Subhas Chandra Bose – der etwas andere Freiheitskaempfer Indiens

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von udaipur99, 13. Dezember 2004.

  1. udaipur99

    udaipur99 Neues Mitglied

    Beim indischen Kampf um die Freiheit von der britischen Kolonialmacht denkt jederman zuallererst an Mahatma Ghandi. Doch die volle Wahrheit ist, dass es auch noch weitere sehr engagierte Freiheitskaempfer gab, welche im Westen kaum bekannt sind. Einer von ihnen ist Subhas Chandra Bose.
    Chandra Bose versuchte die indische Unabhaengigkeit mit Gewalt zu erzwingen und schreckte auch vor einer Zusammenarbeit mit Nazideutschland nicht zurueck.

    Am 23.01.1897 wurde in Chandra in Cuttack als Sohn eines Anwalts geboren. Er war ein hervorragender Schueler und wurde nach erfolgreichem Abschluss eines Philosophiestudiums am Presidency College in Calcutta von seinen Eltern nach England geschickt, um den Wirren des indischen Unabhaengigkeitskampfes zu entgehen.
    Wenige Jahre spaeter kehrte er jedoch nach Indien zurueck und schloss sich dem Indian National Congress an. Mahatma Ghandi sendete Bose zur Unterstuetzung zu Deshbandhu Chittaranjan Das, dem bengalischen Oberhaupt.
    Seine lautstarke antibritische Einstellung brachte ihn zwischen 1920 und 1941 insgesamt 11 mal ins Gefaengnis, wo er jeweils Haftstrafen zwischen 6 Monaten und 3 Jahren absass.
    Bose gelang zu mehr und mehr Ansehen und startete eine Gegenbewegung zu dem Ghandi-Irvin Pakt. Er wurde verhaftet und des Landes verwiesen. Er kehrte zurueck und wurde erneut verhaftet. 1937 und 1939 wurde er zum Praesidenten des Indian National Congress gewaehlt. Bei der Wahl 1939 siegte er sogar ueber den Wunschkandidaten Ghandis. Seine radikale Haltung zwang ihn jedoch kurze Zeit spaeter zum Ruecktritt als Praesident, da seine Resolution an die Briten, nach welcher sie innerhalb von 6 Monaten abziehen muessten, um eine Revolte zu verhindern, auf zu viel Gegenstand stoss. Daraufhin gruendete er eine Vereinigung welche sich "Forward Block" nannte.
    Als 1939 der 2.Weltkrieg ausbrach startete Chandra eine Massenbewegung welche sich gegen die Ausbeutung des indischen Volkes und seiner Ressourcen stellte. Bose wurde verhaftet und ging in Hungerstreik. Nach 11 Tagen wurde er aus dem Gefaengnis entlassen und unter Hausarrest gestellt, da die Briten sich vor Gewaltakten fuerchteten, sollte Bose etwas zustossen.
    Anfang des Jahres 1941 schlich Bose sich aus seinem Haus. Er hatte einen beachtlichen Vorsprung, da sein Verschwinden erst nach einigen Tagen bemerkt wurde.
    Ueber Afganistan gelangte Bose im April 1941 nach Deutschland. Er genoss einen offiziellen Empfang (wenn auch nicht von hoeherer Stufe) und wurde in einem Berliner Hotel untergebracht.
    Von Deutschland forderte er die Anerkennung als "Indische Regierung im Exil". Mit indischen Gefangenen aus Nordafrika wollte er eine 50000 Mann starke Armee bilden. Nach der Befreiung Indiens wuerde Deutschland die Staatsmacht an Bose uebergeben. Desweiteren forderte er von Hitler, eine Passage aus „Mein Kampf" zu streichen, in welcher er meint, dass er Indien lieber unter britischer Fuehrung sehen wuerde als unter Selbstverwaltung.
    Chandra’s Zeit in Deutschland war voller Niederlagen. Seine Forderungen wurden staendig auf die lange Bank geschoben und sein Treffen mit Hitler am 29.5.1942 demonstierte sehr eindringlich wie wenig Einfluss er wirklich auf das Nazi Regime hatte. Hitler liess sich nicht auf eine Diskussion ueber die demuetigende Stelle in „Mein Kampf" ein und hielt Bose einen Vortrag ueber die aktuelle Situation in der Welt. Hitler sprach ueber die Gefahr eines russischen Angriffs auf Indien, nachdem es von den Briten befreit ist. Er sagte Indien waere nach 1-2 Jahren deutschen Einflusses ein gut funktionierender Staat. Ohne deutschen Eingriff wuerde es aber fuer Indien 100-200 Jahre dauern, um Ordnung und Einigkeit wieder herzustellen.
    Bose’s Aufenthalt in Deutschland hatte jedoch auch positive Seiten. Er erhielt Diplomatenstatus und eine kraeftige monatliche Finanzspritze, mit der er das „Free India Center" gruendete. Seine Organisation rekrutierte 3500 indische Soldaten, welche einen Treueeid auf Bose und Hitler ablegten.

    Ein Jahr nach seinem Treffen mit Hitler brachte ihn ein deutsches U-Boot auf eigenen Wunsch nach Japan. Seine Hoffnung auf eine produktive Zusammenarbeit mit Deutschland war schon lange zerstoert, und Chandra hoffte auf eine bessere Unterstuetzung der Japaner. Seine deutsche Frau, Emilie Schenkl, und seine Tochter, Anita, liess er zurueck.
    In Japan wurde er herzlich empfangen und als Fuehrer der indischen Armee benannt. Die Armee, welche er „Indian National Army" nannte, bestand aus 40000 Soldaten aus Singapur und anderen asiatischen Laendern. Die Soldaten welche er in Deutschland rekrutierte wurden zu seinem Entsetzen zu militaerischen Zwecken nach Holland und Frankreich geschickt.
    Die INA befreite die Andaman und Nicobar Islands von den Briten. Bose’s naechster Plan war der Einmarsch nach Indien vom Osten. Durch Burma zogen sie zur indischen Grenze und besetzten Coxtown.

    Inzwischen wurde Hiroshima und Nagasaki von den Amerikanern zerbombt. Bose, welcher sich gerade in Singapur aufhielt, machte sich auf den Weg nach Tokyo, um von dort aus neue Plaene zu schmieden. Hier nimmt seine Geschichte ein Ende. Das Flugzeug erreichte Japan nicht, und es wird vermutet, dass Chandra Bose durch einen Absturz ums Leben kam.

    Bose geniesst hoechstes Ansehen in Indien und ist bekannt als „Netaji", was in deutsch so viel wie „Anfuehrer" bedeuted.

    Quellen (ua.) :
    http://www.revolutionarydemocracy.org/rdv7n1/Bose.htm
    http://www.bhagatsingh.com/NetaJi.htm
    http://www.nationmaster.com/encyclopedia/Subash-Chandra-Bose
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Mod/ diverse Beiträge ausgehend von rassistisch-nationalistischen Bemerkungen und Provokationen gelöscht.
     

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