Savary
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Beschäfftigt sich man mit den Feldzügen der Napoleonischen Armee, so wird man unweigerlich auf den Namen des B.aron Larrey stoßen.
Wer war er, woher stammt er, was sind seine Leistungen?
Larrey wurde am 8. Juli 1766 in Beaudéau als Sohn eines Schumachers geboren. Nach den Tod seines Vaters kam der 13 jährige in die Obhut seines Onkels, Professor am Stadtspital, wo er zum ersten mal mit der Medizin Bekanntschaft machte. Anschließend Studium der Medizin, 1787 nach Erwerb zweier Examina Patent als Chirurgie-Major, Eintritt in die königliche Kriegsmarine als Schiffsarzt (1788). 1789-1791 Paris, Hôtel Dieu und Hotel Royaldes Invalides.
1792 Feldzüge mit der Rheinarmee, Errichtung seiner Ambulance volantes, Postulation der 24 Stundenregel (Amputation 24 Stunden nach Verwundung).Damit ging sein Name unsterblich in die Kriegschirurgie ein.
1798-1801 Feldzüge in Ägypten und Syrien, Amputationen und Behandlungen schwerster Verwundungen, z. B. erste Exartikulation eines Beines im Hüftgelenk unter Gefechtsbedingungen. 1799 lehnt Larrey ein Angebot Napoleons zur Rückkehr nach Frankreich ab. 1801 Rückkehrnach Frankreich, Ernennung zum Chef-Chirurg der Konsul-Garde, 1802 Promotion zum ersten Doktor der Medizin in Chirugie, Aufnahme in die Ehrenlegion, damit erhält er einen Offiziersrang.
Larrey nimmt insgesamt an 24 Feldzügen teil, immer in führenden Positonen, als Chef-Chirurg und als Inspekteur des Sanitätswesen.
1807 Ernennung zum Kommandeur der Ehrenlegion, somit im Generalsrang, 1809 Ernennung zum Baron. 1810 Veröffentlichung seiner ,,Chirurgischen Denkwürdigkeiten'' (3 Bände). 1815 wird Larrey bei Waterloo durch zwei Säbelhiebe verletzt und nur Dank Blücher entgeht er der Gefangenschaft.
1815-1817 verliert Larrey alle Ämter und Pensoinen, 1818 Rehabilitierung, wird Oberwundarzt der Königlichen Garde und Chef-Chirurg am Hôtel des Invalides.
Larrey stirbt am 25. Juli 1842 im Alter von76 Jahren an einer Lungenentzündung in Lyon.
Wenn man die Person Larrey kennen gelernt hat, sollte man auch etwas über das Umfeld erfahren, in denen er zeit seines Lebens beschäftigt war.Da sind zunächst die Art der Verwundungen bzw. Krankheiten : Stichverletzugen ( Bajonette), Schußverletzungen mit großen und kleinen Kaliber, Hiebverletzugen, Stürze vom Pferd, Erfrierungen, Typhus, Tetanus , Wundbrand (Gangrené), Trepanation (Schädelöffnen durch aufbohren).
Die am meisten angewendete Methode der sofortigen Behandliung war die Amputation.Es gibt zahlreiche Darstellungen (Gemälde und Zeichnungen) von Larrey , wie er auf dem Gefechtsfeld diese Methode ausführt. Die Dauer einer Amputation war in der Regel ca. 5-6 Minuten, in besonderen Fällen etwas mehr. Sie wurde ohne Anästhesie durchgeführt. Den Verletzten wurde ein Stück Holz oder Leder zwischen den Zähnen geschoben, im Winter wurde die Anästhesie durch den Frost ersetzt.Operationen bei -18°--20° waren keine Seltenheit, wobei die Instrumente vorgewärmt werden mußten z. B. bei Eylau.1812 bei Borodino führte Larrey eigenhändig 200 Amputationen durch, beim Rückzug aus Rußland 1812 Durchführung von Notoperationen bei -19° und organisieren der Mitnahme der Verwundeten.
Noch eine Bemerkung zur Anästhesie. Es gab ein Mittel dafür, stand aber wegen der hohen Anzahl von Verletzten nicht für alle zur Verfügung. Das eingesetzte Mittel wurde Sydenham genannt. Opium, Safran, Zimt und Nelken wurden in Malaga-Wein eingelegt un dann verabreicht. 1804 wurde Morphium vertraulich wenig genutzt, die öffentliche Nutzung erfolgte 1846.
Zum Abschluss noch einige bekannte Namen, die die Ehre hatten von Larrey operiert zu werden:
Marschall Lannes, die Generäle Eugén de Beauharnais, Bertránd, Daumesnil, Duroc, d'Hautpoul, Segur u. a,
Dominique Larrey hinterläßt uns seine Memoiren im 5 bändigen Werk ,, Medizinische Beziehungen der Feldzüge und Reisen von 1815-1840''
Wer war er, woher stammt er, was sind seine Leistungen?
Larrey wurde am 8. Juli 1766 in Beaudéau als Sohn eines Schumachers geboren. Nach den Tod seines Vaters kam der 13 jährige in die Obhut seines Onkels, Professor am Stadtspital, wo er zum ersten mal mit der Medizin Bekanntschaft machte. Anschließend Studium der Medizin, 1787 nach Erwerb zweier Examina Patent als Chirurgie-Major, Eintritt in die königliche Kriegsmarine als Schiffsarzt (1788). 1789-1791 Paris, Hôtel Dieu und Hotel Royaldes Invalides.
1792 Feldzüge mit der Rheinarmee, Errichtung seiner Ambulance volantes, Postulation der 24 Stundenregel (Amputation 24 Stunden nach Verwundung).Damit ging sein Name unsterblich in die Kriegschirurgie ein.
1798-1801 Feldzüge in Ägypten und Syrien, Amputationen und Behandlungen schwerster Verwundungen, z. B. erste Exartikulation eines Beines im Hüftgelenk unter Gefechtsbedingungen. 1799 lehnt Larrey ein Angebot Napoleons zur Rückkehr nach Frankreich ab. 1801 Rückkehrnach Frankreich, Ernennung zum Chef-Chirurg der Konsul-Garde, 1802 Promotion zum ersten Doktor der Medizin in Chirugie, Aufnahme in die Ehrenlegion, damit erhält er einen Offiziersrang.
Larrey nimmt insgesamt an 24 Feldzügen teil, immer in führenden Positonen, als Chef-Chirurg und als Inspekteur des Sanitätswesen.
1807 Ernennung zum Kommandeur der Ehrenlegion, somit im Generalsrang, 1809 Ernennung zum Baron. 1810 Veröffentlichung seiner ,,Chirurgischen Denkwürdigkeiten'' (3 Bände). 1815 wird Larrey bei Waterloo durch zwei Säbelhiebe verletzt und nur Dank Blücher entgeht er der Gefangenschaft.
1815-1817 verliert Larrey alle Ämter und Pensoinen, 1818 Rehabilitierung, wird Oberwundarzt der Königlichen Garde und Chef-Chirurg am Hôtel des Invalides.
Larrey stirbt am 25. Juli 1842 im Alter von76 Jahren an einer Lungenentzündung in Lyon.
Wenn man die Person Larrey kennen gelernt hat, sollte man auch etwas über das Umfeld erfahren, in denen er zeit seines Lebens beschäftigt war.Da sind zunächst die Art der Verwundungen bzw. Krankheiten : Stichverletzugen ( Bajonette), Schußverletzungen mit großen und kleinen Kaliber, Hiebverletzugen, Stürze vom Pferd, Erfrierungen, Typhus, Tetanus , Wundbrand (Gangrené), Trepanation (Schädelöffnen durch aufbohren).
Die am meisten angewendete Methode der sofortigen Behandliung war die Amputation.Es gibt zahlreiche Darstellungen (Gemälde und Zeichnungen) von Larrey , wie er auf dem Gefechtsfeld diese Methode ausführt. Die Dauer einer Amputation war in der Regel ca. 5-6 Minuten, in besonderen Fällen etwas mehr. Sie wurde ohne Anästhesie durchgeführt. Den Verletzten wurde ein Stück Holz oder Leder zwischen den Zähnen geschoben, im Winter wurde die Anästhesie durch den Frost ersetzt.Operationen bei -18°--20° waren keine Seltenheit, wobei die Instrumente vorgewärmt werden mußten z. B. bei Eylau.1812 bei Borodino führte Larrey eigenhändig 200 Amputationen durch, beim Rückzug aus Rußland 1812 Durchführung von Notoperationen bei -19° und organisieren der Mitnahme der Verwundeten.
Noch eine Bemerkung zur Anästhesie. Es gab ein Mittel dafür, stand aber wegen der hohen Anzahl von Verletzten nicht für alle zur Verfügung. Das eingesetzte Mittel wurde Sydenham genannt. Opium, Safran, Zimt und Nelken wurden in Malaga-Wein eingelegt un dann verabreicht. 1804 wurde Morphium vertraulich wenig genutzt, die öffentliche Nutzung erfolgte 1846.
Zum Abschluss noch einige bekannte Namen, die die Ehre hatten von Larrey operiert zu werden:
Marschall Lannes, die Generäle Eugén de Beauharnais, Bertránd, Daumesnil, Duroc, d'Hautpoul, Segur u. a,
Dominique Larrey hinterläßt uns seine Memoiren im 5 bändigen Werk ,, Medizinische Beziehungen der Feldzüge und Reisen von 1815-1840''