, nicht russisch
- Die Geschichte über die Eroberung Neapels sei kopiert worden und weit in die Vergangenheit projiziert worden, um Europa (Griechenland + Rom) älter als Russland zu machen
- bei dieser Projektion sei aus aqua ducte dann equa ducte geworden, aus Neapel wurde Troja, aus dem Aquedukt ein großes gezogenes hölzernes Pferd usw.
- Final sei der projizierte Text (Illias) in griechisch geschrieben worden, um Beweise aus der Antike zu haben.

Fomenko halt...
 
jetzt habe ich paar Infos zu Fomenkos Buch (Teil 2) gesammelt, um für mich das Rätsel griechisch/lateinisch zu klären
Das gibt es kein Rätsel. Fomenkos Aussage ist schlicht Humbug.

1. Innere-Logik-Annahme:
es muss bei Fomenko eine "innere Logik" geben -
Warum MUSS es eine innere Logik geben?
Ich will nicht ausschließen, dass es sie gibt, aber diese a priori-Annahme ist nicht gegeben.

er mag die Geschichte verdrehen, aber so ein Fehler wie griechisch/lateinisch kann ihm nicht unterlaufen sein - ich muss etwas nicht gelesen/verstanden haben
Das ist ja etwas, was ich wiederum nicht verstehe. Es ehrt dich, dass du den Verständnisfehler bei dir suchst. Das macht einen reflektierten Geist aus. Aber wiederum versuchst du Fomenko, von dem du weißt, dass er "die Geschichte verdrehen" mag, "bizarr" argumentiert und das dessen "Bücher umstritten" sind (alles Zitate von dir) und sein zusammengefallenes Kartenhaus doch noch irgendwie zu retten. Zumal ja an der Verwechslungsthese aqua mit equus - nicht nur, dass es sich um die falsche Sprache handelt, die Grundlage dafür ist, noch ein ganzer Rattenschwanz dran hängt.
Die ganze Erzählung rund um das trojanische Pferd würde nicht passen, da wäre ja weit mehr als der einfache Vertauschungsfehler.

Wenn du liest: *Ich gehe mit meinem Hand spazieren, dann weißt du genau wo der Fehler liegt, denn nicht nur dass semantisch etwas an dem Satz nicht stimmt, ist auch grammatikalisch was ganz erheblich falsch. Du würdest also nicht korrigieren zu Ich gehe mit meiner Hand spazieren, sondern du würdest zu Ich gehe mit meinem Hund spazieren. Du hättest zwei grammatikalische Möglichkeiten den Satz zu korrigieren, aber der Kontext würde dir semantisch vorgeben, was du semantisch zu korrigieren hättest. Und einen solche Kontext hast du natürlich auch in der Odyssee.

Da wird gesagt, dass die Griechen das Pferd bauten (es ergibt keinen Sinn, dass die Griechen ein Aquädukt für die Stadt bauten, welche sie belagerten und Wasser kann man eh nicht bauen). Schließlich zogen die Trojaner das Pferd hoch zu ihrer Akropolis.

Beides ergibt bei einer Vertauschungsthese keinen Sinn. Wobei wir diese auch ohne dies schon verwerfen können, da die falsche Sprache.

z.B. schreibt Fomenko im Teil 5, dass die Etrusker Nachfahren der Russen im heutigen Norditalien waren, bevor die Römer kamen. Als Beweise führt er u.a. an, dass die Sprache der Etrusker dem russischen ähnlich ist (was sogar stimmt),
Beim Etruskischen ist ja nicht einmal gesichert, welcher Sprachfamilie es angehört.
Welche Ähnlichkeiten soll es zwischen dem Russischen und Etruskischen geben? In welchem Bereich? Grammatik? Phonetik? Vokabular?

Nehmen wir mal Phonetik
Meine Partnerin spricht Polnisch. Wenn sie mit ihrer Mutter telefoniert, spricht sie i.d.R. Polnisch. D.h. ich höre zuhause jeden Tag Polnisch. Ich habe Spanisch studiert. Ich leseverstehe Portugiesisch zu 99 % - es gibt ein paar portugiesische Worte, die sich vom Spanischen total unterscheiden - etwa garafa - botella (aber Karaffe) oder janela - ventana, aber auch bei größeren phonetischen Unterschieden - krass ist etwa funchal vs. hinojo - kann ich aufgrund meiner linguistischen/romanistischen Ausbildung mir Worte erschließen.
Wenn ich hingegen Portugiesisch höre, hört sich das für mich an, wie Polnisch. Phonetisch haben beiden Sprachen für mein Empfinden sehr viel Ähnlichkeit, wobei ihre Verwandtschaft innerhalb der indoeuropäischen Sprachfamilie doch recht weitläufig ist.
Russisch, Ukrainisch, Bulgarisch oder Serbokroatisch, die mit dem Polnischen eng verwandt sind, hören sich überhaupt nicht an wie Polnisch oder Portugiesisch.

Grammatik?

Vokabular? Bitte, du kannst ja mal schauen, ob du hier Ähnlichkeiten zwischen Russisch und Etruskisch findest:

Als Beweise führt er u.a. an, [...] dass in Venedig für die Holzkonstruktionen sibirische Bäume verwendet wurden (was auch stimmt).
Venedig entstand Jahrhunderte nach den Etruskern. Woher die Bäume von Venedig kamen, entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich würde zunächst einmal vermuten, dass sie aus der Umgebung kamen: den Alpen und dem dinarischen Gebirge. Sibirien gehört im Übrigen erst seit knapp 300 Jahren zu Russland

Fomenko erklärt explizit, dass die Türken immer die zweitstärkste Nation war (nach Russland versteht sich) und mit Russland verbündet.
Was historisch ein ziemlicher Humbug ist.

Es gab eben doch starke Reitervölker aus Zentralasien (Hunnen, Mongolen ..), was aber Fomenko ausschließt (dass die stark waren). Und diese asiatischen Völker haben sich ausgebreitet, auch nach Westen und dort eben die russischen Völker Richtung Europa gedrängt.
somit kommen die russischen Gene deshalb in Europa und auch bei den Etruskern vor, weil die Ur-Russen aus Schwäche den Asiaten weichen mussten, nicht aus einer Position der Stärke heraus als Eroberer.
? Man hat früher geglaubt, dass die Hunnen eine Völkerwanderung (nicht von Russen, sondern von (Ost)Germanen) in den Westen ausgelöst hätten, da gab es aber schon lange keine Etrusker mehr, die waren ein halbes Jahrtausend zuvor in der römischen Bevölkerung aufgegangen. Die Mongolenzeit ist weitaus besser belegt, da gibt es keine Völkerwanderung, die durch sie ausgelöst wurde. In diesem Satz geht historisch einiges drunter und drüber.
 
Weit ab vom Thema Griechenland-Troja-Pferd, aber vielleicht trotzdem interessant:

Schwere klimatische Bedingungen Sibiriens, heftige Temperaturänderungen härten die Struktur der Sibirischen Lärche.​

Schwere klimatische Bedingungen Sibiriens, heftige Temperaturänderungen härten die Struktur der Sibirischen Lärche. Deshalb sind Holz und Holzwerkstoffe aus Sibirischen Lärche robust wie Stahl. Seit vielen Jahren hat die Menschheit die natürlichen Eigenschaften der Sibirischen Lärche für eigene Zwecke verwendet. Dank der Härte und Feuchtigkeitsbeständigkeit der Sibirischen Lärche wurde Holz erfolgreich beim Bau einer der UNESCO- Denkmal Venedig verwendet. 400 Tausend Haufen aus der Sibirischen Lärche wurden in den Meeresboden getrieben, und dienten als zuverlässige Unterstützung für die alten Gebäude der Stadt fast 1400 Jahre lang. Die im 19. Jahrhundert durchgeführte Prüfung hat festgestellt, dass das Holz sich wegen des langfristigen Einflusses des Meerwassers in Stein verwandelte. Weder Säge noch Axt konnten nicht es beschädigen. Bis heute liegen in sibirischer Taiga absolut unbeschädigte Bäume, die noch im 18. Jahrhundert gefallen sind und keine Spuren des Verderbens haben...

Da die Venezianer Händler waren und viele Handelsnetze nutzen, haben Sie eben dieses Holz für den Bau von Venedig gekauft. Eine gute Wahl wie man heute sieht. Natürlich ist das kein Beweis, dass die Etrusker Russen waren. Das ist Unfug.
 
Als Beweise führt er u.a. an, dass die Sprache der Etrusker dem russischen ähnlich ist (was sogar stimmt)

Im Russischen gibt es Vokale und Konsonante, im Etruskischen auch. Also soweit stimmt die These.
Da sich alle Wörter aller Sprachen aus einer begrenzten Anzahl von Konsonanten und Vokalen zusammensetzen, findet man in jeder sogar Sprache Wörter, die Wörtern in irgendeiner beliebigen Sprache ähneln.
Vokabular? Bitte, du kannst ja mal schauen, ob du hier Ähnlichkeiten zwischen Russisch und Etruskisch findest:
Es funktioniert mit jeder Sprache, z. B.:

Stein: etruskisch tul, koreanisch tol
Vater: etruskisch apa, koreanisch abba
Ehefrau: etruskisch puia, koreanisch puin
 
Der Text stammt von einem österreichischen Holzhändler, der auf Sibirische Lärche spezialisiert ist. Da ist vielleicht jemandem in der Marketing-Abteilung die Phantasie etwas durchgegangen. Schaust du mal auf die Seite Venedig steht auf Millionen Baumstämmen unter Wasser - wo kein Holz verkauft werden soll - da findet sich dann folgende Angabe:

Hinzu kommt ein zweiter Vorgang, der die Pfähle mit der Zeit sogar stabiler macht. Das mineralreiche Wasser der Lagune lagert nach und nach Mineralsalze in die Holzfasern ein. Dadurch versteinert das Holz an der Oberfläche langsam und wird härter, statt zu vermodern. Besonders Lärchenholz gilt als widerstandsfähig und wird im Wasser regelrecht zäh. Aus dem einst weichen Baumstamm wird über die Jahrhunderte ein fester, halb mineralisierter Pfeiler. Genau deshalb ruht die Stadt bis heute auf ihrem ursprünglichen Unterbau, ohne dass die Pfähle je erneuert werden mussten.​
[...]​
Das Holz stammte großenteils aus den Bergwäldern des Umlandes und der Alpen, aus denen die Stämme über Flüsse in die Lagune geflößt wurden. Der immense Holzbedarf für Fundamente, Schiffe und Bauten prägte die gesamte Region über Jahrhunderte. So gesehen steht Venedig nicht nur auf Pfählen, sondern auf einem großen Teil der Wälder seines Hinterlands, verborgen und konserviert im sauerstofffreien Schlick der Lagune.​
Das ist nämlich auch so ein Punkt. Zum Flößen brauchst du eine Strömung. Meeresströmungen eigenen sich dazu aber nicht wirklich. Dass venezianische Händler über das Schwarze Meer mit Russland in Kontakt traten: kein Problem, aber Baumstämme von dort?
 
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