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Also mir ist natürlich auch klar, dass man auf fast alles eine Ideologie stulpen kann. Meist wird dies dadurch erleichtert, dass in fast allem auch eine Ideologie steckt. Ich denke niemand wird mir widersprechen, wenn ich sage es gab eine Ideologie bei den Spartanern. Diese Ideologie (des Krieges, des Rassismus und der Menschaussortierung) nimmt der Film auf (natürlich nicht 1:1) und verherrlicht sie. Dies kritisiere ich. Weiterhin ist es glaub ich nicht schwierig den Bogen zu Irak spannen. Ich hab auf deinen Thread hin nachgeforscht und folgendes gefunden:
- epd Film 4/2007 S. 41: „Die Schlacht bei den Thermopylen […] als bildgewaltiger, blutgesättigter Comic, dessen politische Parallelen in der Gegenwart ambivalent bleiben.“
- film-dienst: „Einem Comic nachempfundenes Historiengemetzel, das sich in der Präsentation von Muskeln, Waffen und Blut gefällt und in seiner unreflektierten Haltung gegenüber faschistoidem Gedankengut leicht als Propagandafilm verstanden werden kann.“
Deike Stagge von „Filmstarts“ glaubt, dass „das an faschistische Propaganda erinnernde
Blut und Ehre-Gerede“ bei einigen Kritiken auf Widerstand stoßen wird. Der Film mache daraus aber „völlig überzogenen Heldentrash im Comicstil, der von seinem Schauwert gut leben kann.“
Nun möchte ich noch genauer auf deine Hinweise eingehen:
- die Aussage, dass Epilates nur der Sohn eines Ausgestoßenen ist, bestätigt nur mehr den Rassismus Punkt
- die Ablehnung macht schon Sinn, also dass er nicht fähig ist in der Phalanx zu kämpfen, da hast du Recht. Mir stieß ja nur die Art der Ablehnung auf. "Du kannst NICHTS machen, nur die Toten zählen". Ich muss allerdings zugeben, dass dieser meiner Argumentationspunkte allein genommen nicht wirklich überzeugen kann. Da hast du gut aufgepasst

-ich freue mich ja wenn du denkst, dass Leonidas negativ porträtiert ist, allerdings hinterfragst du ihn dann mit deiner eigenen Ideologie. Der Film an sich belohnt ihn stets in seinem Tun. Seine Entscheidung den Boten ohne Grund zu töten, sein auf die eigene Achse Unternehmung mit den 300, seine Ablehnung gegebüber Ephialtes, seine Ablehnung gegebüber Xerxes Angebote bleiben ohne filmischen Kommentar. Der Film stellt all seine Handlungen als richtig und gut dar und im Ende wird er mit Ruhm und der Vertreibung der Perser durch die Übermenschen belohnt (das was er immer wollte). Ich hoffe du siehst nun was ich meinte. Übrigens die Frage Unterwerfung oder Tod ist eine sehr interessante, die der Film leider nicht halb so gut stellt wie du. Ich geb dir Recht insofern, dass dies vielleicht nicht die beste Entscheidung ist aber dem Tod vielleicht doch vorzuziehen.