Begrenzende Faktoren für die Bauzeit der Cheops-Pyramide?

Weiß man ob es im alten Reich Flaschenzüge gab??? Oder kamen die erst später?
Ägyptische Bautechnologie

Steinabbau und Transport.
Die alten Ägypter gelten weithin als großartige Ingenieure, werden aber auch als äußerst konservativ angesehen. Diese beiden Ansichten stehen in einem echten Widerspruch zueinander. Zu der Größe der Ägypter gehörte auch die Fähigkeit, Lösungen für technische Probleme zu improvisieren. Dank ihrer Innovationen konnten die Ägypter neue Werkzeuge für den Steinbruch entwickeln und das Gewicht der Steine, die sie transportierten, im Laufe der Zeit erhöhen. An der Gewinnung und dem Transport von Steinen, die eine gefährliche Arbeit war, mussten viele Menschen beteiligt sein. Die Beschreibung einer Steinbruch-Expedition in der Inschrift von Amenemhet aus der Regierungszeit von Mentuhotep III. unterstreicht diese Realität, indem der Anführer die Tatsache, dass die gesamte Mannschaft sicher nach Ägypten zurückgekehrt ist, zu seinen größten Errungenschaften zählt. Dieser Erfolg wird mit Wundern in Verbindung gebracht, aber eindeutig gebührt ein Großteil des Verdienstes den Ägyptern, die sich intensiv mit den technischen Aspekten des Steinbruchs befasst haben. So entwickelten die Ägypter beispielsweise Methoden zum Abbau von harten und weichen Steinen.

Meißel und Äxte.
In den rund 2.300 Jahren vom Alten Reich (2675–2170 v. Chr.) bis zur Ptolemäerzeit (332–30 v. Chr.) gab es eine Weiterentwicklung der Werkzeuge, wie die unterschiedlichen Spuren der Meißel oder Äxte aus verschiedenen Epochen zeigen. In der früheren Zeit – dem Alten und Mittleren Reich – sind die Spuren unregelmäßige Linien, die alle in eine Richtung gekrümmt sind. (deepl)
----https://www.encyclopedia.com/humanities/culture-magazines/egyptian-construction-technology
 
das begreife ich nicht.
Nimm eine 1l-Cokeflasche und binde einen Bindfaden um den Flaschenhals.

Gewichtsanteil:
1. hebe sie am Faden senkrecht hoch. Fühlt sich wie ca. 1 kg an.
2. Geh nach draußen. Leg die Flasche auf die vereiste Straße und ziehe sie horizontal. -> fast keine Kraft erforderlich, weil das Gewicht jetzt von der Straße getragen wird.
3. Finde ein vereistes 45° Dach und wiederhole den Versuch dort. -> Fühlt sich nach 0,5 kg an. (bitte nicht tatsächlich raufkraxeln ;) )
Bei 45° lastet die Hälfte des Gewichts auf dem Dach und nur die andere Hälfte musst Du ziehen.

Gleitreibung:
Warte auf den Frühling und wiederhole die Versuche.
1. kein Unterschied, weil senkrecht keine Reibung
2. deutlich mehr Kraft, vielleicht 0,2 kg, weil PET auf Eis weniger Reibung erzeugt als PET auf Asphalt.
3. vielleicht 0,6 kg, weil Reibung von PET auf Dachziegel größer als PET auf Eis UND Reibung auch vom Gewicht abhängt
 
@aDuke danke! :)
ein paar Unklarheiten habe ich noch:
- anfangs (in Bewegung bringen) muss mehr Kraft aufgewendet werden (Haftreibung überwinden?)
die Gleitreibung nimmt mit zunehmender Steigung ab
irgendwas hakt da bei mir: ich hätte gedacht, sie bleibt gleich oder nimmt zu - - denn wenn das stimmt, wären steilere Rampen besser gewesen, und das vermag ich nicht zu glauben.
 
irgendwas hakt da bei mir: ich hätte gedacht, sie bleibt gleich oder nimmt zu - - denn wenn das stimmt, wären steilere Rampen besser gewesen, und das vermag ich nicht zu glauben.
Bei einer steileren Rampe sinkt die Gleitreibung, aber die Kraft, die man aufwenden muss, um die durch den Steinblock verursachte Schwerkraft zu überwinden, steigt. Und selbst wenn man die Gleitreibung vernachlässigen kann, muss eine flache Rampe nicht besser sein als eine steilere. Nehmen wir z. B. mal eine Rampe mit 1% Steigung. Dann muss man deutlich weniger Kraft aufwenden als bei 8%, aber dafür wird der Weg, denn man den Stein ziehen muss, dann 8 mal so lang.

Es ist letzten Endes ein Optimierungsproblem und es hängt von den konkreten Umständen ab, welche Steigung optimal ist.
 
aber genügen diese x Arbeiter, um ihn überhaupt in Bewegung zu bringen?
Oh, da hast Du jetzt aber voll den richtigen Riecher :) Nein, sie genügen nicht.
Das ist der Unterschied zwischen statischer Reibung und kinetischer oder auch Gleitreibung.
Static_kinetic_friction_vs_time.png


Ich hab ein halbes video dazu gemacht. Ist aber noch nicht veröffentlicht.

Statische Reibung ist der Widerstand, den ein Stein/Schlitten/Körper dem Versuch, ihn zu bewegen, entgegensetzt. Ist dieser überwunden, bleibt nur noch die Gleitreibung, die meist deutlich niedriger ist.

Hat aber nix mit Massenträgheit zu tun. Die kommt noch on top, ist aber für unsere Zwecke vernachlässigbar.
 
Eine kluge (und deshalb sehr wahrscheinlich eingesetzte) Strategie wäre es also, die Zugmannschaft so zu bemessen, dass sie bei vollem Krafteinsatz den Schlitten nach einem Halt ohne fremde Hilfe wieder in Gang setzen können. Bewegt er sich erst mal, brauchen sie nur noch 2/3 oder so ihrer Kraft. Das lässt sich schon eher den halben Tag durchhalten (die andere Hälfte ziehen sie ja den leeren Schlitten zurück). Ansonsten muss man halt so lange aufstocken, bis sie es durchhalten.

==> 20-30 Mann pro Stein ist durchaus plausibel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Leider hast Du in Deiner Rechnung die Gleitreibung nicht berücksichtigt.
Ich erwaehte Wasser und Fette auf der hoelzernen Gleitspur. Kann man auch auf einem Bild sehen.
Auf dem gleichen Bild sieht man Loecher an der Seite der Gleitbahn. Man darf vermuten dass diese als Hebelloecher fuer starke Holzstanken dienen, die seitwaerts abrutschende Bloecke in ihren Platz zurueck hebeln.
 
==> 20-30 Mann pro Stein ist durchaus plausibel.
.Bei sehr niedrigem Gewicht, ja, mit Ach und Krach in grosser Hitze ,vielleicht.
..bei 3Grad / 5.24% Rampenanstieg einer nach oben hin immer laenger werdenden Rampe.

Es braucht ja schon zwei Maenner um einen Kuehlschrank reinzuschleppen, ganz zu schweigen davon ,wenn's ueber Treppen geht....
 
.Bei sehr niedrigem Gewicht, ja, mit Ach und Krach in grosser Hitze ,vielleicht.
..bei 3Grad / 5.24% Rampenanstieg einer nach oben hin immer laenger werdenden Rampe.

Es braucht ja schon zwei Maenner um einen Kuehlschrank reinzuschleppen, ganz zu schweigen davon ,wenn's ueber Treppen geht....
Schleppen ist nicht ziehen und Treppen sind keine Rampen. Da hinkt der Vergleich also, egal, was man von der vorgestellten These hält.

Hinzu käme noch, dass - wenn es sich nicht um professionelle Möbelpacker handelt - mangels regelmäßigen Schleppens die Koordination oft nicht stimmt, zudem Treppenhäuser meist gewunden und oft eng sind, was die Manövrierfähigkeit erheblich reduziert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schleppen ist nicht ziehen und Treppen sind keine Rampen. Da hinkt der Vergleich also, egal, was man von der vorgestellten These hält.
Mal davon ab, dass das größte Problem beim Möbelschleppen ja in der Regel auch nicht das Gewicht ist, sondern eher der begrenzte Platz im Treppenhaus. Mit dem Problem dürfte man beim Pyramiedenbau auch weniger zu kämpfen gehabt haben.
 
Ich erwaehte Wasser und Fette auf der hoelzernen Gleitspur.
Schön. Davon wird die Reibung aber nicht NULL.

Wenn 70 kg Mensch auf Schmierseife ausrutschen, scheint sie NULL zu sein. Bei 2,6 t sieht das aber schon ganz anders aus. Sie ist nämlich gewichtsabhängig.

Und sie fehlt in Deiner Berechnung.
 
Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse:

1. Holz
Der Palermostein besagt, dass in der 4. Dynastie Zedernholz reichlich vorhanden oder zumindest beschaffbar war. Und das kostenlos.

2. Geld
Die Steine waren garantiert kostenlos. Das Holz also auch. Bleiben also nur die Kosten für die Versorgung der zigtausend Arbeiter und die Gehälter der Profis. Das waren aber nach meiner Einschätzung nur einige wenige hundert. Sollte also für einen wohlhabenden Pharao nicht wirklich ein Problem sein.
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Pharao sagt "haltet die Baustelle an, das Geld ist alle und wir müssen erst auf den nächsten Steuertermin warten". Nee, wirklich nicht ;)

Wenn es also Geld und Holz nicht waren, was ist dann mit der menpower? i.e. wie viele Arbeiter konnte der Pharao maximal rekrutieren?
Meine bisherigen Überlegungen dazu sehen so aus (überschlägig):
Gesamtbevölkerung: 1 Mio
davon Kinder: 400k
Handwerker, Priester und Beamte: 100k
==> männliche Bauern: 250k

Wenn er davon 100k/40% oder auch nur 50k/20% ganzjährig über mehrere Jahre einzieht, gefährdet er die Nahrungsversorgung des Volkes. Und das kann auch für Pharaonen bekanntlich bös enden.

Nun werden aber die meisten Arbeiter im Nildelta gelebt haben. Und da ist keine Farm weiter als 100 km von Gizeh entfernt. Kann man also in 1-3 Tagesmärschen recht bequem erreichen.
  • Auch auf heutigen Bauernhöfen gilt zur Erntezeit "all hands on deck".
  • Nach der Nilflut müssen Sedimente aus Be- und Entwässerungsgräben entfernt werden. Schwerstarbeit.
  • Das 'Pflügen' mit einem Grabstock vor der Aussaat stelle ich mir auch richtig hart vor.
In diesen drei Phasen (je 1 Monat(?)) werden die Männer auf der Farm gebraucht. Säen, Unkraut jäten und bewässern können auch die Frauen und Kinder.
==> wenn man den Arbeitern diese 3 Monate 'Urlaub' gibt, gefährdet man nicht die Nahrungsversorgung und die Bauzeit verlängert sich nur um 25%. Der Pharao könnte also nahezu beliebig viele Bauern einziehen.

Was meint Ihr dazu? Hat jemand bessere Zahlen?
 
Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse:

1. Holz
Der Palermostein besagt, dass in der 4. Dynastie Zedernholz reichlich vorhanden oder zumindest beschaffbar war. Und das kostenlos.

2. Geld
Die Steine waren garantiert kostenlos. Das Holz also auch. Bleiben also nur die Kosten für die Versorgung der zigtausend Arbeiter und die Gehälter der Profis. Das waren aber nach meiner Einschätzung nur einige wenige hundert. Sollte also für einen wohlhabenden Pharao nicht wirklich ein Problem sein.
Ich kann mir auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Pharao sagt "haltet die Baustelle an, das Geld ist alle und wir müssen erst auf den nächsten Steuertermin warten". Nee, wirklich nicht ;)
Es gab damals noch kein Geld! Arbeiter wurden mit Nahrungsmitteln und Bier bezahlt. Wenn mich nicht alles täuscht gibt es darüber sogar Aufzeichnungen?
 
Auch Gold, Perlen, Edelsteine und Silber waren keine Tauschwährung für die Bauern. Die wurden ausschließlich mit Dingen des täglichen Bedarfs "bezahlt". Der Pharao kann eh nur bei relativ vollen Speichern bauen. Ich denke nicht, das die "Bezahlung" überhaupt ein Punkt ist. Bei schlechter Ernte liegt die Problematik dort.
 
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