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Aktives Mitglied
Industriearchitektur – ERIH
European Route of Industrial Heritage, the tourism information network of industrial heritage in Europe
Mit der zunehmenden Technisierung des Bauens spitzte sich der Gegensatz zwischen Ingenieuren und Architekten zu. Baumeister und Bauherren setzten der als „radikale Abstraktion“ abgelehnten Funktionalität mit dem „Historismus“ Stilformen vergangener Epochen entgegen. Sie nutzten die funktionalen und kostengünstigen Materialien Eisen und Beton, verkleideten die Außenseite ihrer Bauten jedoch mit Werksteinen oder Ziegeln. Auch die Verwaltungsgebäude zahlloser Fabriken dieser Zeit haben Rundbogenfenster, Ecktürmchen und mit mehrfarbigen Ziegeln reich ornamentierte Fassaden.
Deutlich wird der Zwiespalt auch in Entwürfen des angesehenen französischen Architekten Eugène-Emmanuel Viollet-Le-Duc, der Konstruktionsprinzipien der Gotik mit modernen Materialien wiederbelebte. Auch Vertreter der britischen „Arts-and-Crafts“-Bewegung setzten sich für handwerkliche Qualität ein, kamen aber an industriellen Massenprodukten nicht vorbei. Und die geschwungenen, organischen Formen des in ganz Europa verbreiteten „Art Nouveau“ – in Deutschland „Jugendstil“ - wurden gern in Eisen und Glas realisiert – selbst im Industriebau, wie das Portal zur Maschinenhalle der Zechen Zollern in Dortmund bezeugt.