300 - Frank Miller

Mit Verlaub, möchte ich hier ein Stük von Tib. Gabinius Beitrag (zum Film: King Arthur) zitieren/hineibringen, der zum Thema ganz gut passt...
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Die Thermopylen waren militärisch gesehen ein sinnloser Blödsinn. Die Idee dahinter war es ja, zeitgleich auch die persische Flotte an der Küste aufzuhalten und in eine Seeschlacht zu verwickeln. Dann hätte eine Schlacht dort Sinn gemacht. Da die griechische Flotte abzog, zog dann auch das griechische Heer zum Großteil ab, 300 Spartaner und über 1000 andere Griechen deren Einsatz hier irgendwie immer untergeht blieben dann dort, was militärisch ein Schwachsinn war.

Weder waren die persischen Verluste so hoch wie die Griechen dann behauptet haben noch haben die 1300 die Perser lange aufgehalten. Wer schon mal dort war weiß, dass man mit 1300 Mann dieses Gelände nicht sperren kann, da ist noch nicht mal ein langwieriger Umweg durch die Berge notwendig.

Wer die Kampfkraft des persischen Landheeres bei viel geringerer numerischer Stärke mal einschätzen will, der soll die Schlacht von Platäa anschauen. Die Perser sind abgezogen weil ihre Flotte vernichtet wurde, ohne Flotte aber konnten sie ihre Truppen nicht mehr versorgen, die Niederlage war also eine reine Frage der Logistik. Griechenland gab für eine derart große persische Armee nicht genug an Lebensmitteln her.
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JAJA-ich weiß, es ist ja eine Comicverfilmung...

Von wegen das Gelände lies sich nicht sperren. Aus Wikipedia:

Die Thermopylen, der antike Engpass im Kallidromos-Gebirge, waren von hoher strategischer Bedeutung. In der Antike maß der durchschnittlich 15 Meter breite Pass an den beiden engsten Stellen nur wenige Meter. Dieser hat sich jedoch bis heute infolge von Versandung auf mehrere Kilometer ausgedehnt.
 
@Pope
Ein Film so ganz ohne "Message" ... :grübel: Und wenn man nach einer sucht, findet man nur martialischen Pathos.

Ein schwieriger Film, wie ich sehe. Ich bin unentschlossen, ob ich ihn sehen werde.

Da fand ich Spiderman ziemlich gelungen. Bin sonst von diesen Superheldenfilm ziemlich gelangweilt worden, aber der erste Spiderman hatte irgendwie einen philosophischen Unterton, der mir gefiel.

Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als eine Münze zu werfen.
Dann hoffe ich für dich, dass die Münze auf der richtigen Seite liegen bleibt ;)
Mir hat der Film sehr gut gefallen... allerdings ging ich nicht mit der Erwartung in den Film historische Neuigkeiten uber diese Schlacht zu erfahren. Letztendlich schreibt immer der Sieger die Geschichte und somit ist es für alle unmöglich nachzuvollziehen was damals wirklich geschah.
Der Meinung dieser Film würde keine "Message" enthalten, kann ich mich nicht anschliessen. Du wirst dir diesen Film wohl selbst anschauen müssen um diese für dich zu erkennen?
Das Geld ist der Film allemahl wert... gerade wenn dir schon Spiderman zusagte ;)
Auch von mir ein schönes Osterfest an alle
 
Ich weiß jetzt nicht ob das schon erwähnt wurde, aber ich würde empfehlen den Film in englisch kucken zu gehen, falls die Möglichkeit besteht. Die deutsche Synchro aus dem Fernsehtrailer hat mich schon vergrault und mir die Lust genommen den im deutschen Kino zu sehen.
(Zum Glück gibts in Ffm auchn Kino das die Filme im Original bringt!)
 
Ich fand die Synchro eigentlich ganz in Ordnung. Nur eben die von Xerxes erinnerte mehr an einen Michael Jackson der versucht deutsch zu sprechen.
 
Es ist schon interessant zu sehen, wie ein Film in verschiedenen Ländern komplett anders in der jeweiligen Medienlandschaft wahrgenomen wird.

In Frankreich wird der Film in so ziemlich allen Zeitungen, Fernsehberichten und webseiten als absolutes künstlerisches Meisterwerk angesehen und zwar in dem ausmaß wie dort Woody Allen oder Scorsese vergöttert wird.

Niemand nimmt den Film dort halb so ernst wie in Deutschland.

Und das obwohl Franzosen mit am meisten Amis nicht leiden können.

Ich habe das Gefühl, in deutschen Medien und als Deutscher überhaupt, zerbricht man sich den Kopf darüber, ob man so etwas gucken darf ohne sich beim seriösen DEUTSCHEN VOLK lächerlich zu machen.

- Das kann man doch nicht mögen, das geht nicht! Wir haben Goethe, Schiller, Mercedes, die Deutsche Bank, Günter Grass, E und U-Musik wir sind seriös, Seriosität ist gefragt und wir dürfen uns nur im Karneval oder bei der WM austoben.

- Das wäre ja noch schöner! Eine Comic verfilmung. Comics sind doch für Kinder. Moment mal! Wenn Kinder sowas lesen, dann laufen die ja sofort Amok, also sofort verbieten!

Warum wollt ihr immer so übertrieben Moralisch sauber sein. Bleibt doch mal locker.

Leider haben alle Länder die ich kenne ne Macke, aber nie diesselbe.

Ich habe übrigens auch den Comic gelesen. Frank Miller hat aus dem Stoff ein Mythos mit genial lakonischen Dialogen geschaffen. Und bringt die Mentalität der Spartaner so rüber wie ich sie mir immer vorgestellt habe.

Ansonsten ist die verfilmung pure Auflehnung, Rock, Punk, Revolution, Blut, Schweiß, Pogo, The Stooges, Turbonegro, Iron Maiden, AC/DC, The Who.
Ein Film für Jungs die dreckig vom Bolzplatz kommen. Das braucht man ab und zu. Das sind die Spartaner! Ausgestorben ,aber in jedem von uns steckt einer drin.
 
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Der Krüppel den Leonidas ablehnt wird zum Verräter und es wird nicht deutlich gemacht, dass Leonidas die verhindern hätte können durch seine Akzeptanz, sondern es ist eher so ein der ist hässlich also ist der eh böse.

Hast du den Film auch wirklich gesehen? ... Leonidas lehnte ihn nicht deswegen ab, weil er Missgebildet war sondern weil er seinen Spartianen-Schild nicht heben konnte - Und die Schilde der Spartaner sind das Um- und auf der Phallanx. Diese Kampfformation machte den Kampfstil der Spartaner überhaupt erst aus und jede Lücke in der Phallanx führt unweigerlich dazu, das sie zerbricht - Damit wären die Spartaner im Kampf ständig einem Risiko ausgesetzt gewesen. Und das hat ihm Leonidas auch erklärt - Er meinte auch das eben nicht jeder zum Krieger geboren ist, womit er ja recht hatte - obwohl Leonidas vorher die Hiebkraft von Ephialtes lobte.

Ich sehe in dem Film überhaupt keine Diskriminierung oder einen Politischen Subtext ... den kann man nur mutwillig hineininterpretieren.

Wer auf einen Film steht der zwar auf Historischen Begebenheiten beruht - diese jedoch in eine Mischung aus Action- und Comic-Verfilmung gepackt sind, der sollte ihn sich ansehen .. Unterhaltend ist er allemal und darüber hinaus noch Optisches Feuerwerk an Farbe und Cineastik, von der Schwertkampf-Choreographie ganz zu schweigen.
 
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Ich komme gerade frisch vom Film und muss sagen, dass es keine verschwendete Zeit war (verschwendetes Geld war's sowieso nicht, weil eingeladen war;-).
Hat mir ganz viele Inspirationen und Ideen gegeben, schon deswegen hat sich's gelohnt. Das erstklassige Gemetzel und die brutalste Großabschlachterei waren's genauso Wert.
ABER: Unbedinngt Hirn abschalten und nur genießen. Ausser tollen Effekten und Kamerapossitionen ( und ab und zu Inspirationen, dazu brauch ich aber 'kein Hirn') war da (zumindest für mich ) nichts mehr.
Rassistischen Unterton, oder sonst noch etwas dergleichen konnte ich nur allzu schwer bemerken; ausserdem wäre es Unsinn zu sagen(wenn man ein Rassist wäre): 'Das ist White Power', denn die Griechen waren/sind da alles andere als Hellhäutig...:winke:
Ich hatte eigentlich nicht viel erwartet, und bin jetzt positiv überrascht, denn das mit der 'Motivation' für die nächste Schlacht, die die Griechen in Wirklichkeit durch den (verlorenen)Kampf ja gewannen, haben sie m.E.n. ganz gut herübergebracht.

Ach ja, noch was: Was ich ziemlich Sc***ße! fand war, dass sie als die böse Bestie wiedermal einen Monsterwolf dahergekommen sind:motz: !!!
Sonst war's cool.
 
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Ich war noch nicht drin, werde aber wohl noch ins Kino gehen. Ich denke, wie bei King Arthur, Troia, Gladiator oder anderen Filmen wird der historisch vorgebildete Mensch über manches heftig weinen, da die Realität - sagen wir - heftig gebeugt wird. Aber diese Filme sind keine Dokus sondern Action. Von daher gilt: Nur nicht darüber nachdenken!
Interessant finde ich die Meldung aus dem Iran. Diesen scheint ein tuntiger Xerxes als westliche Diffamierung. Ich denke wer um die Homophilie der Spartiaten, generell der Griechen weiß, dem kommt solch eine Darstellung komisch vor. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum die strenggläubigen Iraner sich so hinter einen heidnischen Gottkönig stellen? Aber egal. Nur nicht darüber nachdenken!
 
Es war eher als Aufzählung gedacht. In Massada haben übrigens Vater, Onkel und ältester Bruder den Eid ablegt.
Mir ging es auch primär darum, dass "Massada" die Verfilmung eines historischen Ereignisses aus dem Jüdischen Krieg ist, welches historisch verbürgt ist, während das andere Sagenverfilmungen mit nur historischen Entlehnungen wären. Bei "Alamo" kommt es auch auf die Verfilmung an und das Ereignis ist historisch auch verbürgt, auch wenn die Figuren in der alten Hollywood-Adaption mit John Wayne und Richard Widmark überzeichnet sind und die übliche Schwarz-Weiß-Malerei verwendet wurde.
 
kriegselefanten

mal ganz abgesehen vom propaganda-thema:

hat jemand zufällig ein passendes zitat zur hand, aus dem hervorgeht, wann tatsächlich erstmals die griechen mit (persischen) kriegselefanten in kontakt kamen. alexander - oder doch schon früher mal?
:grübel:danke schon mal
 
Interessant finde ich die Meldung aus dem Iran. Diesen scheint ein tuntiger Xerxes als westliche Diffamierung.
Ich finde es interessant, wenn sich andere Länder, oder Bevölkerungsgruppen beschweren, wenn "sie" scheinbar diffamiert oder ins schlechte Licht durch Hollywood-Produktionen gerückt werden.
Z.b. auch der Aufschrei der Asia-Amerikaner, oder wie die sich schimpfen, bei dem Film von Michael Cimono: Das Jahr des Drachen mit Mickey Rourke. Oder der Aufschrei der Griechen bei Alexander (?), usw.
Interessant deshalb, weil Filme aus deren Ländern, oder deren Bevölkerungsteilen mitnichten sooo "polistisch korrekte" Stoffe beinhalten. Die sind nämlich oft nicht so zimperlich, mit Vorurteilen und Klischees ungeniert ihre Filme zu füllen, ohne dass sich jemand hier daran stört, eben weil wir sie nicht kennen.
Interessant sind auch Klamotten und Ulkshows in Deutschland, die gerne mal einen Japaner oder Chinesen mit Klischees darstellen, dass sich die Balken biegen, oder sie stark "verar s c h en". Stellen wir uns doch einfach mal diese Comedyshows und Witze und Sketche statt mit Chinesen und Japaner einmal stattdessen mit Juden vor. Ob man dann auch so unverblümt lachen könnte, wage ich zu bezweifeln.

Also immer an die eigene Nase fassen, täte allen sicher gut.

Soviel zu meinem kurzen Offtopiccomment. ;)
 
Also, ich habe den Film gesehen und war begeistert, er skizziert historischen Begebenheiten und ich sage absichtlich skizziert, weil sie keinesfalls exakt wiedergegeben werden und verwandelt ein Comic in einen bildgewaltigen Leinwandfilm, mit mitunter interessanten Charakteren und der klassischen "Frank Miller-Optik", die aus SinCity bekannt sein dürfte. Miller hatte nie die Absicht unter die Historiker zu gehen, er hat sich dadurch einfach inspirieren lassen.
Und wenn man Kritik üben möchte an der faschistoiden Einstellung der Spartaner, so kann man doch davon ausgehen, dass gerade dieser Teil nicht Frank Millers Phantasie entsprungen ist, um sie in den Dienst seiner Propaganda zu stellen, die er natürlich in den Dienst der U.S. Regierung gestellt hat, damit sie ihren Krieg im Jahre 2003 auch effektiv durchführen könne, 300 wurde übrigens 1998 von Miller herausgebracht. das nur so nebenbei.
Ob der Film gewaltverherrlichend ist kann ich nicht beurteilen, dafür bin ich wahrscheinlich schon zu abgestumpft, da es mir relativ egal ist, ob in einem Film viel Blut fließt oder nicht, es kommt immer darauf an, wie etwas in Szene gesetzt wird.
Um noch einmal auf die Rassenideologien, die ja durchaus in dem Film propagiert werden, zurückzukommen, so muss man doch während des schauens bemerkt haben, das diese Dinge in einer Art und Weise angesprochen werden, das sie keines Falls als richtig dargestellt werden, sondern nur als Bestandteil der spartanischen Gesellschaft, dennoch mit keinerlei Wertung versehen.
Das soll natürlich keine Lobeshymne auf den Film werden, so habe ich die Verdrehung der Fakten nach Herodot doch sehr zu bemängeln.
Demnach waren es nämlich mehr als 4.200 griechische Krieger, die an den Thermopylen kämpften und das waren nicht nur Spartiaten und Arkadier, wie in dem Film dargestellt uvm.
Und noch ein kleiner philospischer Aspekt auf den mich der Film gebracht hat, den warum dürfen nicht auch Menschen, die einer Gesellschaft angehören, welche durchaus moralisch fragwürdige Sitten und Bräuche hat, die moralisch anerkannteren Werte anderer verteidigen?
Naja, hier meine Meinung zum Film:
Auch wenn der etwas herbe Humor und die übertriebenen Gewaltdarstellungen sicher nicht jedermans Geschmack trifft, so dürfte sich jedoch der Weg ins Kino für Miller-Fans auf jeden Fall lohnen und andere die Actionkino mögen dürften sich wohl auch nicht beschweren.
 
Ich habe auch den Film gesehen und muss sagen, rein technisch super animiert und vor allem die Szenen, wo die Spartaner die Welle der Perser zurückschlagen.
Jedoch werde und bleibe ich Perser und mich verletzte der Film. Egal ob es nun ein Comic-verfilmung war oder sich nur historisch zurückbeziehen soll. Perser wurden als Monster gezeigt, der König hatte einen leichten "schwulen" tatsch, und die Musikanten in den Orgien waren Ziegen....
Viele Iraner meinen, dass dies nun der moralische Kampf gegen Iran ist. Und ganz ehrlich habe ich keine Lust mehr wie Perser, Araber, oder Moslems in Filmen dargestellt werden, ausser einigen Ausnahmen wie "Königreich vom Himmel" oder die Folgen von Welt der Wunder. Der Westen hält immer weiter auf Konfrontationskurs und die Kriege in Afghanistan und Irak verstärken dies. Ihr könnt das ja nicht verstehen, wenn ihr den Film im Kino sieht. Aber als ein Iraner muss man den Kopf schütteln und versteht es nicht warum keiner versucht Okzident und Orient sich einander näher zu bringen als zu verfeindlichen. Stellt euch vor es kommt eine "Comic-Verfilmung" über den 2 Weltkrieg, wo die glorreichen Amerikaner ohne Rüstung gegen monsterähnliche Deutsche kämpfen und im Film wird Deutschland als "Nest des Bösen" genannt. Wie würdet ihr euch fühlen? Ich will nicht herumheulen, doch sollte man versuchen, wie schon gesagt, den Westen und Osten näher zu bringen.
Gruß Darius
 
Es ist eben die Frage, wie nötig so eine Verfilmung ist. Begrenzt auf das Genre des Comics, diese flachen Ideologien und durchaus kränkenden Darstellungen der Perser, den Groll eines Iraners über dergleichen kann ich nachvollviehen, ist dies nicht so schlimm. Durch das Kino gewinnt sowas allerdings an Breitenwirkung und das ist halt das Bedenkliche und auch Unnötige.
Schließlich ist es eben doch so, dass die Handlung mit einem äußerst konkreten historischen Ereignis verbunden ist. Sonst würde der Film sicherlich auch nicht dieseble Beachtung in einem Forum wie diesem finden und als Actionfilm abgewinkt werden. Aber nicht nur sind Ort, Schlacht als solche historisch verbürgt, sondern auch die Personen greifbar.

Über eine klischeebelastete Darstellung unter der Gürtellinie zur europäischen Geschichte, wären viele Europäer ja auch erbost. Das sollte man nicht vergessen.:pharao:
 
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