300 - Frank Miller

Wer aus so einer Szenerie einen Film oder eine Geschichte macht (ja, ich mein auch den Comic-Autor) hat in meinen Augen die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die Sache historisch so korrekt wie möglich darzustellen. Dass ich mit der Ansicht allein auf weiter Flur stehe ist mir auch klar...

Nö. Es gibt soviel Filme, die historische Ereignisse durch den Kakao ziehen oder sich "frei nach wahren Begebenheiten" gefilmt werden, kein Mensch regt sich auf. "Frei" heisst, man lässt der Phantasie beim Drehbuch und Filmen seinen Lauf. Du versuchst päpstlicher als der Papst zu sein.
Ob man in den Persern Orks oder Bin Ladens erkennt ist Ansichtssache. Auf keinen Fall werden durch den Film heutige Perser und Spartaner in ihrer Ehre und Würde verletzt. Weil niemand rechtsstaatlicher Nachfolger dieser Perser und Spartaner ist.
 
Die Diskussion find ich ... interessant. Ich stell mir vor, wie andere (UND ICH) reagieren würden, wenn sich Deutsche beleidigt fühlen, weil irgendwelche Germanen falsch/schlecht/als Monster dargestellt würden. Mir stieße das sehr übel auf (halt als das Germanenverehren von Rechten...). !

Also ich kenne eine Menge Filme, die ich klasse finde, wo die Deutschen stereotypisch dargestellt wurden, oder als Schwachmaten, usw.

z.B. Indiana Jones, James Bond, usw.

Beleidigt fühlte ich mich dabei nicht... :)
 
... ich kenne eine Menge Filme, die ich klasse finde, wo die Deutschen stereotypisch dargestellt wurden, oder als Schwachmaten, usw.

z.B. Indiana Jones, James Bond, usw.

Beleidigt fühlte ich mich dabei nicht...

Jetzt tust Du Reinecke aber Unrecht, denn so hatte er sich bestimmt nicht verstanden wissen wollen.
Seine diesbezüglichen Aussagen bezogen sich mE auf historische Filme, und zu denen zählen die von Dir angeführten Beispiele nun wirklich nicht...

Noch etwas Allgemeines - ohne jetzt speziell auf "300" zu reflektieren - meinerseits dazu: da ich ja solche und ähnliche Diskussionen kenne bzw. auch selbst schon ganz entschieden geführt habe, möchte ich noch einmal meine Sichtweise kurz darlegen.
  1. Ich messe einen derartigen Film grundsätzlich daran, ob er selbst ein historischer Film sein will - z.B. wenn von den Machern Ankündigungen u.ä. kommen a la "so war es", "die wahre Geschichte von..." etc. - und wie er diesem eigenen Anspruch gerecht wird.
  2. Je höher ein solcher Anspruch ist, desto kritischer ist meine Sicht: stimmen Details nicht, mag es noch angehen, aber eine Story jenseits historisch bekannter Tatsachen lasse ich mir nicht unterjubeln. So etwas nennt sich nämlich Etikettenschwindel!
  3. Will der Film laut seinen Machern aber gar kein historischer Film sein, dann nehme ich ihn auch nicht in der genannten Weise auseinander, sondern lache bestenfalls darüber und denke mir meinen Teil. Nur wenn dann jemand, der den Film gesehen hat, ankommt und ihn mir als historischen Film "verkaufen" will, werde ich denjenigen diesbezüglich "reinen Wein einschenken"...
 
Um Mißverständnissen vorzeubeugen: Ob einem ein Film gefällt ist in erster Linie geschmacksache, und über Geschmack lässt sich trefflich streiten, ganz klar.

Nö. Es gibt soviel Filme, die historische Ereignisse durch den Kakao ziehen oder sich "frei nach wahren Begebenheiten" gefilmt werden, kein Mensch regt sich auf.

Doch, ICH! :D

"Frei" heisst, man lässt der Phantasie beim Drehbuch und Filmen seinen Lauf. Du versuchst päpstlicher als der Papst zu sein.

Dass könnte sein... Amen

Ob man in den Persern Orks oder Bin Ladens erkennt ist Ansichtssache.

Ich hab Fotos von Osama gesehen, und so häßlich war der nicht!

Auf keinen Fall werden durch den Film heutige Perser und Spartaner in ihrer Ehre und Würde verletzt. Weil niemand rechtsstaatlicher Nachfolger dieser Perser und Spartaner ist.

Da sind wir uns einig (s.u.).

Beleidigt fühlte ich mich dabei nicht... :)

Gott sei´s gedankt ;); ich wollte mit meinem Post ausdrücken, dass ich es bedenklich finde, wenn jemand seine "nationale Ehre" oder so angekratzt sieht, weil seine Landsleute dumm/schlecht/stereotyp dargestellt werden; wenn´s um Leute geht, die seit Jahrttausenden tot sind, umso schlimmer.

Ein anderer Punkt: 300 ist natürlich ein Film, der gewisse Verhaltensweisen und Denkansätze enthält und glorifiziert, die zu kritisieren sind. Seien wir mal ehrlich, diese Geschichte an den Thermopylen ist so aufgeladen mit Blut, Ehre und Kriegerpathos, dass man sie nicht verfilmen kann, ohne dass Nazis Tränen der Rührung in die Augen treten. Daher finde ich auch die Darstellung der Perser durchaus bedenklich (als dekadente, halbmenschliche Wilde aus dem Osten). Aber davon muss man sich den Spass nicht verderben lassen (wie mir mein überzogener historischer Anspruch diesen ja auch nicht wirklich verdirbt;)).
 
Zuletzt bearbeitet:
Also ich kenne eine Menge Filme, die ich klasse finde, wo die Deutschen stereotypisch dargestellt wurden, oder als Schwachmaten, usw.

z.B. Indiana Jones, James Bond, usw.

Beleidigt fühlte ich mich dabei nicht... :)

Ernsthafte Filme (Ende der 60er bis Mitte der 70er Jahre), in denen Soldaten der Deutschen Wehrmacht bei einem Überfall der Gegner ohne Deckung allesamt auf die Straße liefen und schossen, finde ich auch schwachsinnig.
Überhaupt Filme über die Zeit ab 1939, wo der Gegner "armeeweise" völlig bekloppt ins offene Feld rannte und schoss.
Viele Jugendliche glaubten lange, der Gegner sei völlig verblödet und kennt keine Deckung.
Früher war das ja anders, da stellte man sich zum Abschuss durch Pfeile und Gewehrschüsse sogar in Linie gegenüber auf.
 
Worauf ich aber hinauswollte: Es ist eine historische Szenerie (Außer Du jagst Herodot wirklich vollständig aus dem "Olymp der Historiker", was ich eigentlich nicht glauben will; dann bleibt nämlich praktisch keine Quelle über die Perserkriege übrig...)
Wer aus so einer Szenerie einen Film oder eine Geschichte macht (ja, ich mein auch den Comic-Autor) hat in meinen Augen die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, die Sache historisch so korrekt wie möglich darzustellen. Dass ich mit der Ansicht allein auf weiter Flur stehe ist mir auch klar...
Du magst Asterix nicht:cry:
 
Du magst Asterix nicht:cry:

Asterix ist in vielen Details erstaunlich korrekt!

Manche Punkte (z.B. die starke Einbindung realer Personen, ganz vorne Caesar) sehe ich tatsächlich kritisch.

Im Großen und Ganzen komm ich mit Asterix aber ganz gut klar, da die meisten Bände eben kein konkretes geschichtliches Ereignis darstellen. Ich hab ja nie gesagt, man dürfe sich nichts ausdenken (dazu wissen wir viel zu wenig, zumindest über die Antike; da bleibt Raum für Phantasie). Nur wenn man ein geschcihtliches Ereignis darstellt, sollte man nicht den allgemen bekannten Tatsachen widersprechen.

Außerdem wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird...

(wie mir mein überzogener historischer Anspruch diesen [den Spaß] ja auch nicht wirklich verdirbt;)).
 
aber bevor die die Perserkriege als historisch korrekten Film drehen

Ein Film über die Perserkriege wird Nie historisch korrekt sein Können. Auch in 2500 Jahren nicht es sei denn bis dahin würde man über Zeitmaschinen verfügen.

Daher finde ich auch die Darstellung der Perser durchaus bedenklich (als dekadente, halbmenschliche Wilde aus dem Osten).

Wenn man es genau betrachtet sind die Perser eigentlich eher so was wie die Guten hier in dem Film, sie bieten Verhandlungen an, akzeptieren viele unterschiedliche Völker in ihrer Armee usw, bieten selbst zum Schluß die friedliche Eingliederung der Spartaner ins persische Heer und einen Titel für Leonidas als Verwalter Griechenlands usw

demgegenüber steht ein sehr faschistoides Sparta in dem eine Eugenik praktizierende Fschistoide Übermenschen Herrenrasse den Krieg anbetet.

Aus heutiger Sicht: wer ist hier eigentlich der Gute ?? (im Vergleich)

Interessant ist vielleicht dann auch, das 300 in der Arabisch – Islamischen Welt begeistert aufgenommen wurde, hier halten sich die Islamisten für die Spartiaten und die Perser sind natürlich die Amis. Nur die Szenen mit den spartanischen Frauen hat man heraus geschnitten, sonst war man begeistert. Die Dekadenten, Bösen Amis mit ihrer Übermacht gegen das edle Häuflein aufrechter ...

Weil niemand rechtsstaatlicher Nachfolger dieser Perser und Spartaner ist.

Das sehen Perser und Griechen aber anders. Man kann auch heute nicht unsere Kulturellen Vorstellungen und Ideen einfach auf andere Völker übertragen, besagten anderen Völkern kann es Todernst sein mit Dingen die für uns nur noch amüsant sind.
 
Man sollte auch nicht vergessen, dass die Schlacht bei den Thermopylen in den zeitgenössischen Schriften der zerstrittenen Griechen keineswegs heroisiert wurde. Im Gegenteil, es wurde als blamable griechische Schmach angesehen, so beim athenischen Staatsmann Perikles (Epitaphios logos).
70 Jahre später geht Athen im sogenannten Peloponnesischen Krieg gegen Sparta unter. Sparta hatte Frieden mit den Persern geschlossen, bekam sogar (geringe) finanzielle Unterstützung.
Und dann ging auch Sparta wegen der um sich greifenden Dekadenz unter.
 
Ein Film über die Perserkriege wird Nie historisch korrekt sein Können. Auch in 2500 Jahren nicht es sei denn bis dahin würde man über Zeitmaschinen verfügen.

"Historisch korrekt" sollte heißen:

Ich hab ja nie gesagt, man dürfe sich nichts ausdenken (dazu wissen wir viel zu wenig, zumindest über die Antike; da bleibt Raum für Phantasie). Nur wenn man ein geschcihtliches Ereignis darstellt, sollte man nicht den allgemen bekannten Tatsachen widersprechen.

Aber ne Zeitmaschine wär ne nette Sache ;)
 
Also ich hatte den Film gesehen
kenne aber auch das historische Vorbild und muss sagen das es teilweise ziehmlich weither geholt ist
aber für nen gemütlichen Abend zu zweit zu empfehlen
 
aber für nen gemütlichen Abend zu zweit zu empfehlen

Na ja, darunter verstehen verschiedene Leute verschiedene Sachen ...

Eines muss man dem Film jedenfalls lassen, er hat in kürzester Zeit eine Riesenmenge ikonischer Bilder geschaffen, die seitdem die visuelle Sprache richtig gut aufgemischt hat.
Aber nicht so gut wie Chuck Norris sie aufmischen würde ...
 

Anhänge

  • 300_Chucknorris.jpg
    300_Chucknorris.jpg
    20,5 KB · Aufrufe: 459
Ich habe den Film ebenfalls gesehen und kann lediglich sagen, dass der Unterhaltungswert des Filmes sehr gut ist. Für mich ist es ein reiner Unterhaltungsfilm, welcher nur sehr wenig mit der richtigen Geschichte zu tun hat. Filmtechnisch ist 300 extrem gut gelungen, was auch die hohen Besucherzahlen deutlich zeigen. Im Gegensatz zu manch anderen Leuten sehe ich in "300" nicht die Gefahr, dass der Zuschauer denken könnte, dass das was er da gerade sieht wirklich geschichtsnah ist oder etwa die wirklichen Geschehnisse von damals zeigt. Denn es ist und bleibt eine Komikverfilmung. Nun gut ich gebe zu nur ein geringer Teil der Kinobesucher werden das überhaupt gewusst haben, aber spätestens als sie dann unreale Riesenelephanten und einen nicht menschenähnlichen, buckligen Spartiaten gesehen haben, wissen 99% der Leute, dass der Film nicht die Realität wiederspiegelt.
 
Habe gestern diesen Film bekommen und war begeistert.
So begeistert das ich in mir gleich nochmal angeschaut habe.
Nur eins ist kommisch, es fließt eine Menge Blut bei der Schlacht aber Die Gesichter der Spartiaten und auf dem Boden kann man kein Blut erkennen.
Schon etwas merkwürdig aber im großen und ganzen finde ich den Film klasse.
 
'300'

Habt ihr den Film '300' schon gesehen?
Er handelt von Leonidas mit seinen Spartiaten an den Thermopylen.
Was ist an dem Film historisch wahr, was falsch?

Wie findet ihr den Film?
Kann man Geschichte so darstellen?

Alkuin
 
Zurück
Oben