Die Bochumer Lustmorde - Ein Serienmörder um 1880

DerNutzer

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Als Bochumer interessiere ich mich für Lokalgeschichte - True Crime hat auch eine gewisse Faszination.

Daher würde ich hier gerne mal diesen Fall vorstellen.


Zusammenfassung:
-In den Jahren 1878 - 1882 werden im Bochumer Stadtgebiet acht Frauen vergewaltigt und ermordet; Es gab weitere vereitelte Tatversuche.
-Bochum ist zu diesem Zeitpunkt mit 40.000 Einwohnern ländlich und dünn besiedelt, allerdings mit vielen Zechen versehen.
-Die Taten fanden am hellichten Tage statt: in den Morgenstunden, Vormittags oder Mittags statt. Auf dem Weg zur Arbeit oder zum sonntäglichen Kirchgang.
-Alle Opfer waren kräftig gebaut und wurden mit einem Gegenstand erdrosselt.
-Durch die vereitelten Mordversuche existierten Täterbeschreibungen: Groß, blond, etwa 30 Jahre alt.
-Die Fälle erhielten Aufmersamkeit im gesamten deutschsprachigen Raum.
-Die Bochumer Polizei war überfordert mit dem Fall.
-Es wurde ein offensichtlicher Unschuldiger verhaftet, verurteilt und hingerichtet. Die Morde gingen weiter.
-Die Morde hörten dann von selbst auf.
-Es wurde von Bürgern ein Anwohner im Stadtteil "Altenbochum" der Taten verdächtigt; dieser zog nach Südamerika.

Karte mit den Tatorten:
Karte_der_Bochumer_Lustmorde%2C_1878_bis_1882.jpg

Wie man sieht, liegen die Tatorte überwiegend im Nordosten Bochums.

Die "roten Linien" sind Eisenbahnlinien, die wohl für den Kohletransport von Zechen genutzt worden sind. Noch heute existieren diese Strecken indirekt im Stadtbild: Zum Beispiel als Radwege.


Ein Grabstein eines der Opfer, noch heute auf einem Bochumer Friedhof zu sehen.

"Gestorben durch Lustmörders Hand", lautet die Inschrift:

960px-Infotafel_Friedhof_Liebfrauen_Linden_-_Detail_Grabstein_Elisabeth_Gantenberg.jpg


Mich würden Eure Gedanken interessieren.
 
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Etwas, was mich interessieren würde wäre die Mobilität der Bevölkerung zu der damaligen Zeit.

Gehe ich Recht in der Annahme, dass der Großteil der Bevölkerung zu der Zeit zu Fuß unter Wegs war?

Da die meisten Taten morgens/vormittags statt gefunden haben, müssen diese dann im Nahbereich des Schlafplatzes/Zuhauses des Täters gewesen sein.
 
#11 zwischen Essen-Rellinghausen und Essen-Bergerhausen ist schon weit ab vom Schuss.
Ich würde fast davon ausgehen, dass da mehr als ein Täter unterwegs war. Nur weil die Taten sich in den fünf Jahren 1878 - 1882 häuften, muss es sich ja nicht in allen Fällen um denselben Täter handeln. Nehmen wir mal Jack the Ripper: Dem werden sieben Morde zur Last gelegt, wobei man bei zwei Morden fast sicher ist, dass es andere Täter ggf. Trittbrettfahrer waren.
 
11 zwischen Essen-Rellinghausen und Essen-Bergerhausen ist schon weit ab vom Schuss.
Ich würde fast davon ausgehen, dass da mehr als ein Täter unterwegs war
Sehr gut rausgelesen.

Die Tat in Essen weicht auch sonst komplett von den anderen Taten ab.
In Essen wurde einem 10jährigen Kind abends der Körper mit einem Messer aufgeschlitzt.

Alle anderen Taten fanden ~vormittags statt, betrafen stämmige Frauen, beinhalteten eine (versuchte oder vollendete) Vergewaltigung und ein (versuchtes / vollendetes) Erdrosseln.

Passt vom Modus Operandi wirklich gar nicht zusammen.

Ich würde auch vermuten, dass die Essener Tat nicht vom Lustmörder begangen worden ist.
 
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Der "Mädchenstecher" von Ludwigshafen kommt mir da als vielleicht ähnlicher Fall in den Sinn.
 
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