Deutsch-Kamerun (ABITUR)

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von HerrRenaud, 10. Oktober 2013.

  1. HerrRenaud

    HerrRenaud Neues Mitglied

    [FONT=Tahoma, Verdana]Hallo Leute,

    ich bin gerade dabei an meiner Präsentationprüfung für die 5. PK zu feilen. Jedoch bräuchte ich noch Hilfe bei der Leitfragenbildung. Mein Thema wird der Imperialismus in Afrika bzw. in Kamerun sein. Warum Kamerun? Meine Verwandeten kommen dort her und ich hätte somit eine persönlichen Bezug zu Thema. Meine Geschichtslehrerin meinte, dass das gerne gesehen wird (zumindest in meiner Schule).
    Eine grobe Formulierung würde folgendermaßen lauten:

    "Die rückständige Industrie in Kamerun - Durch den deustchen Imperialismus begünstigt?"

    Da ich ja Erdkunde als Referenzfach habe, würde ich deshalb etwas zur Wirtschaft (/Industrie) machen.
    Ich würde dann beurteilen, ob es an den Deutschen, Franzosen, Engländern oder den heutigen Politikern (in Kamerun) liegt bzw. gelegen hat.
    Wer hat diese Entwicklung in welchen Maßen hervorgerufen ?

    Was haltet ihr von der Leitfrage/Fragestellung? Inwiefern könnte man sie verbessern oder ist sie so gut?
    Den ganzen Rest und die Details würde ich natürlich mit meiner Geschichtslehrerin besprechen. Ich würde halt nur gerne eine Rückmeldung bekommen

    Danke schonmal ,
    HerrRenaud
    [/FONT]
     
  2. Arne

    Arne Premiummitglied

    Hmm, mal nachgefragt. Deine These ist, daß die Deutschen eine "falsche" wirtschaftliche Entwicklung angestoßen haben?
    Statt Fruchtanbau (Bananen, Ölpalmen etc.), Plantagenwirtschaft (Kokospalmen, Kakao, Baumwolle etc.) und Holzwirtschaft hätten sie versuchen sollen Schwerindustrie aufzubauen?
    Sozusagen von "0 auf 100 in 30 Jahren"? :grübel:
     
  3. HerrRenaud

    HerrRenaud Neues Mitglied

    Naja, ich denke, dass sie die Entwicklung einer Industrie nicht begünstigt haben. Du hast schon Recht, dass man in so kurzer Zeit keine Schwerindustrie aufbauen kann, aber das erklärt noch erklärt noch lange nicht, dass man so viel Gewalt gegen die Bevölkerung vorgehen muss, um allein die natürlichen Ressourcen auszubeuten.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das ist eine sehr schwierige Fragestellung. Um die Schwierigkeit plakativ werden zu lassen, musst Du Dir klar sein, dass es im Kern um einen Vergleich der postkolonialen Entwicklung afrikanischer Länder gehen würde, um einen speziellen deutschen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung bis heute nachzuweisen und mit einiger Wahrscheinlichkeit der Kolonialzeit zuordnen. Das ist aber schon für Länder schwierig, die nur eine Kolonialmacht hatten; hier folgte auf die deutsche Kolonie ein Mandatsstatus mit "Austausch" der Kolonialmacht.

    Darin liegt das Problem. Sicher gibt es Forschungsansätze dazu, aber das übersteigt den Schwierigkeitsgrad für eine schulische Leistung: siehe die Darstellungen von Acemoglu und anderen, oder beispielhaft hier:
    http://www.econrsa.org/papers/w_papers/wp176.pdf
    Agbor/Fedderke/Viegi: How Does Colonial Origin Matter for Economic Performance in sub-Saharan Africa?

    Also musst Du die Komplexität reduzieren, wenn Du bei dem Thema bleiben möchtest. Du könntest dazu Vergleiche anstellen, welche Sektoren der Kameruner Wirtschaft durch die Kolonialmacht eingeführt, gefördert oder beseitigt worden sind, und wie sich das im Vergleich heute darstellt. Oder Du stellst Einflüsse der Kolonialherrschaft auf die Gesellschaft und Bevölkerung dar, wiederum mit Auswirkungen auf die Ökonomie. Beiden Beispielen gemeinsam ist, dass Du Dich auf konkrete, einzelne Vergleiche mit Bezug auf Kamerun beschränkst. Das ist aber nur eine Anregung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Oktober 2013
  5. Arne

    Arne Premiummitglied

    Du meinst also, man hätte "weiterverarbeitende" Wirtschaft/Industrie oder Dienstleistung aufbauen sollen?
    Was stellst du dir da vor?
    Welche Vergleiche kannst du mit anderen Kolonialmächten nennen?


    @silesia: Ich kann dir noch nicht wieder eine Grünbewertung geben - verdient hättest du sie.
     
  6. HerrRenaud

    HerrRenaud Neues Mitglied

    @silesia:

    Wenn ich mir die Fragestellung noch einmal anschaue, kann ich dir nur zustimmen. Viel Material dazu habe ich bis jetzt auch noch nicht finden können.
    Die Einflüsse der Kolonialmächte auf die Gesellschaft, kann man finde ich, gut thematisieren. Vielleicht bietet es sich sogar Frankreich als Kolonialmacht zu wählen, da sie letzendlich am längsten in Kamerun waren bzw. den größten Einfluss auf das Land hatten.

    @Arne:

    Da muss man garnicht weit gehen. In Togo z.B. hat man eine solide Verwaltung für den Handel etablieren konnte. Dies beruhte auf der Koorperationsfähigkeit der Togolosen mit den Deutschen. Ausserdem war der Bildungstand in Togo, vergliechen mit anderen afrikanischen Kolonien, sehr hoch, wodurch Entwicklungsprogamme im forst- und landwirtschaftlichen Bereich möglich wurden. Zwar waren auch hier die Eingeborenen nicht wirklich zufriedn, jedoch ging es ihnen besser als den Kamerunern
     

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