Napoleon Bonaparte und die französische Revolution

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von MMMMM, 21. März 2011.

  1. MMMMM

    MMMMM Neues Mitglied

    Heey ihr.

    Also wir beschäftigen uns jetzt mit der Revolution,insbesondere mit Napoléon Bonaparte, und mir ist aufgefallen,dass Napoleon in den geschichtsbüchern oft als Retter der Revolution bezeichnet wird,aber warum ?
    Inwiefern kann man Napoléon denn als Retter der Revolution sehen ?
    Vielen Dank für eure Antworten :)
    MfG.
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Wer behauptet denn dergleichen?

    Man könnte ihn als Retter der Revolution zu bestimmten Abschnitten seines Lebens bezeichnen.
    Während der Belagerung von Toulon war er ja mit Augustin de Robespierre bekannt geworden, der ihn fördern sollte. Die Eroberung von Toulon sollte maßgeblich mit Bonaparte zusammenhängen. In dem Zusammenhang könnte man ihn als Retter der Revolution ansehen, weil die Konterrevolution, wovon Toulon eines der Zentren im Süden war, die Revolutionäre bedrohte.
    1795, im Rahmen der Niederschlagung des royalistischen Aufstandes in Paris, konnte sich Bonaparte auch den Verteidiger und Retter der Republik auf die Fahnen schreiben ...
     
  3. stormy

    stormy Neues Mitglied

    Eine kleine Erläuterung findest du bereits hier. Der Post ist etwas veraltet und leider funktionieren die Links nicht mehr, nichtsdestoweniger ist er ein guter Denkanstoß.
     
  4. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Aktuelle Schulbücher suggerieren so etwas zumindest, was wohl krampfhaften Versuchen entspringt, dem momentan in der Geschichtsdidaktik vorherrschende Primat der "Problemorientierung" nachzukommen.

    Ich habe einfach mal blind in mein Regal gegriffen und willkürlich zwei Bücher herausgesucht:

    In Cornelissen u. a. (Hg.): Mosaik. Der Geschichte auf der Spur D2, München 2008, heißt das entsprechende Kapitel "Napoleons Aufstieg - Ende oder Vollendung der Revolution?" (S. 122).

    Zeiten und Menschen stellt noch plakativer die Frage auf: "Napoleon: Retter oder Totengräber der Revolution?"

    Vgl. Lendzian (Hg.): Zeiten und Menschen 2, Braunschweig u. a. 2008, S. 142.
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    @ floxx78

    Danke für das Nachschauen.:yes:

    Ich kann mich an keinen solchen Impuls aus dem Geschichtsunterricht erinnern. Wenn der Lehrer, den ich hatte, noch von der DDR geprägt gewesen wäre, dann hätte sich die Frage sicherlich erübrigt. Denn zu DDR-Zeiten wurde die Revolution weitesgehend 1795 für als beendet erklärt - also hätte da auch Napoleon nichts mehr zu retten gehabt.
     
  6. MMMMM

    MMMMM Neues Mitglied

    Ich dachte daran,dass man Napoleon auch als Retter der Revolution nennen kann,da das Ziel der Revolution ja Freiheit,Gleichheit und Brüderlichkeit war. Die Bürger kämpften 10 Jahre dafür,bis Napoleon kam und diese Bitte zum Teil umsetzte.
    Was haltet ihr von dem Gedanken ?
     
  7. Lili

    Lili Neues Mitglied

  8. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Frage wäre, ob die Gedanken nicht schon zuvor umgesetzt wurden und in wiefern man bei der Herrschaft von Napoleon Bonaparte überhaupt von einer Freiheit sprechen kann.
    Hinsichtlich der Gleichheit wird es ja in einer Monarchie noch schwieriger, wenn wir jetzt von der Zeit ab 1804 ausgehen.
    Um die soziale Gleichheit kann es dabei nicht gehen. Die Gleichheit vor dem Gesetz wurde auch schon vor Napoleon den Gesetzen seit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte zu Grunde gelegt. Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte ? Wikipedia
     
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  9. excideuil

    excideuil unvergessen

    Die Revolution 1795 enden zu lassen, ist keine Idee der DDR. Auch Heinrich von Sybel (1866) oder Thomas Carlyle (1894) tun dies in ihren Büchern.

    Bei Licht betrachtet hat diese Sichtweise etwas für sich. Was sind denn in der Direktorialzeit für ernsthaft revolutionäre Ereignisse geschehen? In der Summe fand doch wieder ein "normales Leben" statt und übertrieben gesagt, jagte ein Staatsstreich den anderen. Dennoch blieben die inneren Verhältnisse unsicher, die aggressive Außenpolitik wurde fortgesetzt, bis der 18. Brumaire endgültig die Militärdiktatur brachte. Mit genau dem Machtmenschen, dem mit der Datierung des Endes der Revolution auf 1799 revolutionäre Sicht- und Handlungsweisen ans Revers gepappt werden konnten und können: Mit Toulon und der Niederschlagung der Royalisten in Paris. Beide Ereignisse bedeuteten für ihn mächtige Karrieresprünge ...
    Die Krönung ist natürlich der Satz: "Die Revolution geht zu ihren Ursprüngen zurück, sie ist beendet." Da Napoleon das gesagt hat, dann muss es ja wohl stimmen ... Und was haben wir damit? Ein Datum und einen revolutionären Napoleon. Beides ist m.M.n. historisch unrichtig.

    Grüße
    excideuil
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich habe ja nicht gesagt, dass es eine Idee der DDR wäre. Nur scheint mir, als wäre die These durchaus vertreten worden.

    Dann endet für Dich die Französische Revolution mit der Direktorialverfassung vom 22. August 1795?

    Die Jahre zwischen 1795 und 1799 waren zwar turbulent, brachten aber nicht mehr den wirklichen Umsturz, der war dann sicherlich mit dem Brumaire da. Diesbezüglich würde ich Dir Recht geben.
    Andererseits wiegt für mich auch der Aspekt schwer, dass doch einige Angst hatten, dass es wieder zu revolutionären Verhältnissen kommen könnte. 1798/99 war sicherlich eine sehr brisante Zeit, wo noch einmal die Gefahr bestand, dass durch die militärischen Niederlagen der Ruf nach einer neojakobinischen Regierung durchdringen könnte.
     
  11. excideuil

    excideuil unvergessen

    Völlig richtig, in der DDR endete die Revolution 1795. Ich weiß aber nicht mehr, mit welchem Datum.

    Ich würde eher nicht die Verfassung als Ende setzen sondern die Einsetzung der Direktorialregierung am 28. Mai 1795, weil damit nach dem Sturz Robespierres eine handlungsfähige (wenn auch schwache) Basis geschaffen war, um die Errungenschaften der Revolution umzusetzen. Bekannlich wurde in dieser Zeit begonnen, den Code Civil zu verfassen. Die Schwäche war, dass es nicht gelang, den inneren Frieden im Land herzustellen, den Frieden, der nötig ist, um die notwendigen Veränderungen umzusetzen. Stattdessen gab es Gefahren von links und rechts, die abgewehrt werden mussten.
    Das erklärt für meine Begriffe auch, dass der Prozess der Umsetzung der Errungenschaften unter dem Konsulat dann sehr schnell ging, da die notwendigen Ideen und theoretischen Grundlagen längst vorhanden waren.

    Grüße
    excideuil
     

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