Schutzzollpolitik Bismarck's

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von jellybelly, 13. März 2012.

  1. jellybelly

    jellybelly Neues Mitglied

    Hallo miteinander zusammen, ich bin neu hier und bitte euch um Hilfe :scheinheilig:
    Und zwar muss ich einen kurzen, 5- minütigen Vortrag über Bismarck und seine Schutzzollpolitik halten. Ich habe es eigentlich auch gut verstanden, bis auf Kleinigkeiten, vielleicht könnt ihr ja mal ein Auge drüber werfen und mir sagen, wenn ich etwas falsch verstanden habe? Das wäre eine große Hilfe für mich :pfeif:

    also:

    Das Ziel der Schutzzollpolitik (oder auch Protektionismus) ist eine staatliche Wirtschaftspolitik zur Förderung der einheitlichen Wirtschaft durch Abschirmung ausländischer Konkurrenz über erhebliche Importausgaben.
    Die Ursachen hierbei waren vor allem die "Gründerkrise". Denn nach der Gründung des deutschen Kaiserreiches + Kriegsentschädigung durch Frankreich herrschte damals Hochkonjunktur, denn die Menschen wurden auch motiviert, an sich selbst zu glauben und neues auszuprobieren. Es entstanden z.B. zahlreichen Aktiengesellschaften. Jedoch kam es dann im Jahre 1873/74 zur Wirtschaftskrise, da die Menschen mehr Ausgaben, als sie Geld besaßen (denn sie hofften auf Profit). Dadurch "platzten" Firmen und Aktionäre verloren ihr Geld (noch etwas hinzuzufügen?). Das heißt sie gingen bankerott. Daher forderten sie (jetzt bin ich mir nicht sicher, wer mit sie gemeint ist) den Schutz des Staates, weil sie sich von der freiheitlichen Handelspolitik (= Freihandel) bedroht fühlten. Daher wurden 1879 die Schutzzölle auf ausländische Argrar- und Industrieprodukte ausgeführt (d.h. doch, dass die Produkte die ins Deutsche Reich importiert wurden, Zölle bezahlen musste und somit die Einnahmen für das Deutsche Reich stiegen, oder?

    Und dann hätte ich noch Fragen zu den Folgen.

    Was genau waren jetzt die Folgen von dieser Politik? War dies positiv oder eher negativ auswirkend für das Deutsche Reich?
    Ich habe auch irgendwo gelesen, dass Bismarck mit der Schutzzollpolitik das Deutsche Reich unabhängiger machen wollte, inwiefern? Und was hat das mit der Zerbrechung der Nationalliberalen auf sich und anderen politischen parteien?

    Wir hatten bisher immer nur die Konservativen (rechts), Liberale, Nationalisten, und die Progressiven (links) erwähnt. Ich blick da nicht mehr richtig durch mit den ganzen parteien.

    Wäre super, wenn mir jemand helfen könnte, da ich diesen morgen schon halten muss.

    DANKE! :still:
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. März 2012
  2. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Grundsätzlich wurde vordergründig die Industrie im deutschen reich gestärkt, allerdings auf Kosten der realeinkommen der einfachen Menschen. Schutzzölle bewirken immer einen Anstieg der Preise, weil man entweder mehr für importierte Ware zahlt oder das teurere (im vergleich zum Weltmarktpreis gesehen) innländische Produkt kaufen muss. Dadurch können sich die Menschen weniger Güter leisten. Da sich die Menschen von ihrem Lohn weniger kaufen können sinken die reallöhne, also der Wert, den die Löhne haben.

    Schutzzölle schaffen im Prinzip Anreitze Dinge im Innland zu produzieren, die man ohne Zölle billiger importieren könnte. Das kann zum Aufbau von "unprofitablen" Wirtschaftszweigen führen. Wenn in Deutschland hergestellter Stoff ansonsten 2 Mark teurer ist als von GB importierter wird sich der deutsche Produzent nicht lange halten können. Wenn man nun aber den Import so teuer macht, dass der deutsche Produzent günstiger als die ausländische Konkurrenz verkaufen kann, so lohnt sich die Produktion in Deutschland.

    Die Nationalliberalen waren bis zur Schutzzollpolitik mit Bismarck verbündet, weil dieser die von ihnen geforderte Freihandelspolitik umsetzte. Nach der wirtschaftspolitischen Wende brach innerhalb der nationalliberalen ein Streit aus, ob man Bismarck weiter unterstützen wolle. Dieser wurde soheftig, dass sich die Nationalliberalen spalteten.
     
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  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Das ist sicher richtig, und auch ein Argument gewesen.

    Man sollte aber die Landwirtschaft und die Einnahmenseite des Reichshaushalts mit seiner speziellen Problematik gegenüber den Ländern nicht vergessen:

    Agrarpolitik und Protektionismus: Deutschland und Frankreich im Vergleich ... - Rita Aldenhoff-Hübinger - Google Bücher
    Schutzzollpolitik ? Wikipedia
     
  4. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Wenn wir beispielsweise einmal die Eisenzölle des Jahres 1879 betrachten, so ist doch schlicht zu konstatieren, das es den Industriellen gelungen war, der Politik und Bevölkerung ihre angebliche „Notlage“ zu verkaufen.

    Der deutsche Eisenzoll war keineswegs eine Reaktion auf die Einführung von Schutzzöllen im europäischen Ausland. Dort wurden zwar auch Zölle gefordert, diese kamen aber erst später zur Verwirklichung.

    Die Landwirtschaft sprach hinsichtlich der Zölle nicht unbedingt mit einer Stimme. So war man in Sachsen, Oberschlesien und Ruhrgebiet der Meinung den Druck ausländischer Importe so zu begegnen und die Nachfrage nach einheimischen Produkten anzuregen zu können. Das sahen die Großbetriebe in Mecklenburg und Ostpreußen aber anders. Ihre Landwirtschaft war zu jener Zeit nämlich exportorientiert. Man befürchte dann im Gegenzuge entsprechende Zölle auf deutsche Produkte.

    Bismarck verfolgte mit der Zollpolitik sicher auch das Ziel, eine langfristige und ergiebige Einnahmequelle aufzubohren. Das bedeutete in der Sache eine innenpolitische Stärkung gegenüber den Ländern. Die Erhebung der Zölle im Jahre 1879 waren also primär rein politische Entscheidungen, denn wirtschaftliche Erfordernisse lagen nicht vor.
     
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