Fliegerangriffe im 1. Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von Rafael, 19. Januar 2006.

  1. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Der Flugzeugbestand des deutschen Heeres sah 1918 ganz anders aus: 145 Fliegerabteilungen, acht Bombergeschwader, zwei Riesenflugzeugabteilungen, 65 Jagdstaffeln und 38 Schlachtstaffeln mit 5.000 Flugzeugen sowie einer Personalstärke von 6.100 Offizieren und 55.000 Unteroffizieren und Manschaften.

    Für einen strategischen Luftkrieg gab es nicht nur realexistierende Planungen (<=> Vision) sondern von Januar 1917 bis Januar 1918 auch eine Luftoffensive, deren 27 Angriffe sich vornehmlich gegen London richteten. Der erhoffte Sturtz der britischen Regierung blieb zwar aus. ABER in London brach regelmäßig Panik aus und die britische Regierung konnte sich der Unterstützung der Londoner im Falle fortdauernder Luftangriffe nicht mehr sicher sein. Diese Erfahrung, dass Luftangriffe die Moral der betroffenen Bevölkerung berührt, hat dann auch in England mit zu der Vorstellung geführt, dass man mit der RAF die Moral seiner Feinde niederbomben könne.
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Meine Einschätzung dass "Planungen für einen strategischen Luftkrieg" eher unter Vision als unter Planung einzuordnen sind bezog sich auf die Vorkriegszeit nämlich auf diesen Passus in Deinem Beitrag #18

    Zitat Gandolf "Um mal vom Bier wieder auf das Thema zurückzukommen, möchte ich darauf hinweisen, dass die Kriegsplanungen beider Seiten schon vor dem Krieg sowohl den strategischen Luftkrieg (Angriffe gegen das feindliche Hinterland mit dem Zeil, dessen Infrastruktur und Rüstungspotential zu schädigen) als auch den taktischen Luftkrieg (Unterstützung der eigenen Land- und Seestreitkräfte) vorsahen. Zitatende.

    Der immense Fortschritt den die Flugzeugtechnik 14/18 machte war z. B. 1913 nicht vorhersehbar. Daher mein Hinweis auf den 5-Jahresplan für die deutsche Marinefliegerei vom 1913. Es gab 1913 kein Flugzeug das auf dem offenen Meer landen konnte. Das war in jenem Jahr erstmals auf dem Bodensee gelungen.

    Dass die Planungen der Jahre 1917-18 noch den Luftkrieg 1942 beeinflussten ist unbestritten.

    Es gibt das Buch des Kanadiers Wellls, von 1909, ich glaube 1910 auf Deutsch, der meines Wissens als erster ein Luftkriegsszenario entwirft. Aber das sind wirklich noch Visionen.

    Grüße Repo
     
  3. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Wenn du es so siehst, stimme ich Dir sogar zu. Der Luftkrieg wurde in der Vorkriegszeit allenfalls angedacht. Im Lybien-Feldzug (1912) und in den Balkankriegen (1913) wurde der Einsatz von Flugzeugen zwar bereits Realität. Aber richtige Planungen entwickelten sich erst im Ersten WK.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Man muss sich das wirklich klar machen:
    1909 flog Hans Grade als erster Deutscher die liegende Acht. (Die Wrights und ein paar Franzosen konnten es schon vorher, aber auch nicht lange)
    Und 1918 hingen tausende von Flugzeugen am Himmel.
    Eine Entwicklung in 9 Jahren die absolut atemberaubend ist.
    (Vom Start der 1. A4 bis zur 1. Erdumkreisung eines Kosmonaten haben sie über 20 Jahre gebraucht)

    OT vision: Was könnte die Menscheit erreichen, wenn sie in friedlichen Zeiten zu ähnlichen Kraftanstrengungen sich aufraffen würde?????

    Grüße Repo
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das ist ja das Dilemma. Wir verdanken dem Militär viele segensreiche Erfindungen, die so, aus Geldmangel oder fehlender Bedürftigkeit nie gemacht wurden wären.
    Radar, GPS, U-Boote, SAT Schüssel usw.
     
  6. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Amerika entdecken, Glühbirne und Telefone entwickeln, Dampfmaschinen und Autos bauen, etc.
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    So so,
    das Telefon wurde soweit ich weiß mindestens 3 mal erfunden, bis es was wurde.

    Die Dampfmaschine schon bei den alten Römern oder gar Griechen, und keiner hat begriffen was es war.

    Amerika entdeckt? ach Herrje, wie oft und von wie vielen?
    Und die Entdecker die dann was draus machten, dachten sie wären im westlichen Indien...

    Edison mit der Glühbirne und dem Gleichstrom...
    Irrwege, Irrwege, Holzwege

    Und der Krebs ist immer noch nicht besiegt.
    Pardon, viel zu drastisch,
    nicht mal der Schnupfen!!!!!!!!!!!!

    Grüße Repo
     
  8. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen...

    Zum Luftkrieg im Ersten WK habe ich im Netz folgende interessante Links gefunden:

    1. Ralf Blank, Strategischer Luftkrieg gegen Deutschland:
    http://www.erster-weltkrieg.clio-online.de/_Rainbow/documents/einzelne/Luftkrieg14_181.pdf

    2. Zwischen Himmel und Hölle. Luftschiffer im Krieg - Eine studentische Ausstellung im Zeppelin-Museum Friedrichshafen im Frühjahr 1998 von Marion Mienert und Jörg Gebhard:
    http://www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/Geschichte/MMAG/MMAG_Zeppelin/index.htm

     
  9. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Ein altes Thema (aber dennoch ein zeitloses!) möchte ich mit folgendem Link garnieren:

    einestages - "Ein schwerer Schlag"


    Da steht einiges über den Luftkrieg im 1. WK drin.

    Gruß

    Jacobum
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Für die Luftfahrtgeschichte war allerdings der 1. Weltkrieg ein gewaltiger Schub. 1914 flog ein Flugzeug, die Rumpler Taube, maximal 80 km und brauchte 20 min, um auf 1200 m aufzusteigen. 1916/ 1917 hatten die Jagdmaschinen eine Spitzengeschwindigkeit von annährend 200 km/h und konnten in 20 min bis zu 6000 m hoch steigen.
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Faszinierend so ein alter Thread:
    Was ich damals alles wusste, ...........
    da weiß ich ja heute kaum mehr....
     
  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ich hab mal ein bisschen geschmökert und habe einige Daten von Fliegerangriffen auf Karlsruhe, Mannheim, Pirmasens Trier, Frankfurt und das Rhurgebiet gefunden, die seit 1916 immer wieder von den Alliierten geflogen wurden.

    Die Deutschen flogen am 30. April 1915 einen Fliegerangriff auf Harvich und Städte an der britischen Ostküste am 10 mai flogen sie den ersten Zeppelinangriff auf London und am 31. 8. 1918 einen Fliegerangriff auf Paris, bei dem 14.000 Bomben abgeworfen wurden.
     
  13. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied


    Was, 14.000 Bomben? Bei einem einzigen Angriff?
     
  14. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Der Luftangriff war nicht am 31. 8. 1918 (da flogen die Franzosen mal wieder einen auf Karlsruhe, sondern am 31. 1. 1918.

    Es erscheint schwer vorstellbar, aber laut einem Schmöker (Chronik des 20. jhds.) waren es tatsächlich 14.000 Bomben.
     
  15. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Ich habe mal im Heeresbericht vom 31.1.1918 nachgelesen.

    Dort heißt es u.a.:


    14.000 ist also richtig, im Chronikverlag haben sie aber aus Kilos Bomben gemacht.


    Gruß

    Jacobum
     
  16. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    So etwas habe ich mir auch schon gedacht, aber 14.000 Kilo sind dennoch eine ganze Menge.
     
  17. Cisco

    Cisco Neues Mitglied

    Na ja, möglicherweise waren es "nur" 14 Bomben.
    Hier mal ein Foto von im 1.WK benutzten Fliegerbomben. Die auf dem Bild gezeigten gab es ab 1916 und waren benannt (P+W Bomben) nach der „Prüfanstalt und Werft der Fliegertruppe“.

    [​IMG]

    Gruß

    Cisco
     
  18. Repo

    Repo Neues Mitglied

    14 Tonnen Bomben!

    Ich habe mal nachgeschaut, die "Gothas" des beginnenden Jahres 1918 konnten gerademal so 400kg Bomben mitnehmen.

    Die müssten also mindestens 30 Flugzeuge gehabt haben, die das Ziel dann auch erreichten, also vermutlich 60-70 Stück an diesem Tag einsatzbereite.

    Ich denke die 14 Tonnen entspringen eher der Propaganda.
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hm... auf dem Photo von cisco ist aber auch eine 1000-Kilo-Bombe abgebildet. Mit irgendeinem Gerät muss die ja befördert worden sein.
     
  20. Cisco

    Cisco Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 14. Oktober 2007

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