B ... wie Bäderarchitektur, Betonbunker: Borkum

Ach so - laut dem von dir verlinkten Wiki-Artikel war die Nordstation zuerst im Ostland. Dann stimmen die Koordinaten aus dem Handbuch wieder. Gemäß der Karte von 1910 wäre sie dann aber bereits im Westland gewesen und erhielt möglicherweise bis 1913 nochmals einen neuen Standort.
Dann kann ich Wiki nur noch ergänzen, dass nämlich 1884 das Schiff der Nordstation "Timmel" hieß.

Zeitungsmeldung vom 15. Nov. 1884:
...am Nordstrande Borkums wurden drei Personen gerettet durch das Rettungsboot "Timmel" der Nordstation.
 
da hab ich noch was gefunden zur Strandbatterie / Lüderitzbatterie vom Bundesfinanzministerium 1966-76 "Liegenschaft, ehemalige Batterie Lüderitz"
und insgesamt zu Bunkerruinen auf Borkum:
  • Oberfinanzdirektion Hannover.- Beseitigung von Gefahrenstellen an gesprengten Bunkern auf der Nordseeinsel Borkum
    1963 - 1973
  • Aktenzeichen/Registriernr. VV 2906.5Organisationseinheit VI C 2, Bezugsjahr 1973

    Unterlagenart SachakteBenutzungsort Koblenz
https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/main.xhtml (leider nicht digitalisiert)
...zumindest geht daraus hervor, dass die Sprengtrümmer (britische Sprengungen kurz nach WW II, spätere Sprengungen/Zertrümmerungen, sicher auch Kampfmittelräumdienst beteiligt) bis in die 70er Jahre akut waren.
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@Naresuan das "Handbuch der Seemannschaft" hat nach der Auflistung der Rettungsstationen eine sehr interessante Beschreibung der Raketen-Apparatur etc., ist spannend, in dem Buch zu blättern!! Vielen Dank!!
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...was mich an der unübersichtlichen und verstreuten Quellenlage zur Festung Borkum ärgert: noch lässt sich - oder besser gesagt: noch kann ich - leider die Baugeschichte (was wurde wann und ggf. von wem genau) nicht präzisieren. Das hat, so weit ich es überblicke, zwei Gründe:
1. etliche Festungsabschnitte (Batterien, Infanteriewerke, Stellungen etc.) wechselten ihre Namen/Bezeichnungen mehrfach (und die Zuordnung erweist sich teils als unmöglich)
2. seltsamerweise gibt es fast keine Unterlagen für den Zeitraum 1907-14, hingegen während des Kriegs recht viele (wobei auch hier die Namen unübersichtlich sind)
Vollständig ist der Überblick bzw. die Auflistung, Untersuchung und Kartierung der Borkumer Festungsanlagen, den die IMKK ausgearbeitet hat (Recensement Place de Borkum, UN Archiv Genf) Damit hat man die vollständige Übersicht des letzten Ausbaustands, als bis Kriegsende 1918. Nur kurioserweise angemerkt für die Nach- bzw. Zwischenkriegszeit: es sollten um 1924 zwei (oder gar mehr?) 38cm Kanonen auf Borkum installiert werden, zumindest gab es ein solches Gesuch. Das Borkum Dossier enthält leider nicht für alle Festungsanlagen Angaben darüber, wann sie gebaut worden waren.

eine vorläufige, noch ungenaue, also bestenfalls ungefähre Übersicht:
1907-08
- evtl. drei Infanteriewerke gebaut: das spätere I-Werk Süddunen, mutmaßlich das spätere I-Werk Jägerheim, ein drittes auf dem Gelände der Dünenbatterie
- Projektierung der Örtlichkeiten für Artilleriestellungen (Ostland: bzgl. IMKK bei der späteren Batterie Haardt, bei den Dünen des späteren Nebenstand I links, beim I-Werk Jägerheim, bei der späteren Nordbatterie)
- besonders kurios: ein Plan der Telefonkabel der Befestigungsanlagen von 1908 siehe auch B ... wie Bäderarchitektur, Betonbunker: Borkum
1908
Ostlandbahn
1909-11
gesichert: Strandbatterie (Batterieblock 4 x 15cm Geschütze), Wiesenbatterie (4 x 28cm Haubitzen), Wattbatterie (4 x 28cm Haubitzen), Dünenbatterie (Batterieblock 4 x 15cm Geschütze)
vermutlich: Hörn/Ostbatterie, der Vorgänger der Batterie Haardt, Ausbau der Infanteriewerke Süd und Jägerheim, mehrere MG-Stände und Nebenstände
unklar: Südbatterie mit zeitweilig 4 fahrbaren Geschützen ("Fahrpanzer")
1911-14
Infanteriewerk Kinderheim (dem Kabelhaus und Rettungsstation wohl weichen mussten), mehrere Scheinwerferbunker mit Abzweiggleisen
1914-18
Ausbau der Südbatterie, Ostlandbatterie, Nebenstände als Befestigungsgruppen, Nordbatterie, Batterien Märker, "Muschelfeld", "Ruppricht" u.a., ab 1916 sieben Flak-Batterien - - exakt 1916: Batterie Oldenburg (2 x 24,5cm russ. Kanonen), Batterie Haenisch (4 x 15cm Geschütze), 1917/18 Ausbau Batterie Haardt
...rätselhaft
in zwei Quellen (Erinnerungsbücher) tauchen wunderliche Namen auf (Fort Linde-Suden, Fort Grimmsehl, Fort Freyhold, noch irgendein "Fort"), damit sind Infanteriewerke gemeint (wie beim I-Werke Gürtel von Wilhelmshaven), über deren Verbleib und Ausbau nichts zu erfahren ist.

Das Militärarchiv Freiburg hat mir alle digitalisierten Materialien, die dort zu Borkum zu finden sind, gemailt - damit aber kann ich nicht mehr präzisieren, als oben aufgeführt. Die nicht digitalisierten Materialien werde ich im Winter einsehen können (Besuchstermin gemacht) - die vielen Akten zur Festung Borkum im https://archivdatenbank.gsta.spk-be..._10_2&uid=GStA_xi_ha_fpk_XI_HA_FPK_G_Nr_70723 kann ich erst ab Februar 2027 bestellen, da dort bis Febr.27 umgebaut wird.

...ich hoffe ja, dass sich Baupläne etc aus den Jahren 1909-14 finden... womöglich hier:
"Schutz und Verteidigung von Borkum"
1899 - 1914
  • Unterlagenart Sachakte
das sind drei Bände voller Akten... (leider nicht digitalisiert)

Indirekt von Interesse ist die Denkschrift GERMAN DOCUMENTS | Akte 472. Denkschrift über die Ergebnisse der Beschießung der Festungen Lüttich, Namur, Antwerpen, Maubeuge und des Forts Manonviller im Jahr 1914 Auch wenn diese ihre akribischen Untersuchungen erst 1914 nach der Einnahme der belgischen Festungen formulieren konnte, so ist ihr Verweis auf bessere deutsche Vorschriften zur Bauweise interessant.
denkschrift 1.png

denkschrift 2.png

(die Konstruktion mit Wellblech und Stahlbeton wurde spätestens ab 1916 auf Borkum realisiert)
Die erwähnten deutschen Vorschriften... ich weiß, dass es eine Vorschrift/Denkschrift/Anweisung zum Bau bzw. zur Bauweise von Schanzen/Verschanzungen mit Beton gibt, aber ich finde sie nicht - ob mir da @andreassolar @Naresuan @Sepiola @Pardela_cenicienta vielleicht helfen können?
 
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