andreassolar
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Das bezieht sich ganz konkret auf Markion, dessen "Reinigungs"-Versuche sich bekanntlich nicht durchgesetzt haben.
So 'bekanntlich', also unbestritten, wird das inzwischen nicht mehr vertreten.
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Das bezieht sich ganz konkret auf Markion, dessen "Reinigungs"-Versuche sich bekanntlich nicht durchgesetzt haben.
Eine Kompilation setzt aber natürlich die Existenz der Texte voraus. Was genau heißt in diesem Text "noch nicht kanonisch"? heißt das, dass es noch nicht die vier Evangelisten waren, die wir heute kanonisiert kennen? Oder heißt das, dass es zwar diese vier waren, aber noch verschiedene Textvarianten ihrer Evangelien im Umlauf? Oder sind das die vier Evangelisten, in den jeweilig uns bekannten Varianten, die aber noch nicht offiziell zum Kanon gehörten?Ulrich Schmid schreibt in seinem Beitrag im Sammelband S. 77, Marcion könnte eine noch nicht kanonische Vier-Schriften-Sammlung, siehe die im WP-Artikel 'Marcion' genannten Papyri, die auch 'Lukas' enthalten habe, gekannt haben und verortet diese zeitlich ebenfalls ins 2. Jahrhundert, um die Mitte.
Vielelicht zur Ergänzung:Es fehlen entsprechende Anachronismen einer späteren Ära. Die Situation, die sie voraussetzen, ist vielmehr die eines (ländlichen) Galiläa und Jerusalem vor dem Jüdischen Krieg (66-70). Innerjüdisch gibt es z.B. gegnerische Fraktionen wie die Pharisäer, die Sadduzäer und die Zeloten mit unterschiedlichen theologischen Profilen, wie sie ab 70 nicht mehr bestehen.
Was ist 'herrschende Meinung' in diesem Bereich? Nicht bei Markus, meine ich.Dass die Evangelien nach dem Jüdischen Krieg verfasst sind, ist bereits seit langem die herrschende Meinung.
GenauDas Christentum der frühen Jahrzehnte ist offenbar ziemlich vielfältig aber auch fragmentiert gewesen - regional und sozial. Die Evangelien sind nicht mit großen Auflagen und breiter Verbreitung am Start gewesen.
jaa....die 'heiligen' Schriften der 'Heiligen Schrift' waren nicht von Anfang an heilig....da hatten wir im Forum schon mal eine Dis....Ein wichtiger Gesichtspunkt in dem Rahmen liegt in der Beobachtung, dass Matthäus und Lukas beide das Markusevangelium umarbeiten. Markus ist für sie also nicht "Heilige Schrift", sondern ein Arbeitstext, den sie aber nicht Eins zu Eins übernehmen dürfen bzw. müssen.
Im 'Klappentext' wird u.a. notiert:Sandra Huebenthal, Gedächtnistheorie und Neues Testament
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