David oder Elhanan / wer tötete lt. Bibel Goliath ?

Crossover

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Mir war dieses völlig neu:

Biblical References:

1.
2 Samuel 21:19 : "Once again there was a battle with the Philistines at Gob, and Elhanan son of Jair the Bethlehemite struck down Goliath the Gittite, the shaft of whose spear was like a weaver’s beam."

steht nicht in 1 Samuel 17
...
50Thus David prevailed over the Philistine with a sling and a stone; without a sword in his hand he struck down the Philistine and killed him. 51David ran and stood over him. He grabbed the Philistine’s sword and pulled it from its sheath and killed him, and he cut off his head with the sword.

Wer hat jetzt den Philister Goliath getötet (lt. Bibel) ?
David oder Elhanan ?
 
Beide ...

Weite Teile der Bibel sind eben keine historischen Tatsachenberichte. Insofern kann man nicht sagen, dass nur eine Version "stimmen" kann. Dass es von Sagen oft verschiedene, abweichende und miteinander unvereinbare, Fassungen gibt, sehen wir etwa auch in der griechischen Mythologie. (Kopfzerbrechen muss so etwas nur bereiten, wenn man die Bibel als Tatsachenbericht lesen will.) Auch sonst ist die Bibel alles andere als frei von Widersprüchen. (Das beginnt schon mit den zwei verschiedenen Versionen von der Erschaffung des Menschen.) Sie entstand eben nicht in einem Guss, sondern ist eine Sammlung von Texten unterschiedlichen Ursprungs.

Erklärungen für die abweichenden Versionen gibt es viele, z.B. dass die Tötung durch Elhanan die ursprüngliche Fassung war und die Heldentat später auf den bekannteren David übertragen wurde.
 
genau:

2.2. Wer tötete Goliat?​


Zwischen der Darstellung von 1Sam 17, nach der → David den → PhilisterGoliat besiegte, und der Überlieferung von 2Sam 21,19, wonach Elhanan, der Sohn Jaïrs, diese Tat vollbrachte, besteht ein offensichtlicher Widerspruch. Er wird dadurch verstärkt, dass der Philister in beiden Darstellungen aus → Gat stammt (vgl. 1Sam 17,4.23) und seine Bewaffnung z.T. ähnlich geschildert wird (vgl. 1Sam 17,7aα; Qere). Dieser Gegensatz hat offenbar dazu geführt, dass in 1Chr 20,5 eine Harmonisierung vorgenommen wurde. Dort wird berichtet, dass Elhanan, der Sohn Jaïrs, den Bruder Goliats namens Lachmi erschlagen hat.


In 1Chr 20,5 wird aus der Herkunftsbezeichnung בית הלחמי bêt-hallaḥmî „der Betlehemiter“ von 2Sam 21,19 der mit der Akkusativpartikel verbundene Personenname את לחמי ’æt-laḥmî „den Lachmi“, und der Akkusativ את גלית ’et-gåljāt „den Goliat“ von 2Sam 21,19 wird durch das im Hebräischen graphisch ähnliche אחי גלית ’ahî-gåljāt „der Bruder Goliats“ ersetzt. In 2Sam 21,19 liest das Targum statt „Elhanan, der Sohn Jaïrs“ „David, der Sohn Isaïs“.


Einige Forscher haben die Auffassung vertreten, Elhanan sei der ursprüngliche Name Davids gewesen, der schon in früher Zeit in Vergessenheit geraten sei. David sei demgegenüber kein Personenname, sondern die Bezeichnung eines Dienstrangs (v. Pákozdy, 1956) bzw. ein Thronname (Honeyman, 1948) gewesen. Dabei stützte man sich auf den in Maritexten begegnenden Begriff „dawidūm“, der dort die Bedeutung „Befehlshaber“ oder „Truppenführer“ habe (Noth, 1986, u.a.). Diese Annahme hat sich jedoch als nicht tragfähig erwiesen, weil der Ausdruck „dawidūm dâku (bzw. maḥāṣu / šakānu)“ die allgemeine Bedeutung „eine Niederlage beibringen“ hat. Zudem wäre nicht nachvollziehbar, warum der Name David in dem Abschnitt 2Sam 21,15-22, der wohl schon früh zu einer Einheit zusammengewachsen ist, sechsmal vorkommt, aber gerade in 2Sam 21,19 fehlt.


Dass sich die Bezeichnung „Goliat“ schon bald von einem Namen zum „Typus“ gewandelt habe, weshalb man die beiden einander widersprechenden Texte in den Samuelbüchern nicht als Gegensatz betrachtet habe (Hertzberg, 1982), ist ebenfalls wenig wahrscheinlich. Dagegen spricht, dass in 2Sam 21,18 ein weiterer Philister (Saf) namentlich erwähnt wird.


So ist anzunehmen, dass die Notiz vom Sieg Elhanans über Goliat erst in der späteren Überlieferung auf den bekannteren David übertragen worden ist und die Darstellung von 1Sam 17 veranlasst hat. Die Gründe hierfür sind nach Dietrich (1996) darin zu suchen, dass beide aus Bethlehem stammen, die Väter ähnliche Namen tragen und sich beide in Kämpfen gegen die Philister ausgezeichnet hatten.
 
Die Frage scheint seit Jahren durch das Internet zu geistern. Ich war überrascht. Hier mal eine für mich nachvollziehbare Erklärung aus "gutefrage"
vor 3 Jahren antwortete dort chrisbyrd

Frage: Wer tötete Goliath?
a) David (1. Samuel 17,23,50)
b) Elhanan (2. Samuel 21,19)

Antwort: David tötete Goliath. Elhanan tötete etwa 30 Jahre später einen anderen Riesen.
In der Bibel (Schlachter 2000) steht dazu als Anmerkung:
  • "»Goliath« (= »Der Glänzende«) war vielleicht ein Beiname, den mehrere der Riesenkämpfer trugen; vielleicht war er auch mit dem Goliath verwandt, den David etwa 30 Jahre zuvor getötet hatte. Nach 1Chr 20,5 tötete Elchanan auch den Bruder Goliaths."
 
Das ist die Bibel- und theologiefreundliche Version.

Weil man es nicht glauben kann oder will, dass antike Schreiber tatsächlich dem Elitekämpfer Elhanan seinen Ruhm (Töten von Goliath) geklaut haben, um den eigenen König David größer und toller zu machen, sucht man Ersatzlösungen. So war es eben ein anderer Goliath oder der Bruder oder...

Ein Indiz dafür, warum - vielleicht - spätere Schreiber David zum Besieger Goliaths und somit zum Helden gemacht haben, ist

a) die Philister waren verhasste Gegner
b) David hatte mit Ihnen zusammengearbeitet
c) und so jemand konnte doch nicht später der König des Volkes Israeal sein

Hier die Flucht Davids vor Saul in das Land der Philister

Das erste Buch Samuel, 27​

1.David überlegte: Eines Tages werde ich doch noch durch Saul umgebracht. Es bleibt nichts anderes übrig, als mich im Land der Philister in Sicherheit zu bringen. Dann wird Saul mich in Ruhe lassen und aufhören, mich weiter im ganzen Gebiet Israels zu suchen, und ich bin seiner Hand entkommen.
2.David machte sich also auf den Weg und ging mit den sechshundert Männern, die bei ihm waren, zu Achisch hinüber, dem Sohn Maochs, dem König von Gat.
3.Und er blieb mit seinen Leuten bei Achisch in Gat; alle hatten ihre Familien bei sich, David seine beiden Frauen: Ahinoam, die Jesreeliterin, und Abigajil aus Karmel, die (frühere) Frau Nabals.
4.Als man Saul meldete, dass David nach Gat geflohen war, suchte er nicht mehr weiter nach ihm.
5.David sagte zu Achisch: Wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, dann weise mir einen Platz in einer der Städte des flachen Landes zu, wo ich mich niederlassen kann. Warum soll dein Knecht bei dir in der Königsstadt wohnen?
6.Da gab ihm Achisch noch am gleichen Tag Ziklag. Deshalb gehört Ziklag den Königen von Juda bis zum heutigen Tag.
7.Die Zeit, die David im Land der Philister verbrachte, betrug ein Jahr und vier Monate.
8.David zog mit seinen Männern aus und sie unternahmen Raubzüge bei den Geschuritern, den Geresitern und den Amalekitern; diese bewohnen von jeher das Gebiet in Richtung Schur und nach Ägypten zu.
9.David verheerte das Land und ließ weder Männer noch Frauen am Leben; Schafe und Rinder, Esel, Kamele und Kleider aber nahm er mit. Wenn er dann zurückkehrte und zu Achisch kam
10.und Achisch ihn fragte: Wohin habt ihr heute euren Raubzug gemacht?, antwortete David: Ins Südland von Juda, oder: Ins Südland der Jerachmeeliter, oder: Ins Südland der Keniter.
11.Weder Männer noch Frauen ließ er am Leben und er brachte niemand nach Gat; denn er sagte sich: Niemand soll etwas über uns berichten und sagen können: Das und das hat David gemacht. So hielt er es die ganze Zeit über, solange er sich im Land der Philister aufhielt.
12.Achisch aber schenkte David Vertrauen, denn er sagte sich: Er hat sich bei seinem Volk, bei den Israeliten, so verhasst gemacht, dass er für immer mein Knecht bleiben muss.
 
Es kann aber auch anders sein - natürlich !

Über die Philister weiß man leider noch nicht alles. Es scheint aber, Sie sind Teil der "Seevölker". Vielleicht die gefährlichsten von Ihnen.
Man spekuliert, die Ägypter hätten Ihnen Land versprochen, wenn Sie nicht mehr Ägypten angreifen. So erklärt man das Auftauchen mehrerer Stadtstaaten im heutigen Gazagebiet.

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Die DNA Analyse zeigt, dass Sie aus Europa gekommen waren


auch dass Goliath so groß war, konnte anhand Knochenfunden bestätigt werden

 
Ein Indiz dafür, warum - vielleicht - spätere Schreiber David zum Besieger Goliaths und somit zum Helden gemacht haben, ist

a) die Philister waren verhasste Gegner
b) David hatte mit Ihnen zusammengearbeitet
c) und so jemand konnte doch nicht später der König des Volkes Israeal sein
Wenn die Geschichte umgeschrieben und geschönt werden sollte, wäre aber eher naheliegend gewesen, Davids Zusammenarbeit mit den Philistern einfach zu tilgen. So sieht es doch eigentlich noch schlechter aus: Zuerst kämpft er gegen sie, dann arbeitet er für sie – er wird also glatt zum Überläufer.
 
Ravenik hat doch schon mit Recht angemerkt, dass wir es hier nicht mit einem historischen Bericht zu tun haben. Die ganze Erzählung mit David trägt ja unverkennbar märchenhafte Züge: Der jüngste Sohn einer Familie soll eigentlich nur den älteren Brüdern zu essen bringen, fasst sich aber ein Herz und besiegt als Hirtenknabe ohne gleichwertige Bewaffung einen übermächtigen Gegner. Zum Dank erhält der Held dann natürlich noch die Hand der Königstochter.

Edit: Ich hatte die Antwort direkt vor mir nicht gesehen; es erscheint jedenfalls plausibler, dass die Erzählung vom Riesen Goliath später auf David übertragen wurde als die umgekehrte Möglichkeit, dass man sie vom berühmten König auf einen ansonsten unbekannten Kämpfer verlagerte. Es dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine fiktive Erzählung sein, die man wegen ihrer allgemeinen Züge mit verschiedenen Personen verbinden konnte. Wenn man sie wörtlich nimmt, wäre Goliath übrigens mit etwa drei Metern Körpergröße ein echter Riese gewesen, nicht nur ein sehr groß gewachsener Vorkämpfer.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Autoren der Samuelbücher bemühen sich übrigens tatsächlich, David so weit wie möglich vom Verdacht einer "Kollaboration" zu entlasten. Es wird ausdrücklich beschrieben, dass die Philister ihm vertrauten, weil er seine Raubzüge stets gegen unterschiedliche "Völker" richtete, aber bei seinen Gastgebern immer behauptete, er habe an dieser und jener Stelle in Israel zugeschlagen. So dachten sie, er könne ohnehin nicht zurück, da er sich zu verhasst gemacht habe.

Wie viel die Autoren der Samuelbücher (die man mittlerweile meist in die späte Königszeit datiert) von den Ereignissen um 1000 v. Chr. wussten, sei einmal dahingestellt. Ich neige auch eher Raveniks Vermutung zu, dass man die Episode über die Flucht zu den Philistern auch einfach hätte weglassen können, wenn es vorwiegend darum gegangen wäre, David nicht in ein schlechtes Licht zu rücken. Es waren ja seit Jahrhunderten keine Augenzeugen mehr am Leben, egal wie sich die Dinge abgespielt haben mögen.
 
ich habe Murks geschrieben: die Philister als Volk waren "normal" groß. Sie letzten Artikel.

Aber ein Elite-Kämpfer, den man zu einem 1:1 Duell entsendet kann natürlich ungewöhnlich groß und stark sein.
 
Die Autoren der Samuelbücher bemühen sich übrigens tatsächlich, David so weit wie möglich vom Verdacht einer "Kollaboration" zu entlasten. Es wird ausdrücklich beschrieben, dass die Philister ihm vertrauten, weil er seine Raubzüge stets gegen unterschiedliche "Völker" richtete, aber bei seinen Gastgebern immer behauptete, er habe an dieser und jener Stelle in Israel zugeschlagen. So dachten sie, er könne ohnehin nicht zurück, da er sich zu verhasst gemacht habe.
Dafür hat David nach den Autoren immer alle Opfer der Raubzüge umgebracht, damit es keine Zeugen gibt. Zumindest die Männer und Frauen. Über die Kinder schweigt sich der Text aus; aber ob David dann immer die Kinder hilflos alleine zurückgelassen hat?

So richtig toll kommt David in der Version jedenfalls auch nicht weg.

Wie viel die Autoren der Samuelbücher (die man mittlerweile meist in die späte Königszeit datiert) von den Ereignissen um 1000 v. Chr. wussten, sei einmal dahingestellt. Ich neige auch eher Raveniks Vermutung zu, dass man die Episode über die Flucht zu den Philistern auch einfach hätte weglassen können, wenn es vorwiegend darum gegangen wäre, David nicht in ein schlechtes Licht zu rücken. Es waren ja seit Jahrhunderten keine Augenzeugen mehr am Leben, egal wie sich die Dinge abgespielt haben mögen.
Vielleicht war die Geschichte seiner Zeit bei den Philistern auch einfach zu bekannt, um sie einfach wegzulassen. Zumal man dann irgendwie hätte erklären müssen, wieso David nicht an der Seite seines Königs stand, als dieser von den Philistern besiegt wurde und sich das Leben nahm.
 
Es ist gar nicht die Intention der biblischen Texte, David als unfehlbaren Helden mit blendend weißer Weste erscheinen zu lassen. Man denke an die Sache mit Bathseba: Zuerst beginnt David eine Affäre mit der Ehefrau eines seiner Krieger, während dieser im Feld steht, dann schickt er diesen gezielt in den Tod.
 
Wenn man sie wörtlich nimmt, wäre Goliath übrigens mit etwa drei Metern Körpergröße ein echter Riese gewesen, nicht nur ein sehr groß gewachsener Vorkämpfer.

Kommt drauf an, welcher Überlieferung man folgt. Der masoretische Text hat "sechs Ellen und eine Spanne", dagegen findet man die Angabe "vier Ellen und eine Spanne" in der Mehrzahl der Septuaginta-Handschriften wie auch in einem Qumran-Fragment:


Bei 4 Ellen und einer Spanne wäre man bei einer realistischen Körpergröße von ca. 2,25 m.
 
Immer die blöden Zahlenvertipper, das sollte 2,15 m heißen.
Nach den Anmerkungen der OnlineBibel Luther2017 (Dt. Bibelgesellschaft) zur Elle käme man sogar noch auf ein paar Zentimeter weniger, auf ca. 2,07 m, entlang den 4 Ellen + Spanne der Septuaginta (Dt. Bibelgesellschaft). Diese Größe notiert anscheinend auch Josephus Flavius...Wieder was dazu gelernt meinerseits.
 
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