Marienerscheinungen

  • Du fragst nach einer logischen Erklärung, bei einem Phänomen des reinen Glaubens?
  • "Gibt es ähnliches in anderen Religionen?" - Nenne mir Religionen in denen es das nicht gibt...
Die besondere Bedeutung Marias liegt in der Rolle der Mutter des Mensch gewordenen Gottes, und von den Gläubigen verehrt und angesprochen als Mittlerin zwischen dem Gläubigen und Gott.

Die Marienerscheinung wiederum ist ein ganz anderes Phänomen, bei dem ganz andere soziale und religiöse Komponenten eine Rolle spielen:
  • Es sind meist Frauen,
  • junge und ledige Frauen vor allem,
  • sozial am Rande stehend und im juristischen und sozialen Sinne nicht eigenständig, auf jeden Fall nicht einem Mann zugehörig,
  • Aspekte der Verzückung, Entrückung und Autosuggestion,
  • Soziale Aufwertung dessen der die Erscheinung hat.

Die Marienerscheinungen sind m.E. ein historisches und kulturelles Phänomen.
 
besonders Papst Johannes Paul II. hat sich sehr intensiv mit Marienerscheinungen befasst.

Die theologischen Grundlagen seiner Marienverehrung hat Johannes Paul II. in seiner Enzyklika „Redemptoris Mater“ über die selige Jungfrau Maria im Leben der pilgernden Kirche (1987) entfaltet.
Insbesondere hat sich der Papst auch mit den Ereignissen zu Fatima beschäftigt:
Literatur:
George Weigel: Zeuge der Hoffnung – Die Biografie von Papst Johannes Paul II. (Verlag Ferdinand Schöningh)
Der US-amerikanische Biograf und Theologe gilt als einer der besten Kenner des Pontifikats. Er beschreibt sehr sachlich und detailliert den tiefen persönlichen Bezug des Papstes zu den Fatima-Erscheinungen und dem Attentat von 1981.

Kongregation für die Glaubenskonfession: Die Botschaft von Fatima (Vatikanischer Verlag, Jahr 2000)
Das offizielle Dokument des Vatikans, herausgegeben unter Kardinal Joseph Ratzinger (dem späteren Papst Benedikt XVI.). Es enthält die theologische Auswertung der Erscheinungen sowie historische Einordnungen dazu, wie Johannes Paul II. die Rettung seines Lebens mit der Madonna von Fatima verknüpfte.
 
  • Du fragst nach einer logischen Erklärung, bei einem Phänomen des reinen Glaubens?
  • "Gibt es ähnliches in anderen Religionen?" - Nenne mir Religionen in denen es das nicht gibt...
Die besondere Bedeutung Marias liegt in der Rolle der Mutter des Mensch gewordenen Gottes, und von den Gläubigen verehrt und angesprochen als Mittlerin zwischen dem Gläubigen und Gott.

Die Marienerscheinung wiederum ist ein ganz anderes Phänomen, bei dem ganz andere soziale und religiöse Komponenten eine Rolle spielen:
  • Es sind meist Frauen,
  • junge und ledige Frauen vor allem,
  • sozial am Rande stehend und im juristischen und sozialen Sinne nicht eigenständig, auf jeden Fall nicht einem Mann zugehörig,
  • Aspekte der Verzückung, Entrückung und Autosuggestion,
  • Soziale Aufwertung dessen der die Erscheinung hat.

Die Marienerscheinungen sind m.E. ein historisches und kulturelles Phänomen.
Fragen kann man immer.
 
Kennt ihr die Marienerscheingen von Marpingen im Saarland, und die Reaktion Preußens zur Zeit Bismarcks?

Unmenschlich.
 
Ich finde den Fall auch sehr spannend.
Schlimm war das Verhalten der preußischen Soldaten.
Schlimm auch das Verhalten des Klerus, und was man den jungen Mädchen antat.
Wenn du den Fall so spannend findest, dann stell ihn doch einmal etwas ausführlicher vor. Natürlich könnte ich jetzt den Wikipedia-Artikel den Mitleser1954 verlinkt hat dazu lesen – aber das ist ja nicht der Sinn eines Geschichtsforums. Wer ein Thema zur Diskussion stellt, darf gerne auch selbst etwas Inhalt, eine eigene Einordnung und Quellen dazu beitragen.

Mich würde beispielsweise interessieren:

– Was genau macht den Fall für dich so spannend?
– Warum beurteilst du das Verhalten der preussischen Soldaten als besonders schlimm?
– Was genau hat man den jungen Mädchen angetan?
– Welche Rolle spielte der Klerus?
– Wie ordnest du das Geschehen in den zeitgeschichtlichen Kontext ein?
– Auf welche Quellen oder weiterführende Literatur stützt du dich?

Fass den Fall doch einmal in einem etwas ausführlicheren Beitrag zusammen und gib deine eigene Einschätzung dazu. Dann haben wir auch eine Grundlage, auf der wir tatsächlich über das Thema diskutieren können.
 
Die Soldaten gingen mit Bajonetten aktiv gegen wehrlose friedliche Menschen vor.
Die Mädchen wurden von den Behörden mit Billigung des feigen Klerus in eine Art Strafanstalt gesteckt. Kontakt mit den Eltern war verboten.
 
Wenn du den Fall so spannend findest, dann stell ihn doch einmal etwas ausführlicher vor. Natürlich könnte ich jetzt den Wikipedia-Artikel den Mitleser1954 verlinkt hat dazu lesen – aber das ist ja nicht der Sinn eines Geschichtsforums. Wer ein Thema zur Diskussion stellt, darf gerne auch selbst etwas Inhalt, eine eigene Einordnung und Quellen dazu beitragen.

Mich würde beispielsweise interessieren:

– Was genau macht den Fall für dich so spannend?
– Warum beurteilst du das Verhalten der preussischen Soldaten als besonders schlimm?
– Was genau hat man den jungen Mädchen angetan?
– Welche Rolle spielte der Klerus?
– Wie ordnest du das Geschehen in den zeitgeschichtlichen Kontext ein?
– Auf welche Quellen oder weiterführende Literatur stützt du dich?

Fass den Fall doch einmal in einem etwas ausführlicheren Beitrag zusammen und gib deine eigene Einschätzung dazu. Dann haben wir auch eine Grundlage, auf der wir tatsächlich über das Thema diskutieren können.
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Ich habe und werde mir den Wiki-Artikel so nicht durchlesen.
Ohne Dir zu nahe treten zu wollen, ein Verweis auf einen solchen, zur Eröffnung eines neuen Threads, ist nicht zielführend. Wenn man in einem Thread schon drin ist, ja, dann kann man als Quele oder Erläuterung auf Wiki verweisen.

Zur Begründung, stell Dir vor hier sucht sich jeder Wiki-Artikel heraus und möchte die Meinung und Auffassung der anderen erfahren!
 
Wenn man es mit den Marienerscheinungen hat, so ist bereits die Entstehung des Marienkultes von Interesse (ohne Kult keine Erscheinung). Denn anfangs hatte Maria im Christentum keine Rolle gspielt. Das änderte sich erst zu Beginn des 5. Jh., es kamen Predigten über Maria auf, es wurden in Konstantinopel vereinzelt Marienkirchen errichtet (die erste hieß sinnvollerweise "Erst-Begründete", protoktistos). Richtigen Aufwind erhielt der Trend durch Pulcheria, Schwester des Kaisers Theodosius II und Enkelin von Theodosius I. Sie hatte - aus dynastischen Gründen - öffentlich ewige Jungfräulichkeit geschworen und wurde zur Frömmlerin, war gleichzeitig eine starke Persönlichkeit und hat über ihren jüngeren Bruder eine Zeitlang das Wort geführt. Als eiserne Jungfrau fand sie natürlich in der Heiligen Jungfrau ihr Vorbild, und so ließ sie eine ganze Anzahl von Marienkirchen in K'pel bauen (in Blachernai, Hodegoi und Chalkoprateia, letztere auf den Ruinen einer Synagoge).
Für sie war Maria Theotokos, die Gottesgebärerin.
Das rief wiederum den eifernden Bischof von K'pel, Nestorius, auf den Plan, der den Begriff Theotokos verwarf. Maria habe einen Menschen geboren und nicht einen Gott, so wie man das vom Heidentum her kennt, daher dürfe man nur von Christotokos sprechen. Aus dem Zwist, der hieraus entstand, bildete sich die Kontroverse um den Monophysitismus, der das byzantinische Reich an den Rand eines Religionskrieges brachte.
Doch die Theotokos-Befürworter hatten Oberhand (im Konzil in Chalcedon) und deklarierten nun Maria zu K'pels Schutzgöttin, so wie Athena die Schutzgöttin Athens gewesen war.

Tatsächlich ereignete sich darauf auch eine Marienerscheinung, nämlich 626, bei der Besetzung der Stadt durch die Awaren. Völlig schamlos zitierere ich einen Absatz aus Mischa Meiers Völkerwanderungs-Geschichte:
Nachdem die Awaren in diesem Aufmarsch ihre furchteinflößende Macht demonstriert hatten, erfolgte am 31. Juli der erste Angriff, «wie ein Hagelsturm unter Donnerkrachen». Die im Belagerungsheer befindlichen Slawen verteilten sich über die gesamte Mauerlänge, um die Verteidiger weiträumig zu beschäftigen, aber die Hauptattacke erfolgte zwischen dem Pempton- und dem Polyandrion-Tor im zentralen Abschnitt über eine Länge von etwa einem Kilometer. In vorderster Linie kämpften leichtbewaffnete Slawen, erst dahinter folgten die gepanzerten Krieger. Gleichzeitig wurden Belagerungsmaschinen gefertigt - der eigentliche Sturmangriff war also erst für einen späteren Zeitpunkt geplant. Trotzdem rühmten sich die Byzantiner, die erste Attacke mit Hilfe der Gottesmutter abgewehrt zu haben, denn «überall war die Jungfrau zur Stelle».
Ein Helfershelfer für diese Erscheinung war der Patriarch Sergios, der eine Statue der Jungfrau Maria um die Stadtmauern herumtrug. Sie hat es ihm gedankt durch ihre Unterstützung. In der Chronicon Paschale ad 626 steht es auch, wobei es doch letztlich Gott selbst war, der mit Hilfe von Maria hilft:
It is good to describe how now too the sole most merciful and compassionate God, by the welcome intercession of his undefiled Mother, who is in truth our Lady Mother of God and ever-Virgin Mary, with his mighty hand saved this humble city of his from the utterly godless enemies who encircled it in concert, and redeemed the people who were present within it from the imminent sword, captivity, and most bitter servitude; no-one will find a means to describe this in its entirety.

Jedenfalls lässt sich diese Erscheinung nicht vollständig beschreiben. Damit endet auch mein Beitrag.
 
persönliche Vorbemerkung: Taufscheinkatholik und dementsprechende konfessionelle Schulbildung mitgemacht. Generell nicht an Religion an sich interessiert und den Taufschein schon längst verloren.

"Marienverehrung" ist ein Spezialthema der katholischen (wahrscheinlich auch der orthodoxen) Kirche. Gemeinsam mit Heiligenverehrung und Reliquienkult ergibt das ein ganz nettes okkultes Bouquet, mit dem man die Religionsunterworfenen schon ganz nett "papierln" kann. Trotz eines (wahrscheinlich anerzogenen) Hangs zu solchen Brimborium dazu ein paar nüchterne Feststellungen:

1.
Marienkult, -verehrung und auch -erscheinung ist ein Subthema einer "christlichen Welt. Nicht besonders theologisch gebildete Anhänger anderer Religionen wüßten ja gar nicht so recht, wer ihnen da gerade erscheint. Ob diese (Anhänger anderer Religionen) ihnen religiös näherstehende Visualisierungen (Konfuzius, Bhudda oder die Bharvati) bevorzugen, oder solchen Emanationen generell kritisch gegenüber stehen, entzieht sich meiner Kenntnis.

2.
Durchaus interessant ist der "Gender"-Effekt des Marienkults. Als einzig weibliche Deität im nachantiken westlichen Kulturraum kommt ihr hier eine Sonderrolle zu. Daß sich diese Weiblichkeit mit oft besonders bellizistischen Momenten kreuzt (Maria zieht christlichen Heeren gern voraus) ist auch nicht von schlechten Eltern (wahrscheinlich ein Nachhall der oft schnellen Umwidmung von Pallas-Athene- in Marien-Ikonen).

3.
Logische Erklärungen? Gibt es viele, fragen sie einfach ihren bevorzugten Analytiker nach den Grundlagen für Zwangsvorstellungen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen...
 
Wenn du den Fall so spannend findest, dann stell ihn doch einmal etwas ausführlicher vor. Natürlich könnte ich jetzt den Wikipedia-Artikel den Mitleser1954 verlinkt hat dazu lesen – aber das ist ja nicht der Sinn eines Geschichtsforums. Wer ein Thema zur Diskussion stellt, darf gerne auch selbst etwas Inhalt, eine eigene Einordnung und Quellen dazu beitragen.

Mich würde beispielsweise interessieren:

– Was genau macht den Fall für dich so spannend?
– Warum beurteilst du das Verhalten der preussischen Soldaten als besonders schlimm?
– Was genau hat man den jungen Mädchen angetan?
– Welche Rolle spielte der Klerus?
– Wie ordnest du das Geschehen in den zeitgeschichtlichen Kontext ein?
– Auf welche Quellen oder weiterführende Literatur stützt du dich?

Fass den Fall doch einmal in einem etwas ausführlicheren Beitrag zusammen und gib deine eigene Einschätzung dazu. Dann haben wir auch eine Grundlage, auf der wir tatsächlich über das Thema diskutieren können.
Man könnte vielleicht noch Christoph Nonn anführen ("12 Tage und ein halbes Jahrhundert"). Eines der Schlaglichter, die er auf das Kaiserreich wirft, beschäftigt sich mit der Erscheinung von Marpingen. 1876 glaubte ein Mädchen, bei einem Holzstapel in der Nähe eines Wäldchens eine Marienerscheinung gesehen zu haben, und ihre beiden Begleiterinnen stimmten dem zu. Die Mädchen gaben später wohl selbst an, dass sie sich geirrt hatten, aber es nicht mehr wagten, von der einmal erzählten Geschichte abzugehen.

Politisch spielten Bismarcks Kulturkampf und der kämpferische Nationalliberalismus eine große Rolle, und fünf Jahre nach der Reichsgründung fürchtete die Reichsleitung, dass die Kirche im katholischen süd- und westdeutschen Raum Sezessionsbewegungen initiieren oder sogar ein Bündnis Bayerns und Österreichs mit Frankreich herbeiführen könnte. Deshalb war die Reaktion der Staatsmacht auf (ungenehmigte) Prozessionen auch unverhältnismäßig hart. Die Mädchen wurden dann tatsächlich für einige Zeit wie jugendliche Straftäterinnen in eine Korrektionsanstalt eingewiesen.

Das Bistum Trier konnte zu dieser Zeit nur schwer reagieren, weil es von den Kulturkampfgesetzen besonders stark betroffen war. Kurz vor der ersten Erscheinung war Bischof Matthias Eberhard verstorben, und während der Auseinandersetzungen mit dem preußischen Staat konnte keine Neubesetzung des Amtes erfolgen. Erst 1881 wurde ein Nachfolger ernannt (und zwar vom Heiligen Stuhl ohne Wahl durch das Domkapitel).
 
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