Falsch übersetzt?

Exodus 3.13-15

Moses berichtet von der Anwort des "Herrn" = Gott auf die Frage, wie er heiße, bzw. wie er genannt werden solle

אֶהְיֶֽה אֲשֶֽׁר אֶהְיֶֽה (ʼEh·yehʹ ʼAsherʹ ʼEh·yehʹ)

hier findet man Übersetzungen wie

Ich bin was ich bin
Ich werde sein was ich sein werde
Ich werde sein was ich sein möchte

David Rohl sieht hier Verbindungen zu dem Gilgamesch Epos der Sumerer ( d.h. auch er unterstellt, die Moses Geschichte sei erst in babylonischer Gefangenschaft der Juden geschrieben worden)

Im Gilgamesch Epos der Sumerer warnt "Gott" = Enki die Person Gilgamesch bezüglich der Flut

Enki ist im akkadischen Ea, benont wie eya
Wenn, so die Wortspielerei von David Rohl, Enki = Ea = Eya = Ehyeh,

dann würde Eh·yehʹ ʼAsherʹ ʼEh·yeh nicht bedeuten .... "Ich bin was Ich bin" , sondern "Ich bin, der Eya ist/genannt wird"

Dann würde die Thora hier doppelt auf das Gilgamesch Epos referieren. Mit der Analgogie Flut und Gott warnt Noah, bzw. Gott warnt Gilgamesch
und mit der Bezeichnung von Gott; Enki = Ea = Eya = Ehyeh, was in der Moses Geschichte aufgenommen wird.

Gibt es zu dem Thema ein aktuellen Stand ?
 
Ist immer gut, wenn man solche Behauptungen mal nachprüft.

Kamel heisst "ho kámälos."
Schiffstau heisst "tó peisma"

Zwar spät, aber trotzdem:

Ich habe nachgeschaut (INTF-Transkriptionen, Siehe angehängte TXT-Datei).

Viele Handschriften haben „καμιλος“ (Tau, Seil) statt ‘Καμηλος“. DIes bedingt durch den in der Koine auftretenden
Ithakismus (Vokale wurde einheitlich als -i- gesprochen und somit auch oft als iota geschrieben.
 

Anhänge

Exodus 3.13-15

Moses berichtet von der Anwort des "Herrn" = Gott auf die Frage, wie er heiße, bzw. wie er genannt werden solle

אֶהְיֶֽה אֲשֶֽׁר אֶהְיֶֽה (ʼEh·yehʹ ʼAsherʹ ʼEh·yehʹ)

hier findet man Übersetzungen wie

Ich bin was ich bin
Ich werde sein was ich sein werde
Ich werde sein was ich sein möchte

[....]

Gibt es zu dem Thema ein aktuellen Stand ?
Es handelt sich, bei אֶהְיֶֽה um PK 1. Pers. Sg.


PK = Präformativkonjugation, - das Person, Genus (sic!) und Numerus bestimmende Morphem geht den Radikalen voraus > entspricht in den Begriffen der indoeuropäischen Grammatik einem Imperfekt
AK = Afformativkonjugation - das Person, Genus und Numerus bestimmende Morphem folgt der Wurzel Radikalen > entspricht in den Begriffen der indoeuropäischen Grammatik einem Perfekt

Das Imperfekt wird i.d.R. - anders als in der europäischen Grammatik, wo es eine unabgeschlossene Handlung in der Vergangenheit ist - als unabgeschlossene Handlung übersetzt und somit i.d.R. als Präsens, da die semitischen Sprachen zunächst einmal nur diese beiden Formen kennen, AK und PK (sie heißen in der Grammatik des Bibelhebräischen so, andere Schulen verwenden einfach Perfekt und Imperfekt, meinen aber dasselbe). Im Arabischen gibt es auch noch Konjunktiv und Apokopat sowie eine Silbe, die vor das PK gestellt wird und Futur ausdrückt.

Also, die Übersetzung der Wurzel HYH/HWH 'sein' im PK/Imperfekt אֶהְיֶֽה ʾæhyæh., 1. Pers. Sg. mit 'ich bin' oder 'ich werde sein' entspricht der üblichen Übersetzung dieses Wortes.
אֲשֶֽׁר ʾăšer - 'derjenige der'
Also "Ich bin der, der ich bin" oder "ich bin, der ich sein werde" oder "ich werde sein, der ich sein werde", oder "ich werde sein, der ich bin" wären alles mögliche Übrsetzungen, ich finde "ich bin, der ich sein werde" stilistisch am schönsten.

Für eine Übersetzung mit 'möchten' sehe ich keinen Anlass. Jedenfalls nicht im biblischen Wortbestand.

Wer es bevorzugt, Gott als Frau zu sehen, könnte natürlich auch "ich bin, die ich sein werde" übersetzen, bekäme dann aber spätestens bei ʾēl ʾĕlōhīm oder ʾădōnāy Probleme mit der grammatischen Kongruenz.
 
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