Fakt ist, dass der Schienenpanzer und die Halsgeige gefunden wurden. Es gibt mehrere Erklärmodelle dafür, die in der Ausstellung kontrovers diskutiert wurden.
Was das nun mit deinen seltsamen Thesen zu tun hat, die wir bislang diskutiert haben, verstehst vermutlich nur du allein.
Festzuhalten ist, dass der Schienenpanzer von Kalkriese ein herausragendes Fundstück ist. Man hat Teile von Schienenpanzern, schriftliche und bildliche Darstellungen, Halbfabrikate.... aber weitgehend intakte, in denen zum Zeitpunkt des in den Boden Kommens wahrscheinlich noch ein Mensch steckte (meines Wissens sollte die Erde beprobt werden, um das zu überprüfen, zum Zeitpunkt der Sonderausstellung war das noch nicht geschehen, ob das mittlerweile geschehen ist, weiß ich nicht), da ist das Kalkriese Exemplar bislang einzigartig.
Fakt ist: das Schlachtfeld von Kalkriese wurde geplündert. Schildrandbeschläge wurden gefaltet, Panzerschließen fanden sich, die vermutlich verloren gingen, als man die Loricae ihren toten oder gefangenen Trägern vom Körper riss. Es gibt ein Missverhältnis von Panzerschließen und änderen Panzerbestandteilen, da ist der Fund eines fast intakten Panzers erklärungsbedürftig. Der Panzer kann fast nicht, wie irgendwelche Kleinteile, etwa Münzen, übersehen worden sein. Natürlich kann man sich auch Szenarien ausdenken, warum er übersehen wurde. Ob diese überzeugender sind, als eines der in Kalkriese vorgeschlagenen, sei mal dahin gestellt.
Die Verehrung für Wuodan (Odin/Wotan) ist erst Jahrhunderte später nachweisbar. Aber nehmen wir einfach Mal an, Wuoden sei schon um die Zeitenwende von den Germanen verehrt worden (naheliegend wäre, dass der Gott, der in der Interpretatio Romana der germanischen Götter als Mercurius bezeichnet wird, Wuoden meinte. Zur Verehrung Wuodens gehörte, ihm menschliche Opfer in die Bäume zu hängen. Wenn dies hier der Fall war, dann wäre das absolut plausibel, dass man einem Wuodens-Opfer seine Rüstung gelassen hätte.
Was du nun schreibst, um die Kalkrieser als "Theoretiker" heranzuwürdigen, die keine Ahnung von der Praxis hätten: Kalkriese war nicht einfach Morast. Dort war ein Weg, der zwischen Wiehengebirge/Kalkrieser Berg und dem großen Moor entlang lief, mindestens seit dem Neolithikum. Ganz in der Nähe von Kalkriese gibt es mehrere dem Neolithikum bzw. Der Frühbronze zuzuordnende Großsteingräber (Driehauser Steine, Darpvenner Steine), solche Megalithgräber wurden entlang der Fernwege errichtet. Das Kalkrieser Ereignis fand an einer Engstelle eines solchen Fernweges statt.
Daher würde der "Praktiker", der Ahnung vom Gebiet hat, die Frage, die du als die Frage des "Praktikers" darstellst, so sich nicht stellen.
Er wäre dann kein "Praktiker", sondern schlicht ein Ahnungsloser.