Ravenik
Aktives Mitglied
Damit wird das Geschilderte aber nicht in Abrede gestellt, sondern rational zu erklären versucht. (Das gibt es heute noch, man denke an "rationale" Erklärungsversuche für die Ägyptischen Plagen.) Statt ein Geschehnis für frei erfunden zu erklären, wird eine Erklärung gesucht, die es rettet, ohne Wunder bemühen zu müssen.Übersetzung:
Dem Senat wurde gemeldet, daß es Blut geregnet habe, auch führe der Fluß Atratus Blut mit sich, und die Bilder der Götter hätten geschwitzt. Glaubst du etwa, daß Thales oder Anaxagoras oder irgendein Physiker diesen Meldungen Glauben geschenkt hätte? Denn Blut und Schweiß kommt nur aus dem Körper. Aber es kann durch eine gewisse Verbindung mit der Erde eine dem Blut ganz ähnliche Färbung entstehen, und eine von außen anschlagende Feuchtigkeit, wie wir beim Südwind an den Bekleidungen der Wände sehen, scheint den Schweiß nachzuahmen.
Cicero war als Augur natürlich in einer besonderen Zwickmühle.
Ja, vor allem bei Lukian von Samosata kann man fündig werden. In seiner Schrift "Alexandros e pseudomantis" zerpflückt er die Machenschaften ebendieses Alexanders und die von ihm inszenierten Wunder.Mal eine Frage an die Antike-Kenner—wurde eigentlich in zeitgenössischen Darstellungen an solchen Schilderungen Kritik geübt, und wenn ja, wie? Wurde die Echtheit des Geschilderten in Abrede gestellt
Zuletzt bearbeitet: