Forschung->Antike->in der Renaissance?!!

Dieses Thema im Forum "Krisenzeiten und Renaissance (14. - 15. Jhd.)" wurde erstellt von gesicht, 21. Oktober 2009.

  1. gesicht

    gesicht Neues Mitglied

    Hallo :winke:
    was wussten die in der Renaissance schon über die Antike?
    Hat jemand einen Buchtipp, in dem steht, wie der Forschungsstand damals war?
    Also v.a. über das Antike Griechenland
    Danke schonmal im vorraus;)

    gesicht:yes:
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

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  3. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2009
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die kunstgeschichtliche Literatur, z.B. über den Triumphbogen Alfons V. von Aragón und Neapel im Castel Nuovo in Neapel geht auf den Zuwachs an Wissen über die Antike in den Jahren von der Herrschaft der Anjou zu der Herrschaft der Aragón ein. Das ist natürlich schon sehr fokussiert.
     
  5. gesicht

    gesicht Neues Mitglied

    cool, danke schonmal;)
    wenn jemand noch was hat, kann er es gerne posten
    ich würde mich sehr freuen

    yours,

    gesicht
    :yes:
     
  6. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Thema Archäologie:

    während der Renaissance gab es nur ein eingeschränktes Verständnis für Archäologie. Napoleon, der ja bekanntlich erst nach der Renaissance lebte, hatte grossen Verdienst in Sachen Archäologie. Vorher war vieles einfach Beute (Metall) oder Baumaterial (Steine). Das Bewusstsein, dass es so etwas wie wertvolles Kulturgut gibt, war sehr spärlich vorhanden. In Ephesos wurden aus antiken griechischen Tempeln Kirche und Moschee gebaut:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Johanneskirche_(Ephesos)
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Napoleon? Nicht eher Napoleon III.? Von dem ist mir bekannt, dass er die Archäologie förderte.
     
  8. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Er gab in der Renaissance durchaus ein Interesse an antiken Bauwerken und sonstigen Artefakten. Die Zeit, in der man die Bauten hemmungslos als Steinbruch nutzte war da eigentlich schon beendet. Die meisten Päpste waren auch Mäzene mit Interesse an antiken Werken für ihre Sammlungen.
    Flavio Biondo ? Wikipedia
    Dieses etwas einseitige Interesse an alten Statuen und Reliefs war noch bis ins 18. Jahrhundert vorherrschend, auch
    Johann Joachim Winckelmann ? Wikipedia
    war dagegen nicht gefeit.
     
  9. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

    Ich zitiere Wikipedia: "Wie Napoleon I. zeigte auch sein Neffe großes Interesse an der Archäologie sowie dem Leben bedeutender historischer Persönlichkeiten". Quelle:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Napoléon_III.
    Also beide. Aber Napoleon III dürfte diesbezüglich bedeutsamer gewesen sein, insofern hast Du recht.
     
  10. tela

    tela Aktives Mitglied

    Nicht ganz. So wurde der Tempel des Nerva Forums, der bis ins 17. Jh. noch recht vollständig vorhanden war, dann abgetragen und als Baumaterial für einen Brunnen u.a. verwendet. :cry:

    Nerva-Forum ? Wikipedia
     
  11. Amalaswintha

    Amalaswintha Aktives Mitglied

    Ich glaube, die hatten in der Renaissance schon eine ganze Menge Ahnung von der Antike. Im 15. Jahrhundert fand meines Wissens nach eine über den arabischen und byzantinischen Raum starke Rezeption des Griechischen statt. Antike griechische Autoren, die bislang immer nur in lateinischer Übersetzung gelesen worden waren, wurden wieder im griechischen Original gelesen. Auch im medizinischen Bereich kam über diese Schiene viel Wissen nach Europa.
    Es war ja die Zeit der Eroberung Konstantinopels durch die Türken und Europa erlebte eine intensive Beschäftigung mit dem Orient. Beispielsweise hatte Papst Pius II. vergeblicherweise zum Kreuzzug aufgerufen, zu dem niemand kam, aber auch in intellektueller Hinsicht beschäftigte man sich mit dem Orient und damit auch dem Griechischen. (Mir ist klar, dass Griechenland nicht Orient ist, aber der Osten war aus antiker Tradition Griechisch). Papst Sixtus IV., nach dem die Sixtina benannt ist und der den unteren Freskenzyklus in Auftrag gegeben hatte, war auch ein sehr starker Förderer der humanistischen Bildung. Ganz interessant ist auf seiner Grabplatte die Kombination der Allegorien von Theologie und Philosophie. Philosophie wurde zunächst als etwas Heidnisches verstanden und erlebte daher gegenüber der Theologie eine ablehnende Abwertung. Es galt nicht als schicklich sich als Theologe mit Philosophie zu beschäftigen. Im Zeitalter von Sixtus IV. scheint sich das allerdings bereits zu ändern. Zwar sitzen beide Allegorien noch Rücken an Rücken, also voneinander abgewandt, gewissermaßen im Gegensatz, aber die Theologie blickt sich zur Philosphie um und deutet damit den sich auch in der Geisteswissenschaft ablesbaren Wandel an.
    Die ganzen Renaissance-Werke von der Skulptur bis zur Malerei wären ohne ein Studium der Antike und ihrer Kunst und ihrer Techniken nicht denkbar. Einer der Lieblingsschriftsteller von Michelangelo soll beispielsweise Heraklit gewesen sein, weshalb Raffael ihn in der Schule von Athen in den Stanzen auch als Heraklit vereweigt hat.
    Auch Päpste wie beispielsweise Alexander VI. und Julius II. hießen nicht zufällig so, wie sie hießen, sondern sahen sich in der Nachfolge der antiken Namensträger.
    Also man hatte wirklich viel Ahnung von der Antike. Man darf sich das mit der Renaissance vielleicht auch nicht ganz sooo umwälzend vorstellen. Auch im "dunkeln Mittelalter" gab es bei näherer Betrachtung ständig eine Menge von dem, was man aus der Antike ableiten konnte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. November 2009
  12. lynxxx

    lynxxx Neues Mitglied

    Siehe auch die Kunst-/Wunderkammern, wo auch die Antike und allerlei Kuriositäten Eingang fand:

    Wunderkammer ? Wikipedia

    "Im Zentrum des Interesses stand eine Faszination für Raritäten und Kuriositäten, die teilweise aus mittelalterlicher Folklore, humanistischer Wiederbelebung der antiken Sagenwelt und technisch-wissenschaftlichen Neuerungen herrührte. ..."
     

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