Spielfilme angesiedelt im 18.Jh.

Was ist der beste Film zum Thema 18.Jahrhundert?

  • Barry Lyndon (1975)

    Stimmen: 19 23,5%
  • Gefährliche Liebschaften (1988)

    Stimmen: 15 18,5%
  • Jefferson in Paris (1995)

    Stimmen: 1 1,2%
  • Der letzte Mohikaner (1992)

    Stimmen: 19 23,5%
  • Rob Roy (1995)

    Stimmen: 3 3,7%
  • King George - Ein Königreich für mehr Verstand (1995)

    Stimmen: 5 6,2%
  • Revolution (1985)

    Stimmen: 4 4,9%
  • Farinelli (1994)

    Stimmen: 2 2,5%
  • Marie Antoinette (2006)

    Stimmen: 1 1,2%
  • Amadeus (1984)

    Stimmen: 12 14,8%

  • Umfrageteilnehmer
    81
Hab erst heute mitbekommen, dass es da noch eine Mozart-Serie gibt: :rolleyes:
In der Süddeutschen Zeitung urteilte Johanna Adorján, dass Mozart/Mozart in nahezu allen Bereichen scheitere. Dialoge und Schauspiel wirkten unausgereift, die Dramaturgie bleibe weit hinter den eigenen Ambitionen zurück und lasse kaum erkennen, weshalb eine Fortsetzung wünschenswert wäre.

Elmar Krekeler schrieb in Die Welt, der Mehrteiler wirke historisch wie erzählerisch befremdlich und überfordere den Stoff durch eine freie Interpretation, die eher Fremdscham als Erkenntnisgewinn erzeuge. Besonders für musikaffine Zuschauer biete die Serie nur wenig Anlass zur Begeisterung.
 
Hab erst heute mitbekommen, dass es da noch eine Mozart-Serie gibt: :rolleyes:


Nach dem Lesen der Inhaltsangabe bin ich schon bedient. Allen, die Lust auf "Mozart absurd" haben, kann ich Eugen Egner, Die Tagebücher des W. A. Mozart (Illustriert von ihm selbst) wärmstens empfehlen. Das ist historisch mindestens genauso fundiert wie die Serie, in puncto Originalität, Witz, Absurdität und Kurzweiligkeit von keinem Sechsteiler zu erreichen.

"den 19:ten November 1787
Man verlangt von mir, ich solle 40 Sinfonien schreiben, da wandelt mich die frostigkeit des Todes an. doch das Nannerl schmirt sie mir hin. Gralch! Branz! kalt wie in winter."
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir hat dieser "Mozart / Mozart" gut gefallen. Gute schräge Unterhaltung, Sehr angenehm außerdem, dass die Filmemacher auch nicht vorgeben, dass die Serie mehr sein soll. Wer allerdings mit schräger Unterhaltung nichts anfangen kann oder historische Correctness und Moral oder Akribie einfordert, sollte sich den Film nicht antun. (Was die Anspielung der FAZ auf den finanziellen Rundfunkbeitrag angeht, da wurde mein Steuergeld schon für wesentlich Schlimmeres wie zum Beispiel viele zweifelhafte Geschichtsdokus (darunter auch welche von Arte) und anderen zweifelhafte Projekte verplempert.)
 
Mir hat dieser "Mozart / Mozart" gut gefallen. Gute schräge Unterhaltung, Sehr angenehm außerdem, dass die Filmemacher auch nicht vorgeben, dass die Serie mehr sein soll. Wer allerdings mit schräger Unterhaltung nichts anfangen kann oder historische Correctness und Moral oder Akribie einfordert, sollte sich den Film nicht antun. (Was die Anspielung der FAZ auf den finanziellen Rundfunkbeitrag angeht, da wurde mein Steuergeld schon für wesentlich Schlimmeres wie zum Beispiel viele zweifelhafte Geschichtsdokus (darunter auch welche von Arte) und anderen zweifelhafte Projekte verplempert.)
Ist aber doch auch was, wenn der ÖRR bei Dir bei praktisch jeder Produktion wie "Medieval", die bei mir auf Unverständnis stößt, noch jemanden hat, der dem Ganzen was abgewinnen kann. Vielleicht wirst Du vom ÖRR ja auch als werberelvante Zielgruppe geortet oder eben von Till Schweiger und Co. ;)
 
Mir hat dieser "Mozart / Mozart" gut gefallen. Gute schräge Unterhaltung, Sehr angenehm außerdem, dass die Filmemacher auch nicht vorgeben, dass die Serie mehr sein soll. Wer allerdings mit schräger Unterhaltung nichts anfangen kann oder historische Correctness und Moral oder Akribie einfordert, sollte sich den Film nicht antun.

(Was die Anspielung der FAZ auf den finanziellen Rundfunkbeitrag angeht, da wurde mein Steuergeld schon für wesentlich Schlimmeres wie zum Beispiel viele zweifelhafte Geschichtsdokus (darunter auch welche von Arte)

Auch Arte ist leider keine Garantie mehr für Qualitäts-Dokus.

Wir kennen mittlerweile gruselige Dokus mit schlechten Spielszenen. Wir kennen das man bei Dokus meist schön an der Oberfläche bleibt, dass Klischees gepflegt werden. Immerhin aber haben die meisten schlechten Geschichtsdokus doch wenigstens nicht historische Fakten verbogen.

Vor einigen Monaten brachte Arte eine Doku über "Hexenjagd im Elsass" . Diese Doku war nicht mehr "zweifelhaft", sondern sie hat Fehlinformationen verbreitet. Jeder Zuschauer, der auch nur oberflächliche Geschichtskenntnisse besitzt, wird sich von dieser "Doku" auf den Arm genommen fühlen.

Auf dem YT-Kanal von "Geschichtsfenster" gibt es eine Rezension dieser Folge mit Kommentaren von Andre:

("Geschichtsfenster, Arte im Hexenwahn"
 
Ich frage mich, ob ich hier schonmal was zu dem Film gesagt habe. Man konnte ihn, als er rauskam, garnicht in Deutschland im Kino bewundern. Nachdem er in Spanien nur 1 Mio. Euro eingespielt hat (insgesamt 1,8 Mio. von 24 Mio.!), verzichtete man nach ein paar Anläufen ihn in anderen Ländern in die Lichtspielhäuser zu bringen, auf eine weltweite Auswertung und wenn man den Film sieht, weiß man auch warum.

"Die Brücke von San Luis Rey"
UK, E, F 2004 Regie: Mary McGuckian


Handlung: Der Mönch Juniper (Gabrial Byrne) wird im frühen 18. Jh. Zeuge eines Unglückes an einer Brücke, die 5 Personen mit sich in den Tod stürzt und knapp selber dem Schicksal entronnen, trägt er vor dem Erzbischof von Lima (Robert de Niro) vor, was er über die Todesopfer in Erfahrung gebracht hat, auch um die Behauptung des Erzbischofs zu widerlegen, dass sich Unglücksfälle häufen würden und man von einer gemeinsamen Ursache ausgehen müsse.
Da wäre die alte Marquesa de Montemayor (Kathy Bates), die allgemein für schrullig gehalten wird und um die Anerkennung ihrer als herausragende Berühmtheit in Spanien lebende Tochter Clara (Émilie Dequenne) bemüht ist.
Dann gibt es den Theaterimpressario Pio (Harvey Keitel), der die Karriere der jungen Schauspielerin Camila (Pilar López de Ayala) fördern will, die aber ihrerseits durch ihren freizügigen Umgang den Unmut des Vizekönigs von Peru (F. Murray Abraham) erweckt ...

Der Film wurde von der damaligen Kritik vollkommen verrissen. Das hochkarätige Starensemble muss sich einfach durch ein unbeschreiblich schlechtes Drehbuch kämpfen, welches keinen Raum für Nuancen oder den Aufbau von Szenen gibt. Laufend wird geredet und geredet - man hat den Eindruck, als ob der Zuschauer nicht einmal selbst seine Schlüsse aus dem Gesehenen ziehen darf und wiewohl sich Kathy Bates alle Mühe gibt ihrer durchaus interessanten Figur Tiefe zu verleihen, zerschellt der Film an der mangelhaften Regie und den endlosen, teils sinnentleerten Dialogen, die auf einen einprasseln und auch dazu führen, dass die Charaktere dem Zuseher kaum gleichgültiger sein können. Bei all dem Aufwand erinnert der Film an eine auf Kinoformat zusammengeschnittene Serie wie "Die Geheimnisse von Lissabon", die auch schon so vollkommen langweilig und den Zuschauer unbeteiligt zurück ließ. Das Beste am Film sind die Drehorte wie das schön gefilmte Theater...

4 von 10 mal angestrengtes Gähnen und auch das v.a. für Kathy Bates.
 
Die Serie hat im Grunde viel von einem B-Film, was v.a. den Aufwand an Statisten und Ausstattung anbelangt, auch wenn er/sie damals 3 BAFTA-Nominierungen erhielt. Ich habe mich auch gefragt, ob darüber hier mal gesprochen wurde. Im Grunde geht die Serie, die von der Gesamtlaufzeit eher ein Film ist (174 min.), so lose mit der Hauptfigur Casanova um, dass man beinahe davon sprechen kann, man habe den Namen und Motive aus seinen Memoiren genommen und das einer frei erfundenen Welt übergestülpt.

"Casanova" P1*
UK 2005 Sheree Folkson


Handlung: Der greise Casanova (Peter O'Toole) lebt zurückgezogen und missachtet 1798 von den Dienstboten auf Schloss Dux. Er ist dabei seine Memoiren auf riesigen Papierbögen [sic.!] niederzuschreiben. Da begegnet er der aus Italien stammenden Edith (Rose Byrne), die aus Not als Dienstbotin in Böhmen arbeiten muss [sic.!] und eigentlich die Tochter eines Bürgermeisters ist. Die ein wenig bigotte Edith bittet Casanova ihr seine Lebensgeschichte zu erzählen, obwohl ihr Vater ihr fast alles schon vorgelesen hat [??? sic.!].
Dann erleben wir den jungen Casanova, der als Einzelkind [sic.!] von seiner Mutter (Dervla Kirwan) allein in Italien zurückgelassen wird. Ohne Geld beginnt er als junger Mann (David Tennant) so zu tun, als sei er Advokat, Arzt und weiß Gott nicht alles, womit er nicht nur Geld scheffelt, sondern trotz seiner linkischen Art auch die Frauen verzaubert [???]. Nur die vorwitzige Henriette (Laura Fraser), die aus den Slums der Stadt stammt, wo sogar Straßenkot für die armen Leute zu deren Erniedrigung auf die Straße geschüttet wird, obwohl es den in Venedig garnicht geben kann [sic.!], scheint sich nicht von ihm um den Finger wickeln zu lassen, da sie den Fürsten Grimani (Rupert Penry-Jones) heiraten muss, um nicht nur sich, sondern auch ihre Familie zu retten. Nachdem sich Casanova beinahe mit dem Kastraten Bellino (Nina Sosanya), der sich als Frau entpuppte, vermählt hätte, kommt er unverhofft zu einem Vermögen, da er den Geistlichen Bragadin (Freddie Jones) vor dem sicheren Tod bewahrt, als er sich als Arzt betätigt. Nun könnte er Henriette heiraten, wird aber unvermutet von den lustigen Wachen der Stadt verhaftet und in die Bleikammern geworfen, weil ihn Grimani verschiedener Delikte bezichtigt. Daraus gelingt ihm die Flucht, aber er muss nun zusammen mit seinem schwarzen Diener Rocco (Shaun Parkes) Italien verlassen und geht nach Paris, um dort durch den venezianischen Gesandten vielleicht eine Begnadigung zu erlangen.

Die Serie ist im Prinzip gefilmtes Theater. Denn selbst in den Straßenszenen sieht man selten mehr als 8-10 Personen und auch die Festsäle, die man in Venedig und anderswo auftrieb wirken praktisch leer, da man offensichtlich für Komparsen und auch Möbel kein Geld hatte. Bewusst tragen die Figuren eher märchen- oder theaterhafte Kostüme denen praktisch alle Details fehlen und die aus modernen Materialien gefertigt sind - z.B. die Hemden die aussehen wie aus modernem Stoff für Blusen. Die Stadtwachen (???) von Venedig haben beispielsweise Morione und so Rüstungen wie eine Veralberung der Papstgarde von 2005.
Typisch für solche Produktionen sieht man im Theater/der Oper kein Publikum, man sieht aber auch nichtmal Bühnenmaschinerie oder ein Stück, das aufgeführt wird, sondern eine einzelne Person steht auf einer leeren Bühne und trällert ein Lied.
Der Cast ist sehr inkonsistent. Während Peter O'Toole ja wirklich als junger Mann regelrecht berühmt für seine zahlreichen Affären in Hollywood war, scheint David Tennant als Verführer extrem unglaubhaft, da er einfach nicht dieselbe Ausstrahlung wie dieselbe Figur im Alter hat, sondern einfach wie ein Trottel wirkt, der zufällig die Gunst der Menschen gewinnt. Man fragt sich, warum Menschen von Stand ihm zuhören, wenn er kaum 2 zusammenhängende sinnvolle Sätze rausbringt.
Es ist natürlich geschickt für das Drehteam, dass Venedig jeden Tag um bestimmte Uhrzeiten faktisch leer ist und in diesen Zeitfenstern hat man gefilmt. Da keine finanziellen Mittel vorhanden waren, sieht man aber auch keine Aufnahmen in der Totalen vom Canale Grande oder dergleichen.
Manche Szenen sind selbst in dem Komödienkosmos der Serie nicht plausibel, etwa wenn Rocco einfach so Casanova in den Bleikammern besucht. Wie ist er dahin gekommen und wenn er dahin kommt ohne weiteres, warum kommt dann Casanova nicht genauso leicht raus?
Man fragt sich, ob Peter O'Toole vielleicht das ganze Geld bekommen hat und darum für Statisten oder sonstwas kein Geld mehr da war. Die Miniserie hatte damals trotz oder wegen der erstaunlichen spießigen Darstellung von Sex und Gender relativ viel Zuspruch. Vielleicht ist es auch einfach was anderes, wenn man die Albernheiten portioniert auf 50 min. pro Folge anschaut und sie sind dann nicht so leicht abgedroschen?

4 von 10 fehlenden Gondeln.

* In der Erstausstrahlung ein Dreiteiler, aber auch als Zweiteiler auf dem Streamingmarkt.
 
"Casanova" P2"
UK 2005 Sheree Folkson


Handlung: In "Frankreich"* landet Casanova in einer Art Bad-Taste-Party. Er hat zwar mit seinem Projekt eine Lotterie zu gründen Glück und Erfolg, aber die französischen Aristokraten die eine Sondervorstellung zur Hinrichtung von Damien bekommen, widern ihn an und er sieht ihr baldiges Ende unter der Guillotine voraus (???). Sein Sohn bleibt auch als junger Erwachsener schweigsam, als sie nach England gehen, wo Casanova kurz seine Traumfrau Henrietta wiedersieht. In einer Gesellschaft trifft er seinen Erzrivalen, den Fürsten Grimani. Sie duellieren sich und wenngleich Casanova in die Luft schießt, hat Grimani weniger Erbarmen und schießt ihm in die Hand. Anschließend wird er von einer älteren Dame wieder gesund gepflegt - wie sich herausstellt auf Geheiß Henriettas. Während er seinen weiteren tragischen Lebensweg erzählt, baut der alte Casanova körperlich immer weiter ab bis er bettlägerig wird.

Wie auch im ersten Teil ist der Film ein Kammerspiel, der aber noch unmotivierter und entsprechend noch unwitziger wird. Hinzu kommt, dass auch die wohl als lustige Figur gedachte Rolle des Rocco kaum mehr etwas dazu beiträgt, außer mit ihm Mitleid zu haben. Zu seinem Sohn soll Casanova keine Bindung aufbauen und als er die verwundete Hand seines Vaters drückt, kommt seine sadistische Ader zum Vorschein.
Mehr noch als im ersten Teil blitzt nirgends auf, warum Casanova ein Frauenschwarm gewesen sein soll oder wie er durch Charme Zutritt zur höheren Gesellschaft erlangt haben soll.
Die Franzosen werden durchweg als widerwärtige Karikaturen dargestellt. Auch das Kostümbild geht diesmal noch stärker "all in" und steht vor allem dann mit zotigen Klamotten in einem krassen Gegensatz zu der Epoche, wenn man die Leute mit hässlichen Frisuren und Fantasyoutfit vor zeitgenössischen Gemälden zeigt, wo man erkennt wie die Menschen damals ausgesehen hätten. Es gibt praktisch keine modische Entwicklung, obwohl die Zeit voran schreitet - ist hier aber wohl auch egal gewesen.
Es kommt mir als ein ulkiges Experiment vor, Casanova als einen unbeholfenen Waschlappen darzustellen, der offensichtlich nichts mit seinem Leben anzufangen wusste. Sprachbarrieren oder dergleichen kommen nicht vor. Abstrus und bezeichnend, dass er sich hier von sich aus einfach "Chevalier de Seingalt" nennt, weil er das einfach wohlklingend findet [sic.!].

2 von 10 fehlende Degen.

* Man sieht halt, dass offensichtlich nicht in Frankreich gedreht wurde.
 
Es handelt sich zwar offiziell um eine Serie, aber diese ist - wie damals üblich - auch als zwei TV-Filme erschienen im französischen Fernsehen. Daher habe ich es mal hier reingepackt und ich unterteile in die 5 Teile, falls ich mir doch alles antun sollte.

"L'enfant des Lumières" (Ein langer Weg in die Freiheit) P1
F, BEL 2002 Regie: Daniel Vigne

Handlung: Im 3. Viertel des 18. Jh.* fällt der alte und leichtgläubige Adelige Henri de Breyves (Johan Leysen) einigen gierigen Schurken rund um den berühmten Necker in die Hände. Einer von ihnen kauft Henri die Rente von Henris Sohn für ein Spottgeld ab. Der zutiefst gekränkte Henri begeht Selbstmord. Seine Gemahlin Diane (Nathalie Baye) zieht sich mit dem kleinen Alexis (Rémi Allemand) notgedrungen auf den Wohnsitz ihres verstorbenen Großvaters zurück, obwohl ihr Freund aus besseren Tagen, d'Agnicourt (Jean-Yves d'Agincourt), sie davor warnt und später mit nach Italien nehmen will, wo sie viele Jahre zuvor gemeinsam bei Ausgrabungen zugegen waren. Diane lehnt dies aber ab und hat sich vorgenommen ihren Sohn zu einem Landadeligen von altem Schrot und Korn zu erziehen und das verwahrloste Landgut wieder instand zu setzen. Doch sie muss gegen viele Widerstände ankämpfen. Da wäre der benachbarte Baron (John Goodridge), welcher ihr den Besitz an einem Fischteich streitig machen will. Andererseits betätigen sich ihre Bauern als Salzschmuggler und einer von ihnen wird daher verhaftet. Der Aristokrat, der Alexis lebenslange Pension einstreicht, zwingt Diane dazu ihren Sohn gegen die Pocken impfen zu lassen, was noch sehr gefährlich ist. Erst der herumziehende Schauspieler Hyacinthe Mignon (David Bennent) gelingt es nicht nur, dass der totkranke Alexis seine Arzenei nimmt und sich wieder erholt, sondern wird auch als neuer Hauslehrer angestellt, obwohl die Comtesse an allen Ecken sparen muss.

Der Film leidet offensichtlich unter den sehr beschränkten Mitteln. So rennen viele Aristokraten in jeder Szene mit den selben Klamotten rum, die aus irgendeinem Theaterfundus zusammen geklaubt scheinen. Es existiert offenbar keine Vorstellung wie man sich damals verhalten hat. Die Comtesse leistet sich zwar teure Pferde, wühlt aber vollkommen unbedarft im Schlamm rum oder ist beim Fischfang dabei.
Obwohl andere Charaktere in der Serie offenbar von einer Episode zur anderen umbesetzt wurden, bleibt Nathalie Baye als Hauptdarstellerin gleich und sollte als 54-jährige Frau wohl eine Enddreißigerin spielen, wenn man den Dialogen glauben soll, was aber ungemein unglaubhaft wirkt.
Es handelt sich um eine Romanverfilmung und was offensichtlich unglaubhaft erscheint - Necker als ein Riesenbösewicht beispielsweise - hat demnach nichts mit dem Drehbuch zu tun, sondern entspringt dem Roman einer Madame Chandernagor (ihr Roman "L'Allée du Roi" wurde ungleich aufwendiger verfilmt).
Positiv sind die Drehorte anzumerken. Man sieht wunderschöne Enterieurs sowohl in Paris, als auch in der Provinz. Die Landschaftsaufnahmen am Fluss, das Schloss in der Totalen, das alles sind Aspekte, die filmisch schon deutlich mehr hermachen als in Produktionen wie dem Casanova-2-Teiler oben. Es ist auch ganz schön wie verdeutlicht wird, dass Aristokrat zu sein, nicht unbedingt bedeutet, dass man reich ist oder im Luxus lebt, sondern man sich die Lebensweise eines Landadeligen mit den Jagden, Pferden etc. erstmal finanzieren können muss.
Die Schauspieler variieren zwischen gut und unbeholfen (David Bennent) und die schon erwähnten Klischees lassen mich ein bisschen zweifeln, ob ich die ganze Serie durchhalte. Mal schauen.

5 von 10 Intrigen.

* Man kann es aufgrund der Kostüme nicht wirklich sagen.
 
"L'enfant des Lumières" (Ein langer Weg in die Freiheit) P2
F, BEL 2002 Regie: Daniel Vigne

Handlung: Der mittlerweile erwachsene Alexis begibt sich zusammen mit seiner Mutter nach Paris, um dort nach den Wünschen seiner Mutter die Rache gegen die Feinde seines Vaters durchzuführen. Doch wird Alexis rasch davon belehrt, dass diese zu mächtig sind. Er trifft in Paris eine Lady Marlborough [sic.!] (Marianne Basler) mit der er nach London geht um von seinem hartherzigen Großvater Frécourt (Jean-Pierre Jorris), der auf St. Dominique eine Plantage besessen hatte, einen Kredit zu erhalten mit dem er in Pferdewetten investieren will. Obwohl Frécourt sich gegen seinen Enkel leutselig gibt und ihm einige unnütze Ratschläge gibt, lässt er ihn ins Schuldgefängnis stecken, woraus er durch seine Mätresse freigekauft wird, nachdem dieser von Alexis Mutter eine Summe Geldes für den Verkauf des heiß geliebten Fischteiches versprochen wurde.
Scheinbar geläutert kehrt Alexis in die Komturei, dem Schloss seiner Mutter, zurück, weil er dort die neuen Agrartheorien umsetzen will. Da die Bauern wegen der Tauben der Comtesse rebellieren, lässt er diese entfernen, sehr zum Unmut seiner Mutter, welche zusehends verbittert wird. Sie behauptet schließlich, sie habe in ihrem Testament verfügt, dass Alexis enterbt wird und das Anwesen an ein Frauenkloster fällt. Dadurch wendet sich Alexis von ihr ab und geht nach Paris. Indem er ein antikes Collier seiner Mutter verpfändet, kann er mit der Summe investieren und mausert sich erstaunlicherweise zum reichen Geschäftsmann. Mit Beauvais (Jean-François Perrier), Ponchaud (Serge Larivière) und Germany Necker (Albert Mathieu) gibt es anfänglich sogar geschäftliche Beziehungen, obwohl sie nicht nur am Ruin seiner Familie schuld sind, sondern auch ihn anfänglich verhöhnt haben.
Ehe er sich rächen kann, schlägt aber die Revolution zu. Alexis muss Paris überhastet verlassen und erreicht die Komturei, als seine Mutter im Sterben liegt. Obwohl Hélene (Chloé Lambert) unterdessen seine Mätresse gewesen ist und versucht ihn zurück zu halten, beschließt er seinen Besitz an seinen Jugendfreund (Thomas Lerut), der mit ihm das Gut Jahre vorher hatte umkrempeln wollen, zu veräußern und aus Frankreich zu fliehen. Die Feinde seiner Familie sind entweder unterdessen emigriert oder wurden von den Revolutionären ermordet. Die Tochter von Beauvais hat er sogar selbst vor dem wütenden Mob gerettet und lässt er in Hélenes und Mignons Obhut zurück.

Das ist doch nur ein 2-Teiler. Der zweite Teil ist stärker noch als der Erste von einem Hin und Her geprägt. Packend ist das nicht wirklich, weil Alexis, auf den mittlerweile der Hauptfokus übergegangen ist, in seinen Taten eher unberechendbar ist. Man erfährt zumindest in dem TV-Film nicht, ob er nicht doch den Bankrott seiner Gegner beabsichtigt hat - wenn ja, dann ist daraus nichts geworden. Unterschwellig kommt immer mal das Thema der Sklaverei vor - die Sklaven von Frécourt haben einmal rebelliert und sein Anwesen vernichtet und alle bis auf Diane massakriert, was bei ihr zu einer Art Trauma führte.
Wie oft zu sehen, sind viele Aristokraten als Karikaturen dargestellt, geschminkt und mit grotesken Frisuren. Während die "Bösewichte" geschminkte und zerzauste Greise sind, die wohl für die Dekadenz stehen, hat Alexis und sein Freund eine Moderne Langhaarfrisur mit einem roten Sailormoon-Schleifchen bei dem ich mich die ganze Zeit fragte, wie das hält.
Der zweite Teil ist bei einer insgesamt vorherrschenden Tristess etwas schlüpfriger. Etwas ulkig mutet "London" an, welches sehr nach den Niederlanden aussieht.

4 von 10 zerwühlte Laken.
 
Die Italiener haben eine Film namens "Vivaldi und Ich" rausgehauen, welcher ab heute in den deutschen Kinos läuft.
 
Fun Fact zu La révolution française (1989): Der spätere Präsident Nicolas Sarkozy war in einer Szene als Abgeordneter des Dritten Standes zu sehen.

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