Die Embargopolitik der USA

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von heinz, 22. Dezember 2004.

  1. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Es sieht gut aus für Japan im Sommer 1940: Der deutsche Bundesgenosse hat frankreich, Großbritanien und die Niederlande niedergerungen, sodass deren kolonien in Südostasien als leichte Beute erscheinen. Vor allem Britisch-Malaya und Niederländisch-Indien sind als Rohstoffgebiete für den Sieg in China kriegsnotwendig. Doch Roosevelt schränkt im Juli den Export von flugbenzin, Schmierölen, Stahlschrott und Schmelzeisen nach japan ein. Im Mai 1941 erhöht Roosevelt den druck und lässt die Lieferung von Erzen, Mangan, Kupfer und anderen Rohstoffen nach Japan einstellen, ab 20.6. auch die von Erdöl. Als am 24.7. japanische Truppen ins heutige Vietnam einrücken, verordnet Roosevelt die sperrung aller japanischer Guthaben in den USA. Dieses totale Embargo erfordert die eroberung von weiteren Rohstoffquellen. Dazu muss freilich erst die US-Pazifikflotte ausgeschaldet werden.Und die liegt in Pearl Harbor vor Anker... :teach: (Aus G/Geschichte)
     
  2. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Und Japan hat es sogar geschafft die Allierten von einem enorm wichtigen Rohstoff abzuschneiden.
    Wenn es sich auch zunächst trivial anhört aber die allierten kamen nicht mehr an Kautschuk, und hatten auch keinen Ersatzrohstoff.
    In Deutschland kein Problem mehr (die lektion hatte man im 1.WK gelernt und einen ersatzstoff hergestellt), hätte es für die Allierten die Niederlage bedeuten könne.
    Kautschuk war und ist essentiel für den Schiffs wie Flugzeugbau.
    Wenn sie das lange genug durchgehalten hätten, hätte dies die niederlage der Allierten bedeuten könne.
     
  3. Solidarnosc

    Solidarnosc Neues Mitglied

    Auf dem Höhrpunkt seiner Ausdehnung hatte Japan 95% der Weltkautschutproduktion unter seiner Kontrolle samt der über 200 Millionen Menschen, die dort lebten. Die von Japan angestrebte Schaffung einer "Ostasiatischen Wohlstadssphäre" gefährdete den Absatz der amerikanischen Wirtschaft und die amerikanische Position in Ostasien.
     
  4. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Da Japan von fast allen Rohstoffen durch das amerikanische Embargo abgeschnitten war, hätte die USA nicht mit einem Angriff rechnen müssen, :confused: da Japan ja immer noch im Krieg mit China lag.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein solcher Angriff unbeobachtet, noch nicht mal der Geheimdiest soll es gewußt haben, vor sich gehen konnte.
     
  5. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Ich bin mir nicht einmal sicher ob es zu dieser Zeit schon einen US Geheimdienst gab.
    Ich weiß das dieser erst während des 2. WK gegründet wurde.
    Und ich glaube (da bin ich mir aber nicht sicher) erst nach Pearl Habour.

    Und grade wegen den embargo hatte Japan sich für den Krieg entschieden.
    Sie dachten sich lieber jetzt Handelnbevor die Rohstoffe ausgehen und kein Handeln mehr möglich ist.
    Zudem meine ich das die guten beziehungen zwischen Japan und Deutschland bekannt waren, und dann kann man sich wohl auch denken in welche richtung das führt.

    Ich meine auch gehört zu haben das die USA wohl mit einem militärschlag rechneten, aber nicht in Pearl Habour.
    Schon alleine weil man es zu dieser Zeit für fast unmöglich hielt so eine strecke ohne "Tankstelle" zurück zu legen.
    Die japanische Flotte ist auch buchstäblich mit den letzten tropfen in die Heimat gekommen.
     
  6. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Hau-Schild,
    das mag alles so stimmen wie Du geschrieben hast, das mit dem Geheimdienst weiß ich auch nicht. Aber es ist schwer vorstellbar, dass eine Flotte dieses Ausmaßes unbeobachtet eine solche Strecke bis Hawai zurücklegen kann, ohne dabei beobachtet zu werden. :confused:
     
  7. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    wenn ich mich recht insinne war wohl bekannt das diese flotte unterwegs war, aber niemand hat mit Pearl Habour als ziel gerechnet. Deswegen konnte man sie hinterher nicht mehr finden. weil man in der falschen gegend gesucht hat.
    Oder es ist doch etwas an der verschwörungstheorie dran :rolleyes:
     
  8. KFdG

    KFdG Neues Mitglied

    Es gab natürlich auch vor der CIA einen amerikanischen Geheimdienst: Die OSS ( Office of Strategic Services ). Daraus entstand dann die CIG ( Central Intelligence Group ) welche dem U.S. Aussenministerium unterstand und 1947 wieder aufgelösst wurde. Die CIA wurde 1946 gegründet.

    Was das finden der Flotte betrifft glaube ich, dass der Verschlüssellungscode erst während des Kriges entschlüsselt wurde.
     
  9. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Der OSS wurde aber meine ich auch erst nach Pearl Habour gegründet. Ich meine sogar das dies der auslöser für die gründung war.
     
  10. KFdG

    KFdG Neues Mitglied

    Offiziel wurde die OSS erst am 13 Juli 1942 gegründet, aber er arbeitete schon 1941.
     
  11. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Ok wenn du das sagst glaube ich dir das. Danke für die Info.
    Wieder was dazu gelernt :hoch:
     
  12. Warspite

    Warspite Neues Mitglied

    Die Amerikaner wußten sehr gut über japanische Flottenbewegungen Bescheid. So wurde z. B. der Verband, der kurz nach Kriegsbeginn in Malaysia landete, schon Tage vorher vom US-Geheimdienst gemeldet und sein Kurs genau verfolgt.
    Interessanterweise gab es zwischen den USA und England/Holland eine Vereinbarung, wonach die USA für den Schutz der europäischen Kolonien eintraten, da diese in diesem Teil der Welt fast völlig wehrlos waren. Laut Geheimprotokoll erklärten sich die USA von einem Zeitpunkt an im Krieg mit Japan befindlich, an dem japanische Flotteneinheiten einen bestimmten Breitengrad Richtung Süden überschreiten würden. Der oben erwähnte Angriffsverband tat dies auch tatsächlich schon vor dem Überfall auf Pearl Harbor. Demnach müßte man den Zeitpunkt des US-Kriegseintritts eigentlich vorverlegen, was allerdings aus Prestigegründen unter den Tisch gekehrt wird, zumal die geheimen Vereinbarungen mit den europäischen Kolonialmächten der US-Verfassung widerspachen.
    Den Angriffsverband für Pearl Harbor verloren die US-Geheimdienste Ende November 1941 aus den Augen, nachdem er die nördlichen japanischen Inseln verlassen hatte. Dafür war dem Geheimdienst bekannt, daß schon seit Wochen alle jap. Handelsschiffe in die Heimat zurückgerufen wurden.

    Die japanische Marine hatte für ihren Angriffsverband einen Kurs über den nördl. Pazifik gewählt, der naturgemäß sehr wenig befahren wurde. Trotzdem war ihnen das Risiko der Sichtung durchaus bewußt, zumal sie Monate vorher Handelsschiffe zum Testen dort haben langfahren lassen, die dann auch tatsächlich einmal gesichtet worden waren.
     
  13. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Da möchte ich mal mit meiner These beisteuern:

    Der amerikanische Präsident wusste, dass Perl Harbour angegriffen wird.
    Er nahm mit Absicht diese Opfer in kauf, um die kriegsunwillige Bevölkerung zu einem heroischem Akt in den 2. Weltkrieg hineinzuführen.

    Begründung:

    Japan war seit etwa 1935 im Krieg mit China und abhängig von z.B. Erdöleinfuhren. Das beschlossene Handelsembargo gegen Japan hätte deren kriegswichtigen Ressourcen empfindlich geschwächt. Japan musste sich daher einen Rohstofflieferanten in Ostasien erschließen, der unabhängig von der USA war, was aber nur durch die Besetzung der ostasiatischen Kolonialgebiete der USA, Frankreichs, Großbritanniens und der Niederlande möglich war.
    Japan wurde daher in den 2. Weltkrieg regelrecht getrieben...

    Vor dem Angriff Japans auf Perl Harbour kritisierte ein großteil der Bevölkerung die einseitige Unterstützung der USA zu Gunsten von Großbritannien.

    Um Großbritannien weiter unterstützen zu können, war ein Debakel wie Perl Harbour nötig, um die Bevölkerung wachzurütteln und auf die Kriegstrommeln der Welt einzustimmen...
     
  14. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Das was du a schreibst ist halt die Verschwörungstheorie, die, und das muss ich zugeben, ich nicht dementieren kann.
    Es gibt duchaus hinweise darauf, das dies stimmen könnte, aber als bewiesen gilt es nicht und wird es wohl auch nie.
     
  15. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Hau-Schild, ich will es einmal so schreiben, Roosevelth kam der Angriff auf Pearl Habour
    gerade recht. So bekam er Representantenhaus und Kongrß zum Eintritt in den WKII. :thx:
     
  16. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Ohne frage.
    Dahingehend hast du volkommen recht, aber wie vieles ist es eine sache der Beweißbarkeit.
    Und dahingehend gilt nun einmal das prinziep
    Unschuldig bis zum beweiß des gegenteils.
     
  17. Sascha Maletic

    Sascha Maletic Neues Mitglied

    Nun, die USA konnten nicht einfach tatenlos zuschauen wie zwei imperalistische Mächte die Welt unter sich aufteilten.
     
  18. Warspite

    Warspite Neues Mitglied

    Beweisen kann man es Roosevelt sicher nicht, daß er von einem Angriff der Japaner definitiv gewußt hat, aber die Indizienlage ist mehr als eindeutig. Es gab soviele klare Anzeichen für einen Krieg zwischen Japan und den westlichen Staaten, daß es keinem klar denkendem Menschen möglich gewesen wäre, diese zu ignorieren. Und einen US-Präsidenten trauen ich ein gehöriges Stück Intelligenz und Weltverständniss zu. (amtierende Präsidenten einmal ausgenommen)
     
  19. M.A. Hau-Schild

    M.A. Hau-Schild Premiummitglied

    Ich weiß das die Indizienlage eindeutig ist.
    Das detail das mir ins Auge fällt, und das haupargument der gegenseite ist, ist das die USA nicht die ganze Pzifikflotte (mit ausnahme der Träger) dafür aufs Silberne tablett hätte legen müssen.

    Da wird dann immer angeführt das dies die Bevölerung motivieren sollte, aber der Preis war an Mensch und Material arg hoch.
     
  20. Warspite

    Warspite Neues Mitglied

    Ein großer Fehler, der bei der Diskussion um die Schuld der US-Politiker bei Pearl Harbor gemacht wird, ist immer wieder der, daß man der Roosevelt-Administration zutraut, den Ausgang des Überfalls genau kalkulieren zu können.
    Versetzen wir uns einmal in den maritimen Wissensstand 1941 zurück. Demnach müßten wir annehmen, daß es Flugzeugen allerhöchsten möglich ist, Schlachtschiffe zu beschädigen, da diese stark gepanzert sind. (Flugzeugträger und Kreuzer sind dies nicht !!! ) Mit dem Einsatz von Torpedos im Hafenbecken dürften wir nicht rechnen, da die Wassertiefe zu gering war. Die Japaner hatten dieses techn. Problem des tiefen Eintauchens nach dem Abwurf mit Holzschwimmflossen gelöst, aber das wußte 1941 noch kein anderer. Folglich müssen wir annehmen, daß es den Japaner höchstens gelingen dürfte, einige unserer dicken Brocken zu beschädigen. Selbst ein Totalverlust war im flachem Hafenbecken ausgeschlossen, da die Schiffe ja wieder gehoben und repariert werden konnten. Und in den heimatlichen Werften reiften ja 1941 schon sechs moderne Schlachtschiffe heran. Das Risiko war also nach amerikanischem Wissensstand 1941 höchst begrenzt. Die tatsächliche Überraschung war also keinesfalls der Überfall, sondern vielmehr das Ausmaß der Verluste.
    Trotzdem konnte die US-Navy schon innehalb weniger Wochen den Gleichstand wieder herstellen, durch Reparatur von drei Schlachtschiffen und Verlegung von drei weiteren aus dem Atlantik. Unterlegen war die US-Navy nur bei den Flugzeugträgern und darauf hatte der jap. Überfall keinen Eifluss.
     

Diese Seite empfehlen