Fürstenenteignung

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Mercy, 7. August 2005.

  1. Mercy

    Mercy unvergessen

    Im Zusammenhang mit der nicht erfolgten Fürstenenteignung nach 1918 wird in einer regionalgeschicthlichen Arbeit von 23 Fürstentümern gesprochen.
    Mir sind nur 22 bekannt:

    Königreich Preußen
    Königreich Bayern
    Königreich Sachsen
    Königreich Württemberg

    Großherzogtum Baden
    Großherzogtum Hessen
    Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin
    Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz
    Großherzogtum Oldenburg
    Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach

    Herzogtum Anhalt
    Herzogtum Braunschweig
    Herzogtum Sachsen-Altenburg
    Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha
    Herzogtum Sachsen Meiningen

    Fürstentum Lippe (Detmold)
    Fürstentum Schaumburg-Lippe
    Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt
    Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen
    Fürstentum Reuß Ältere Linie (Greiz)
    Fürstentum Reuß Jüngere Linie (Gera)
    Fürstentum Waldeck

    Fehlt da eines?
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Die Verfassung von 1871 nennt 22 Fürstentümer + die drei Hansestädte

    Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reiches (16.04.1871), in: documentArchiv.de [Hrsg.], URL: http://www.documentArchiv.de/ksr/verfksr.html, Stand: 2.6.2004

    Ich denke also, dass Du recht hast

    Grüße Repo
     
  3. Mephisto

    Mephisto Aktives Mitglied

    Möglicherweise wird das Reichsland Elsass-Lothringen zu den 23 Fürstentümern gezählt... :grübel:
     
  4. Albatros

    Albatros Neues Mitglied

    Oder jemand hat Wilhelm Zwo zweimal gezählt, einmal als deutschen Kaiser und einmal als König von Preußen.
     
  5. Renard

    Renard Mitglied

    Eine mögliche Erklärung für die 23 Fsm. aus Thüringer Sicht:

    Es könnte sein, daß es mit Sachsen-Coburg-Gotha zu tun hat. Es handelt sich nämlich eigentlich um zwei getrennte Herzogtümer Sachsen-Gotha und Sachsen-Coburg, die zwar in Personalunion von einem Haus regiert wurden, aber trotzdem 1826 nicht mit einander vereinigt worden sind. Spätere Versuche der Vereinigung scheiterten später. Sowohl Gotha als auch Coburg waren Residenzstädte und der Hof zog zweimal im Jahr um; beide hatte eigene Landtage, die Finanzen waren getrennt und nach dem Ende der Monarchie zerfielen sie auch in die zwei Freistaaten Coburg und Gotha.
     
  6. Renard

    Renard Mitglied

    Allerdings hatte Sachsen-Coburg und Gotha, so der korrektere Name, im Kaiserreich im Bundesrat nur eine Stimme. Das Reichsland Elsaß-Lothringen hingegen besaß keine Stimme, sondern nur die 3 Hansestädte und die 22 bzw. 23 Fürstentümer (je nach Sichtweise) - siehe Repos Quelle.
     
  7. Repo

    Repo Neues Mitglied

    In dem von mir genannten Link steht unter Fußnote 1:
    "Lauenburg in Personalunion mit Preußen nur bis 1876 vereint."
    Insofern müsste es sich um Lauenburg handeln.
    Keiner von der Ecke im Forum der näheres wüßte?

    Grüße Repo
     
  8. Renard

    Renard Mitglied

    Hallo Repo,
    laut Wikipedia ist das Herzogtum Lauenburg im Jahre 1876 in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert worden und aus der Personalunion mit Preußen wurde somit eine Realunion. Eine völlige Unabhänigigkeit aus der Personalunion mit Preußen heraus ist nicht denkbar (vergleiche 1866 Hannover, Kurhessen...) . Insofern wäre es im Jahre 1918 bei der Fürstenenteignung nicht als eigenes Fsm. aufzuzählen gewesen.
     
  9. Mephisto

    Mephisto Aktives Mitglied

    Die Erklärung von Renard zu Sachsen-Coburg und Gotha finde ich irgendwie am sinnigsten, obwohl dabei ja auch nur eine Dynastie enteignet wurde.
    Sehr obskur das Ganze...
     
  10. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Da das Herzogtum Coburg jedoch an Bayern fiel, das Herzogtum Gotha aber an Thüringen, gab es in dem Fall auch höchstwahrscheinlich zwei unabhängige Enteignungs- und Entschädigungsprozesse. :S
     
  11. Mephisto

    Mephisto Aktives Mitglied

    @ Mercy: Stand in dem Buch noch was genaueres zu den Fürstentümern?
     
  12. Kirlon

    Kirlon Aktives Mitglied

    Die hier im Pfad folgenden Erklärungsansätze in allen Ehren, manches erscheint tatsächlich recht plausibel.

    Aber: Könnte es nicht vielleicht auch sein, dass der Fehler in der o.g. Arbeit steckt?
     
  13. Mercy

    Mercy unvergessen

    Davon bin ich zwischenzeitlich auch überzeugt.
    :closed:
     

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