Slawen im Frankenreich

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von Aragorn, 21. Juli 2005.

  1. Kiprian

    Kiprian Neues Mitglied

    Die Information in Wikipedia ist nicht sehr ausführlich, aber es könnte einige allgemeine Hinweise geben. Leider auf Englisch.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Omurtag
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. Dezember 2006
  2. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Diese Frage geht am Gegenstand der Auseinandersetzung vorbei. Uns geht es hier um die Beziehungen innerhalb des fränkischen Reichs im Gebiet des Fichtelgebirges, des oberen Mains und der oberen Saale. Im Südosten des Frankenreichs bestanden vor allem slowenische und kroatische Herrschaften, die locker dem Frankenreich angegliedert waren. Im siebenten Jahrhundert entstand das slowenische Herzogtum Karantanien, das nach 740 unter die Oberhoheit der Bayernherzöge kam; um 820 wurden die slawischen Fürsten durch bayerisch-fränkische Grafen abgelöst.
     
  3. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    In einem alten Buch zur Württembergischen Geschichte, habe ich gelesen, dass neben dem schon erwähnten Bamberg auch für Würzburg und die Pfalz slawische Kolonisten bezeugt sind.

    Auch in Baden-Württemberg dürften slawische Siedler ab dem 8. Jh. gesiedelt haben, was man an den Orten mit Winidisch sehen kann, z.B.:
    Windisch-Bockenfels, Windisch-Brachbach, mehrere Winnenden, Winden, und auch öfters zusammengesetzte Namen, wie Heufel-, Ober- oder Nieder- Winden.


    Oder stimmt diese Annahme doch nicht? In Wikipedia habe ich diese Erklärung gesehen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Winden_(Kreuzau)
     
  4. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Damit ist wohl das Bistum Würzburg gemeint; wogegen mit der Pfalz die Oberpfalz gemeint sein dürfte.

    Die Orte in Baden-Württemberg haben allgemein keinen slawischen Ursprung. vgl. http://www.geschichtsforum.de/showpost.php?p=216264&postcount=38

    Der Ort Winnenden ist vermutlich im 12. Jh. entstanden. Im Jahr 1181 wird Gottfried von Schauenburg-Winnenden als Zeuge in einer Urkunde Kaiser Friedrich I. erwähnt, der hier seine Burg hatte. Um 1200 kommt die Burg, die um diese Zeit "Windin" genannt wird, zur Herrschaft Heinrichs von Neuffen. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Winnenden
     
  5. Zu den Slawen, die von sich aus u. a. bis ins heutige Oberfranken vorgedrungen waren, hat Strupanice schon viel richtiges gesagt. Von denen leiten sich die geografischen Bezeichungen auf -itz her. Die Orte mit Windisch sin spätere Gründungen, in denen durch die Franken umgesiedelte, verschleppte (oder wie immer man das nennen will) Slawen angesiedelt wurden.
     
  6. Horst

    Horst Neues Mitglied

  7. Freilich, freilich, man muss immer vorsichtig sein mit der Etymologie von Ortsnamen. Wenn man für den Einzelfall genaueres wissen/sagen will, muss man die Entwicklung über die Jahrhunderte nachvollziehen. Aus Augusta Vindelicum hätte vielleicht auch was mit Windisch werden können, wenn es nicht Augsburg geworden wäre. Und bei einem Ort in der Schweiz ist mit Slawen natürlich besondere Vorsicht angebracht.
     
  8. markus67

    markus67 Gesperrt

    Das lag aber eher daran dass die Russen als sie nach den polnischen Teilungen
    einem großen Teil des polnischen Adels die Adelszulassung aberkannten nach Preussen ausgewandert sind. Daher wimmelt es in der preußischen Armee von ehemaligen polnischen Adeligen die oft ausser Ihrem Degen und ihrem Adelsnamen nichts besassen und gerne in der preussischen Armee aufgenommen wurden, zumal ihnen eine Ruf großer Tapferkeit vorauseilte.
    Im 14./15. Jahrhundert geschah das genaue Gegenteil. Da siedelten sich viele deutsche Adelige im Bereich Polens an.
    Beim polnischen Adel fand eine sehr starke vermischung von deutschen und polnischen Adelshäusern statt.
     
  9. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Die fränkischen Fürstentümer Ansbach-Bayreuth waren ehemals zwar im Besitz der Hohenzollern, doch liegt Preußen zeitlich weitab von den Slawen im Frankenreich.
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied

    In der späten Merowingerzeit sind in BW gezielt Romanen angesiedelt worden. Die genannten Ortsnamen werden mit diesen Ansiedlungen in Verbindung gebracht.
     
  11. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Zeitlich wohl.
    Mein "Vorschreiber" auf den mein oben teilweise zitierter Beitrag als Antwort gedacht war, schrieb, dass alle Stämme der "Elbslawen" im 13./14. Jahrhundert assimiliert wurden. also noch im Mittelalter. Und ich meinte daraufhinweisen zu müssen, dass es wohl ganz so nicht war.
     
  12. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Kannst du dafür ein Beispiel nennen?
     
  13. Strupanice

    Strupanice Neues Mitglied

    Ganz recht. Die slawischen Sprachinseln wurden zwar zusehens kleiner, waren aber noch bis zur Reformation vielfach östlich und westlich der Elbe vorhanden. Letzte noch existierende Sprachinsel war die Gegend um Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen, die bis ins 18. Jh. nachgewiesen ist.
    Heute existieren nur noch 2 Gebiete in Brandenburg und Sachsen, in denen westslawische Dialekte gesprochen werden. Die Sprachträger sind allerdings in der absoluten Minderheit.
     
  14. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Für die Ortsnamen?
    Beispielsweise Waldstetten, im 8. Jhdt. Walastetten.
     
  15. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Ich dachte eigentlich an Orte mit Winidisch, z.B.:
    Windisch-Bockenfels, Windisch-Brachbach, mehrere Winnenden, Winden, und auch öfters zusammengesetzte Namen, wie Heufel-, Ober- oder Nieder- Winden.
     
  16. hyokkose

    hyokkose Gast


    Ich vermute, Repo verwechselt wieder einmal Welsche (= Romanen) und Windische (= Slawen).

    http://www.geschichtsforum.de/showpost.php?p=168462&postcount=5
     
  17. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Sollte das so ein???? HMMMM
    Ich habe mich eigentlich noch nie groß mit diesen Themen beschäftigt, erst seit ein paar Tagen. als ich beschloß die fehlenden Kelten und nicht die fehlenden Boote auf den Kanaren als Rätsel zu verfolgen.
    Windisch AG kommt von den Römern, OK. Vindonissa, was immer das heißt. (Ursi müsste es wissen)
    Aber in der Umgebung ehem. römischer Siedlungen ist relativ oft Wilon, Winni oder ähnlich als Ortsname zu finden, oder verwechsle ich etwas?

    Bin noch am Anfang, das Rätsel der fehlenden Kelten werde ich auch nicht lösen, aber der Weg ist auch ein Ziel.
     
  18. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Wilon geht wohl auf Villa zurück; Winni möglicherweise auf Wein. Es handelt sich jedenfalls nicht um slawische Siedlungsbezeichnungen; ebenfalls nicht um in der späten Merowingerzeit gezielt angesiedelte Romanen.
    Der Ortsname könnte "Siedlung des Wal(a)h" oder "Siedlung der Welschen" bedeuten (Reichardt II, S. 273).
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Waldstetten_(Ostalbkreis)
     
  19. Ich will noch 2 Orte beitragen, deren Namen auf die Wenden zurückgeführt werden, ohne dass ich das jetzt konkret belegen könnte:
    Windischeschenbach
    Windischbuch www.boxberg.de/content/page.php?id=19
     
  20. Horst

    Horst Neues Mitglied

    Um die Mitte des zehnten Jahrhunderts, zur Zeit Ottos des Großen, wurde das Gebiet um Windischeschenbach vom Volksstamm der Baiern erreicht und erstmals von ihnen besiedelt. Windischeschenbach hieß bis zum Jahre 1424 Eschenbach. Der Zusatz "Windisch", d.h. gegen Wendenland (Böhmen) zu gelegen, wurde gegeben, um den Ort von dem in der westlichen Oberpfalz gelegenen Eschenbach unterscheiden zu können.
    Quelle: http://www.windischeschenbach.de/in...cheschenbach.html&MenuID=23&PreviousMenuID=22

    Die Gemarkung von Windischbuch war schon in der vorgeschichtlichen Zeit besiedelt. Die Siedlung wird um das Jahr 1100 n.d.Z. als „Buoch“ erstmals urkundlich erwähnt; doch besteht kein Zweifel, daß der Ort bei der Einführung des Christentums, wenn nicht gar in der Römerzeit, schon bestanden hat. Der schwäbische Zusatz Windisch- geht auf eine Rodung zurück; vgl. http://www.geschichtsforum.de/showpo...4&postcount=38
    Quelle: http://www.adelsheim-boxberg.de/ind...&POSTNUKESID=1bc4ae8b2604dde64a6c4acdd9192392
     

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