Das Varusereignis hat sich tief in die römische Geschichtsschreibung eingebrannt. Und nach der Schlacht wurden die Regelungen betreffend des Trosses massiv geändert, denn wann immer es möglich war, vermied man nun lange Wagentrosse an Land. So führte Germanicus mit über tausend Schiffen Ausrüstung und Vorräte über Nordsee und Flüsse tief nach Germanien hinein. Zudem wurden Zivilisten, von denen Varus offenbar tausende mit sich führte, ebenfalls aus den Operationsgebieten verbannt. Wenn der Varuszug in der beschriebenen imposanten Länge nicht stattgefunden hätte, warum der literarische Nachhall oder die Neuregelungen zur später massiven Verkürzung des Trosses? Wir glauben also nicht, dass Varus "durch die germanischen Lande gezogen ist", weil sich die Geschichte spannend liest, sondern weil der Gesamtkontext den Sachverhalt als glaubwürdig nahelegt, zumal das Bild durch archäologische und topologische Befunde erhärtet wird, das bereits die Quellen zeichnen. Oder anders herum gefragt: welches andere Lesart klänge denn "glaubwürdiger"?
Wunderbar geschrieben.
"Wir glauben also nicht, dass Varus "durch die germanischen Lande gezogen ist", weil sich die Geschichte spannend liest,
sondern weil der Gesamtkontext den Sachverhalt als glaubwürdig nahelegt, zumal das Bild durch archäologische und topologische Befunde erhärtet wird, das bereits die Quellen zeichnen. Oder anders herum gefragt: welches andere Lesart klänge denn "glaubwürdiger"?"
Ich suche keine glaubwürdigere Lesart.
Die Quellen zeichnen ein Bild.
Das Hinterfragen dieses Bildes muss erlaubt sein.
Archäologische und topologische Befunde erhärten die "Erzählung".
Meine Meinung im Klartext:
Ja, Varus war hier!
Ja, er erlitt eine totale Niederlage!
Alles andere ist (noch) offen.
Ich würde schon sagen, daß die Troßlänge Fragen aufgeworfen hat.
Gelesen habe ich über Lösungsbestrebungen nichts, aber vor längerer Zeit angeregt, sich um das Thema zu kümmern.
Es könnte sein, daß Tiberius als Beispiel gedient haben könnte. Vielleicht hat er die lixae begrenzt?
Ob lixae einen bestimmten Umfang in Abhängigkeit von der Heergröße haben mußten?
Daß Germanicus die Hälfte seines Heeres verschifft hat, könnte man als dem Varuszug geschuldet annehmen; sicher ist aber auch, daß die andere Hälfte über Land zog, um die Zangenbewegung zu vollziehen.
Du hast Recht, Bockstein!
"Ich würde schon sagen, daß die Troßlänge Fragen aufgeworfen hat."
Und RafaelaRomanArroyo erläuterte:
"Das Varusereignis hat sich tief in die römische Geschichtsschreibung eingebrannt. Und nach der Schlacht wurden die Regelungen betreffend des Trosses massiv geändert, denn wann immer es möglich war, vermied man nun lange Wagentrosse an Land."
Das "Glanzstück" des Varus.
Sein "Marschzug" gestreckt auf zehn Kilometer oder mehr.
Die Marschreihe seiner Legionäre, vier nebeneinander.
Im Fall einer feindlichen Attacke zwei nach links, zwei nach rechts.
Der Legionär, ein " schwerer" Infanterist.
Sein Pfund mit dem er wuchert, die Formation.
Die Formation benötigt Masse.
Diese Masse war nicht mehr zusammenzubringen.
Der "Hinterhalt" war die Marschformation an sich, das "Glanzstück" des Varus, genutzt von Arminius.
Und ja, RafaelaRomanArroyo hat es ausgeführt.
Die Regelungen betreffend des Trosses wurden massiv geändert, Rom wusste warum.