"Auf dem rechten Auge blind" -Weimarer Republik/ NSU-Prozess

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Lalilu91, 6. Januar 2016.

  1. Lalilu91

    Lalilu91 Neues Mitglied

    Hallo :)

    Für eine Hausarbeit zum Thema Krisenjahre der Weimarer Republik 1919-1923 habe ich bereits diskutiert, warum und inwieweit die politische Justiz der Weimarer Republik "auf dem rechten Auge blind war". Dies v.a. exemplarisch am Hitler-Putsch.
    Gerne möchte ich nun einen Transfer machen und das ganze mit der Problematik von NSU und Verfassungsschutz heute vergleichen.
    Inwieweit kann man sagen, die Justiz ist heute z.T. noch "auf dem rechten Auge blind", bzw. kann man das überhaupt sagen/ welche Abstufungen sind zu machen?

    Für Tipps und Hinweise wäre ich sehr dankbar!
    Liebe Grüße!
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du kannst dir ja mal den Verfassungschutzbericht ansehen und die Presseveröffentlichungen dazu. Es gibt beispielsweise wesentlich mehr linksmotivierte Straftaten, als rechtsmotivierte Straftaten. Nur bestehen die als linksmotiviert registrierten Straftaten z.B. in so schweren Delikten, wie der Blockade einer Ddemonstrationsstrecke, wohingegen Brandanschläge auf Asylbewerberheime mangels bekannter Täter in den Statistiken häufig gar nicht auftauchen, weil man ja nicht weiß, wer der Täter war und das an die Wand geschmierte Hakenkreuz oder die an die Wand geschmierte Rune nicht als politisches Statement verstanden wird... Was den NSU und die Justiz angeht, so muss man ja zunächst einmal auseinanderhalten, dass der NSU der Justiz bis zum Selbstmord der beiden Haupttäter und der Inhaftierung der Heiligen Beate von der Unschuld unbekannt war. Offen ist die Frage, was der Verfassungsschutz (Bund, wie Länder) denn eigentlich wissen konnte/musste/wusste.
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Frage der "NSU-Prozesse" wird sich kaum aufgrund der Aktualität diskutieren lassen.

    Eine historische Sicht auf die Justiz im 3. Reich und in der Bundesrepublik liegt vor (vgl. Link 1).

    Und insgesamt wird man aus einer Fülle von Verfahren erkennen können, das der soziale Friede, den vor allem Adenauer hat wahren wollen, wichtiger war wie die Frage einer juristischen Verfolgung von NS-Straftaten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Furchtbare_Juristen

    Dieses hatte, auch aufgrund des Kalten Krieges, zu einem gewissen Wohlwollen gegenüber rechter Ideologie geführt und gleichzeitig zu einer harten Reaktion gegenüber Personen aus dem linken Umfeld, wie beispielsweise an dem "Radikalenerlass" erkennbar (vgl. Link).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Radikalenerlass
     
  4. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Eine der bemerkenswertesten Übereinstimmungen ist die merkwürdige Rolle der V-Leute.

    A. Hitler stieg 1919 als V-Mann der Reichswehr in die Münchner Protonazi-Szene ein. (Ob Hitler wirklich als V-Mann im engsten Sinne engagiert war, ist allerdings umstritten.)
     
  5. Lalilu91

    Lalilu91 Neues Mitglied

    Vielen lieben Dank für Eure Tipps und viele Grüße!
     

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