Mittelalter-Bedeutung von Farben beim Frauenkleid

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Gast, 5. Februar 2006.

Schlagworte:
  1. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Außerdem deckt das Mittelalter gut 500 Jahre ab. In diesem Zeitraum hat sich modisch viel getan.
    Ansonsten bietet dieses Bucheinen netten Einstieg:
    Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen: Grundausstattung für die Frau
    ISBN-10: 3938922044
    ISBN-13: 978-3938922040
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Setz mal das Doppelte an.
     
  3. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Stimmt. Ich bin doof. Hier ist mein Schild :D
     
  4. Panzerreiter

    Panzerreiter Neues Mitglied

    Was die Form und den Schnitt betrifft, muss man wirklich vorher wissen, wann im langen MA Du Dich ansiedeln möchtest. Das Wo ist auch wichtig, aber erst mal nicht so sehr wie das Wann.
    Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, wenn es Dir egal ist und Du nur gutgekleidet auf Märkte gehen möchtest, sich in diesen Parametern nach einem Kleid zu richten, das einem gefällt. Dann hat man natürlich das Problem, dass man ein solches Kleid auch als historisch korrekt erkennen müsste, und da ist momentan für Dich die Crux.

    Wenn ich Deinen Geschmack richtig einschätze, solltest du mal nach der historischen Mode von Burgund suchen. Die könnte Dir, denke ich, am ehesten zusagen. Burgund gibt's auch ein paar hundert Jahre lang und es war lange Zeit im späten Mittelalter der Trendsetter Europas. Nur als Mann hätte ich meist Probleme mit dieser Mode - ist mir einfach zu schwul...;)

    Was den Stoff betrifft:

    Zusätzlich zu den traditionellen Wolle und Leinen, mit denen Du natürlich nichts verkehrt machst gibt es da noch ein paar Leckerlis.

    Asiatische Wildseide hat man bei uns bereits vor der Zeitenwende gefunden. Es ist also grundsätzlich machbar und auch für die ganzen 1000 Jahre des MA.
    Eine nette Alternative zu Wildseide sind Nesselstoffe (wirkliche Nesselfasern, was heutzutage als "Nesselstoff" verkauft wird, muss nicht automatisch aus Nessel sein)
    Ich entsinne mich da an das Grab einer merowingischen Prinzessin (genaue Daten hab ich jetzt nicht mehr im Kopf), die in einem Kleid aus Nesselstoff beigesetzt worden war. Der Stoff war so fein, dass die Archäologen ihn zuerst für Seide gehalten haben.

    Zum historisch korrekten "Aufnobeln" eines Grundkleides aus Wolle und Leinen gibt es schon nette Möglichkeiten...

    Gruß,

    Panzerreiter
     
  5. Suedwester

    Suedwester Gast

    Das Buch (bzw. die Bücher der Reihe) sind wirklich empfehlenswert. Zumal auch korrekte Verarbeitungstechniken und die Herstellung von Accessoires behandelt werden ...

    Bye

    Suedwester
     
  6. Tekker

    Tekker Gast

    Zu den Stoffen habe ich mal eine Frage, wie sieht es denn da mit Hanf aus?
     
  7. Jaenelle

    Jaenelle Neues Mitglied

    Also...ich hab mich für ein Burgund Kleid entschieden, mit dem stil um 1150.
    [​IMG]
    http://www.tagtraumkleider.de/1150_Ma_Kleid.jpg

    Allerdings denke ich dass ich die Stoffe nicht ganz berücksichtigen werde...
    Ich denke ich werde bei Samt und Satin bleiben...

    Nun hätte ich aber noch eine Frage und zwar wollte ich mir noch einen Y-Gürtel dazu machen...
    Was haltet ihr von dieser Borte??

    Mittelalter Borte Kreuze Blau Silber BO-J3-1108 bei eBay.de: Nähen (endet 20.10.08 16:50:29 MESZ)

    Danke für eure Antworten....
     
  8. Suedwester

    Suedwester Gast

    @Tekker: Kommt Hanf nicht schon in den Capitularien von Karl dem Großen vor?

    @Jaenelle: Wieder das Gleiche wie bisher: Kommt drauf an, wie exakt Du sein willst. "Echter" wäre wahrscheinlich brettchengewebt und nicht gestickt ;)

    Bye
    Suedwester
     
  9. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Kleidungsgewebe aus Hanf gab es seit der Antike und waren neben den ansonsten dominierenden Leinenstoffen (Flachsfasern) auch während des Mittelalters - gerade für Grobstoffe - in Verwendung.
    Anm.: Hanf spielte zudem neben Flachsfasern auch für die Papierherstellung ab dem 12./13. Jh. eine Rolle...

    Ansonsten hatte Hanf jedoch insbesondere Bedeutung jenseits der Bekleidungsstoffe: wegen seiner Robustheit und Widerstandsfähigkeit wurden Hanffasern für Bogensehnen, Segeltuch, Taue u. dgl. verwendet.



    Wenn Du meinst; ich fände es sehr schade, den eigentlich guten Kleiderschnitt durch solche Stoffwahl faktisch zunichte zu machen.

    Das ist nicht gerade unpassend, aber ein wenig dezenter wären die eingearbeiteten Muster mE näher am historischen Vorbild.
    Den Kreuzen und Pflanzenornamenten sieht man die maschinelle Webart geradezu an...
     
  10. Panzerreiter

    Panzerreiter Neues Mitglied

    Mach Dir da keine Sorgen, bestickte Borten sind völlig ok, auch für diese Zeit. Allerdings stimme ich zu, dass man diesen Borten das Maschinengestickte zu sehr ansieht. Sie sind viel zu gleichmäßig. Außerdem ist natürlich die Sticktechnik der Maschine eine ganz andere als mit der Hand, analog zur Näherei, wo sich ja die Handnähte von einer Maschinennaht auch grundsätzlich unterscheiden, nicht nur in Bezug auf die Gleichmäßigkeit. (Die eine geübte Näherin des MA genauso gut hinbekommen hätte)
    Da ist aber halt die Frage, wie ernst Du einsteigen willst. Das musst Du selbst entscheiden. :winke:

    Gruß,

    Panzerreiter
     
  11. Merc

    Merc Neues Mitglied

    Ich habe hier noch mal ne Frage :winke:

    Hast du da nähere Infos zu, wo ich das nachlesen kann?
    Danke

    Merc
     
  12. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Ich kann mich dabei "lediglich" auf einen Kollegen aus der Living History gerufen, dem ich diesbezüglich jedoch vertraue, da er nicht nur Spezialist hinsichtlich Klerikaldarstellung ist, sondern auch beruflich damit zu tun hat.
    Wie dem auch sei, handelt es sich um Eintrag #3 vom 11. Jan. 2001 16:50 Uhr in Tempus vivit! Gewandung in lila?

    Anm.: Dessen Nachwirkung ist bis heute am Prälatenhut in bischöflichen Wappen erkennbar:
    http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/seite56.htm
    Bischofswappen im Lexikon Kirche & Religion
     
  13. Da immer wieder einmal Fragen in diese Richtung kommen, darf ich vielleicht einmal auf die Zeitschrift Karfunkel hinweisen. In der gibt es immer wieder Schnittmuster und Herstellungsanleitungen für Gewandungen.
    Karfunkel Magazin - Geschichte erleben!
     
  14. Merc

    Merc Neues Mitglied




    Sorry, aber die Zeitung finde ich nicht gerade empfehlenswert. Hat doch immer wieder in der Vergangenheit gezeigt, das Berichte und Dokumentationen nicht gut genug rech
    eriert wurden. Auch bei Kleidung (das Wort Gewandungen ist laut meiner Kenntnis nicht entsprechend oder eine neuzeitliche Schöpfung) kommt es immer wieder zu falschen Zeitangaben.
    [FONT=&quot]
    @timotheus
    Schade das in TV nicht viel mehr dazu geschrieben wurde. Ich hätte wirkliches Interesse daran, da viele mit Birke färben um ein Grün zu bekommen. Nur habe ich leider noch keinen Beleg von Birke gefunden

    Des weiteren wird da ja weitgehend auf Lila und Violett eingegangen.
    Die Heraldik im Hochmittelalter (die Zeit die mich sehr interessiert) war damals noch nicht so weit, wie auf der von dir angegebenen URL, da wird ja weitgehend auch von späteren Jahrhunderten gesprochen.

    Ich habe auch noch nie eine Abbildung eines Geistlichen in Grün gesehen, aus diesem Grund meine Nachfrage.

    Ich danke aber für die Antworten und bestätigt mal wieder wie interessant ein Thema sein kann um nachzuforschen.
    [/FONT]
     
  15. Was die "Gewandung" angeht - ei freilich: Gewandung ? Wikipedia
    Jaenelle, der ich in erster Linie antworten wollte, ging es eben darum. Den Rest kann ich so nicht bestätigen (und ich bin weder an dieser noch an sonst einer Zeitschrift beteiligt)

    [FONT=&quot]

    [/FONT]
    Es geht auch bloß um den Hut und nicht den Rest der "Gewandung", und auch bloß um einen Zeitabschnitt.
     
  16. Merc

    Merc Neues Mitglied

    Danke wegen der Aufklärung zum Begriff "Gewandung"..wieder mal was gelernt.:winke:
     
  17. Gast

    Gast Gast

    Bedeutung Violett im Mittelalter

    Hallo,
    hoffe einer von Euch kann mir helfen.
    War am Wochenende auf einem Mittelaltermarkt und hatte mein neues violettes Gothic/Fantasy - Kleid an mit einer schwarzen Bluse darunter. Am Eingang hat mich ein Mann als loses Weibsstück betitelt und mir erklärt ich solle mich von den anständigen Männern lieber fernhalten. Dieses Farbe würde doch alles sagen!

    Jetzt meine Frage: Was sagt sie denn, die Farbe violett? (Ich liebe violett, es ist so mystisch und paßt zu mir).

    Bevor ich es vergesse, wenn violett so "schlecht" ist, ist rot oder schwarz vielleicht besser? Und welche Bedeutungen hatten diese beiden Farben im Mittelalter?

    Ich würde mich sehr über eine schnelle Antwort freuen. Da das nächste Event (Walpurgisnacht) auf dem Program steht und ich nicht wirklich negativ auffallen möchte.
    Asoll
     
  18. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Mach dir da nichts draus.
    Ich mag Lila. Viele mögen es nicht und bringen da Schwachsinn, wie Feminismuss mit rein.
    Siehe hier
    FARBE - violett

    Gibt es ein Bild von deinem Kostüm, mit Inhalt?
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. April 2009
    1 Person gefällt das.
  19. Hamburger

    Hamburger Gesperrt

    Mittelaltermärkte haben in aller Regel mit Geschichtsvermittlung nichts zu tun, sondern dienen einzig dem Kommerz und überhaupt ist leider oft vielzuoft zusammengewürfelt. Da gibt es Gothicfreaks, frühes Mittelalter und spätes u.s.w.
    Es gibt ein paar wenige, wo man die Geschichte höher bewertet, aber auch da werden oft Kompromisse an die heutigen Gesellschaftsanforderungen gemacht, damit überhaupt Zuschauer kommen.

    Ergo hat der Mann keine Ahnung gehabt, da Purpur überhaupt einer der teuersten Farben im Mittelalter war und 2. kannst du bei solch dummen Anmachsprüchen auf den Pranger verweisen, der schon sehnsüchtig auf neue Kundschaft wartet, damit der Missetäter mit verfaulten Eiern und ähnlichen Unappetlichem öffentlich beworfen und bespuckt werden kann.
     
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  20. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2009

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