Das Turiner Grabtuch

Die Entstehung von was genau?
Mir ging es natürlich um die Herstellung des Bildes, egal welche Technik jetzt genau dafür verwendet wurde. Du hast ja selbst die C-14-Datierung erwähnt. Falls 1325 zutrifft, hätte das Bild schon gut 30 Jahre bestanden, als es erstmals gezeigt wurde und etwa 45-50, als erstmals behauptet wird, es sei eine Fälschung. Persönlich habe ich keine besonders starke Meinung zu dem Tuch, mir ging es eigentlich nur darum, dass nicht jede später als wundersam entstandene oder aufgefundene Reliquie ursprünglich auf einem Betrugsversuch beruht haben muss.
 
Noch einen Nachtrag zu dem Verriss der Arbeit der Gruppe um De Caro, also die Übersetzung des restlichen Abstracts:

"Es werden konkrete Anforderungen an die Glaubwürdigkeit vorgeschlagen, darunter Vorregistrierung, unabhängige Replikation, verblindete Proben, eine transparente Nachverfolgbarkeit sowie systematische Sensitivitätsanalysen, die den Einfluss plausibler Umweltverläufe begrenzen."

Anders ausgedrückt: Die von den Grabtuch-Esoterikern verfochtene Arbeit enthält genau das nicht.
 
Mir ging es natürlich um die Herstellung des Bildes, egal welche Technik jetzt genau dafür verwendet wurde. Du hast ja selbst die C-14-Datierung erwähnt.

Die C-14-Datierung bezieht sich auf den Stoff, nicht auf die Herstellung des Bildes.


Falls 1325 zutrifft, hätte das Bild schon gut 30 Jahre bestanden, als es erstmals gezeigt wurde

Nein, dann wäre der Stoff schon 30 Jahre alt gewesen. Um ein Bild zu malen, benötigt man kein fabrikneues Leinen.


mir ging es eigentlich nur darum, dass nicht jede später als wundersam entstandene oder aufgefundene Reliquie ursprünglich auf einem Betrugsversuch beruht haben muss.

Das hat auch niemand behauptet. Tatsache ist aber, dass im 14. Jahrhundert die Herstellung gefälschter Reliquien grassierte und Oresme das Grabtuch als Paradebeispiel für solche eindeutigen Fakes erwähnt:

"... quia sic multi viri ecclesiastici deciperent alios ut oblationes suis ecclesiis afferrent [offerrent?]. Patet hoc ad sensum de ecclesia in Campania ubi dicebatur quod esset sudarium domini Ihesu Christi, et de quasi infinitis qui finxerunt talia et cetera"

(... denn auf diese Weise betrügen viele Kirchenmänner andere, damit sie ihren Kirchen Opfergaben spenden. Dies liegt offen zutage bei einer Kirche in der Champagne, von der behauptet wurde, hier befinde sich das Grabtuch des Herrn Jesus Christus, und bei fast unendlich vielen, die solches und anderes fabriziert haben...)
 
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