Ich habe mich mal wieder an einen russischen Film gewagt und Propagandafilm, muss man wohl auch sagen.
"1812 - Krieg, Liebe, Verrat" (Vasilisa)
RUS, 2014, Regie: Anton Sievers
Handlung: Der junge Adelige Ivan Ryazanov (Dimitriy Solomykin) verliebt sich in die Leibeigene Vasilisa (Svetlana Khodchenkova). Doch neben seiner Mutter (Irina Rozanova) verhindert ihre Schwester Dashka (Kristina Kuzmina) die Beziehung und Vasilisa heiratet den angesehenen, etwas mürrischen Dorfältesten Maxim Kozhin (Igor Chernevich). Enttäuscht kehrt Ivan zu seinem Husarenregiment zurück und zieht später in den Krieg gegen die Franzosen. Im Zuge des Krieges kommt eine Abteilung Franzosen - eher wie die Wehrmacht bei der Besetzung Frankreichs - als mordende, vergewaltigende Terrortruppe ins Dorf und bleibt dann dort. Besonders der französische Capitaine Blier (Jérôme Cusin), der in einer ulkigen "Schlacht"

Ivan kurz zuvor gegenüber gestanden hatte, hat es auf Vasilisa abgesehen. Derweil schützt der Grundherr Pavel Sergeevich Elagin (Andrey Ilin) seine Leibeigenen nicht, sondern kollaboriert mit den Nazis - äh Besatzern. Daraufhin artet der Film in ständige Wiederholungen derselben Konstelation aus. Nachdem Blier sein Wort gebrochen hat und hinterrücks sich wegen einer Vergewaltigung auflehnende Bauern erschießen ließ, wird auch Vasilisas Mann erschossen, als er einen Jungen vor der die Dorfkirche plündernden Franzosen retten will. Nachdem sie das Getreidelager der Franzosen in Brand gesetzt hat, geht Vasilisa mit einigen ebenso irren Landleuten in den Wald, wo sie zu einer Art Superkämpfern sich ausbilden, so dass sie teilweise mit kleinen Beilen oder nur bloßen Händen, bewaffnete und einexerzierte französische Trosssoldaten niedermetzeln können... Im Laufe der Zeit wird sie zweimal von den Franzosen gefangen genommen, einmal durch den Verrat ihrer eigenen Schwester, die mittlerweile die Mätresse von Grundherr Elagin ist und sich ausbedingt beim Abzug der Franzosen mit nach Paris genommen zu werden

. Obwohl sie den Reden nach nicht alle Kekse in der Dose haben, bringen zwischendrin einmal die Partisanen in Erfahrung, dass Napoléon (Vitaliy Kovalenko) selbst auf einem Schleichweg am Dorf vorbei so rasch wie möglich Russland verlassen will, woraufhin sie eine kleine Brücke zerstören wollen, die von der SS - äh Bliers fiesen Franzosen bewacht wird, wo es zu einem weiteren Gemetzel kommt ...
Der Film ist ein deutliches Zeugnis dafür wie Film"kunst" aussieht, wenn sie staatlich gelenkt wird und wegen Korruption und anderen Gründen irgendwelche Leute ans Ruder kommen, die keine Ahnung davon haben irgendwie sinnige Dialoge zu schreiben oder eine in sich stimmige Handlung zu entwickeln. Bei den Dialogen tat es mir schon im Kopf weh, als ich versuchte überhaupt zu verstehen, was das sollte. Es wird nicht besser in den Actionszenen, etwa wenn ein General einem Kapitän (Ivan) das Kommando über "hundert Kosaken" überträgt, weil deren "General" gefallen sei - obwohl man vielleicht 10 Kosaken sieht. Trotz des Einsatzes von zahlreichen Reenactors in Massenszenen wirkt die "Schlacht" vollkommen lachhaft und dann der Austausch zwischen General und Untergebenen, wo sich der General echauffiert, er habe jetzt so lange standgehalten und nun solle er sich zurückziehen? Was soll das überhaupt? Die Einheiten sehen aus, als hätte man 18-20 Mann von einem Wargaming-Tisch auf ein reales Schlachtfeld gestellt und die laufen dann vollkommen unsortiert in "Linien" über die Landschaft. Es wird aus der Hüfte geschossen und es geht vorrangig darum, dass die Kampfszenen möglichst blutrünstig aussehen. Ich habe im ganzen Film keine einzige Figur erlebt, die sinnig die Motivation ihres Handelns in einem Dialog dargestellt hätte. Da hilft es auch nicht, dass es schöne Bauten und teilweise gute Kostüme wie bei den Reenactors gibt. Am Anfang hat mich total verwirrt, weil die Hauptfigur im Gesicht eine Warze links am Mund hatte und eine andere Frau eine Warze rechts am Mund - was dann wohl die beiden Schwestern als Schwestern herausheben sollte...
Typischer Schund aus Russland

, 2 von 10 durchbohrte Franzosen.