FULDA GAP

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von maffylein, 17. Mai 2021.

  1. maffylein

    maffylein Neues Mitglied

    Ich interessiere mich für die Geschichte des sogenannten Fulda GAP in der Rhön bei Fulda. Gibt es dafür eine Datenbank für die Anlagen und Gebäude. Wo man die alten Einrichtungen sieht aus dieser Zeit des Kalten Krieges für Google Earth oder Excel Tabelle. In der Rhön währe der 3. WK als erstes los gegangen.

    Point Alpha ist hier der bekannteste Punkt in der Rhön und war ein Militärposten der US Army bei Rasdorf (Hessen) - Geisa (Thüringen). Heute ist hier ein Museum.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Rund um einen potentiellen Ausbruch eines Kriegs in Europa wurde einiges diskutiert.

    Planungen für den 3. Weltkrieg?
     
  3. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Im Warschauer Pakt nannte man diesen Bereich „Thüringer Balkon“ – und er spielte bloss eine untergeordnete Rolle…

    Gruss Pelzer
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    "Untergeordnet" ist wohl eine Untertreibung, angesicht der Bedeutung der "Central Front". Es gibt eine Kontinuität seit den 60er Jahren (vgl. "Buria") bis in die frühen 80er Jahre, in der der WP-Zentral-Front eine wichtige Rolle für die militärischen Angriffsplanung im Rahmen von "Kriegsspielen" bzw. der damit zusammenhängenden Aufmarschplanung zukommt (vgl. Uhl)

    Group of Soviet Forces in Germany - Wikipedia

    Seven Days to the River Rhine - Wikipedia

    Uhl, Matthias (2006): Storming on to Paris: the 1961 Buria exercise and the planned solution of the Berlin crisis. In: Vojtech Mastny, Sven Holtsmark und Andreas Wenger (Hg.): War plans and alliances in the Cold War. Threat perceptions in the East and West. 1. Aufl. London, New York: Routledge (CSS studies in security and international relations), S. 46–71.
     
  5. maffylein

    maffylein Neues Mitglied

  6. BerndHH

    BerndHH Mitglied

    Du meinst die Begegnung des V. US-Korps mit dem vorgeschobenen 11 ACR - Blackhorse Panzeraufklärer gegen die 8. Gardearmee?

    Zweifellos der wichtigste Themenkomplex im Kontext KALTER KRIEG.
     
  7. BerndHH

    BerndHH Mitglied

    Meiner Meinung nach allein aufgrund der Topographie (VOGELSBERG, RHÖN, HESSISCHES KEGELSPIEL, etc.) ein recht gut zu verteidigendes Gelände in Osthessen. Die Berglandschaft zwingt einen angreifenden Panzerverband geradezu sich in relativ enge Täler zu "kanalisieren", wo er dann genau in pionierverstärktes Gelände hineinläuft und an Wurfminen-Sperren recht gut bekämpft werden kann. Im Vergleich zur NORDDEUTSCHEN TIEFEBENE kein Panzerdurchmarschgelände.
     
  8. BerndHH

    BerndHH Mitglied

    Die Möglichkeit, dass sich um RASDORF und EITERFELD größere Panzerschlachten entwickeln ist nicht unbedingt gegeben, da sich Kampfpanzer dort (meiner bescheidenen Meinung zumindest) nicht adäquat entfalten können. Aber das mögen Offiziere der Panzertruppenschule MUNSTER ganz anders sehen.
     
  9. BerndHH

    BerndHH Mitglied

    Was war geplant?

    8. Gardearmee ERFURT greift in südwestlicher Angriffsachse Richtung FULDA an. 11. ACR (konnte als verstärktes Regiment wie eine kleine Division kämpfen, luftbeweglich, Coba-Kampfhubschrauber, etc.) verzögert für ca. 6 Stunden. Ein längeres Verzögerungsgefecht über 6 Stunden hinaus hält das Panzeraufklärungsregiment nicht durch. Dazu ist die Feuerkraft des Warschauer Paktes einfach zu stark. Rohr-/Raketenartillerie, wesentlich mehr Kampfhubschrauber als die NATO, Frontflieger, und und und ...

    Wie wird gekämpft?

    Feuervorbereitung, Artillerie-Sperrfeuer. Feuerwalze, Feuerorkan auf Planzeiger, wo Gegner bereits aufgeklärt oder vermutet wird. Sowjetischer Panzerverband fährt auf Sperre, Ausfall mehrerer Panzer, vordere und hintere Panzer werden von NATO-Panzerjägern mit PALR vernichtet. Panzerpioniere auf beiden Seiten werden maximal gefordert. Der Verteidiger, der Sperren legt und sie verteidigt und der Angreifer, der immer wieder auf Sperren auffährt, Sperren müssen geräumt werden, die Verluste schnellen in die Höhe und, und, und ...

    Und so geht es dann Kilometer für Kilometer.

    Die Artillerie atomisiert, die Frontflieger und Kampfhubschrauber bekämpfen verbliebenen Widerstand und dann rollen die Panzer unter der Annahme, dass die NATO-Panzerabwehr "down" ist. Wenn nicht, dann wird es extrem verlustreich. Mit Masse, Feuerkraft, extremer Waffenwirkung und der entsprochenen Durchhaltefähigkeit ist natürlich ein Durchbruch zu erzwingen. Mit sehr viel Material und sehr viel Blut. Vielleicht wurden sowjetische Panzerkommandanten so ausgebildet, ich vermag es nicht zu sagen. Ein Nervenspiel auf den Gefechtsständen auf beiden Seiten sowieso.
    Überstrapazierte Operationspläne. Lagekarten, auf denen der Feuer-(Artillerie) und Sperrplan (Pioniere) ständig der neuen Lage angepasst werden muss.

    Wieviel Verlust sind wir bereit hinzunehmen? Wie hoch darf der Massenanfall an Schwerverwundeten sein, damit unsere Sanitätstruppe nicht zusammenbricht? Sind genug Blut- und Plasmareserven vorhanden, um nicht noch mehr Ausfälle zu haben.

    Das sind alles Fragen, die man sich am FULDA GAP stellen muss.
     

Diese Seite empfehlen