Da bin ich echt baff. Bei den Chattenkriegen soll es keinen Widerstand gegeben haben, und der Lahn-Dill-Region mangelte es an nutzbaren Wasserwegen...
Vielleicht hat
@Pardela_cenicienta dies missverständlich ausgedrückt?
Die Aufmerksamkeit hier im Forum richtet sich fast qualvoll und zermürbend immer wieder auf die EINE Schlacht von 9. nach Christus: würde ich hier einen Thread eröffnen,
"Rosenthal als Ort der Saturniusschlacht zweifelhaft", würde das nur Stirnrunzeln hervorrufen., und der Thread würde kaum Reaktionen hervorrufen. Während bei der Varus-Niederlage bald noch erörtert wird, wie Varus Stuhlgang am Morgen war (und die seines Pferds), löst eine andere, diesmal germanische Niederlage, keine Fantasie aus.
Dabei war diese verlustreiche Schlacht im Jahr 84 n.Chr. (Frontin. strat. II, 3,23) unter Lucius Antonius Saturninus entscheidend im Chattenkrieg, der im ersten Jahr 83 v.Chr. unter Domitian ohne größere militärische Auseinandersetzungen außer Scharmützeln begonnen hatte.
Frontinus selbst nahm am Chattenkrieg teil, der mit fünf Legionen begonnen wurde, nebst Hilfstruppen und Abordnungen bis 60.000 Soldaten,
und gehörte als Experte für Kriegsführung in unwegsamen Gelände (er sammelte seine Erfahrungen als Statthalter Britanniens im Kampf gegen britannische Stämme in Wales, z.B die Silurer), und gehörte als legatus Augusti pro pratore zum persönlichen Stab von Domitian.
Zu Beginn der Schlacht, die die Chatten auf unwegsamen, für die römische Schlachtordnung ungünstigen Gelände geplant hatten, sollte die Vorhut durch vorgetäuschten Rückzug in die Wälder gelockt werden: "
Saturninus befahl seinen Männern, sobald sie den Tross des Feindes erreichten, von den Pferden abzusitzen und zu Fuß zu kämpfen, da die Chatten durch ihre Flucht in die Wälder immer wieder den Verlauf eines Kavalleriegefechts behinderten. Auf diese Weise stellte er sicher, dass sein Erfolg nicht durch die Schwierigkeiten des Geländes blockiert wurde."
Die schriftlichen Quellen zum Chattenkrieg sind sehr mager, doch aus dem Schlachtverlauf habe ich einen Vorschlag zur Lokalisierung der Saturninus-Schlacht, deren erfolgreicher Verlauf vielleicht auch die Treue der Mainzer Legionen gegenüber dem Legaten erklärt, der 89 n.Chr. von ihnen zum Imperator ausgerufen wird. Immerhin hatte 84 n.Chr, Domitian, als ihm Boten die Nachrichten vom Sieg zwischen Ohm und Schwalm meldeten (inter Amana et Svalmena), er von Augustus inspiriert "Saturnius, bringt mir meine Legionen wieder! Oh glückliches Jahrhundert! Germanien ist besiegt/Germania capta est!" (Juvenal, IV,150)
Das wiederum hat den Domitianfeindlichen Tacitus später zu seiner Bemerkung veranlasst, dass Germanien seit zweihundert Jahren besiegt wird. Meine Vermutung nach der Schlachtbeschreibung ist hier, nicht weit vom Christenberg
Christenberg – Wikipedia , den später die Franken zum Stützpunkt im Krieg gegen die Sachsen machten, in den Franzosenwiesen:
Burgwald – Wikipedia