Änderung der Bestattungsriten von Päpsten

Dieses Thema im Forum "Das Papsttum" wurde erstellt von Cassandra, 8. April 2005.

  1. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Hallo Zusammen,

    bei den letzten Berichterstattungen über die Änderungen der Bestattungsriten von Päpsten, die Papst Johannes Paul II. vorgenommen hat, wurde erwähnt, das bis zuletzt dem toten Papst 2 Münzen auf die Augen gelegt worden sind.

    Weiß jemand welchen Sinn hatten diese Münzen gehabt? Wollte man damit auch den "Fährmann" bezahlen?

    Gruß
    Cassandra
     
  2. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Auf die Schnelle nur mal das (erklärt aber nicht die Sache mit den Münzen; da muss vielleicht Mercy beispringen):

    http://www.br-online.de/topthema/thema/papst/beerdigung.xml

    Hat man das nicht "allgemein" gemacht (also nicht nur bei Päpsten), damit nicht der Heilige Geist entweichen kann (so oder ähnlich hab ich was im allerhintersten Hinterkopf; oder ist das pure Legende?)
     
  3. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    verschiedene gründe könnten für das veränderte ritual vermutet werden:

    - verantwortungsvollerer um gang mit kirchensteuermitteln, oder
    - angst vor grabräubern, oder
    - die banco ambrosia ist gerade klamm, oder
    - oder, oder
    mich würde interessieren, warum leute sich für so was interessieren.

    ponzelar
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2005
  4. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich bin ja nun weiss Gott auch nicht gerade fein im Umgang mit der Kirche. Aber was du hier bietest, ist geschmacklos.
     
  5. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Aktives Mitglied

    Meines Wissens entstammt die Geste, dem Toten Münzen auf die Augen zu legen nicht einem geraden Gedanken sondern einer Tradition, die schon im jüdischen Ursprung gepflegt wurde, und die ebenfalls Eingang fand in die Diskussion um das Turiner Grabtuch.

    Also, es hat nichts zu tun mit Charon.
     
  6. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    du mißverstehst mich, florian.
    ich finde die m.e. geifernde detaillversessenheit, nur nichts zu verpassen, bei allem gleich und sofort life dabei sein zu müssen, die jede noch so läppische klitzkleinigkeit zum gegenstand ausschweifender erörterung machen muss geschmacklos, sei es beim papst, bei fürst wasweißich, lady di oder rex gildo. und deshalb würde mich interessieren, warum sich leute für so einen quatsch interessieren.
    mir ist egal, nach welchem ritual wojtyla beigesetzt wird.

    ponzelar

    p.s.
    was den fährmann betrifft, denke ich, daß er so weit mit der zeit geht, daß er anstelle von bargeld nur noch kreditkarten akzeptiert. hat der papst seine kreditkarten dabei?
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. April 2005
  7. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Ich glaube kaum, dass dich Florian mißversteht. Und auch sonst tut das keiner. Ich geb dir den guten Tipp, dass, wenn du ernst genommen werden willst, nicht weiterhin ähnlich despektierliche Beiträge schreibst. Kreditkartenbeiträge haben in dem Fall nix zu suchen und sind in hohem Maß unsachlich.
     
  8. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Wir sind hier in einem Geschichtsforum. Die Frage nach Bestattungsriten ist ganz offensichtlich eine geschichtliche Frage. Schon mal darüber nachgedacht, dass Cassandra historisches Interesse haben könnte???
     
  9. ponzelar

    ponzelar Neues Mitglied

    cassandra fragt aus historischem interesse, also nicht aus sensationsgeifernder neugier.
    ok kirlon, daß ist ein argument, daß mich überzeugt. beim abfassen des beitrags war mir halt die m.e. unsägliche debattiererei selbst vergleichsweise seriöser medien, wie z.b. wdr5 noch im kopf.


    ponzelar
     
  10. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ich habe gehört die Münzen dienen der zeitlichen Einordnung der Papstleichname. Obwohl es da auch einfachere Möglicheiten wie Grabsteine geben müsste. Wobei Münzen natürlich fälschungsicherer sein dürften.
     
  11. Andreas

    Andreas Gast

    Das macht Sinn und erfreut den Historiker
     
  12. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Aktives Mitglied

    Aber hinfällig ist angesichts der recht peniblen Bestattungsordnung und Aktensimpelei des Vatikans.
    Jeder Papst ist recht genau verzeichnet, wo er zur Ruhe gebettet wird und die Gewölbe sind auch recht "übersichtlich" angelegt. Bezeiten kann man an ihnen vorbei defilieren und weiß normalerweise aus Beschriftung, und seis im Führer, wer da in welchem Sarkophag liegt.
    Sollte etwas die Ruhe stören, ist der Verbleib der Münzen zur Datierung höchst unsicher.
    Ein Fachmann wäre mal hilfreich...
     
  13. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Vielen Dank für die Antworten!:winke:

    Im Zusammenhang mit den Turiner-Grabtuch konnte ich noch folgende Aussagen finden:
    Demnach könnte der Brauch auch mit der Kreuzigung Jesu zusammenhängen.
     
  14. askan

    askan Neues Mitglied

    Aber wie schonmal angebeutet, diese Münzgeschichte erinnert sehr an den Fährmann!
     
  15. Lili

    Lili Neues Mitglied

    DIe Münztheorie in Bezug auf das Turiner Grabtuch ist allersdings ziemlich umstritten. Die Münzabdrücke können mit dem blosen Auge nicht erkannt werden (einen Zusammenhang zu den Papst-Bestattungen kann man deshalb wohl schon mal ausschließen). Außerdem haben die Untersuchenden lediglich Münzen aus dem Judäa um ca 30 n. Chr. mit den Münzabdrücken auf dem Grabtuch verglichen, andere Münzen wurden im Rahmen eines Ausschlussverfahrens nicht herangezogen.

    Ich habe es hier das erste Mal gelesen, dass den Päpsten Münzen auf die Augen gelget wurden. Ich kenne nur die Sargbeigabe eines Beutel Münzens die während des jeweiligen Pontifikats geprägt wurden. Was die Datierung betrifft, dürfte die Münzbeigabe ziemlich unsinnig sein, da jeder Papst eine in Silber eingelassene Kurzbiografie mit in den Sarg bekommt.
     
  16. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Ich bezog mich aber nur auf die Aussage, das es "nach der Kreuzigung üblich war, die Augenlieder mit Münzen abzudecken".
     
  17. Livia

    Livia Mitglied

    "Die Vorschriften (zum Papstbegräbnis) sind in dem 1998 von Papst Johannes Paul II. approbierten, 2000 gedruckten und bislang geheim gehaltenen Buch "Ordo Exsequiarum Romani Pontificis" niedergelegt, das unmittelbar nach dem Tod Johannes Paul II. von der Vatikanischen Verlagsbuchhandlung auf den Markt gebracht wurde.
    Abgeschafft wurde die Geste, dem Toten Münzen auf die Augenlider zu legen. Stattdessen werden Medaillen aus den Pontifikatsjahren als Grabbeilage in den Sarg gegeben. Ferner wird ein in lateinischer Sprache verfasstes Dokument über die Amtszeit des Papstes in einer versiegelten Kapsel beigefügt." Quelle

    Vielleicht gibt er ja in dem Buch eine Erklärung zur Herkunft des Rituals bzw. eine Begründung für dessen Änderung. Die lange Geheimhaltung des Buches wirft natürlich auch wieder neue Fragen auf ... :grübel:
     
  18. Obwalden

    Obwalden Mitglied

    Hallo Livia

    Ich denke nicht, dass das Buch brisanten Inhalts wegen so lange geheimgehalten wurde.
    Ich könnte mir da eher vorstellen, dass er lieber haben wollte, nicht zu Lebzeiten betreffend den Änderungen des Bestattungsritus dauernd angesprochen zu werden.
    Vielleicht hätte es darüber eine ganze Diskussion geben können, warum etwa nicht mehr Münzen auf die Augen gelegt werden sollen. Da er nun aber bereits verstorben ist, und die Zeremonie nun auch vorbei ist, wird es vermutlich auch keine grössere Diskussion darüber geben.
    Viele Grüsse
    Mike
     
  19. Livia

    Livia Mitglied

    Ja, das glaube ich auch. Und da das neue Ritual jetzt auch nicht mehr geheim ist, braucht man auch keine Verschwörungstheorie mehr zu basteln. ;)
     
  20. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Deine Quelle bezog sich allerdings auf die Münztheorie in Bezug auf das Turiner Grabtuch.... ;)
     

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