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Stimmt nur zum Teil....das protestantische Basel zum Beispiel ist geradezu eine Fasnetshochburg und hat mit dem Morgenstreich ein den Rosenmontagszügen vergleichbare Ereignis zu bieten,
Aus dem Bericht geht doch gerade das anekdotenhafte hervor...
Einige der Unterschiede waren schon vor Luther, sprich vor konfessioneller Trennung* da: Fast überall, wo früher Römer herrschten, gab und gibt es Karneval oder Fasching oder Fastnacht – und in anderen Gebieten so gut wie nicht, es sei denn, sie wurden später importiert wie z.B. in Franken.
Weil z.B. Köln eine römische Gründung ist und nördlich des Main liegt, kann man da nicht von einer Nord-Süd-Grenze sprechen, die es natürlich trotzdem gibt: Als ich in jungen Jahren einige Zeit in Berlin lebte und Fasching feiern wollte, erntete ich dort nur Unverständnis.
Hier muss ich dich korrigieren, vielleicht war es auch nur ein Schreibfehler:Karneval -> Rheinland (z.B. Köln, Düsseldorf, Mainz).
Fastnacht oder Fasnet -> Franken, Hessen, Pfalz und Baden.
Helau dürfte wohl einer der bekanntesten Narrenrufe sein.
In Mainz (Rolf Braun, Ernst Neger, Margit Sponheimer u.v.a.) bleiben einen da im Gedächtnis.
Nein, wir haben seit 1524 Karneval in Thüringen.
Die allermeisten "traditionellen" Narrenrufe dürften auf das 20. Jahrhundert zurückgehen.
Das Mainzer "Helau" wurde erst in den 1930er Jahren aus Düsseldorf importiert:
Herkunft des „Helau"
Karneval übersetzt –> „Fleisch lebe wohl“.
Das Spektakel "Karneval" kommt ja von:
- Carne lateinisch für Fleisch und
- vale lateinisch für Verabschiedung/Wiedersehen.
Karneval geht auf carne levare < de carne levare ieiunium ('die Enthaltsamkeit vom Fleisch auf sich nehmen', siehe Jost Gippert: https://titus.uni-frankfurt.de/personal/jg/pdf/jg1986b.pdf) zurück.
Im Südwesten sagt man Fassenacht, Fasnet, Faasenacht, FasnachtFasching hat nix mit proterstantisch oder katholisch zu tun sondern ist nur ein Dialektwort... im Süden sagt man eher Fasching.
Die Protestanten haben schon den Karneval und andere Bräuche bekämpft, waren darin aber nur teilweise erfolgreich.Aus protestantischer Feder stammt wohl auch die Behauptung dass die Fastnacht ein heidnischer Brauch sei und eine Form von Baccanal...
leider nur eine Vorschau:
Fastnacht-Karneval im europäischen ... - Google Bücher
aber u.a. wird da tatsächlich auch das Schiff der Weber erwähnt das wohl ein Vorläufer von späteren holländischen Schiffen war die zum Karneval ausfuhren.
Von der alemannischen Fasnacht wird gesagt, dass es dabei u. a. um die Austreibung der Wintergeister gehtStimmt nur zum Teil....das protestantische Basel zum Beispiel ist geradezu eine Fasnetshochburg und hat mit dem Morgenstreich ein den Rosenmontagszügen vergleichbare Ereignis zu bieten, Gleiches gilt für viele süddeutsche freie Reichsstädte, die zwar ganz oder überwiegend protestantisch waren, wo aber die Fastnachtsbrauche erhalten blieben. Auch in der protestantischen Pfalz wurde weiterhin Fastnacht gefeiert.
Möglicherweise hängt das ganze damit zusammen, welche Spielart des Protestantismus (Lutheraner,Calvinisten,Unierte) vorherrschte .Zumindest betreffen die mir bekannten Beispiele protestantischer Karnevalsgegenden bis auf das calvinistische Basel unierte Gebiete.
Eine andere Möglichkeit wäre das Nebeneinander von protestantischen und katholischen Gebieten,wie es sich bei uns im Südwesten Deutschlands sehr ausgeprägt findet.In einem solchen Flickenteppich war es sicherlich schwerer, solche Bräuche abzuschaffen und die "reine Lehre" durchzusetzen als in den norddeutschen rein protestantischen Flächenstaaten.
Eine Kontinuität von den mittelalterlichen Narren- und Eselsfesten zur heutigen Fassenacht besteht in Mainz nicht.Die Form der heutigen Mainzer Fassenacht existiert erst seit dem frühen 19.Jahrhundert. Dies gilt wohl für den gesamten rheinischen Carneval.
Inwieweit die alemannische Fastnet hier eine ältere Kontinuität aufweist, oder ob es sich hier um eine Neuauflage alter Bräuche handelt wäre hier auch meine Frage an die Forianer aus "Alemanien" und "Helvetien"
Daß sich die Humanisten der Fassenacht annahmen bezeugt für Mainz der Gelehrte Dietrich Gresemund,der 1495 über das närrische Treiben in Mainz berichtete und eine witzigen Dialog schrieb in dem ein itlienischer Professor CATO und ein deutscher Professor Podalirius in vorzüglichem Latein und mit brilliantem Wortwitz über die Narretei streiten- eine Art humanistische "Doppelbütt" also.
Von der alemannischen Fasnacht wird gesagt, dass es dabei u. a. um die Austreibung der Wintergeister geht
Dann hat es auch nix mit Fasten zu tun?Es mag ja sein, dass behauptet wird, dass es bei der alemannischen Fasnacht um Austreibung der Wintergeister ginge. Ich behaupte hingegen, dass es sich bei allen "Fasnächten", Faschings, Karnevals etc. (und damit auch der Alemannischen) um Narrenfeste handelt. Und all diese Narrenfeste haben ihren Ursprung, so meine ich, in den von zaphodB erwähnten frühmittelalterlichen Narrenfesten / Eselsfesten - auch wenn in den meisten Fällen keine Kontinuität zu bestehen scheint. Das Narrenfest war während des gesamten Mittelalters und der Neuzeit zahlreichen Änderungen und lokalen Adaptionen unterworfen (z.B. Nürnberger Schembartlauf), hat dabei aber seinen Charakter als Narrenfest nie verloren. Mit Winteraustreibungen, Geisterbeschwörungen, heidnischen Dämonenbekämpfungen, Raunächten etc. hatte es nie zu tun. Obwohl von der Kirche bis über das Mittelalter hinaus wiederholt verboten oder missbilligend geduldet, war das Narrenfest ursprünglich kein Volksfest sondern sogar eine Art "Kirchenfest". Jedenfalls entstand es im Umfeld der frühmittel. Kirche und seine Protagonisten waren Angehörige des niederen Klerus. Diakone und Subdiakone (welche die "Gemeinde" bedeuteten) rebellierten während des Narrenfestes / Eselsfestes gegen die Kirche als Institution - daher auch der Beiname "festum hypodiaconarum". Die Geistlichen tanzten als Frauen, Musikanten oder Tiere auf den Chorstühlen, spielten im Kirchenschiff Ball und auf dem Altar mit Würfeln, sangen unanständige Lieder und verspeisten Würste. Anstelle von Weihrauch wurden Schuhsohlen und offenbar auch Fäkalien verbrannt. Statt des Priestes amtete ein "Narrenbischof" oder "Narrenpapst", der aus dem Kreis der Nachwuchskleriker oder örtlichen Bettler ausgewählt worden war. Die anderen, heisst es (zeitgen.) "erwiesen ihm so gut sie konnten, die Anerkennung und Ehrerbietung, die ein wirklicher Bischof verdient".
Narrenbischöfe hatten gebietsweise auch, wie ordentliche Bischöfe, das Recht der Münzprägung. Einige seltene Exemplare sollen noch in Nationalbibliothek von Paris vorhanden sein.
Angesichts dieser "kirchlichen" Vergangenheit der Fasnacht kann auch keine heidnische Provenienz
germanischer oder keltischer Art des Narrenfestes reklamiert werden, auch wenn der mittelalterliche Klerus (wieder besseren Wissens ?) dies behauptete und es gelegentlich als vor-fastenzeitliche Ausschweifung duldete. Bereits das Konzil von Toledo (633) hatte das Narrenfest oder Eselsfest (man beantwortete den priesterliche Sege mit IA-Geschrei) gebrandmarkt. Wenn übendingt ein heidnischer Usrpung für die Fasnacht resp. das Narrenfest gefunden werden soll, böten sich die römischen Saturnalien an. Der fürhmittelalterliche oder spätantike niedere Klerus könnte sich diese zum Vorbild genommen haben.
Die Herkunft der Fasnacht aus dem Narrenfest der frühmittelalterlichen Kirche erklärt auch, weshalb der Karneval von Venedig über Mainz bis Rio und Iquique resp. über halb Europa und Südamerika verbreitet ist, im Verbreitungsgebiet der byzantinsichen (orthodoxen) Kirche aber nicht.
in Südostbayern - beim Fasching - durchaus. Der Fasching geht bis Faschingsdienstag. Danach am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit.Dann hat es auch nix mit Fasten zu tun?
Jene Krapfen sind bei uns Berliner oder Fasenachts.Küchlein Südostbayern - beim Fasching - durchaus. Der Fasching geht bis Faschingsdienstag. Danach am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit.
Bedeutung und Brauchtum
Letzte Schlemmerei: Vor dem strengen Verzicht auf Fleisch, Fett, Eier und Alkohol in der Fastenzeit wird an Fasching noch einmal ausgiebig gefeiert, getanzt und gegessen.
Typisches Gebäck: Typisch für das schwere Essen vor dem Fasten sind in Oberbayern reichhaltige, in Schmalz gebackene Krapfen.
Der Übergang: Mit dem Aschermittwoch bricht die ruhige, besinnliche Zeit an, die in Bayern traditionell allerdings auch von Bräuchen wie den starken Starkbierfesten (zum Beispiel auf dem Nockherberg) begleitet wird, bei denen der Spruch „Flüssiges bricht das Fasten nicht“ gilt.
Beim Morgestraich war ich schon ein paarmal dabei.Der Morgenstraich hat ja aber nur bedingt was mit der Fasnet zu tun. Denn den Hintergrund bildet ja die Vereidigung der Rekruten beim Militär, der immer an diesem Tag stattfand. Auch ist es eher eine etwas düstere und keineswegs alberne Angelegenheit.
Und zu den evangelischen Gebieten, in manchen Gegenden wurde das noch lange recht streng gehandhabt (ich weiß nicht ob's mittlerweile anders ist)
Bei mir war's sogar im evangelischen Kindergarten noch so, dass keine Fasnet gefeiert werden durfte, man durfte maximal eine lustige Kopfbedeckung tragen, wie es damals im Elternbrief hieß (ich kann mich noch genau erinnern, denn das hat mich tierisch geärgert)
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