Mittelalter: Was machten Frauen während ihrer Periode?

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Unregistriert, 1. April 2004.

  1. AngelEye

    AngelEye Neues Mitglied

    ich weiß nicht ob es hier schon gesagt wurde, aber um auf das thema zurück zukommen:

    Bis nach den 2. Weltkrieg haben es hauptsächlich Frauen auf dem Land einfach laufen lassen. Sie durften an den Tagen nur net zum Tanz. Ich weiß dass von meiner Uroma und ich schätze, dass es im Mittelalter daher nicht sehr viel anders gewesen sein wird. :rolleyes:
     
  2. Schini

    Schini Neues Mitglied

    Damit hast du für einen Großteil der weiblichen Bevölkerung sicherlich recht. :yes:
     
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Meine Grossmutter hat meiner Exfrau sogar noch eingeredet, wärend der Periode kein Obst, Gemüse oder Wurst eizukochen , weil sonst alles verdirbt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. September 2004
  4. Rafael

    Rafael Neues Mitglied

    Mir wurde letztens gesagt, als ich im Ruhrgebiet unterwegs war, es gäbe den Aberglauben, dass bei der Herstellung von Blutwurst keine Frau anwesend sein darf, die die Tage hat, da die Blutwurst sonst unrein wird und verdirbt...
    Also Beipflichtung zu Florians Beitrag...

    Angeregt durch diese Diskussion hier, fragte ich meine ehemalige Geschichtslehrerin, ob die Frauen damals mit den Tagen arbeiten gingen oder ´zu Hause blieben.
    Über ihre Antwort war ich zunächst schockiert, da sie sich stark für die Emanzipation einsetzt, doch im Endeffekt sprach die Antwort doch in die richtige Richtung:

    Sie meinte, dass die Frauen natürlich damals arbeiten gingen. Sie konnten sich keine freie Zeit erlauben.
    Ich fragte dann nach, weil ich die Berichte kenne von Rückenschmerzen usw.. Daraufhin meinte sie nur, die Frauen seien damals nicht so wie die von heute, dass sie wegen den Tagen so eingeschränkt waren.

    Hartes Urteil... :confused:
     
  5. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Es ist ja nicht so, dass Frauen in der heutigen Zeit alle 4 Wochen für 3 Tage nicht in die Arbeit gehen. Und eingeschränkt ist man ja während der Menstruation auch nicht sonderlich. ;)
     
  6. Rafael

    Rafael Neues Mitglied

    Schräg ausgedrückt von mir und zu sehr generalisiert... Der Einwand ist sehr berechtigt... :bussi:

    Ich meine es auch darauf bezogen, dass man mit der Pille zum Beispiel heute ja auch ein schmerzlinderndes Mittel einnimmt, all so etwas gab es in diesem Sinne damals wohl nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Januar 2005
  7. Schini

    Schini Neues Mitglied

    Es könnte natürlich auch sein, dass PMS und der Rest zu einem guten Teil eine Zivilisationskrankheit ist. Schließlich leiden auch heute bei weitem nicht alle Frauen an Bauchschmerzen - selbst wenn das die Pharmaindustrie nicht so gerne sieht.
     
  8. Elora

    Elora Neues Mitglied

    Ganz im Gegenteil würde ich sogar behaupten wollen...endlich kann ich reiten und schwimmen...

    sorry, konnte nicht wiederstehen.
     
  9. Tawabet

    Tawabet Neues Mitglied

    Ich würde sagen, dass das individuell sehr unterschiedlich ist. Es hat schon auch einen klitzekleinen Grund, warum in manchen Kulturen frauen, die ihre Tage haben, als unrein gelten und sich in dieser zeit zurückziehen ;) .

    Grüße,

    Tawabet
     
  10. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin


    So? Und was ist dieser klitzekleine Grund für ihre "Unreinheit"?
     
  11. Tawabet

    Tawabet Neues Mitglied

    Also, weißt du, wenn ich meine Tage habe, dann möchte ich mich am liebsten irgendwo hin verziehen. Ist nur so ein Gedanke. "Unreinheit" bedeutet doch, dass die Frauen zum Rückzug aus der Gesellschaft gezwungen wurden. Es ist zwar diskriminierend und aus emanzipatorischer Sicht NICHT gut zu heißen, aber bei manchen Auswirkungen der PMS (z.B. heftige Migräne) vielleciht gar nicht mal nur lästig. Bitte versteh mich jetzt nicht falsch, ich bin keineswegs für solche Dinge!

    In Deir el-Medina (Neues reich, Ägypten) hat sich im übrigen sogar mal ein Mann bei der Arbeit entschuldit, weil seine Frau ihre Tage hatte ;) .

    Grüße,

    Tawabet
     
  12. clemens

    clemens Premiummitglied

    zum glück sind diese zeiten vergangenheit. heutzutage stelle ich mir einen schnellen tamponwechsel, in der nähe des meist riesigen kessels mit dem blut und den speckwürfel darin, recht einfach und die entsorgung problemlos vor. :p
     
  13. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Ob eine Frau sich selbst zurückzieht oder von den Männern in einer Gesellschaft während ihrer Menstruation aufgrund ihrer "Unreinheit" ausgeschlossen wird, macht doch einen riesigen Unterschied aus. ;)
     
  14. parago

    parago Neues Mitglied

    Ganz anders sieht's dann natuerlich schon wieder aus wenn man sich die Unreinheit einreden laesst und sich eben deshalb zurueckzieht..

    Als ich zwischen 9 und 15 war hatte ich eine gute Freundin, die zwar in der Tuerkei geboren wurde, aber seit ihrem dritten Lebensjahr in Deutschland gelebt hatte. Wir sind gleichalt und machten also auch in etwa zur gleichen Zeit Pubertaet und alles was dazugehoert durch. Lange Rede kurzer Sinn; als sie anfing ihre Tage zu bekommen zog sie sich immer oefter zurueck, weigerte sich, zum Spielen raus zu kommen oder zu mir nach Hause.. Auf die Frage ob sie sich schlecht fuehle, Schmerzen haette oder so sagte sie immer Nein. Sie sagte meist sowas wie sie fuehle sich schmutzig.

    Spaeter irgendwann verriet sie mir, dass es eigentlich ihre Mutter und aeltere Schwester waren, die ihr einredeten, an diesen Tagen besser zuhause zu bleiben.. Heute weiss ich, dass da natuerlich kulturelle Unterschiede eine gewaltige Rolle spielten - damals (mit elf, zwoelf) fand ich's einfach nur traurig, dass meine beste Freundin sich grundlos von mir zu entfernen schien.
     
  15. Tawabet

    Tawabet Neues Mitglied

    Leider sind es nicht unbedingt immer die Männer, die die Diskriminierung der Frauen in der Gesellschaft durchsetzen oder daran festhalten. Eine gesellschaft besteht aus Männern und Frauen, und die Regeln werden meistens von beiden Geschlechtern getragen. Wenn sich wirklich 50% der Bevölkerung unterdrückt fühlen würden, könnten Patriachate gar nicht existieren, glaube ich.

    Aber ich schweife ab...

    Grüße,

    Tawabet
     
  16. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Ich finde es schön, dass du abschweifst. Wenn es sich zu sehr vom Thema entfernt, verschiebe ich es einfach in einen neuen Thread. ;)

    Wenn du dir die Geschichte anschaust, ist es leider so, dass die Frauen zumeist den Kürzeren ziehen, ohne dass sie es heraufbeschworen haben. Frauen, die ihr Leben in einer patriachalischen Gesellschaft akzeptiert und geduldet haben, mögen es den Männern sicherlich leichter gemacht haben; ein wirkliches "Mitverschulden" an diesem Zustand sehe ich jedoch nicht.
     
  17. parago

    parago Neues Mitglied

    Ich glaub, den Schuh zieh' ich mir auch an.. *sorry :rotwerd:
     
  18. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    „Als der Fluß der Begierde in Eva eingezogen war, wurden alle ihreGefäße dem Blutstrom geöffnet. Daher erlebt jede Frau bei sich stürmische Vorgänge im Blute, so daß sie,ähnlich dem Ansichhalten und Ausfließen des Mondes, die Tropfen des Blutes bei sich behält und vergießt (..). Denn wie der Mond zu- oder abnimmt, werden beim Weibe Blut und Säfte während der Zeit des Monatsflusses gereinigt. Andernfalls würde es nicht am Leben bleibenkönnen, weil es reichlicher an Flüssigkeit ist als der Mann, und inschwere Krankheit verfallen (...).Alle Gefäße des Weibes würden unversehrt und gesund geblieben sein, wenn Eva allezeit im Paradies geblieben wäre."

    (Hildegard von Bingen)
    Die unpässliche Frau - Monatshygiene im Wertewandel

    Gruß
    Cassandra
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Februar 2005
  19. parago

    parago Neues Mitglied

    Bei allem Respekt fuer den Innovationsgeist der guten Frau - das muss man ja nu nich wirklich ernst nehmen, oder?! :S
     
  20. Cassandra

    Cassandra Neues Mitglied

    Es war ihre feste Überzeugung, sie war schließlich eine gläubige Frau. Es dreht sich eben um die Erbsünde Evas.
     

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