In einem ARD-Fernsehfilm haben Tochter und Mutter Thalbach vor einigen Jahren Friedrich den Großen gespielt. Ich fand, dass das zu ihm ganz gut passte.
War das ZDF oder ARD?
Katherina Thalbach spielte auch mal den Schuster Voigt in Zuckmayer Drama "Der Hauptmann von Köpenick". Damals fand ich sie durchaus überzeugend. Es war aber eine reine Improvisation. Thalbach sprang für einen Kollegen, sprang für Harald Juhnke ein. Harald Juhnke hatte sich als Charakterdarsteller durchaus Respekt erworben, eine Fernsehbearbeitung mit Juhnke in der Hauptrolle bekam gute Kritiken, und sehr überzeugend war er auch in einer Interpretation von Hans Falladas "Der Trinker".
Juhnke hatte während seiner Karriere immer wieder Abstürze wegen seiner Alkoholsucht. Immer wieder kam es vor, dass Juhnke eine Gala absagen musste. So war es auch bei einer Theaterinszenierung in einem Theater am Kudamm, die eigentlich gedacht war als Hommage für das Lebenswerk von Harald Juhnke.
Damals hat mir Thalbach ungeheuer imponiert, sie improvisierte ohne Gedöhns, sprang ein für einen Kollegen, der angeschlagen war, der Hilfe und Unterstützung brauchte.
Thalbach ging auf die Bühne, und sie war da, spielte sicher die Rolle, die eigentlich für Harald Juhnke vorgesehen war.
Man merkte, da spielt eine Frau eine männliche Rolle, aber als Improvisation war es gut gemacht, es war menschlich, warmherzig, kollegial.
Ich war bereit, Katherina Thalbach dafür Applaus zu spenden, denn den hatte sie sich verdient.
Den Fridericus Rex aber nahm ich den Thalbachs nicht ab, nicht der Alten und nicht der Jungen, der Mutter ebenso wenig wie der Tochter.
Sicher, es handelte sich im Großen und Ganzen alles um Original-Zitate von Friedrich, aber was uns da mal wieder als ein völlig neuer, tabuloser Blick auf Friedrich, war doch im Grunde ziemlich muffig, man hatte es schon hundert Mal vorher gehört, auch aus Thalbachs Mund.
Was im Fall des Hauptmanns von Köpenick spontane Improvisation und gut gemacht war, ging bei Friedrich II. an die Grenzen der Karikatur und Realsatire, die einige Male auch deutlich überschritten wurde.
ich könnte mir Mathias Richling als Maria Theresia, Marie Antoinette, Elisabeth I. und Katherina II. vorstellen, aber nicht unbedingt für eine Dokumentation.