300 - Frank Miller

Also willst du mir damit sagen, dass es vor der NSDAP keinen Rassismus gab oder dass der Rassismus vor der NSDAP nicht schlecht war.
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Ich habe "NSDAP" als eine Art Richtpunkt von dem antiken Sparta und dem aufkommenden Rassismus des 19. und 20. Jahrhundert verwendet. Um deutlich zu machen, dass ich im antiken spartanischen Staat, dessen Gesellschaft und das was Plutarch oder Herodot von ihm überliefern kaum Verbindungen zu heutigem rassistischen Gedankengut erkenne .
Schon gar nicht bei Aussagen wie "Nur Spartanerinnen können echte Männer gebären!". Solche Sprüche gibt es heute noch zu Hauf (aus Brasilien kommen die besten Fußballer, aus Sachsen die schönsten Frauen, usw.).
Jago schrieb:
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"300" zeigt für dich vielleicht lediglich die spartanische Wirklichkeit, aber darf er dies in einem Film so unreflektiert (Spartaner = Helden, Perser = Böse)? Ein Nazi Film dürfte es nicht (Nazis = Helden, Polen = Böse)? Die alten Cowboyfilme haben es gemacht, (Cowboys = Helden, Indianer = Böse). Aber war das richtig. Auch diese Filme wurden aufgrund ihrer White-Power Aussage kritisiert.
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Der Vergleich hinkt. Warum sollten die Spartaner nicht die "Helden" der (Film)geschichte sein? Schließlich tretten sie als Verteidiger des eigenen Landes gegen Aggresoren auf. Was man dem Nazi-Deutschland sicher nicht zuschreiben kann. Und deshalb würde man auch nie einen solchen Film der versucht das Gegenteil zu behaupten positiv aufnehmen.

Jago schrieb:
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Also deinen zweiten Kommentar hoff ich richtig zu interpretieren. Also du sagst, der Vergleich hinkt, da die Perser die Invasoren waren, wie die USA jetzt. Damit hast du zwar zum Teil recht, übersiehst allerdings einige wichtige Punkte. Sparta repräsentiert den Westen und die Perser repräsentieren den Osten (darüber dürften wir uns einig sein). Zwar sind die Afghanen, Iraker und Iraner nicht die Invasoren, aber sie werden aus Sicht der USA sicherlich als Aggressoren gesehen, die den ersten Stein geworfen haben. Der Film soll sagen die Spartaner haben ihre Freiheit verteidigt genauso wie die USA dies jetzt für den Westen macht. Daher kommt die USA = Sparta sogar noch besser im Film weg, da dort sogar auf eigenem Land gekämpft = verteidigt wird.
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Du hast sie richtig interpretiert.
Allerdings ist das alles überhaupt eine Interpretationssache . Die die in dem Film (Comic) Bezüge zur aktuellen Weltpolitik sehen wollen werden diese auch sehen, da man sich diese Bezüge eben bedarfsgerecht zurechtbiegen kann (Islam=Aggressor - USA=Verteidiger oder andersrum).
Genau solche Bezüge könnte man auf "Alexander" oder "Troja" und andere "Historienfilme" aufstellen.

Jago schrieb:
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Überdies kannman, wenn man nun unbedingt will, die islamische Welt als Invasor der Freiheit sehen. Was meinst du dazu?
Kann man, wenn man solcher Überzeugung ist. Kann man nicht wenn man meint das es propagandistischer Blödsinn ist.
Ich hab "300" noch nicht gesehen, jedoch bezweifle ich, dass in diesem Film eine solche Aussage vorkommt.
 
Hi Leute, (bei mir kein Spoiler!)

war grad in der Preview von 300. Wenn, dann unbedingt im Kino anschauen. Auf'm TV sind die Schauwerte, von denen es viele gibt, zu klein. Kaum erkennbare Schlachtentotalen, es sei denn, ihr habt nen Beamer und sitzt einen Meter davor... ;)

Ein großer Sehspass.

Ich habe mir nicht alle Vorposter angeschaut, aber ich sehe schon wieder, wie die Augenbrauen bei einigen sich zusammenziehen, wie versucht wird zu interpretieren, wie nach historischen Bezügen gesucht wird, oder nicht nicht vorhandenen Bezügen...

Ich verstehe auch, dass es viele gibt, die sich ihr historisches Wissen aus solchen Filmen holen, und hämisch in anderen Foren schreiben, lass uns doch genau wie im Film die Perser, heute die Iraner "plattmachen" mit ihrer drohenden Atombombe... usw.

Es ermüdet mich allmählich.

Zu einem ernsthaften intellektuellen Diskurs zu Der Pianist oder Himmel über Berlin? Gerne. Aber doch nicht zu so einem Comicstrip?

Ich kann doch nichts dafür, wenn die Leute so dämlich sind, und solche Filme für Geschichtsunterricht halten?
Davon lasse ich mir nicht meinen Spass nehmen.

Denn dieser Film ist ein großer Spass, eine Comicverfilmung, ein Fantasyfilm. Kein historischer Film. Hat so viel mit Geschichte zu tun, wie die Karl May Verfilmungen mit seinen Büchern. Fast nichts.
Nicht eine Sekunde, habe ich den Blödsinn, den die Dialoge durchaus beinhalten, für Ernst genommen. Nicht eine Sekunde habe ich an die Auslese der Babys verschwendet. Und so weiter.

Nein, es war reinstes Popcornkino mit neuen ästhetischen Eindrücken, die noch lange nachwirken.

Es war, als wenn ich Spartan: Total Warrior auf der XBOX spielen würde. Da denke ich auch nicht dauernd über die Logik oder die Historie oder Feindbilder, oder Parallelen zur aktuellen Politik nach.
Und bevor mir einer Nachsagt, ich sei oberflächlich, dem kann ich nur sagen, dass ich mich sehr wohl intellektuell mit dem Medium Film auseinandersetzen kann, spätestens seit den Seminaren bei Hark Bohm und K. Hickethier. (siehe auch einen anderen Thread)

Aber ich kann eben mich auch zurücknehmen, meine Großhirnrinde drosseln, und meine Emotionen öffnen, und heraus kommt oft ein eher physisches Erlebnis Film, denn ein intellektueller Genuß, ein Jahrmarktserlebnis, ein Popcorn-Action-Abenteuer, eine Achterbahnfahrt... (Ach, ich freu mich schon auf Spiderman 3.... ;))

Und das solltet ihr bei dem Film auch tun, zurücklehnen und genießen:
- Kampfballett vom Feinsten
, ganz in der Tradition von Sam Peckinpah bis John Woo und den Wachowskis. Slowmotion, Shutterspeed und Zeitraffer in einer Einstellung. Meisterhaft. Dazu intelligente "Moves", die ich so noch nie sah.
- ganz ausgezeichnete Bildästhetik, im wahrsten Sinne des Wortes, geradezu Gemälde von Einstellungen, John Ford'sche Kompositionen, ein etwas anderer Comicstil, wie in SinCity. So sehen computergenerierte Filme sicher in einigen Jahren aus. Wow, ich kann mich daran gar nicht sattsehen, so viele Einstellungen sehen aus, als kämen sie geradewegs aus devianart.com. Z.B. das Orakel, Marboro Wides Werbung meets Nippelgate... ;)
- treibende Musik, die die völlige Überzeichnung und Überdrehtheit noch auf die Spitze treibt, mit Rammstein-ähnlicher Superduper Machomusik, BAMM-BAMM! So steht es in Comics, so wird hier nicht gescheut, diese großen Lettern in das Medium Film zu übertragen. Packend.
- Es wird geklotzt und nicht gekleckert. Es fließt Blut, aber nicht so viel wie in Kill Bill rausspritzt. Das Szenenbild und die Artdirection bietet allerlei schöne Kulissen, schöne Requisiten, ohne allzu real zu sein. Man bleibt immer in einer Traumwelt, fern vom jetzt... wenn man denn abschalten kann.

- das kann nur Kino: Bigger than life! Das ist dieser Film...

* Wer in Computerspielen metzelt, ohne dabei zu "philosophieren" wird in diesem Popcornfilm seinen Spass haben.
* Wer sich in Filmen jung fühlen kann, zurückversetzt in Zeiten des Cowboy-/Ritter-/Räuber und Gendarmen-Spielens, der wird auf seine Kosten kommen.
* Wer Starship Troopers mochte, wird diesen Film auch mögen.

* Wer Filme immer ernst nimmt, der sollte einen Bogen machen.

9 von 10 Punkten.


Ciao und gute N8.
 
Zuletzt bearbeitet:
@lynxxx

Hab mich gerade nach dem lesen deines Erfahrungsberichtes spontan entschlossen gleich morgen (ähhh...heute) ins Kino zu gehen. Kann's nun nicht mehr bis zur Nachosternzeit aushalten.
 
Hey Lynxxx

War auch gestern in der Preview und war doch hinreichend begeistert. Also wenn man den ganzen Unfug bezüglich Historie mal rauslässt war es ein sehr guter Film, der sein geld in jedem Fall wert war. (Auch wenn die Tuntige Art von Xerxes und die ewige Kornfeldszene [die an Gladiator erinnert] schon seltsam waren *g*)

Was mich super mitgerissen hat war die musikalische untermalung der Kampfszenerien und auch sehr schön war der Sarkasmus den Leonidas Xerxes in der "Audienzszene" gegenüber auffährt. Ich erinnere nur an: "Oh nein knien geht schlecht. Von dem Kämpfen gegen deine Männer habe ich ein Krampf im Oberschenkel" oder "Da hätte ich auch unsere Frauen schicken können."

*fg*
Und dann gabs da noch die Szenerien, die tragisch waren und diesen typischen Schütteleffekt hervorbrachten, der einem mit einem "Ach du scheiße" eiskalt den rücken hinunterlief.

Und nochmal was zum Rassismus: Also nen bissl rassisitisch war der schon. So Sätze wie "Geh weg du widerlicher Mensch du bist nicht "rein"" (nicht wörtlich) ließen dann doch kurzzeitig aufblicken und nach einem "Hä?" verlangen. Die Monströsitäten des Königs Xerxes waren natürlich Fantasytechnisch episch aufgewertet, was zu diesem epischen Film eindeutig dazugehörte.

Auch wenn er an einigen stellen zu episch war, war er doch ein sehr, sehr feiner Film. ^^

Und aus irgendwelchen mir nicht erfindlichen Gründen hatte er eine FSK von 16 oO?
 
Danke, für das Danke... ;)
Ich fände es gut, wenn man immer ähnliche Filme erwähnt, damit jeder selber einen ungefähren Eindruck hat, was ihn so in etwa erwarten könnte. Besonders bei kontroversen Filmen, wie dieser Oper der Gewalt.

EDIT: Nochwas: Wenn man was zum Inhalt oder Dialoge hierein schreibt, kann man ja vor seinem Post eine "Spoiler-Warnung" aussprechen?

Ach, und nochwas:
Ich finde es bei solchen Filmen immer hilfreich, vorher so wenig Trailer oder Kritiken oder Infos, wie möglich zu lesen oder zu sehen.
Filme wie 300, Apocalypto, Pan's Labyrinth, der neue James Bond, Babel, Blood Diamond, usw. habe ich ganz jungfräulich gesehen, ich wusste nur, dass die Filme mich interessierten, und wohl nicht soooo grottig sein würden. Das ist eine tolle Erfahrung, und man ist manchmal "bass" erstaunt, was die Kritiker schreiben. (Leider habe ich ein einziges Mal einen James Bond Trailer gesehen, und damit war dann die ganze Spannung bei der Auto-Überschlagsszene dahin...)

Bei Filmen wie Volver und Little Miss Sunshine lese ich hingegen gerne Kritiken, um genauer zu schauen, ob sich ein Kinobesuch lohnt, oder ich mir sie lieber auf DVD anschaue.

Joinville, ich hoffe, du hast ein wenig Spaß dabei... :)

Gute Nacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es bei solchen Filmen immer hilfreich, vorher so wenig Trailer oder Kritiken oder Infos, wie möglich zu lesen oder zu sehen.
Filme wie 300, Apocalypto, Pan's Labyrinth, der neue James Bond, Babel, Blood Diamond, usw. habe ich ganz jungfräulich gesehen, ich wusste nur, dass die Filme mich interessierten, und wohl nicht soooo grottig sein würden. Das ist eine tolle Erfahrung, und man ist manchmal "bass" erstaunt, was die Kritiker schreiben. (Leider habe ich ein einziges Mal einen James Bond Trailer gesehen, und damit war dann die ganze Spannung bei der Auto-Überschlagsszene dahin...)
Also ich bin mitunter recht dankbar, vorher durch Trailer "gewarnt" zu werden ... es hat schon so viele Filme gegeben, die ich eigentlich interessant fand - bis ich den Trailer sah.
 
Vermutlich wird dein Freund es als erster bereuen, dass er dich mitnahm, wenn du dich nach der xten Ungenauigkeit nicht mehr halten kannst und ihm beständig Korrekturen zuflüsterst. Ich überlege auch schon, welchen meiner Kumpels ich meine Gesellschaft in diesem Film zumuten kann.

Hmm... glaube eher, dann bin ich eh schon so dicht, dass ich an dem Film alles ganz doll finde.

Mal schauen... wie ich immer sage: mach dir keine Hoffnung, so kannst du auch nicht enttäusch werden (wenn - dann nur positiv überrascht;-)
 
Ich denke auch nicht, dass irgendjemand der ein bischen Hirn hat, den Film ernst nimmt. Allerdings gibt es eben sehr viele Menschen, die nicht ein bischen Hirn haben und die den Film und seine Ideologie ernst nehmen. Ich persönlich würde auch lieber über den Pianisten oder über Himmel über Berlin sprechen, aber solche Filme erreichen eben nicht das Massenpublikum ohne Hirn, sondern nur diejenigen, die auch hinter 300 blicken und dessen Rassismus oder faschistischen Ideen entlarven und nicht ernst nehmen (ist ja nur ein Film, Comic). Ein unbedarfter oder gar schon angehauchter Rechtsradikaler wird hingegen den Film gerne zu seiner DVD-Sammlung stellen und stolz sagen: "Das ist White Power".
 
Achtung, Spoiler-Warnung!!!

...
Joinville, ich hoffe, du hast ein wenig Spaß dabei... :)

Ein wenig!?!

Der war ja der Oberhammer! Ich weiß gar nicht wan ich das letzte mal im Kino einen Film gesehen hab der meine Erwartungen erfüllt hatte."Eragon" war's bestimmt nicht.
Allein schon das Visuelle war atemberaubent. Zeitweiße hatte ich den Eindruck vor einem Gemälde in Öl zu sitzen dessen Darstellungen sich bewegen. Besonders die Szene in Xerxes Zelt oder die auf dem Kornfeld. Und die Kämpfe erst. Vom ersten Aufeinandertreffen bis zum letzten Hieb war alles perfekt in Szene gesetzt.
Besonders postitiv fand ich den Helden des Filmes, Leonidas. Abgesandte umbringen, einen Gottkönig respektlos behandeln, verlockende Angebote ausschlagen und das gegnerische Heer beleidigen, solch einen Typen folgt man gerne in die letzte Schlacht. Viel eher als winselnden Weichspülern wie Balian oder Spiderman. Da verzeihe ich gerne das Ehre und Freiheit Gerede, dass übrigens nicht mehr wie in "Gladiator" oder "Braveheart" vorkam.
Denn Film fand auch nicht sonderlich blutig, weshalb er wohl schon ab 16 freigegeben wurde. Ich denke das es, wie mit dem Recut von "Sin City", eine entsprechende Uncut-Version für die DVD geben wird.

Allerdings sind mir auch einige Sachen unangenehm aufgefallen:
-Der komplete Handlungsstrang um Königin Gorgo, die in ihren Bettlackenkostümen eine richtige Augenweide war, war irgendwie sinnlos. Ihr Handeln diesem Politiker gegenüber fand ich recht unlogisch. Da hätte man sicher mehr draus machen können.
-Die Erzählungen des Dilios gingen mir mit der Zeit auf die Nerven.
-Die Synkronstimme von Xerxes war einfach lächerlich. Zum Glück hatte der nur zwei größere Sprechszenen.
-unfreiwillige Komik wie: "Nehmt euer letztes Mahl! Das Nächste werdet ihr in der Hölle (!?!) nehmen."

8 von 10 abgehackten Köpfen
 
aus dem Grund, schaut man Filme auch soweit es möglich ist in der Orginalfassung joinville :p

Mir sind auch noch ein paar Sachen eingefallen die nicht hätten sein müssen.
Die Ephorendarstellungen fand ich wie den Gorgostrang auch etwas unnötig, aber ich habe heute ein Interview mit Zack Snyder gelesen in dem er meinte er will einfach Sex, Blut, Kampf, Intrigen im Kino sehen bzw zeigen, das würde für mich den Gorgostrang und co erklären :p
 
aus dem Grund, schaut man Filme auch soweit es möglich ist in der Orginalfassung joinville :p

Was heißt hier Originalfassung? Laufen etwa zwei Versionen von "300" in den Kino's?

Sheik schrieb:
Die Ephorendarstellungen fand ich wie den Gorgostrang auch etwas unnötig, aber ich habe heute ein Interview mit Zack Snyder gelesen in dem er meinte er will einfach Sex, Blut, Kampf, Intrigen im Kino sehen bzw zeigen, das würde für mich den Gorgostrang und co erklären :p

Mit dem Sex (und Blut und Kampf) hatte ich keine Probleme.:) Fand es sogar gut dargestellt wie ein bärbeissiger Schlagetot wie Leonidas seine Hände auch für...ähhh gefühlvollere Handlungen einsetzen kann. Und natürtlich Gorgo...lecker!
Erst nachdem der König in die Schlacht zog flachte ihre "eigene" Geschichte ab. Mir scheint als ob sie nur eine Alibihandlung war um den Zuschauern ein bisschen Pause zwischen den Kämpfen zu gönnen.

Mir ist übrigens aufgefallen, dass dieser Heerführer von Leonidas vom gleichen Darsteller gespielt wurde der auch den Adjutanten des Achilles in "Troja" mimte.
Dadurch sind mir die von Hektor so bezeichneten Bataillone :confused: der Griechen in den Sinn gekommen, während Leonidas die ganze Zeit von Phalanxen sprach.



Dadurch ist mir aufgefallen, dass in "300"
 
Ein unbedarfter oder gar schon angehauchter Rechtsradikaler wird hingegen den Film gerne zu seiner DVD-Sammlung stellen und stolz sagen: "Das ist White Power".
Ein großes Problem ist doch, dass Rechtsradikale die Welt eh so sehen wie sie wollen. Das macht sie sogar Ironieresistent. Sie überhören es einfach. Sogar die Ärzte hatten lange Zeit rechtsextreme Fans (die sich an deutschen Texten freuten), bis sie das sehr deutliche "Schrei nach Liebe" herausbrachten.

Hat überhaupt schon einmal einer von Euch eine Gewinne an der Kasse einbringende Hollywoodproduktion basierend auf einem Comic gesehen, die irgendwie etwas Realistisches hatte?
Die Asterixcomics?
 
Ich finde den Film gelungen.
Angreifende Elefanten, die an Mammuts erinnern, gerittenes Nashorn (!) Farben die noch nie ein Mensch über Griechenland gesehen hat, Millionen von Angreifern, Pfeilschregen wie Heuschreckenschwärme - fehlt noch die Wagneruntermalung....was soll's !
Für einen Comic ein beachtenswerter Film.
Zudem was weiß man von der Schlacht ? Der Kern wird ja richtig dargestellt und somit den staubigen Geschichtsbüchern ein wenig entrissen.
Im Gegenteil: Der Mythos wird gefördert von den Filmfarben, vom Nashorn u.a., das ist "dichterische Freiheit".
Schön blöd der Persische Unterhändler der verkündet, was denn die Kriegsziele der Perser sind -Sex and Crime- eine bessere Motivation für das anschließende Gemetzel kann es gar nicht geben.
Sparta muß leben - auch wenn wir sterben müssen. Das ist hier schön ins Bild gesetzt. Die 300 haben ihre Nachkommen schon gezeugt - Volksdarvinismus. Auch Rassismus soll es in der Geschichte dann und wann gegeben haben.
Ich würde jedoch der letzte sein, der jetzt mahnend den Finger hebt.
Und "Herr der Ringe " Fans sollten das auch nicht tun.
 
Mit Verlaub, möchte ich hier ein Stük von Tib. Gabinius Beitrag (zum Film: King Arthur) zitieren/hineibringen, der zum Thema ganz gut passt...
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Die Thermopylen waren militärisch gesehen ein sinnloser Blödsinn. Die Idee dahinter war es ja, zeitgleich auch die persische Flotte an der Küste aufzuhalten und in eine Seeschlacht zu verwickeln. Dann hätte eine Schlacht dort Sinn gemacht. Da die griechische Flotte abzog, zog dann auch das griechische Heer zum Großteil ab, 300 Spartaner und über 1000 andere Griechen deren Einsatz hier irgendwie immer untergeht blieben dann dort, was militärisch ein Schwachsinn war.

Weder waren die persischen Verluste so hoch wie die Griechen dann behauptet haben noch haben die 1300 die Perser lange aufgehalten. Wer schon mal dort war weiß, dass man mit 1300 Mann dieses Gelände nicht sperren kann, da ist noch nicht mal ein langwieriger Umweg durch die Berge notwendig.

Wer die Kampfkraft des persischen Landheeres bei viel geringerer numerischer Stärke mal einschätzen will, der soll die Schlacht von Platäa anschauen. Die Perser sind abgezogen weil ihre Flotte vernichtet wurde, ohne Flotte aber konnten sie ihre Truppen nicht mehr versorgen, die Niederlage war also eine reine Frage der Logistik. Griechenland gab für eine derart große persische Armee nicht genug an Lebensmitteln her.
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JAJA-ich weiß, es ist ja eine Comicverfilmung...
 
Servus.

War in diesem Film gerade drinnen und ich kann nur sagen "Schade um das Geld".
Das war glaub ich der stumpfsinnigste und gewaltverherlichende Film, den ich bisher gesehen habe. Dagegen war "King Arthur" reinstes Lehrmaterial.
Wie gesagt, mir war klar, dass der Film keinenen geschichtsbezogen Wert haben wird. Habe mich auf reines Unterhaltungskino eingerichtet, jedoch nicht mal hierfür hat er getaugt. Hätt ich das Geld nur in Bier investiert.
Ich fasse zusammen:

- gewaltverherrlichend
- rassistisch
- Diskriminierung sogenannten "unwerten Lebens", was sich durch den
ganzen Film gezogen hat...
- ja, und auch letztendlich propagandistisch, die ständigen sülzigen Parolen
des Erzählers im Hintergrund...
- etc. ....

BTW, ich weiss gar nicht, wieso generell die Filmemacher, vor allem aus USA, die Spartaner so glorifizieren...
Die sind doch an ihrer eigenen Unflexibilität untergegangen.
Militärischer Drill ist halt nicht alles...

Sodele, dann mal einen schönen Ostersonntag und viel Spass beim Diskutieren

LG

Octavianus, heute nicht am Feiern... :winke:
 
Mit Verlaub, möchte ich hier ein Stük von Tib. Gabinius Beitrag (zum Film: King Arthur) zitieren/hineibringen, der zum Thema ganz gut passt...
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Die Thermopylen waren militärisch gesehen ein sinnloser Blödsinn. Die Idee dahinter war es ja, zeitgleich auch die persische Flotte an der Küste aufzuhalten und in eine Seeschlacht zu verwickeln. Dann hätte eine Schlacht dort Sinn gemacht. Da die griechische Flotte abzog, zog dann auch das griechische Heer zum Großteil ab, 300 Spartaner und über 1000 andere Griechen deren Einsatz hier irgendwie immer untergeht blieben dann dort, was militärisch ein Schwachsinn war.

Weder waren die persischen Verluste so hoch wie die Griechen dann behauptet haben noch haben die 1300 die Perser lange aufgehalten. Wer schon mal dort war weiß, dass man mit 1300 Mann dieses Gelände nicht sperren kann, da ist noch nicht mal ein langwieriger Umweg durch die Berge notwendig.

Wer die Kampfkraft des persischen Landheeres bei viel geringerer numerischer Stärke mal einschätzen will, der soll die Schlacht von Platäa anschauen. Die Perser sind abgezogen weil ihre Flotte vernichtet wurde, ohne Flotte aber konnten sie ihre Truppen nicht mehr versorgen, die Niederlage war also eine reine Frage der Logistik. Griechenland gab für eine derart große persische Armee nicht genug an Lebensmitteln her.
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JAJA-ich weiß, es ist ja eine Comicverfilmung...


Achtung: hat mit der Filmbesprechung gar nichts zu tun !

Ja, Dreihundert gegen Hunderttausende ist Blödsinn. Ich glaube, daß das der Stoff war (ist) aus dem ein Volk einen Teil seiner Kraft bezieht.
Alamo, Excalibur, Massada, Krimhild und Gunter, Wilhelm Tell uswusw...alles eigentlich blödsinnig und nebenbei auch Historisch wenig haltbar. Gab es die Schlacht um Troja wirklich ?
Spielt diese Fragestellung eine Rolle ? Aus solchen Mythen beziehen Völker -Deutschland ausgenommen -ihre Kraft in schweren Zeiten. Auch wenn das geschehene ganz anders gewesen ist, auch wenn gar nix geschehen ist.
Mahnung und Verpflichtung, moralischer Halt.
Ich will das niemandem wegnehmen und auch nicht schlechtmachen. Ganz Sinnlos waren diese Taten alle nicht. Denn wir erinnern uns ja !

Jetzt fällt mir nix mehr ein....so helft mir doch beim Spannen des Bogens von Odysseus !
 
Ein Film so ganz ohne "Message" ... :grübel: Und wenn man nach einer sucht, findet man nur martialischen Pathos.

Ein schwieriger Film, wie ich sehe. Ich bin unentschlossen, ob ich ihn sehen werde.

Da fand ich Spiderman ziemlich gelungen. Bin sonst von diesen Superheldenfilm ziemlich gelangweilt worden, aber der erste Spiderman hatte irgendwie einen philosophischen Unterton, der mir gefiel.

Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als eine Münze zu werfen.

Frohe Ostern, allerseits.
 
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