Assassini - Legende, Mythos oder Tatsache?

Dieses Thema im Forum "Das Papsttum" wurde erstellt von Judas, 19. Juli 2004.

  1. Mercy

    Mercy unvergessen

    womit wir im 2./3. Jh. wären. Zephyrinus Amtszeit, soweit das bei der Quellenlage feststellbar ist, liegt bei ca 18 Jahren; nicht unbedingt kurz.
    Da Kardinäle erst einige Jahrzehnte später überhaupt erst auftauchen, bleibt hier offensichtlich nur die Titus'sche Fantasie.
     
  2. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Wobei ich das gar nicht geschrieben habe! Die Durchsetzungsfähigkeit eines Papstes hängt nicht von der Dauer des Pontifikates ab. Johannes Paul II. habe ich mehr als Beispiel herangezogen, um zu verdeutlichen, dass die Macht eines Papstes auch wieder abnehmen kann - in seinem Falle wohl alters- und krankheitsbedingt. Meine beiden anderen Beispiele - sowohl der "schwache" als auch der "starke" Papst - hatten beide eine verhältnismäßig lange Amtszeit...
     
  3. kobalt

    kobalt Neues Mitglied

    Eingentlich Hassassinen, d. h. die den Hasan ( Gründer) folgen. "Haschisch- fresser" sagten die Araber über die Sekte. Die Franzosen schluckten "H" und sagten Assassini, der Begriff wurde später die Bezeichnung von einem Killer. Hauptgegner waren die Araber, sofern Aufträge von christlicher Seite waren denkbar aber die genauen historische Beweise dafür sind nicht bekannt. Der Assassinen wurde erlaubt sich für andere Religion auszugeben falls es zum Ziel führte.Hasan ibn Sabah ging nach Persien nachdem die Familie Nazari in Ägypten ermordet wurde.. Möglicherweise ergab er sich als letzte Nazari(Angehörigen von letztem Imam) und versprach lokalen persischen Herscher die zu verteidigen, wenn er in dem Schloss Alamut ansiedeln könnte. Von seine Armee ist eine mächtige Sekte geworden die etwa zweihundert Jahre später Marco Polo besichtigte. 1256 zerstörten die Mongolen Alamut und anderen Schlössen, die der Assassini gehörten. Die Sekte hat sich noch aufgebaut aber als Sammlung von Degeneraten. Zu dieser Zeit hat Marco Polo Alamut besichtigt. Er war der einzige in der Geschichte, der in Alamut war. Von ihm kommt die Beschreibung wie die zwölfjährige Jungs beworben werden. Man verspricht dem Junge einen Paradise. Eines Tages sind die Kandidaten im Schlaf unter Drogen zum Garten von Alamut gebracht. Die erwachten in einem Paradise wo alles angeboten wurde. Danach wieder im Trans weggebracht. Es wurde dem gesagt, dass sie diesen Paradiese erreichen können wenn sie exakt die Gesetze von Sekte verfolgen. Dazu gehörte Tod. Für Assassini war Tod nur ein Übergang zum Paradise.
    ich habe alles nicht im Kopf. Der Anfang von Hasan ibn Sabah war (ich glaub`s) das Jahr 1190. Sein Nachfolger schickte einen Schüler Sinai (?) nach Syrien. Das ist der Assassiner, der von Kreuzkriegszeiten bekannt ist. Man vermutet dass, die ehe einige geheim Pakte mit Templer und nicht mit Päpsten geschlossen haben.

    Über Assassini kann man im Internet alles finden. Allerdings nur auf englisch und ziemlich mühsam.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. April 2006
  4. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Spielst du damit nicht eher auf einen Roman von Wladimir Bartol an, der in "Alamut" die Sage, das der Alte vom Berge den Schlüssel zum Paradies besitze , in diesem Sinne darstellt( nur mal nebenbei: ein brilliantes Buch, das zwar nicht den Anspruch erhebt, historisch fundiert zu sein, aber doch sehr aussagekräftig ist, und einen zum nachdenken anregt)?
    Ich kann mich nämlich nicht erinnern so etwas von Marco Polo gelesen zu haben( ich kann mich natürlich auch irren:D )
     
  5. kobalt

    kobalt Neues Mitglied

    Ich habe das Buch nie gelesen. Mag sein das die Information nicht vom Marco Polo kommt. Ich habe mich für Assassini schon vor ziemlich lange Zeit interessiert. Die Geschichte ist auf jedenfall sehr spät entstanden. Man weiss es nicht ob die Sekte bei ihrer Entstehung schon als die drogensüchtige Killersgruppe galt. Alamut als Bezeichnug für die paradisische Gärten wurde öfters in der Literatur verwenden. Die Mongolen zerstörten warscheinlich alle schriftliche Beweise. Sofern, das Meiste über Assassini sind nur Interpretationen. Mit Christen hatten die syrische Assassini mehr zu tun.
    Ich glaube es nicht, dass man einen päpstlichen geheim Auftrag nachweisen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. April 2006
  6. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Obwohl hier schon lang nichts mehr kam,noch mal ein Nachtrag:
    Ich lag tatsächlich falsch, die Legende das der Alte vom Berge die Schlüssel zum Paradies besaß stammt aus alten Zeiten, unter anderem wird sie von Marco Polo erwähnt.

    Zumindest bei den christlichen Menschen der Zeit war der Begriff Assasinnen zuerst unter einer anderen Bedeutung bekannt, als dem späteren Begriff als (Meuchel)mörder. So wurden die Assasinnen als sehr treue Gruppe bekannt, die ihrem Anführer mehr als loyal waren. So wurden in mittelalterlichen Gedichten auch solche Vergleiche wie:" Ich bin dir in der Liebe so treu, wie der Assasinne dem Alten vom Berge" , benutzt.
    Schnell verlor das Wort aber diese Bedeutung und erhielt eine negativere.
    Es ist nicht richtig, das alle Schriften vernichtet wurde, es existieren noch einige Chroniken aus Alamut und anderen Assasinnen Hochburgen.

    Es gab auch weder eine Allianz mit der Kirche noch mit den Tempelrittern. Allerdings waren die syrischen Assasinnen eine Zeit lang den Templern tributpflichtig.
     
  7. Langdon

    Langdon Gast

    Die Assassini waren in Verbindung mit den Illuminati sie waren quwasie söldner für und gegen die Kirche
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Assassinen waren eine islamische (shi'itische) Gruppierung der Kreuzzugszeit, die Illuminaten dagegen waren eine aus dem Katholizismus heraus geborene, der Aufklärung verpflichtete Organisation des 18. Jahrhunderts. Zusammenhang zwischen Beiden Gruppierungen? Quasi keiner.
     
  9. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Geschätzter Hidalgo, Du liest ganz offensichtlich keine Bestseller, in denen aufgedeckt wird, daß der Vatikan an sich und überhaupt... Moment, da klingelt ein Mann in Soutane an der Tü(Rest des Beitrags durch Blutflecken unleserlich geworden)
     
    2 Person(en) gefällt das.
  10. Gast

    Gast Gast

    Assassinen in der Renaissance

    Hallo Assassinenkenner,
    ich habe schon alle Texte durchgeschaut, die zum Thema Assassinen im Forum stehen.
    Leider habe ich nichts zu den Assassinen in der Zeit der Renaissance gefunden.
    Was haben die Assassinen da in Italien gemacht? Waren die Assassinen da zum Christentum übergetreten und haben deshalb mit und für die Borgias gearbeitet??
    Weiß jemand, was mit den Assassinen nach 1280 passierte? wie sind sie von Syrien und Libanon nach Europa gekommen?

    Ich freue mich auf viele und fundierte Antworten.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das wird schwierig sein, denn die ismaelitische Sekte der Ḥaschīschiyyīn ist ein Phänomen des levantinischen Mittelalters. Mit Italien und der Renaissance haben sie nichts zu tun. Lediglich der Begriff ist in seiner latinisierten Form in dei europäischen Sprachen eingegangen. Allerdings mit einer semantischen Verschiebung (Bedeutungsveränderung): Aus dem Anhänger der Sekte wurde der Meuchelmörder.
     
  12. Arne

    Arne Premiummitglied

    Das heißt, die Assasinen Italiens haben ethnologisch und religiös überhaupt nichts mit der moslemischen Sektenangehörigen zu tun? Haben Sie sich den selbst irgendwie auf ihre "Namensvorgänger" berufen?
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Nö. Man kann auch ein Assassino sein, ohne etwas über die Ḥaschīschiyyīn zu wissen oder jemals von ihnen gehört zu haben, denn das ital. Wort assassino (span. asesino, engl. assassin) hat nicht mehr die Bedeutung 'Angehöriger einer radikalen ismaelitischen Sekte', sondern nur noch die Bedeutung Mörder.

    Das ist wie beim Hasardeur, dem Glücksritter. Der Begriff Hasadeur kommt vom arabischen zahr, was soviel wie Blume/Blüte bedeutet. In al-Andalus hatten die Würfel anstelle der "Augen" Orangenblüten, wodurch eben das arabische Wort für 'Blüte' zum Synonym für Glück(spiel) wurde, im Spanischen bis heute juegos de azar (von az-zahr). Die Orangenblüte selbst heißt im Spanischen azahar.

    Da die Ḥaschīschiyyīn den Europäern vorwiegend wegen ihrer Personenattentate bekannt waren, war es natürlich diese Facette ihres Daseins, welches die Europäer am stärksten und vielleihct sogar alleine wahrnahmen. So kommt es eben zu semantischen Verschiebungen.
     
  14. Gast

    Gast Gast

    Assassinen in der Renaissance

    Das ist sehr interessant.
    Man kann also sicher ausschliessen, dass die Assassinen in der Renaissance etwas mit den Ismailiten zu tun haben.
    Weiss man mehr über die sogenannten "Assassinen" zu Zeiten der Borgias?? und auch danach?? Ist etwas daran, dass Sie auch oft die Killertruppe des Vatikan genannt werden?
    Es wird auch darüber gesprochen, dass die TEMPLER und die ASSASSINEN erbitterte Feinde waren? Läßt sich da ein Bezug in die Zeit der Kreuzzüge herstellen?

    Die Neugierde ist noch nicht gestillt
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du solltest vielleicht nicht irgendwelche Vatikan-Thriller ("Killertruppe des Vaikan") oder Computerspiele (wie Assassins Creed) mit der Realität verwechseln. Wenn es im Italien der Renaissance "Assassinen" gab, dann waren das, wie oben ausgeführt, keine Mitglieder einer Sekte sondern schlicht Mörder, da das die Bedeutung ist, die der Begriff Assassine in den europäischen Sprach angenommen hat. Auch die Templer gab es in der Renaissance nicht mehr. Der Templerorden ist 1312 gewaltsam aufgelöst worden.
     
  16. Ezio

    Ezio Neues Mitglied

    Den, der da drüber ernsthaft spricht, möchte ich sehen.
    Die Assassinen (also die ismailitische, später schiitische Sekte)
    kämpfte VORRANGIG gegen die Sunniten, insbesondere
    die sunnitische Stadt Bagdad.
    Aber ich will mir nicht die Finge wund tippen, also lies bitte:

    http://www.geschichtsforum.de/f36/assassinen-10515/
    Assassinen – Wikipedia

    Lg Ezio

    PS: Icch bin zwar auch, wie wohl unverkennbar, ein begeisterter Fan der "Assassin's Creed"-Reihe. Dennoch sehe ich es nur als Spiel und die im Spiel dargebotenen geschichtlich bzw. pseudo-geschichtlichen Zusammenhänge als nicht gesichert bzw. erfunden. Das solltest du auch ;)
     
  17. Johnnie-Rico

    Johnnie-Rico Neues Mitglied

    Diese Frage bezieht sich eindeutig auf Assassin's Creed 2, welches zur genannten Zeit im genannten Raum spielt.
    Spielerisch ganz gut, wenn auch m.E. miserabel für den PC umgesetzt (Teil 1 zumindest), aber in so ziemlich jedem Punkt unhistorisch.

    Aber vielleicht darf ich eine Frage anhängen? Gerade zur Zeit der Renaissance wurde doch in Italien viel mit gedungenen Mördern gearbeitet. Gibt es Ausarbeitungen, woher diese sich rekrutierten und ob sie ausgebildet wurden? Gibt es theoretische Schriften aus der Zeit, die den Einsatz von Attentätern empfehlen? Bei Machiavelli könnte ich mich nicht daran erinnern.

     
  18. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    was hast Du denn dauernd mit "den Assassinen in der Renaissance"

    In der Renaissance gab es weder in Italien noch sonstwo eine Gruppe,die sich Assassinen nannte.
    Das Wort "assassino" war lediglich die allgemeine italienische Bezeichnung für Attentäter/gedungener Mörder so wie Vino die allgemeine italienische Bezeichnung für ein durch Vergährung von Traubenmost gewonnenes alkoholisches Getränk ist.

    Die Assassinen als Gruppe bezeichnet einzig und allein die ismaelitische Sekte der Nizari in der Zeit von 1103-1273,die rund um den Berg Alamut südlich vom Kaspischen Meer ihr Zentrum hatten und dort 1256 von den Mongolen platt gemacht wurden.
    Es gab sie also lediglich zur Zeit der Kreuzzüge,wo sie in Persien und Syrien verbreitet waren und ihnen wird auch der eine oder andere Kontakt zu den Tempelrittern nachgesagt, der nicht nur feindlicher Natur gewesen sein soll.
    Bei den Verhandlungen der Assassinen mit Ludwig dem Heiligen von Frankreich 1250 in Akkon ist sogar von Tributzahlungen der Assassinen an Templer und Johanniter die Rede.
    Wenn Du was näheres über die Assassinen wissen willst, was über historisch niveaulose Dan-Brown-Romane hinausgeht :devil: dann lies mal das 1993 bei Piper/München erschienene Taschenbuch "Die Assassinen" von Bernard Lewis (ISBN 3-492-11572-1)
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Februar 2010
  19. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    @Johnnie-Rico:
    Nein theoretische Gebrauchsanweisungen oder einen Lehrberuf Attentäter gab es nicht, aber das Handwerk beherrschten die glaube ich auch ohne Anleitung ganz gut.;)
    In der Regel rekrutierte man die Leute aus den illusteren Gruppen von Schlägern und Söldnern, die in jeder Stadt Italiens damals rumlungerten ,bei heikleren Missionen vermutlich auch aus den Fanatikern der eigenen politischen Klientel.
    Eine Ausnahme dürfte der gefürchtete Geheimdienst der Republik Venedig gewesen sein, der für sauber ausgeführte Profimorde berühmt-berüchtigt war und teilweise auch mit Spezialwaffen wie Glasstiletts , vergifteten Dornen oder Giftringen arbeitete,die ein für die damalige Zeit spurenloses Töten ermöglichten.

    Und ich könnte mir vorstellen,daß die Päpste und Fürsten wie Cesare Borgia diesbezüglich auch keine Kinder von Traurigkeit waren und den einen oder anderen Spezialisten für´s Grobe in ihrem Sold hatten.
     
  20. Johnnie-Rico

    Johnnie-Rico Neues Mitglied

    @zaphodB. So ähnliche dachte ich es mir. Auch heute stammt ein Großteil der gedungenen Mörder im Bereich der Ok ja aus dem einfachen Fussvolk.
    Aber gerade bei hochkarätigen politischen Morden muss ja jede Partei ihre Profis an der Hand gehabt haben. Giftmischen, Einbrechen u.ä. kann ja nicht jeder. Gab es in Florenz nicht einen Mord mitten während der Messe, wobei Priester die Täter waren? Allerdings nicht gerade subtil.

    Der venezianische Geheimdiest klingt da sehr interessant. Wollte mich sowieso mal intensiver mit dieser großen Republik befassen.

    Weiß jemand, ob Machiavelli sich überhaupt mal zu politischen Morden äußert? Ihm würde man sowas doch noch am ehsten unterstellen.
     

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