Ich wollte dich schon überzeugen, und hatte gehofft, dass du bei meiner Dichte der Argumentation ins Nachdenken kommen würdest. Dass eine Brombeerhecke bei Dietrich kaum eine solche Gefühlsaufwallung, Berührtsein und Glückseligkeit, auslösen kann, schien dir doch auch einzuleuchten. Ich habe aber schnell gemerkt, dass du versuchst "tiefenpsychologisch" umzuinterpretieren. Das hast du praktisch nicht aus dem Text des Epos entwickelt sondern hineingedeutet: Dietrich drückt deiner Intepretation nach den nahen Verlusts der Ländereien des sensiblen Autors Nikolaus (II) von Enn aus - auf meinem Einwand, dass die Dietrich doch eigentlich Meinhard in deiner Version wäre, und Laurin trauern müsse (was er auch später tut), und nicht der, dem dieser Besitz zufallen wird, wischst du vom Tisch:
Offensichtlich ist Dir das literarische Stilmittel des Perspektivwechsels nicht geläufig.
Mir wurde daher klar, dass du nicht bereit bist innezuhalten und dich auf Gegenargumente einzulassen, zumindest die Möglichkeit eines eigenen Irrtums einzuräumen. Im Gegenteil, Bezeichnungen von dir wie für Topoi als bloße Metaphern und unwichtige Fußnoten (eigenartig: was macht der Rosengarten denn dann im Titel des Epos?)
Der Titel hieß ursprünglich einfach "Laurin". Laurins Rosengarten wurde später daraus gemacht.
und eine mögliche klassische Vorlage (Plutos Entführung der Proserpina - Entführung von Dietleibs Schwester Künhilt) als weithergeholtes Deckmäntelchen (also ein bloßes Instrument der Verschleierung des wahren Hintergrunds)
Diese Vorlage wurde von mir nur deshalb relativiert, da Du sie u.a. als Hauptthema des Laurin einführen wolltest.
waren alles rhetorische Figuren, um sich in der Sache nicht damit zu befassen, und um sich gegen Argumente zu immunisieren.
Das Pluto-Thema u.a. waren keine entscheidenden Gegenargumente auf die von mir vorgebrachte historisch-topographische Lokalisierung. Für entscheidende Gegenargumenten bin ich nach wie vor offen. Die wurden aber bisher leider nicht geliefert. Die genannten Ortsnamen innerhalb eines überschaubaren Radius sind hingegen faktisch.
In dem Fall steht nicht "Überzeugen wollen" im Vordergrund, sondern "Rechtbehalten". Und in so einem Szenario besteht auch nicht die Möglichkeit andere Argumente ernsthaft zu prüfen, Fehler einzugestehen etc.
Weder das eine noch das andere ist der Fall. Da ich nicht missionarisch tätig werden möchte, halte ich mich entsprechend zurück, wenn überwiegend Sophismen kommen.
Das mit der langen Leitung kommt nicht gut an, wenn Du das als Replik auf @Sepiolas freundlich-zurückhaltende aber sachlich sattelfeste Argumentation gibst.
Nur weil ich Menhardt nicht zutraute, dass er bei der
Eg-Übersetzung tatsächlich die
n-Abbreviatur komplett ignorierte und daraus bis heute ein willkürliches
Eger mit Befehlszeichen machte? Bin noch immer fassungslos.
... der hier und anderswo verworfen wird, schlimmer noch: widerlegt.
Oder meintest Du einen "ultimativen Rettungsschuss"?
Du meinst den "ultimativen Rettungsschuss" für Eger aufgrund der ignorierten
n-Abbreviatur bei der
Eg-Übersetzung, die
Egnn, Enn… "widerlegt", weil
Enn die
n-Abbreviatur komplett beachtet? Nun verstehe ich die Opposition Jesus gegen die Schriftgelehrten noch besser.
Mache Dir eines klar: Wer im wissenschaftlichen Diskurs so auftritt, wird beim ersten groben eigenen Fehler nicht mehr ernst genommen.
Noch schlimmer, bei den jahrzehntelangen Versäumnissen - wenn man die älteren Generationen vornehm herausnimmt.
... sagst Du, der Du Pons Drusi ohne archäologisches Substrat nach Schloss Sigmundskron verlegst,
Den entsprechenden Befund gibt es schon länger, nur passt er nicht so gut zu den nächsten offiziellen Zuordnungen, also musste man sich was anderes ausdenken.
Trag's mit Fassung, vielleicht nimmt die Südtiroler Landesarchäologie das noch nicht einmal als Grundrauschen wahr?
Kann zutreffen, wenn politische Interessen Vorrang vor wissenschaftlichen Ergebnissen haben.