Marienerscheinungen

Noch später gaben die Mädchen an, dass sie unter Zwang wiederrufen hätten.

Auch auf Bernadette in Lourdes wurde Druck ausgeübt, aber sie hat nie widerrufen.

Sie war aber auch nicht im Gefängnis. Die Franzosen waren milder und menschlicher als die Preußen.
 
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Noch später gaben die Mädchen an, dass sie unter Zwang wiederrufen hätten.

Auch auf Bernadette in Lourdes wurde Druck ausgeübt, aber sie hat nie widerrufen.

Sie war aber auch nicht im Gefängnis. Die Franzosen waren milder und menschlicher als die Preußen.
Dass die Franzosen milder waren als die Preußen ist klar. Preußen ist ein protestantisches Land, und ein Merkmal der protestantischen Religionen ist, dass es bei ihnen weitgehend keinen Glauben an Heilige gibt. (Erst heute gibt es zumindest die eine oder andere Ausnahmen.) Vor allem aber (und da hat sich bis heute nichts geändert) lehnen sie die Verehrung der Jungfrau Maria ab. Das ist wiederum ein Hauptmerkmal der römisch-katholischen Religion und der Ostkirche. Frankreich ist katholisch, da ging es im 19. Jahrhundert wirklich nur um die Frage, ob Bernadette ihre Visionen tatsächlich hatte, sich das nur einbildeten oder vorgab, welche zu haben. In Preußen als protestantisches Land, das zu dieser Zeit zudem eine in religiöser Hinsicht radikale Phase erlebte, hatten Marienerscheinungen schon aus rein religiösen Gründen keine Existenzberechtigung.
 
Wenn wir hier von sogenannten "Marienerscheinungen" diskutieren sollte man sich bewußt sein, das es sich allenfalls um persönliche Visionen handelt aber nicht um etwas was auch tatsächlich da ist.
Der Titel sollte eigentlich "Marienvisionen" heißen ( meine Meinung)!
 
ich denke schon, es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, nicht nicht unbedint erklärbar sind. (auch im Bereich des paranormalen)
 
Wie ich schon in einer PN schrieb, wo ziehen wir eine Grenze ( gibt es dann überhaupt eine!?????) wenn wir hier im Forum "Marienerscheinungen" als mögliche Realität ansehen? Dann brauchen wir hier in Zukunft nicht mehr naturwissenschaftlich argumentieren!!
 
Dass die Franzosen milder waren als die Preußen ist klar. Preußen ist ein protestantisches Land, und ein Merkmal der protestantischen Religionen ist, dass es bei ihnen weitgehend keinen Glauben an Heilige gibt. (Erst heute gibt es zumindest die eine oder andere Ausnahmen.) Vor allem aber (und da hat sich bis heute nichts geändert) lehnen sie die Verehrung der Jungfrau Maria ab. Das ist wiederum ein Hauptmerkmal der römisch-katholischen Religion und der Ostkirche. Frankreich ist katholisch, da ging es im 19. Jahrhundert wirklich nur um die Frage, ob Bernadette ihre Visionen tatsächlich hatte, sich das nur einbildeten oder vorgab, welche zu haben. In Preußen als protestantisches Land, das zu dieser Zeit zudem eine in religiöser Hinsicht radikale Phase erlebte, hatten Marienerscheinungen schon aus rein religiösen Gründen keine Existenzberechtigung.
Marpingen liegt im kathoischen Saarland, damalsvon Preußen regiert.
War es ok, friedliche Pilger mit Bajonetten anzugreifen und die 3 junge Mädchen in eine Strafanstalt zu stecken?
 
Noch später gaben die Mädchen an, dass sie unter Zwang wiederrufen hätten.

Auch auf Bernadette in Lourdes wurde Druck ausgeübt, aber sie hat nie widerrufen.

Sie war aber auch nicht im Gefängnis. Die Franzosen waren milder und menschlicher als die Preußen.
Das Ganze hatte eben (aus Sicht der Regierungen) auch eine politische Dimension. "Die unbefleckt Empfangene" konnte neben den natürlich für die Mädchen und ihre Umgebung im Vordergrund stehenden religiösen Motiven ein Indiz für eine ultramontane Gesinnung sein - und schließlich sollte dann ausgerechnet Pius IX. das entsprechende Dogma formulieren. Vielfach spottete man auch in Paris über den obskuren Aberglauben aus der Provinz, aber die Regierung Napoleons III. bemühte sich um ein wenigstens erträgliches Verhältnis zum Heiligen Stuhl und um die Loyalität der katholischen Landbevölkerung.

Bismarck hat sich nach 1870 für ein knappes Jahrzehnt auf den gegenteiligen Weg festgelegt. Der Ultramontanismus und alles, was ihm irgendwie nahestehen mochte, galt als Zeichen für eine latente Gegnerschaft zur Regierung - und der Eiserne Kanzler neigte nur sehr selten zu Milde und Nachgiebigkeit, wenn er sich um den Bestand seines Werkes sorgte. Der Kulturkampf prägte die Verwaltung des frühen Kaiserreiches und der preußischen Vormacht damals sehr stark. Natürlich wirken die Befürchtungen der preußischen Behörden aus der Rückschau wenig begründet, aber aus der Rückschau kann man eben Manches nüchterner einordnen.

Die Mädchen waren übrigens auch nicht im Gefängnis, sondern eher in einer Art Jugendbesserungsanstalt, was allerdings sicher auch keine sehr angenehme Erfahrung gewesen sein dürfte. Für eine kleine Lüge - falls es denn eine war - ist das natürlich unverhältnismäßig, lag aber eben in der aufgeheizten Stimmung und den übertriebenen Befürchtungen der Behörden begründet, nicht in einer besonderen Brutalität der Preußen an sich.
 
Das Ganze hatte eben (aus Sicht der Regierungen) auch eine politische Dimension. "Die unbefleckt Empfangene" konnte neben den natürlich für die Mädchen und ihre Umgebung im Vordergrund stehenden religiösen Motiven ein Indiz für eine ultramontane Gesinnung sein - und schließlich sollte dann ausgerechnet Pius IX. das entsprechende Dogma formulieren. Vielfach spottete man auch in Paris über den obskuren Aberglauben aus der Provinz, aber die Regierung Napoleons III. bemühte sich um ein wenigstens erträgliches Verhältnis zum Heiligen Stuhl und um die Loyalität der katholischen Landbevölkerung.

Bismarck hat sich nach 1870 für ein knappes Jahrzehnt auf den gegenteiligen Weg festgelegt. Der Ultramontanismus und alles, was ihm irgendwie nahestehen mochte, galt als Zeichen für eine latente Gegnerschaft zur Regierung - und der Eiserne Kanzler neigte nur sehr selten zu Milde und Nachgiebigkeit, wenn er sich um den Bestand seines Werkes sorgte. Der Kulturkampf prägte die Verwaltung des frühen Kaiserreiches und der preußischen Vormacht damals sehr stark. Natürlich wirken die Befürchtungen der preußischen Behörden aus der Rückschau wenig begründet, aber aus der Rückschau kann man eben Manches nüchterner einordnen.

Die Mädchen waren übrigens auch nicht im Gefängnis, sondern eher in einer Art Jugendbesserungsanstalt, was allerdings sicher auch keine sehr angenehme Erfahrung gewesen sein dürfte. Für eine kleine Lüge - falls es denn eine war - ist das natürlich unverhältnismäßig, lag aber eben in der aufgeheizten Stimmung und den übertriebenen Befürchtungen der Behörden begründet, nicht in einer besonderen Brutalität der Preußen an sich.
Ich weiß, es war kein Gefängnis.
Die 3 achtjährigen Mädchen wurden von ihren Eltern abrupt getrennt und in eine Besserungsanstalt gesteckt und dort zum Widerruf gedrängt.
 
Aus preußischer Sicht, und erst recht zur Zeit des Kulturkampfes, war die Marienverehrung und v.a. die Marienerscheinungen ein Zeichen tiefen Aberglaubens und dumpfer Revolte.

Und da man die katholische Kirche als Hauptschuldigen der Hexenverfolgung sah, und die Religion als nicht kontrollierbare Bedrohung wahrnahm, sah man sich zu entschlossenen pädagogischen Massnahmen gezwungen.
 
Btw …. Im Jahre 1999 gab es nochmals eine Marienerscheinung in Marpingen.
Diesma mit 3 jungen Frauen als Seherinnen
 
Wenn wir hier von sogenannten "Marienerscheinungen" diskutieren sollte man sich bewußt sein, das es sich allenfalls um persönliche Visionen handelt aber nicht um etwas was auch tatsächlich da ist.
Der Titel sollte eigentlich "Marienvisionen" heißen ( meine Meinung)!
Man verwendet allgemein das Wort Marienerscheinung, ob man nun daran glaubt oder nicht.
 
Kirchliche Einordnung: Die römisch-katholische Kirche prüft solche Berichte sehr streng. Selbst wenn sie eine Marienerscheinung als „glaubwürdig“ einstuft, gilt sie als Privatoffenbarung. Das bedeutet, dass Katholiken nicht dogmatisch dazu verpflichtet sind, daran zu glauben.
 
Diesmal mit 3 jungen Frauen als Seherinnen
"Seherin" ist hier etwas weit hergeholt. Es ist eine Sprache der mystischen Überhöhung, deren Kehrseite die Hysterie ist.

Und natürlich ist Marpfingen auch von der katholischen Kirche klar abgelehnt.

Der Glauben braucht nicht die Erscheinung, aber der Glaubende darf Offenbarung und Erkenntnis erleben. Das sind ganz verschiedene Dinge.
 
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