KPD in der Weimarer Republik

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Jules, 31. Oktober 2005.

  1. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Hallo an alle,
    ich "darf" ;o) mit ein paar Leuten einen Geschichtsreferat über die KPD in der Weimarer Republik halten. Kennt jemand von euch das Parteiprogramm des Spartakusbundes (falls die eins hatten) und später der KPD oder hat dazu einen schönen Link? Wäre wirklich wichtig!
    Danke schon mal im Voraus
    Liebe Grüße Jules :winke:
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hier ein papierner Link =):rofl:

    Mallmann, Klaus-Michael: Kommunisten in der Weimarer Republik. Sozialgeschichte einer revolutionären Bewegung. Darmstadt 1996.
     
  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Hallo Jules,

    ergänzend zu El Quijotes Beitrag findest Du auch einige Grundsätze zur KPD während der Weimarer Zeit im Internet bspw. hier
    Stichworte zur weiteren Nachforschung: Kommunistisches Manifest, Eisenacher Programm, Erfurter Programm

    Andererseits gab es vor einigen Monaten schon einmal eine recht kontroverse Diskussion bezüglich der KPD in der Weimarer Republik hier im Forum Feinde der Weimarer Republik

    Evt. hilft Dir auch dies etwas weiter :winke:

    Viele Grüße

    Timo

    PS (EDIT) @ursi: Sorry - Beitragsüberschneidung...
     
  5. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Danke schön an alle :bussi: die Links sind wirklich gut!
    Hat die KPD das Programm des Spartakusbundes eigentlich übernommen oder gab es zwischenzeitlich noch Veränderungen?
     
  6. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Hmm, wenn ich alles richtig verstanden habe und mich meine Erinnerung an unseren Geschichtsunterricht Klasse 11 in der DDR (1987/88 - Anm. d. Verf.) nicht trügt, ist das Parteiprogramm, welches auf der Spartakus Konferenz (= Gründungsparteitag KPD) vom 29. - 31.12.1918 angenommen wurde, das einzig relevante Programm. Man kann und sollte das wohl nicht wirklich trennen... :grübel:
     
  7. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    das Kommunistische Manifest gibt es auch im Netz zum lesen: http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm
     
  8. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Literatur:

    Wolfgang Leonhardt, Völker hört die Signale

    Grüße Repo
     
  9. Mercy

    Mercy unvergessen

  10. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Supi, vielen vielen Dank euch allen!!!!

    Noch eine Frage zum Abschluss: Auch auf die Gefahr hin, dass das Thema hier schon durchgekaut wurde, in dem oben angegebenen "Verbindungslink" wurde ja schon gesagt, dass die KPD quasi gesehen die "Feinde" der Weimarer Rep. waren. War dies nun letztendlich ein Grund (einer von vielen), warum sie scheitern musste. Hat die KPD der NSDAP wirklich mit ihren ganzen Aufständen in die Hände gespielt und war sie wirklich so regierungsfeindlich eingestellt? Hab mich zwar noch nicht ausführlich damit beschäftigt, aber meines Erachtens kam der vollständige Bruch mit der SPD doch erst Ende der 20er. Vorher versuchten sie, Unruhe heraufzubeschwören um ihre Vorstellungen durchzusetzen (Soldatenräte,.......)?
     
  11. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Beim Durchlesen des genannten Themas bist Du ja sicherlich darauf gestoßen, daß die Diskussion seinerzeit durchaus kontrovers verlief.
    Je nach eigener Anschauung wirst Du also mitunter Antworten erhalten, welche auch verschiedene Sichtweisen zu dieser Partei beinhalten...
    Meine Antwort bzgl. der KPD ist, daß sie keineswegs eine demokratische Partei in der Weimarer Republik gewesen ist, sondern einen Staat nach sowjetischen Vorbild favorisierte und grundsätzlich auch anstrebte. Hierin stand sie sowohl in einem fundamentalen Gegensatz zur parlamentarischen Demokratie (auch wenn diese damals selbst auch auf wackligen Beinen stand) als auch in einem deutlichen Gegensatz zur SPD.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. November 2005
  12. Saint-Just

    Saint-Just Neues Mitglied

    Die KPD hat sich mit Sicherheit nicht als parlamentarische Partei definiert (z.B. mußten Reichstagsabgeordnete zugleich illegale Arbeit leisten, um sich sozusagen "mitschuldig" zu machen); regierungsfeindlich - durchaus.

    Den letzten KPD-Geführten Aufstand gabs 1923, der Aufstieg der NSDAP begann erst sieben Jahre später (Reichstagswahlen 1930); einen direkten Zusammenhang sehe ich hier nicht.

    In ihrer Politik war KPD in einem strategischen Dilemma: Gegner waren sowohl die Faschisten (NSPDA und Splittergruppen) als die bürgerlichen Parteien (SPD bis DNVP)- sollte man zuerst die "Bürgerlichen" und dann die Faschisten, oder zuerst die Faschisten im Bündnis mit den bürgerlichen Parteien bekämpfen?
    Diese Frage wurde im Laufe der Jahre verschieden beantwortet- Anfang der 20er Jahre "Einheitsfront" mit der SPD, Mitte der 20er die berüchtigte "Sozialfaschismusthese" (Faschismus und Sozialdemokartie als Zwillinge), Ende 20er/Anfang 30er "Einheitsfront von unten" (d.a. Bündnis zwischen Kommunisten und einfachen Sozialdemokraten, aber Ausschaltung der SPD-Parteiführung)- das erklärt die Zickzackpolitik der KPD-Führung über die Jahre.

    Zusatzproblem der KPD war noch, dass sie über die Komintern eng mit der russischen Partei verbunden war, also auch mit dem Machtkampf in Moskau (Stalin gegen Sinowjew gegen Trotzki gegen Bucharin)

    Allerdings gab es Anfang der 30er auch auf Seiten der SPD wenig Neigung zum Bündnis mit der KPD oder gar zu einem Generalstreik.

    Hoffe, ich konnte ein wenig helfen :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. November 2005
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  13. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Hier noch ein Literaturtipp:

    Sigmund Neumann
    Die Parteien der Weimarer Republik
    Erste Auflage 1932
    Fünfte Auflage 1986
    Urban-Taschenbücher, Kohlhammer

    Aus der Einführung von K.-D. Bracher:

    "Am Vorabend der nationalsozialistischen Machtergreifung, im Jahre 1932 veröffentlichte Sigmund Neumann (1904 bis 1962) ein Buch über das deutsche Parteiensystem, das als Pionierleistung historisch-politischer Forschung und Deutung gelten muss. Es ist eine Parteilehre, die sich auf eine Verbindung von historischer und gesellschaftlicher Betrachtung, von geistesgeschichtlicher, wirtschafts- und organisationssoziologischer Analyse stützt. Nicht nur die Fülle der verarbeiteten Daten und anregenden Hinweise macht das Werk noch heute wertvoll; auch die Darstellung wirkt frisch und aktuell, dass man dem Buch sein Alter nicht anmerkt. Wohl aber vermittelt die Lektüre einen unmittelbaren Eindruck von den Problemstellungen jener Zeit".


    Ich kann dir das Buch nur empfehlen, es ist sehr aufschlussreich.
     

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