Marienerscheinungen

Man verwendet allgemein das Wort Marienerscheinung, ob man nun daran glaubt oder nicht.
Ja, aber dann ist die Begrifflichkeit trotzdem irreführend. Das könnte einen Wahrheitsgehalt implizieren, der so nicht!!! gegeben ist! Deshalb erscheint die Ausdrucksweise in Form von "Marienvision" logischer und zielführender.
Und ja, glauben kann man ja daran, das ändert aber nicht an der Tatsache einer naturwissenschaftlichen Unmöglichkeit.
 
"Seherin" ist hier etwas weit hergeholt. Es ist eine Sprache der mystischen Überhöhung, deren Kehrseite die Hysterie ist.

Und natürlich ist Marpfingen auch von der katholischen Kirche klar abgelehnt.

Der Glauben braucht nicht die Erscheinung, aber der Glaubende darf Offenbarung und Erkenntnis erleben. Das sind ganz verschiedene Dinge.
Ich gebrauche „Seherin” rein sachlich. Wer will, kann sich auch ein angeblich davor denken.

Es heißt Marpingen, nicht Marpfingen.
 
Ja, aber dann ist die Begrifflichkeit trotzdem irreführend. Das könnte einen Wahrheitsgehalt implizieren, der so nicht!!! gegeben ist! Deshalb erscheint die Ausdrucksweise in Form von "Marienvision" logischer und zielführender.

Na ja, und das Wort Vision impliziert wiederum, dass man etwas gesehen hat, also lasst uns doch bei dieser Gelegenheit auch gegen dieses Wort wettern... !!!
 
Es traut sich aber auch keiner den sachlich zutreffenden Begriff "Marienhalluzination" zu verwenden.

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Der Besuch von Lourdes, 1975, mit Kurt Tucholskis "Ein Pyrenäenbuch" als Reiselektüre, eher noch als spirituellen Reiseverführer, hatte mich sehr beeindruckt, im Skeptischen wie im Guten. Faszinierend, dass Tucholski damals die Gemeinsamkeiten des religiösen Tourismus von Lourdes mit dem genau so verstörenden Heilsglauben des Massentourismus am Cirque de Gavarnie verglich. Und das Glaubenserlebnis in Lourdes glaubhaft beschrieb.





 
Zuletzt bearbeitet:
Marienerscheinung ist für mich noch der beste Begriff, denn er sachlich und wertfrei. Andere Begriffe wie eben Marienhalluzination sind unsachlich, da sie vornherein die Möglichkeit, dass es sich um Realität handelt, ausschließen. Zudem wird jemanden, der so eine Erfahrung gemacht hat oder es zumindest wirklich glaubt, von vornherein unterstellt, dass er nicht zurechnungsfähig ist, auf Drogentrip war etc.

Wenn so eine tatsächliche oder angebliche Marienerscheinung keine negativen Folgen hat, die eindeutig auf sie zurückgeführt werden können (und das trifft auf die meisten Erscheinungen dieser Art zu), , was spricht dagegen, sie zu respektieren oder wenigstens zu tolerieren.
 
Marienerscheinung ist für mich noch der beste Begriff, denn er sachlich und wertfrei. Andere Begriffe wie eben Marienhalluzination sind unsachlich, da sie vornherein die Möglichkeit, dass es sich um Realität handelt, ausschließen.

Wenn so eine tatsächliche ......... Marienerscheinung
Nochmal, wenn so etwas als Reallität angenommen wird, wohin führt das dann hier. Ich verweise hier auf andere Treads ähnlicher Thematik.
 
Wenn man solchen Wert auf Begrifflichkeiten und naturwissenschaftlich-rationalistische Formulierungen legt, wäre das Problem aber umfassender. Schließlich implizieren auch Ausdrücke wie „Seher“ oder „Prophet“ die Möglichkeit, dass derjenige wirklich etwas vorhersieht. Soll man hier dann auch „Halluzinierender“, „Betrüger“ oder „Verrückter“ schreiben – und falls ja, was? Das hängt ja davon ab, ob der "Seher/Prophet" unter bewusstseinsveränderndem Einfluss steht, ob er weiß, dass er nicht tatsächlich die Zukunft vorhersieht, oder ob er (fälschlich) tatsächlich an seine „Weissagungskunst“ glaubt.
Den Begriff „Weissagung“ könnte man natürlich auch nicht mehr verwenden, da er begrifflich ebenfalls die Möglichkeit impliziert, dass tatsächlich etwas geweissagt wird.
 
Diese Begriffe werden aber hier im Forum meinst in dem geschichtlichen Kontext verwendet, zB. aktuell in dem "Germanenthread". Ohne den Zusammenhang zu beachten können wir in dem Sinne sehr viele Begriffe in sehr vielen Threads nicht verwenden.
 
  • Du fragst nach einer logischen Erklärung, bei einem Phänomen des reinen Glaubens?
  • "Gibt es ähnliches in anderen Religionen?" - Nenne mir Religionen in denen es das nicht gibt...
Die besondere Bedeutung Marias liegt in der Rolle der Mutter des Mensch gewordenen Gottes, und von den Gläubigen verehrt und angesprochen als Mittlerin zwischen dem Gläubigen und Gott.

Die Marienerscheinung wiederum ist ein ganz anderes Phänomen, bei dem ganz andere soziale und religiöse Komponenten eine Rolle spielen:
  • Es sind meist Frauen,
  • junge und ledige Frauen vor allem,
  • sozial am Rande stehend und im juristischen und sozialen Sinne nicht eigenständig, auf jeden Fall nicht einem Mann zugehörig,
  • Aspekte der Verzückung, Entrückung und Autosuggestion,
  • Soziale Aufwertung dessen der die Erscheinung hat.

Die Marienerscheinungen sind m.E. ein historisches und kulturelles Phänomen.
Hier z.B. die erste Antwort auf die Frage des Threaderstellers. Der letzte Absatz gibt uns hier schon konkretere Infos!
 
Wenn hier "Marienerscheinungen" als real angesehen werden, OK aber dann brauchen wir hier nicht mehr naturwissenschaftlich argumentieren!
Also können wir den "Krationisten" gleich das Forum überlassen.

Aber das war es nun auch für mich in diesem Thread hier.
 
Wenn hier "Marienerscheinungen" als real angesehen werden, OK aber dann brauchen wir hier nicht mehr naturwissenschaftlich argumentieren!
Also können wir den "Krationisten" gleich das Forum überlassen.

Vermutlich meinst Du Kreationisten. Die meisten Kreationisten halten Marienerscheinungen übrigens für Teufelszeug.

Soweit ich sehe, hat niemand vor, sich hier "naturwissenschaftlich" über Marienerscheinungen auszutauschen.
 
Wenn hier "Marienerscheinungen" als real angesehen werden, OK aber dann brauchen wir hier nicht mehr naturwissenschaftlich argumentieren!
Also können wir den "Krationisten" gleich das Forum überlassen.

Aber das war es nun auch für mich in diesem Thread hier.
Nichts für ungut, aber hier übertreibst Du, finde ich. Für den Historiker sind die naturwissenschaftlichen Tatsachen doch eher uninteressant, denn die religiöse Offenbarung an sich hinterlässt Spuren—künstlerische, kulturelle, sogar politische. Ob es die Muttergottes der christlichen Religion wirklich gibt (oder ob sie, wenn es sie gibt, wirklich zu erscheinen geruht hat) ist in dieser Hinsicht nicht weiter von Belang.
 
Dass die Franzosen milder waren als die Preußen ist klar. Preußen ist ein protestantisches Land, und ein Merkmal der protestantischen Religionen ist, dass es bei ihnen weitgehend keinen Glauben an Heilige gibt. (Erst heute gibt es zumindest die eine oder andere Ausnahmen.) Vor allem aber (und da hat sich bis heute nichts geändert) lehnen sie die Verehrung der Jungfrau Maria ab. Das ist wiederum ein Hauptmerkmal der römisch-katholischen Religion und der Ostkirche. Frankreich ist katholisch, da ging es im 19. Jahrhundert wirklich nur um die Frage, ob Bernadette ihre Visionen tatsächlich hatte, sich das nur einbildeten oder vorgab, welche zu haben. In Preußen als protestantisches Land, das zu dieser Zeit zudem eine in religiöser Hinsicht radikale Phase erlebte, hatten Marienerscheinungen schon aus rein religiösen Gründen keine Existenzberechtigung.
Das Saarland war allerdings katholisch.
Hatte das preußische Vorgehen, also der Bajonettangriff gegen Unbewaffnete und die Strafanstalt für achtjährige Mädchen, nicht auch etwas mit Katholikenverfolgung im Kulturkampf zu tun?
 
Nichts für ungut, aber hier übertreibst Du, finde ich. Für den Historiker sind die naturwissenschaftlichen Tatsachen doch eher uninteressant, denn die religiöse Offenbarung an sich hinterlässt Spuren—künstlerische, kulturelle, sogar politische. Ob es die Muttergottes der christlichen Religion wirklich gibt (oder ob sie, wenn es sie gibt, wirklich zu erscheinen geruht hat) ist in dieser Hinsicht nicht weiter von Belang.
Hm, ja vielleicht, bin da wohl in solch eine Schiene geraten!?
 
Es wird auch eher selten der Begriff "Halluzinationen von Delphi" oder "Hallunizationen der Sibylle" verwendet.
@Stradivari hat es je kleine Mädchen gegeben, die voller Begeisterung mitteilten, dass ihnen dieses Orakel oder jene Sibylle erschienen sei?

Ob es die Muttergottes der christlichen Religion wirklich gibt (oder ob sie, wenn es sie gibt, wirklich zu erscheinen geruht hat) ist in dieser Hinsicht nicht weiter von Belang.
darauf würde sich wohl nicht nur die Sensationspresse vehement stürzen... ;):cool::D:D:eek:
 
Nicht unbedingt kleine Mädchen. Allerdings wurde immer wieder behauptet, dass während einer Schlacht Götter oder Heroen erschienen seien (besonders engagiert waren wohl die Dioskuren) und für eine Seite aktiv mitgekämpft hätten.
 
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