1870/71: Presse, Bismarck und die Annexion von E-L

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von Ugh Valencia, 24. Januar 2021.

  1. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Es gab in den 1960er einen Historikerstreit, ob Bismarck 70/71 von der Presse getrieben einer Annexion von Elsass-Lothringen zustimmte (Lothar Gall) oder aber, ob Bismarck auf die Presse einwirkte, um eine Annexion zu ermöglichen (Walter Lipgens). Ich kenne die Werke der beiden Historiker nicht und bin nur über Suchmaschinennutzung darauf gestossen. Kann mir jemand genaueres zu dieser Diskussion sagen und wie das Verhältnis von Bismarck zur Presse bezüglich der Annexion von Elsass-Lothringen war?
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Januar 2021
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  2. Ich habe im Buch "70/71" von Klaus-Jürgen Bremm eine weitere These hierzu gelesen: Demnach erwartete Bismarck in jedem Fall einen Revanchekrieg Frankreichs und wollte daher Elsaß-Lothringen annektieren, um dem Deutschen Reich einen Vorteil und Frankreich einen "Start-Nachteil" in diesem Folgekrieg zu verpassen. Inwieweit dies mit der Historikerdebatte der 1960er zu tun hat, kann ich jedoch nicht sagen.
     
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  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Meines Wissenstandes nach, hat Bismarck, nach der einsetzenden Kampagne für die Annektion, letzten Endes nichts dagegen gehabt. Zu einem akzeptierte er die Argumente der Militärs und konnte die annektionsfreudige Öffentlichkeit außenpolitisch instrumentalisieren.
    Mir ist nicht bekannt, das Bismarck schon vor den ersten Erfolgen in Wörth, Spichern usw. die Presse entsprechend benutzt hätte, um die Annektion lautstark zu fordern.
     
    andreassolar und Ugh Valencia gefällt das.

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