Das Geheimnis um die Exhumierung von Napoleon auf Sankt Helena

Zunächst einige Daten zum zeitlichen Verlauf:
Tod Napoleons am 5. Mai 1821, Obduktion durch Dr. Antommachi am 6.Mai, Abnehmen der Totenmaske durch Dr. Antommachi am 7. Mai, Einbringen in den Sarg am 7. Mai, Einbringen in Grabkammer (3 Meter tief) am 9. Mai.
Exhumierung und Öffnen des Sarges am 15. Oktober 1840.

Folgende Unregelmäßigkeiten wurden bei der Exhumierung und Öffnung des Sarges 1840 festgestellt, die hier Anlass zur Diskussion geben.
1. Unregelmäßigkeiten bei der Lagerung des Sarges in der Grube deuten auf eine Öffnung der Grube hin. Sarg war auf 2 Hölzern ( vlt. Bohlen) an Kopf-und Fußende zum Schutz vor Feuchtigkeit gelagert. 1840 nicht mehr vorhanden.

2. Anzahl und Ausrichtung der Särge. Montholon wünscht 3 Särge, Weißblech, Blei, Mahagonie ( vom Tisch eines englischen Offiziers), keine Auskleidung des Inneren mit Velour ( ist bezeugt und bestätigt durch geheimen Bericht). 1840- 4 Särge. Hier haben sich die Zeugen geirrt, der 4. wurde verspätet nachgeliefert.

3. Uniform und Stiefel. 1821 , grüne, schon etwas verblichene Uniform eines Obersten der Gardejäger ,. Orden auf den Totenbett: Kreuz der Ehrenlegon mit Kreuz therminal, Grand Cordon der Ehrenlgion, Orden der Eisernen Krone, Orden der Vereinigung. Orden auf der Uniform.
Hut mit Kokarde auf seinen Füßen, seidene Strümpfe, Stiefel mit silbernen Sporen
1840 Orden unter der Kleidung, Kreuz therminal von Orden der Ehrenlegion fehlt. einfache Uniform, Hut ohne Kokarde auf seinen Füßen, Stiefel ohne Sporen , Stiefelnähte sind gerissen und zeigen nackte Zehen, keine Strümpfe

4. Behältnisse in Silber : 2 Behältnisse mit Magen und Herz, deponiert von Dr. Antommachi in der linken unteren Ecke des Weißblechsarges (am Fuß und Knöchel). 1840: deponiert zwischen den Beinen ( ist bezeugt)

5. Aspekt der Ansicht des Körpers : 1821 Kopf und Bart sind ganz rasiert, Mund ist geschlossen, vollständide Alterungsspuren, Gesicht unnkenntlich entstellt, Vorspiel einer Verwesung (Geruch), Glieder sind lang ausgestreckt
1840 Gesicht hat einen Bart, Kopf einige Haare (mumifiziert), Mund geöffnet, sichbat 3 weiße Zähne, Gesicht jung und edel ohne Alterung ( Ausdruck ist natürlich übertrieben!), Körper ist perfekt errhalten, Glieder sind gebeugt ( Cipriani war größer als Napoleon)

Weitere Informationen, die nicht unmittelbar mit der Exhumierung zusammenhängen sind
-die Totenmaske von Dr. Antommachi
- Der Leichenwagen Naoleons

Als man den Sarg am 15. Oktober 1840 für ca. 3 Minuten öffnete war man zunächst überzeugt den skelletierten Leichnams zufinden. Dr. O'Meara hatte bereits bei der Obduktion am 7. Mai 1821 entschieden, 2 Backenzähne zwecks einer eventuellen späteren Identifikaton zu ziehen. Aber welch eine Überraschung. Der Leichnam war komplett erhalten, ein Gesicht erkennbar, Euphorie und Jubel brach aus, Gedränge setzte ein, jeder wollte den Kaiser sehen, der dalag, als ob er schliefe. Man hatte das gesehen, was man sehen wollte. Einige schwiegen. Es waren jene , die 1821 bei der Inhumation dabei waren, wie Bertrand, Montholon, Marchand und sowie 1840 Las Cases Sohn, Gourgaud.

Wie diese Unregelmäßigkeiten eingeordnet werden können, liegt immer im Anblick eurer Betrachtung.

Zeugen, schriftliche Ausagen, Angaben in Briefen von Beteligten u.a. habe ich hier nicht angeführt.
 
Folgende Unregelmäßigkeiten wurden bei der Exhumierung und Öffnung des Sarges 1840 festgestellt,
Wie gesagt, bei Emmanuel Pons Dieudonné de Las Cases im Tagebuch von der Belle-Poule, Journal écrit a bord de la frégate La Belle-Poule par Emm.el B.on de Las Cases, 1841, ist von derlei Unregelmäßigkeiten keine Rede. Wo kann man das nachlesen?

1. Unregelmäßigkeiten bei der Lagerung des Sarges in der Grube deuten auf eine Öffnung der Grube hin. Sarg war auf 2 Hölzern ( vlt. Bohlen) an Kopf-und Fußende zum Schutz vor Feuchtigkeit gelagert. 1840 nicht mehr vorhanden.

Gegen eine Öffnung des Grabes spricht auch die Festigkeit der Gruft. Es sind mehrere Metallgitter zu entfernen, bevor man sich durch "römischen Beton" arbeiten muss, das alles dauert gut zehn Stunden. Wer hätte dies mit welchen Gründen alles unternehmen sollen?

5 Tage nach Napoleons Begräbnis schrieb Howe einen Brief mit der Beschreibung von Napoleons Grab nach England:

A large pit was sunk of a sufficient width all round, to admit of a wall two feet thick of solid masonry, being constructed on each side; thus, forming an exact oblong, the hollow space within which was precisely twelve feet deep – near eight long and five wide. A bed of masonry was at the bottom. Upon this foundation, supported by 8 square stones each a foot in height, there was laid a slab of white stone, five inches thick; four other slabs of the same thickness closed the sides and ends, which being joined at the angles by Roman cement, formed a species of stone grave or sarcophagus. This was just of depth sufficient to admit the coffin being placed within it. Another large slab of white stone which was supported on one side by two pullies, was let down upon the grave, after the coffin had been put into it, and every interstice afterwards filled with stone and Roman cement. Above the slab of white stone which formed the cover of the grave, two layers of masonry, strongly cemented, and even cramped together, were built in, so as to unite with the two-foot wall which supported the earth on each side, and the vacant space between this last work of masonry and the surface of the ground, being about eight feet in depth, was afterwards filled up with earth. The whole was then covered in a little above the level of the ground, with another bed of flat stones, whose external surface extending to the brink of the two-foot wall on each side of the grave, covers a space of twelve feet long and nine feet wide.​



2. Anzahl und Ausrichtung der Särge. Montholon wünscht 3 Särge, Weißblech, Blei, Mahagonie ( vom Tisch eines englischen Offiziers), keine Auskleidung des Inneren mit Velour ( ist bezeugt und bestätigt durch geheimen Bericht). 1840- 4 Särge. Hier haben sich die Zeugen geirrt, der 4. wurde verspätet nachgeliefert.
Hören wir dazu noch mal den Augenzeugen der Exhuminierung Las Cases:

Man schritt dann in Andacht zur Öffnung des Bleisarges.​
Darin befand sich ein dritter Sarg aus Mahagoni, in vollkommenem Erhaltungszustand. Er war trotz der verstrichenen Zeit so wenig angegriffen, dass man mehrere der Schrauben, die ihn verschlossen, einfach herausdrehen konnte.​
Nachdem dieser geöffnet war, erblickte man einen vierten, aus Weißblech, gut erhalten; man wusste, dass es der letzte war. Der Leichnam des Kaisers war darin niedergelegt worden, bekleidet mit seiner vollständigen Uniform als Oberst der Jäger der Garde, wie sie in Frankreich bekannt ist. Sein Kopf und sein Bart waren rasiert worden; sein Hut lag nahe bei den Knien, und die beiden Gefäße, die dem Protokoll zufolge Herz und Magen enthielten, waren etwas oberhalb der Füße zwischen den Beinen aufgestellt.​
 
3. Uniform und Stiefel. 1821 , grüne, schon etwas verblichene Uniform eines Obersten der Gardejäger ,. Orden auf den Totenbett: Kreuz der Ehrenlegon mit Kreuz therminal, Grand Cordon der Ehrenlgion, Orden der Eisernen Krone, Orden der Vereinigung. Orden auf der Uniform.
Hut mit Kokarde auf seinen Füßen, seidene Strümpfe, Stiefel mit silbernen Sporen
1840 Orden unter der Kleidung, Kreuz therminal von Orden der Ehrenlegion fehlt. einfache Uniform, Hut ohne Kokarde auf seinen Füßen, Stiefel ohne Sporen , Stiefelnähte sind gerissen und zeigen nackte Zehen, keine Strümpfe
Also die Uniform beschreibt Las Cases, Augenzeuge der Exhumation und nach 1815 für einige Zeit eine Art Privatsekretär von Napoleon, bevor sein Vater und er von Howe der Insel verwiesen wurde, als die des Obersten der Gardejäger:

revètu de son habillement complet de colonel des chasseurs de la garde, si connu en France​
und die Orden waren auch an Ort und Stelle und nicht etwa unter der Uniform verborgen:

La forme de sond habit de chasseur ainsi que les boutons, se voyaient parfaitement. La plaque et à côte d'elle les deux décorations, la légion-d'honneur et la couronne de fer étaient sur la poitrine, la plaque presque noire, mais les décorations brillant encore. Les épaulettes petites, étaient a leur place, toutefpois portées un peu en avant: l'or était très-bruni. On distinguait très-bien la couleur rouge du parement du ras gauche, le fond vert du rest de l'habit, et, sortant de dessous l'habit, une patie du grand cordon de la légion d'honneur.​
5. Aspekt der Ansicht des Körpers : 1821 Kopf und Bart sind ganz rasiert, Mund ist geschlossen, vollständige Alterungsspuren, Gesicht unnkenntlich entstellt, Vorspiel einer Verwesung (Geruch), Glieder sind lang ausgestreckt
1840 Gesicht hat einen Bart, Kopf einige Haare (mumifiziert), Mund geöffnet, sichbat 3 weiße Zähne, Gesicht jung und edel ohne Alterung ( Ausdruck ist natürlich übertrieben!), Körper ist perfekt erhalten, Glieder sind gebeugt ( Cipriani war größer als Napoleon)

La main droite était serrée contre le corps et presque tout-à-fait cachée; la gauche paraissait entièrement. Elle n'etait pas blacn mat comme les pieds, elle N'avait pas perdu la forme jolie qu'ell avait pendant la vie. Le coteur la toucha: elle était souple et céda sous sond doigt. Le bas du visage avait conservé toute sa régularité. Le haut, particulièrement la place des pommettes était tumßefié et élargi, le nez seulement présentait de l'altération. Le coteur palpa le visage, il le trouva dur, ce qui lui fit dire qu'il était momifié. La bouche avait conservé sa forme, les lèvres étaient un peu entr'ouvertes; entre elles paraissaient trois des dent supérieures d'une grand blancheur. La barbe un peu repoussée (peut être une demi-ligne), donnait une teinte bleuâtre prononcée. La tête était très-grosse: on voyait parfaitement sa forme, et elle semblait très légèrement enduit d'une substance blanchâtre. Le front apparaissait large et élevé. Les sourcils n'étaient pas entièrement tombés. Les paupières étaient fermées: une partie des cils y tenauen encore.... C'ètait bien Napoléon! ... Napoléon privé de vie, mais non détruit! on eût presque dit quìl était encore à ce cernier jour de sa carrière de travaux et de périls .... au premier jour de l'éternité!.....​
Die rechte Hand war an den Körper gepresst und fast vollständig verborgen; die linke war ganz sichtbar. Sie war nicht mattweiß wie die Füße; sie hatte die schöne Form, die sie im Leben besessen hatte, nicht verloren. Der Doktor berührte sie: sie war geschmeidig und gab unter seinem Finger nach. Der untere Teil des Gesichts hatte seine ganze Regelmäßigkeit bewahrt. Der obere Teil, besonders die Gegend der Wangenknochen, war angeschwollen und verbreitert; nur die Nase zeigte Veränderungen. Der Doktor betastete das Gesicht; er fand es hart, was ihn zu der Aussage veranlasste, es sei mumifiziert.​
Der Mund hatte seine Form behalten; die Lippen waren leicht geöffnet; zwischen ihnen erschienen drei der oberen Zähne von großer Weiße. Der etwas nachgewachsene Bart (vielleicht eine halbe Linie) verlieh ihm einen deutlich bläulichen Ton. Der Kopf war sehr groß; man erkannte seine Form vollkommen, und er schien ganz leicht mit einer weißlichen Substanz überzogen. Die Stirn erschien breit und hoch. Die Augenbrauen waren nicht vollständig ausgefallen. Die Augenlider waren geschlossen; ein Teil der Wimpern haftete noch daran … Es war wirklich Napoleon! … Napoleon des Lebens beraubt, aber nicht zerstört! Man hätte fast gesagt, er sei noch an jenem letzten Tag seiner Laufbahn voller Mühen und Gefahren … am ersten Tag der Ewigkeit! …​

So, also Las Cases, der Napoleon bis 1816 als Privatsekretär gedient hatte, ist davon überzeugt Napoleon wiederzuerkennen. Auch erwähnt er keinerlei Zweifel bei anderen.
Bleibt die Frage nach dem Bart:

La barbe un peu repoussée (peut être une demi-ligne), donnait une teinte bleuâtre prononcée.​
Der Bart sei - une demi-ligne - nachgewachsen und habe dem Gesicht einen bläulichen Ton verliehen. Klar, beim Tod findet keine Verstoffwechselung mehr statt, dementsprechend auch kein (Haar)Wachstum mehr. Wie also ist ein leichter Bartansatz (une demi-ligne) zu erklären? Las Cases und die Zeigen der Exhumation wussten vielleicht nicht, was wir heute wissen. Ich zitiere die GEO, Rubrik Der populäre Irrtum:

Haare und Nägel wachsen nach dem Ableben weiter? Schöne Gruselgeschichte, aber keineswegs wahr
Immer wieder gibt es Berichte von aufgebahrten Leichnamen, deren Barthaare angeblich von Tag zu Tag länger werden. Und Mumien scheinen unnatürlich lange Fingernägel zu haben - als hätten diese Körperzellen nach dem Tod des Menschen noch eine Weile fortgelebt. Aber kann das wirklich sein? [...] Und doch scheinen Mumien lange Fingernägel zu haben. Das liegt daran, dass das Fleisch der Finger langsam in sich zusammenfällt, der Nagel aber die gleiche Größe behält. Auch die Gesichtshaut eines Leichnams schrumpft, weshalb nach und nach die Barthaare zum Vorschein kommen. Nicht die Haare und Nägel wachsen also, sondern der Rest des Körpers wird kleiner.​
Also: Falsche Erklärung des Phänomens 1840, aber keineswegs Beleg für einen untergeschobenen Leichnam, sondern absolut erwartbar.


Zeugen, schriftliche Ausagen, Angaben in Briefen von Beteligten u.a. habe ich hier nicht angeführt.
Aber gerade das wäre doch das interessante!
 
Le docteur Guillard déclarait à M. de Chabot, que, vu l'ètonnante conservation du corps, son opinion était qu'il fallait tout refermer immédiatement, ce qui fut autorisé. Le docteur, après l'avoir légèrement enduit de créosote, replaca le morceau de soie ouaté dans la même position où il avait été trouvè, et le cercueil fut clos. Il était une heure. On ne put resouder le fer-blanc, les ouvriers affirmaient qu'il était trop exidé, que cela demanderait un travail de plusiers heures et le te le permettait pas. Mais on revissa le cercueil en acajou. M. le docteur Guillard fit resouder devant lui avec le plus grand soin l'ancien cercueil en plomb. On le placa très-bien assujetti dans le nouveau cercueil en plomb qui fut fermé d'une immense plaque, sur laquelle était écrit en lettres d'or Napoléon, Empereur et Roi mort a Sainte Hélène, Le V Mai
 
Drei oder vier Särge?

2. Anzahl und Ausrichtung der Särge. Montholon wünscht 3 Särge, Weißblech, Blei, Mahagonie ( vom Tisch eines englischen Offiziers), keine Auskleidung des Inneren mit Velour ( ist bezeugt und bestätigt durch geheimen Bericht). 1840- 4 Särge. Hier haben sich die Zeugen geirrt, der 4. wurde verspätet nachgeliefert.
"Ali", der Diener von Napoleon, Louis-Étienne Saint-Denis, schreibt in seinen 'Andenken' (Souvenirs, 1826) (ich habe leider nur eine amerikanische ÜS (1922) zur Auswahl, nicht das frz. Original):

During the evening, May 7th, the coffin was brought, or, to speak more properly, the coffins, for there were three of them, one of tin, upholstered with white satin, a second of mahogany, and a third of lead. A fourth, of mahogany, which was to inclose the first three, was not brought till the next morning.​
[...]​
THE French assembled during the morning. Some English Catholics who had been notified came to be present at divine service. Abbé Vignaly said mass, and then the prayers for the dead were read. When this was finished the mahogany coffin was brought and the leaden one was placed in it.​

Das Zitat erstreckt sich über zwei Kapitel, in der englischen ÜS Death und Funeral. Der zweite Teil ist der Anfang des Kapitels Funeral.

Also: Am Abend des 7. Mai wurden drei Särge gebracht, einer aus Zinn, der mit weißem Satin ausgekleidet war, einer aus Mahagoni, einer aus Blei. Ein vierter Sarg, wiederum aus Mahagoni, wurde am Folgemorgen gebracht und die übrigen drei Särge dort eingebracht. Also: Napoleon wurde nach dem Zeugnis von Napoleons Kammerdiener in vier Särgen bestattet.
Antommarchi spricht hingegen nur von drei Särgen: Am Folgemorgen wird kein zweiter Mahagoni-Sarg erwähnt.

Mémoires du Docteur F. Antommarchi oi les derniers momens de Napoleón, 1825:

La caisse qui devait recevoir l'empereur était arrivée, je fus obligé d'y mettre le coeur et l'estomac. Je m'étais flatté de les transporter en Europe, mais toutes mes démarches furent inutiles: J'eus la douleir d'étre refusé. Je laissai le premier de ces organes dans le vase qui d'abord l'avait recu, et mis le second dans un autre vase de même métal et de form cilindrique, qui servait à serrer l'éponge de Napoléon. Je remplis l'un, celui qui contennait le coeur, d'alcohol; je le fermai hermétiquement, je le soudai, et les déposai l'un et l'autre aux angles du cercueil. On y descendit Napoléon; en le palaca dans la caisse de fer-blanc, qu'on avait garnie d'une espèce de matelas, d'unorciller, et revêtue en satin blanc. Le chapeau, ne pouvant rester, faute d'espace, sur la tête du mort, fut mis sur ses pieds, en y mit aussi des aigles, des pièces de toutes les monnaies frappées à son effigie, son couvert, sou conteau, une assiette avec ses armes, etc. on ferma la caisse, on la souda avex soin, et on la pass dans imeautre en acajou qu'on mit dans une troisème, faite en plomb, qui fut elle-même où le corps l'avait été et on le couvrit avec le manteau que portait Napléon à la bataille de Marengo.​

Also: "Ali" erwähnt vier Särge, Las Cases erwähnt vier Särge, Antommarchi erwähnt drei Särge.
Die Verschwörungstheorie basiert gewissermaßen darauf, dass Antommarchi nur drei Särge erwähnt. Aber "Ali" erwähnt sie. Hm... was machen wir nun mit "Ali" und Antommarchi?
"Ali" schrieb seine Souvenirs nach dem Tod Napoleons aus der Erinnerung. Er hatte keine Aufzeichnungen, wie er selber bekundet, außer von einer Etappe des Russlandfeldzugs (glaube ich mich zu erinnern). Antommarchi hingegen präsentiert ein Tagebuch.
Wirklich?
Frz. Historiker sind der Auffassung, dass Antommarchi als wenig vertrauenswürdig gilt, sein Tagebuch redaktionell überarbeitet hat. Ob das nun die Frage der Grablege oder der Anzahl der Särge betrifft, wohl eher unwahrscheinlich. Also was machen wir mit den unterschiedlichen Angaben?
Es gibt keinen Grund für Antommarchi den vierten Sarg nicht zu erwähnen aber auch keinen Grund für "Ali" den vierten Sarg zu erfinden (da hätte der ja schon im Zeitraum 1821 - 26 wissen müssen, dass 1840 Napoleon in vier Särgen aufgefunden würde (was nebenbei von den Exhumatoren auch erwartet wurde) und Teil einer englischen Verschwörung sein müssen.
Wir müssen einfach davon ausgehen, dass Antommarchi - dass er von dem vierten Sarg nichts wusste ist, nicht wahrscheinlich - einfach vergessen hat, diesen zu erwähnen. (Ich jedenfalls kann das gut nachvollziehen, oft wenn ich meine eigenen Beiträge Stunden nach abschicken lese, fällt mir auf, dass ich ein wichtiges Argument unerwähnt gelassen habe, das mir beim Schreiben durchaus präsent war.)
Anzunehmen, dass der vierte Sarg nicht existierte bzw. erst nach einer heimlichen Exhumierung Napoleons und Unterschiebung einer Napoleon offensichtlich ausreichend ähnlichen Leiche durch die Briten hinzugefügt wurde, aufgrund der Nichterwähnung des vierten Sarges bei Antommarchi, wäre eine argumentatio ex silentio, die methodisch heikel ist, umso mehr, als dass der vierte Sarg 1840 niemanden überraschte und auch bei "Ali" erwähnt wird.

4. Behältnisse in Silber : 2 Behältnisse mit Magen und Herz, deponiert von Dr. Antommachi in der linken unteren Ecke des Weißblechsarges (am Fuß und Knöchel). 1840: deponiert zwischen den Beinen ( ist bezeugt)
Ali äußert sich nicht darüber, wo genau die Gefäße mit Herz und Magen plaziert wurden.

We were obliged to place in the coffin, to the great regret of us Frenchmen, the two vases containing the heart and the stomach (the first had been intended for the Empress), but such were the instructions of the English government communicated to the testamentary executors. The covers of the vases had been soldered on with sufficient care to prevent the alcohol from escaping. At the moment when the plumber was about to put on the coffin lid in order to solder it down the Grand Marshal took the Emperor's hand for the last time and pressed it with great emotion. In a moment the beautiful head of Napoleon would be hidden from all eyes.​
Antommarchi erwähnt nicht, dass er die Gefäße in die "linke untere Ecke" gestellt habe, sondern, dass er sie in die Ecken des Sarges gestellt habe:

et les déposai l'un et l'autre aux angles du cercueil.​
Zeitlicher Ablauf:
  1. Napoleon liegt im Sarg aus fer-blanc (Zinn). Antommarchi platziert die Gefäße aus Silber in verschiedenen Ecken des Sarges (vermutlich bei den Füßen).
  2. Der Zinnsarg wird verschlossen.
  3. Der Zinnsarg wird in einen Mahagonisarg gelegt.
  4. Der Mahagonisarg wird in einen Bleisarg gelegt.
  5. (bei Antommarchi nicht dokumentiert aber anderweitig, etwa "Ali": der Bleisarg wird wiederum in einen Mahaoisarg verfrachtet)
  6. die vier Särge werden auf einen Leichenwagen verfrachtet und von Longwood House ins Geranium Valley verfrachtet.
  7. die Särge, deren Gewicht betont wird, werden aus dem Leichenwagen herausgehoben und auf Schultern zum Grab gebracht.
  8. die Särge werden ins Erdreich hinabgelassen.
Zwischen Punkt 2 und Punkt 8 gibt es hinreichend Gelegenheit für die Gefäße, sich zu dislozieren. Ja, ich würde genau das sogar erwarten.
 
Drei oder vier Särge? - II

Louis-Étienne Saint-Denis ("Ali"): Zinn - Mahagoni - Blei - Mahagoni (am Folgemorgen)
Francisco Carlo Antommarchi: Zinn - Mahagoni - Blei
Claude Marin Henri de Montchenu (amtlich frz. Dokumentation, editiert durch Georges Firmin-Didot): Zinn - Blei - Mahagoni.

Montchenu und Antommarchi stimmen darin überein, dass es sich nur um drei Särge handelt, allerdings differiert bei ihnen die Reihenfolge.

Montchenu/Firmin-Diderot:

Cejourd'hui, sept mai meil huit cent vingt-un, à Lomgwood, île de Sainte-Hélène, le coprs de l'empereur Napoléon, étant revêtu de l'uniforme des chasseurs de sa garde, a été, par nous soussignés, déposé dans un cercueil de fer blanc, doublé de satin blanc, oreiller et matelas de même étoffe. Nous y avons également déposé le coeur, renfermé dans un vase d'argent, surmonté de l'aigle impériale, et la boîte contenant l'estomac; de plus uns vase d'argent aux armes impériales, un couvert d'argent dito, une assiette dito [...] Ce premier cercueil, ayant été soudé en notre présence, a été placé dans autre en plomb, lequel après avoir été également soudé, a été renfermé dans un troisième cercueil de bois d'acajou. Le cercueil a été placé sur le lit de camp, dans la chapelle ardente, et recouvert d'un drap mortuaire en velours, sur lequel nous avons étendu le manteau, que, depuis la bataille de Marengo, L'Empereur portait dans toutes ses campagnes.​
Was aber das Problem des argumentum ex silentio nicht aufhebt.
 
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