Datierung und Anlass des Varuszuges

Dio erzählt uns von einem fingierten Aufstand entfernter Völker - keine Richtungsangabe! Schon nach kurzer Zeit wird das Heer auf befreundetem Gebiet bereits angegriffen.
Guten Tag, Ostfale,
würdest Du mir bitte angeben die Quelle angeben:
"keine Richtungsangabe" und "schon nach kurzer Zeit wird das Heer......"

Bisher bin ich davon ausgegangen,
-die Richtung sei ausschließlich West
-die Angriffszeit sei nicht bestimmt

während Du schreibst:-keine Richtungsangabe
-nach kurzer Zeit
 
So wie es sich darbietet, könnte es ein Standortwechsel gewesen sein. Aber das spätere Ziel dürfte westwärts das Winterlager gewesen sein.
 
Warum nicht
  • südwärts,
  • nordwärts oder
  • ostwärts?

Wie gesagt, es hilft nichts über eine Strecke AB zu spekulieren, wenn wir weder den Ausgangspunkt noch das Ziel kennen. Weder wissen wir,
  • ob Varus überhaupt nach Xanten zurückwollte,
  • oder doch nach Haltern,
  • oder ob er andernorts in der Germania überwintern wollte,
  • und ob es jemals ein Sommerlager gab.
Die schriftlichen Quellen widersprechen sich zum Teil, wir können sie nicht zu einem synoptischen Text zusammenrühren. Und es gibt eigentlich keine Festlegung wo Varus sich denn aufhielt.

Bis auf Kalkriese haben wir keinen archäologischen Fundplatz, der irgendwie mit dem letzten Sommer des Varus in Verbindung zu bringen ist.

Wenn Segimer (Korrektur: Segestes, @El Quijote sei Dank) seine berühmte Warnung an Varus, vor dem Aufbruch, glaubhaft machen will, dürfen wir vermuten, dass dieses Gespräch im Stammesgebiet des Segimer erfolgte. Wo dieses wiederum ist, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, schon gar nicht den Ort des Gespräches.

Wenn Germanicus das Gebiet der Chatten, Marser, Brukterer, Chauken verwüsten lässt, und dort auch (angeblich) die Adler gefunden wurden, dann haben wir praktisch ganz Norddeutschland, von Nordhessen und Westfalen bis zur Elbe als Schlachtfeld der Germanicusfeldzüge wie auch als mögliche Aufenthaltsorte des Varus zur Auswahl. Und alles ohne archäologisches Substrat.

Wir haben übrigens mehr (indirekte) Hinweise für den Aufenhalt des Drusus in Nijmegen und des Tiberius in Anreppen als für einen winterlichen Aufenthalt des Varus in Xanten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Segimer seine berühmte Warnung an Varus, vor dem Aufbruch, glaubhaft machen will, dürfen wir vermuten, dass dieses Gespräch im Stammesgebiet des Segimer erfolgte. Wo dieses wiederum ist, können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, schon gar nicht den Ort des Gespräches.
Segestes. Segimer war der Vater von Arminius. Bzw., es gab noch einen weiteren Segimer, der der Bruder von Segestes war und nicht mit dem Vater von Arminius identisch.
Bei Cassius Dio kommt Segestes nicht vor, da verliert die Story ihre ursprüngliche Funktion. Da kommt dann Segimer in die Geschichte.
 
Ob Varus noch irgendwo hinmarschieren wollte, außer Aufstände niederschlagen, spielt keine Rolle, da alles in Kalkriese endete(vermutlich). Die Geschichte mit Varus endet hier.

Die Verwendung in Provinzen war allgemein auf 3 Jahre begrenzt.
 
Die Dauer der Statthalterschaften in den "senatorischen" Provinzen wurde von Augustus grundsätzlich mit einem Jahr begrenzt.

Für die Statthalterschaften in den "kaiserlichen" Provinzen gab es keine fixe Begrenzung; das hing vom Belieben des Kaisers ab.

Hierzu muss man auch bedenken, dass die Statthalter der "senatorischen" Provinzen Promagistrate waren, also Prokonsuln und Propraetoren. Die Statthalter der "kaiserlichen" Provinzen hingegen waren als Legaten Gehilfen des Kaisers.
 
Ob Varus noch irgendwo hinmarschieren wollte, außer Aufstände niederschlagen, spielt keine Rolle, da alles in Kalkriese endete(vermutlich). Die Geschichte mit Varus endet hier.

Die Verwendung in Provinzen war allgemein auf 3 Jahre begrenzt.
An der Lesum , ortsname Lesmona, wurde der Adler 15 nach Christus im heutigen Knopspark zurück erstritten, teile eines Tingplatzes sowie massive unnatürliche Erdbewegungen die später mit einer Kirche überbaut wurden und die Straße des Kappellenberg als Tiefer kampfgraben ist heute noch zu sehen ,es gibt nur eine Erhebung über 30 mn an der Unterweser und die liegt genau im Westende des heutigen knops Parks.
Der Berg weißt heute noch 2 Brunnen auf ,im im der Mitte der alten Ortschaft st. Magnus liegen am Fuß eine natürliche Quelle , Sichtweite über das Marschland ca.30 km. Die Hänge sind heute noch unerklimmbar . Ein Helm der Römer wurde im Fluss gefunden. Diese Festung war nur von Land zu erobern.
Ist. Magnus selbst galt als Heidenbekehrer und es könnte ein Verweis auf die Überdeckung des alten Ortsnamen sein.
 
An der Lesum , ortsname Lesmona, wurde der Adler 15 nach Christus im heutigen Knopspark zurück erstritten, teile eines Tingplatzes sowie massive unnatürliche Erdbewegungen die später mit einer Kirche überbaut wurden und die Straße des Kappellenberg als Tiefer kampfgraben ist heute noch zu sehen ,es gibt nur eine Erhebung über 30 mn an der Unterweser und die liegt genau im Westende des heutigen knops Parks.
Der Berg weißt heute noch 2 Brunnen auf ,im im der Mitte der alten Ortschaft st. Magnus liegen am Fuß eine natürliche Quelle , Sichtweite über das Marschland ca.30 km. Die Hänge sind heute noch unerklimmbar . Ein Helm der Römer wurde im Fluss gefunden. Diese Festung war nur von Land zu erobern.
Ist. Magnus selbst galt als Heidenbekehrer und es könnte ein Verweis auf die Überdeckung des alten Ortsnamen sein.

Ich glaube, da geht einiges durcheinander. Aus der Lesum wurde ein bronzezeitlicher Kammhelm geborgen, der ist viel zu alt, die Bronzezeit endet in unseren Breiten um 800 v. Chr. Ohne die genauere Datierung zu kennen, können wir also sagen, dass der Helm mindestens 800 Jahre zu alt ist.

Lesmona ist eine nachträgliche Latinisierung von Lesum, die ältesten Namenszeugen sind Liastmona, Liestmunde ('Mündung der Lieste').

Eine Burg ist seit dem 13. Jhdt. belegt.
 
Findet man nicht im einfach im Netz, ich bin auf den Karten , taktische und logischen Schlüssel gefolgt auf Basis der Siedlungstrucktur dieses Volkes , den alten Wasserwegen sumpfstruckturen, im Anschluss Verfahren erarbeitet.
Meine Familie lebt dort seid dem es Kirchenbücher gibt nachweislich.
Es gab Menschen die sich noch an den alten Dorfkern von st. Magnus erinnern konnten und es überliefert haben. Osterfeuer die bis heute praktiziert werden , Steine (sehr selten hier oben. ) aus ersten christlicher Ueberbauung, Steine in der Vielzahl, an einem Platz auch Sicher in Festungsmauern der Chauken verbaut waren. (Keiner Transportiert Steine hier freiwillig kilometerweit über untragfähigem Boden. Also mussen die Siedlungspunkte Trocken, an Flüssen, mit Anleger, ungebunden an die Gezeiten, Wind und Niederschlagsicher gestanden haben . Zur Verteidigung kommen noch viel mehr Faktoren hinzu die in diesem Flachen Land möglichkeiten bis heute stark eingrenzen. Ressourcen sind Wasser und Wind , Aminosäuren Eiweiße (körpergroße ) in Form von Fisch und etwas Holz.
 
Ein Legionsadler wurde also im heutigen Knopspark im Städtchen Lesmona zurück erobert.

Gut, dass das geklärt ist.

Ich kann das alles nicht mehr.
 
An der Lesum , ortsname Lesmona, wurde der Adler 15 nach Christus im heutigen Knopspark zurück erstritten, teile eines Tingplatzes sowie massive unnatürliche Erdbewegungen die später mit einer Kirche überbaut wurden und die Straße des Kappellenberg als Tiefer kampfgraben ist heute noch zu sehen ,es gibt nur eine Erhebung über 30 mn an der Unterweser und die liegt genau im Westende des heutigen knops Parks.
Der Berg weißt heute noch 2 Brunnen auf ,im im der Mitte der alten Ortschaft st. Magnus liegen am Fuß eine natürliche Quelle , Sichtweite über das Marschland ca.30 km. Die Hänge sind heute noch unerklimmbar . Ein Helm der Römer wurde im Fluss gefunden. Diese Festung war nur von Land zu erobern.
Ist. Magnus selbst galt als Heidenbekehrer und es könnte ein Verweis auf die Überdeckung des alten Ortsnamen sein.
Guten Tag chauke,
was verstehst Du unter "zurück erstritten?anno 15 ist eine Menge passiert, in welchem Rahmen zurückerstritten?
Mit Deiner isolierten Info kann ich nicht viel anfangen.
 
Meine Familie lebt dort seid dem es Kirchenbücher gibt nachweislich.
Da wird es schon schwierig, denn dann sind wir bereits im 15. bis 16. Jhdt. Also näher am heute als an der Antike.

Es gab Menschen die sich noch an den alten Dorfkern von st. Magnus erinnern konnten und es überliefert haben.
Wann gab es "Menschen, die sich noch an den alten Dorfkern von St. Magnus erinnern konnten" und was genau haben diese überliefert?

Osterfeuer die bis heute praktiziert werden ,
Was sagen uns die Osterfeuer, genau? Was haben sie mit dem Thema Datierung und Anlass des Varuszuges zu tun?

Steine (sehr selten hier oben. ) aus ersten christlicher Ueberbauung, Steine in der Vielzahl, an einem Platz auch Sicher in Festungsmauern der Chauken verbaut waren.
Früher hat man eher Holz-Erde-Wälle benutzt. Die Römer haben ab dem 2. Jhdt. in unseren Breiten erste steinerne Lager errichtet, im Mittelalter waren Burgen lange wieder Holz-Erde-Bauten. Befestigung aus Stein sind tendenziell eher jünger als älter.
 
was verstehst Du unter "zurück erstritten?anno 15 ist eine Menge passiert, in welchem Rahmen zurückerstritten?
Mit Deiner isolierten Info kann ich nicht viel anfangen.

Anno 15 haben sich die Römer laut Tacitus (Ann. 1,60) unter Lucius Stertinius tatsächlich einen Adler zurückgeholt, das war allerdings bei den Brukterern, irgendwo in der Nähe der Ems.

Der Adler, den die Chauken in Besitz hatte, wurde erst anno 41 "zurückerstritten", und zwar von Publius Gabinius. Das schreibt Cassius Dio (60,8).


Ich glaube, da geht einiges durcheinander.
 
Anno 15 haben sich die Römer laut Tacitus (Ann. 1,60) unter Lucius Stertinius tatsächlich einen Adler zurückgeholt, das war allerdings bei den Brukterern, irgendwo in der Nähe der Ems.

Der Adler, den die Chauken in Besitz hatte, wurde erst anno 41 "zurückerstritten", und zwar von Publius Gabinius. Das schreibt Cassius Dio (60,8).
Danke Sepiola, mir war nämlich bewußt, daß die Chauken mit 15n nichts am Hut hatten
 
Wahnsinn was es an Gedankengängen und Kritik diese wilde These ergeben hat.
Und wie unterschiedlich Geschichte wahr genommen wird,
Zu meinen Grundgedanken zahlt immer die Vorstellung , wie die Umgebung früher ausgesehen hat. Hierzu suche ich ausschließlich auf Karten, Nach Orten an denen Alle Bedürfnisse eines Menschen so einfach wie möglich befriedigt werden können. Rohstoffvorkommen , Wildzüge( Zugvögel ) Fischbäche, Quellen , Mondverlauf an potenzielle Siedlungspunkten stellen. Diese Skimmingkarten, kenne ich erst durch euch ;) schaut euch das Gebiet zwischen Weser und Ems ohne Deiche an. Mit ca dem gleichen Tidenhub.
Je mehr Gräben, Feen, desto Tiefer das Land. Oldersum vermutlich Treffpunkt der Older Gemeinschaft. via Boot aus allen Richtungen zu erreichen. Die Namen auf den Friedhöfen z.b. Fokko Ukena. Meine Forschung basiert nicht darauf was andere irgendwann behauptet haben und dann jemand dieses niedergeschrieb. Das mache ich hier auch. Sonder es muss an dem festgemacht werden was heute noch zu sehen ist und sich aus den Grundbedürfnissen ergibt. Es stimmt Wir hatten Keine Rohstoffe aber den Zugang zur Weser , der Schlüssel zum Hinterland und das Wissen wie man rein und raus kam, Wer nicht zahlte wurde sicher überfallen und versenkt.
Wasserhorst, Niedersachsen ist hierzu eine Maps Reise Wert.

Auf den Bildern sind die einschnitte in der Landschaft zu erkennen wer etwas Ahnung vom Erdbau hat sieht das dieses keine Hohlwege waren und Straßenbau an dieser Stelle auch im Mittelalter keinen Sinn gemacht hat.
 
Und trotzdem ist es wilde Spekulation, dass ein Adler ausgerechnet in diesem städtischen Park namens "Knopspark" zurückgewonnen wurde.

Ist nicht böse gemeint.
Rein sachlich.
 
Welches wild gewordene Haushuhn hat denn da in den Köpfen niederrheinischer Heimatforscher und journalistischer Tintenkleckser herumgespukt?

Ich dachte, so etwas gibt es sonst nur in Ostwestfalen¹...

¹ Ich habe redaktionelles Schreibeverbot für die römische Wirtschaftsregion Lahn-Dill erhalten.
 
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