P... wie peinlich, pampig, provisorisch - Pellworm

dekumatland

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...keine Strände, ringsum Misch- und Schlickwatt, ein Labyrinth aus Binnendeichen, welche die um und teils unter Normal Null liegende Inselfläche in Köge teilt... keine wirkliche Ortschaft außer Tammensiel , eher einzelne Gehöfte, an manchen Stellen auf Warften kleinere Ansammlungen von Gebäuden... heute ca 1150 Einwohner, 1914 verblüffenderweise 2000 Einwohner. Diese 2000 Pellwormer waren wenig erfreut, ja ziemlich abweisend, als das Militär mit Kriegsbeginn beschloss, eine Batterie schwere Feldhaubitzen und eine Batterie 9cm Kanonen auf Pellworm zu installieren. Dass man diese Geschütze auf Pellworm aufstellte, dass man großspurig sogar eine Wortwahl wie "Kommandantur Pellworm" verwendet, das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auf Pellworm zu keinem Festungsbau kam.
Die Aufgabe dieser Artillerie auf Pellworm war, zwei Fahrwasser zum Festland zu sperren. Sehr zum Unmut der Pellwormer machte das Militär Einschnitte in die Deiche, um dort die Geschütze aufzustellen und obendrein zwei provisorische Kommandostände einzurichten... gerade auf dieser Insel ist es lebensmüder Wahnsinn, die Deiche zu beschädigen... peinlich, wie sich die Militärs da aufführten, im Matsch provisorische Baracken/Unterkünfte einrichteten, sich nasse Füße holten. Insgesamt blieb die "Militarisierung" der Insel provisorisch, keine einzige Geschützplattform wurde betoniert.
Das nasse Element war hier der Hauptgegner des Kriegers. Selbst Flandern musste in dieser Beziehung hinter Pellworm zurückstehen.
Pellworm.png

Quelle: Erinnerungsblätter deutscher Regimenter Band 210, Fußartillerie-Regiment von Hindersin (1.Pomm.) Nr.2, Berlin 1927

Pläne, gar ein IMKK Dossier über Pellworm gibt es nicht.
 
Matsch provisorische Baracken/Unterkünfte einrichteten, sich nasse Füße holten.

In solchen, nassen, schlammigen Verhaeltnissen, wie sie ja auch in Schuetzengraeben waehrend WKI vorhanden waren, bekamen britische Soldaten auf die Dauer sogenannten 'trench foot', also die Haut platzte, Fuesse wurden schlimm infiziert, sogar deformiert, das ging oft soweit, dass der Soldat nicht einsatzfaehig wurde.

Waehrend des WKI strickten britische Frauen millionen Struempfe fuer ihre Soldaten an der Front, und um den 'trench foot' etwas zu verhindern liessen sie sich eine neue Stricktechnik einfallen, so entstand der 'trench foot sock'.
In der deutschen Literatur habe ich nichts aehnliches bei deutschen Soldaten gefunden, und auch im Eingangsbeitrag ist keine Rede davon, obwohl die nassen Verhaeltnisse ja dazu da gewesen waeren. Kann es sein, dass deutsche Soldaten mit viel besseren Lederstiefeln augeruested wurden?

Es ist ja so, dass GB, Austr, NZ und Canada kein Geld fuer volle Lederstiefel gehabt hatten, dafuer wurden die Unterbeine mit Stoffbanderolen umwickelt, das Ganze hatte den Namen 'puttee', ein Begriff aus Indien. Es gibt ja unzaehlige Bilder , die Soldaten aus diesen Laendern mit 'puttees' zeigen.
Das einzige Bild dass meines Wissens deutsche Soldaten, alle in puttees zeigt, ist, wie sie in Jerusalem von der Himmelfahrtkrche oben auf dem Oelberg als Kriegsgefangene in langer Kolonne abgefuehrt wurden.

Ist es nicht so, dass der deutsche Soldat im WK1 i.B. Schuhwerk wesentlich besser ausgeruestet wurde als seine anglo Gegenueber?
 
Kann es sein, dass deutsche Soldaten mit viel besseren Lederstiefeln augeruested wurden?
@bibliophile das weiß ich nicht.

Mir war lediglich bekannt, dass die Inseln Pellworm, Föhr, Baltrum sowie die Halligen vor und während des Ersten Weltkriegs keine Festungsbauten erhielten und beim herumsuchen nach Quellen zum Festungsbau auf den Nordseeinseln bin ich über die "Kommandantur Pellworm" zufällig gestolpert. Und ich fand die "Matsch-Geschichte", die ich in #1 zitiert habe, kurios und mitteilenswert, und jetzt hat meine kleine ABC-Festungsserie diesen P-Pellworm Thread.

Falls dir irgendwas (ganz egal, was es ist) aus brit., amerikan. Quellen zu den Nordseeinseln bekannt ist (Zeitraum 1900-1918), würde ich mich sehr freuen, wenn du es mitteilen oder idealerweise verlinken würdest, z.B. hier A-B-C-Darium der Küstenfestungen :) bis 1918
 
Die dem Festland dicht vorgelagerten Nordseeinseln hatten fuer die brit. Admiralitaet keinen strategische Bedeutung. Ganz anders mit Helgoland, aber das wirst Du wohl auch wissen. So weit mir bekannt ist, gibt's nix 'aus brit., amerikan. Quellen zu den Nordseeinseln'. Ich habe auch nichts.
Bei academia.edu kann ich auch nichts finden.

Föhr, bzw Wyk auf Foehr, da war ich 1950 mal im Kinderheim gewesen. 60 Jahre spaeter stand ich wieder davor und wanderte unbehelligt durch Hallen und Gaenge. Hatte sich nicht viel veraendert, selbst der Geruch war noch immer so. Irre freundliche Leute dort in Wyk.
 
Die dem Festland dicht vorgelagerten Nordseeinseln hatten fuer die brit. Admiralitaet keinen strategische Bedeutung
B ... wie Bäderarchitektur, Betonbunker: Borkum ;)
Föhr, bzw Wyk auf Foehr, da war ich 1950 mal im Kinderheim gewesen. 60 Jahre spaeter stand ich wieder davor und wanderte unbehelligt durch Hallen und Gaenge.
@bibliophile war dieses Kinderheim in der Nähe des Flugplatzes? Da ist ein abgezäuntes großes Gelände, auf dem mal ein Kinderheim/Erholungsheim/Ferienheim war, auf dem Gelände ein überwucherter WWII Bunker.
Irre freundliche Leute dort in Wyk.
Kann ich bestätigen, Wyk ist sehr sympathisch und kulinarisch super. Wir haben dreimal Silvester in Wyk verbracht, waren fünfmal im Sommerurlaub dort.
 
@bibliophile war dieses Kinderheim in der Nähe des Flugplatzes? Da ist ein abgezäuntes großes Gelände, auf dem mal ein Kinderheim/Erholungsheim/Ferienheim

war, auf dem Gelände ein überwucherter WWII Bunker.
Nein, das Kinderheim ist nur zwei Blocks vom Strand und Hafen entfernt. Ein grosses Backsteingebaeude, in 2002 war draussen eine Informationstafel angebracht die die bewegte Geschichte des Kinderheims erzaehlte. Das Heim gehoerte damals einer Hamburger Gesellschaft. Hoffe, dass es das Heim noch gibt...
Kann ich bestätigen, Wyk ist sehr sympathisch und kulinarisch super.
Meine Tochter und ich blieben fuer eine Woche in einem b&b. Dort hatte sich rumgesprochen, dass 'zwei Amerikaner' zu Gast da seien. Und einige der anderen Gaeste erzaehlten uns, dass sie Freunde oder Verwandte in den USA hatten oder auch schon selber in den USA gewesen waren. How nice.
Wir haben dreimal Silvester in Wyk verbracht, waren fünfmal im Sommerurlaub dort.
Ha! Jetzt bist Du mir richtig sympatisch geworden. Haetten wir uns damals dort getroffen, surely, we'd had had a blast of a good time. Kann man ja haben wenn man, Religion und Politik ignoriert.
Etwas o/t : eines Morgen's informierte unsere Gastgeberin dass sie fuer den Abend fuer ihre Gaeste eine freie Hafenrundfahrt organisiert hatte, ob wir interessiert seinen? Na klar! Das Boot war voll und auch zugegen war eine Band die Musik gespielt und flotte shanty songs gesungen hatte. War wunderschoen und unvergesslich. Great people, all of them!

"OLD MEN ARE LIKE SALMON: IN THEIR SUNSET YEARS...........​
In 2002 bin ich kreuz und quer durch DEU gefahren, hatte die Orte wo ich gelebt hatte ,noch einmal besucht und innerlich Abschied genommen. Jahre spaeter las ich in einem Buch ueber amer. Mafiosos, dass sie in ihren 'sunset years' in ihre alte Heimat zurueckkehrten, entweder fuer gut oder langen Besuch. Doch nicht nur Italiener tun das, auch Iren usw, und ich hab's bei einigen Deutschen und selbst an mir beobachten koennen. Und im besagten Mafioso Buch stand eben der Spruch : " Old men are like salmon: in their sunset years, they always return to their places of origin".
Ist was Wahres dran.
.............. THEY ALWAYS RETURN TO THEIR PLACES OF ORIGIN"​
 
Ha! Jetzt bist Du mir richtig sympatisch geworden. Haetten wir uns damals dort getroffen, surely, we'd had had a blast of a good time.
:) wir hätten uns prima unterhalten, prima gezankt, prima Flens Pils getrunken und in Klatts gute Stuben erstklassig Fisch gegessen! Und bei gutem Wetter und Ebbe vom kleinen Ohlhörn-Leuchtturm kilometerweit auf der Sandplatte Richtung Amrum spaziert.
Wyk ist herrlich!!

Du schreibst
das Kinderheim ist nur zwei Blocks vom Strand und Hafen entfernt. Ein grosses Backsteingebaeude, in 2002 war draussen eine Informationstafel angebracht die die bewegte Geschichte des Kinderheims erzaehlte.
das könnte das "Haus Meerblick" gewesen sein. Weißt du noch den Namen? Das liegt fast am Strand am Sandwall, also vom Hafen vielleicht 5min zu laufen. War das womöglich eines von den "Verschickungsheimen"?

Wenn es dich interessiert, mache ich einen Wyk/Föhr Thread und stelle da Fotos rein (die sind allerdings erst ab 2015, da waren wir erstmals auf Föhr) und da können wir dann über Wyk und Föhr erzählen - hier ist ja nur Pellworm Thema.
 
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