Tierprozesse

Bei Tigern und Eisbären ist die Aufnahme von Menschen ins Beuteschema definitiv nachgewiesen. In solchen Fällen scheint es also vertretbar, das Tier notfalls zu erlegen.
In Kanada gibt es eine Projekt, dass Eisbären, die sich menschlichen Siedlungen nähern mit Betäubungsgewehren beschossen werden und dann verprügelt werden. Sie sollen menschliche Siedlungen mit Schmerz verbinden und Menschen deshalb aus dem Weg gehen.
 
In Kanada gibt es eine Projekt, dass Eisbären, die sich menschlichen Siedlungen nähern mit Betäubungsgewehren beschossen werden und dann verprügelt werden. Sie sollen menschliche Siedlungen mit Schmerz verbinden und Menschen deshalb aus dem Weg gehen.
Aber keinen Prozess an dem Eisbären hätten teilnehmen können.

Im Juni letzten Jahres trug es sich zu, dass an einem fränkischen Badesee ein großer Wels von 90kg Badegäste gebissen haben soll.
Ein bayerischer Polizist machte kurzen Prozess mit dem Wels und erschoss ihn.
Das ist ein durchaus seltenes Ereignis.
Wann hat je ein bayerischer Polizist einen Fisch erschossen?
Der Fisch hatte keinen Verteidiger beim kurzen Prozess doch der Polizist brauchte einen.
Er wurde von einem Tierschutzverein verklagt.
Ob es dann zu diesem "Tierprozess", Wels posthum gegen Polizeioberwachtmeister Dimpfelgruber,
kam, weiß ich nicht.
 
In Kanada gibt es eine Projekt, dass Eisbären, die sich menschlichen Siedlungen nähern mit Betäubungsgewehren beschossen werden und dann verprügelt werden. Sie sollen menschliche Siedlungen mit Schmerz verbinden und Menschen deshalb aus dem Weg gehen.
Das habe ich auch schon gehört, und ich halte das mit dem Vermöbeln von Eisbären für Humbuk.

Es gibt vom Fish an Game Department Richtlinien für den Umgang mit Bären.

In den USA kursiert ein Merksatz: If it´s black-fight back, if it´s brown lie down, if it´s white-Goodnight!

Wenn er dir nachklettert ist es ein Schwarzbär, wenn er dich vom Baum schüttelt ist es ein Grizzly.

Aus Bärenbegegnungen hat sich herauskristallisiert, dass es im Umgang mit Grizzlys sich tatsächlich bewährt hat, sich hinzulegen, sich tot zu stellen. Das gilt für Bären, die aus Angst um sich selbst oder um Jungtiere angreifen. Es ist aber tödlich wenn es sich um einen pträdatorischen Angriff handelt.

Schwarzbären sind weit weniger agressiv als Grizzlys oder gar Eisbären, aber auf ihr Konto gehen aber weit mehr Angriffe weil es viel mehr Schwarzbären als Braunbären gibt. Schwarzbären sind mittlerweile in den meisten Bundesstaaten wieder heimisch. Sie dringen bis in die Vorstädte ein, und aus Dummheit und falsch verstandener Tierliebe hat es schon furchtbare Unfälle gegeben. Zeitgenossen, die den "netten" Bären die Hand
schütteln oder ein Familienfoto machen wollten. Ein Ehepaar schmierte ihr Kleinkind mit Honig voll-die Geschichte nahm kein gutes Ende.
Andere wollen nur ein schönes Foto, fangen an Tiere zu füttern, was fast immer damit endet, dass Tiere erschossen werden müssen und am Ende kann man noch froh sein, wenn Beteiligte mit dem Schreck und mit dem Leben davonkommen.

Auf problematische Bären, auf Mülltonnen-Bären wird mit Gummischrot geschossen. Man versucht damit, den Bären eine Lektion zu erteilen, ihnen beizubringen, dass Menschen keine Futterquelle sind. Es gibt Hinweise, wie man sich in Bärenland verhalten soll:

1. Nicht alleine wandern
2. Sich bemerkbar machen
3. Lebensmittel sicher lagern
4. Never ever Tiere füttern
5. A fed animal is a dead animal.
Es gibt noch etliche andere Regeln, die aber im Grunde nur Varianten dieser Grundregeln sind.

Wenn Tiere erst einmal gelernt haben, dass es in Menschennähe Nahrung gibt, wenn sie den Menschen mit Nahrung verbinden, dann wird man ihnen das ganz schwer wieder austreiben können. Dann sind gefährliche Begegnungen vorprogrammiert.

Der Rat, sich hinzulegen und tot zu stellen, mag gut sein, wenn man es mit einem Bären zu tun hat, der keine prädatorischen Absichten hat.
Auch Schwarzbären haben schon Menschen angefallen und auch schon Menschen gefressen.

Ich möchte mal den sehen, der einen Eisbären vermöbelt. Der Dompteur alter Schule Alfred Court erzählt in seiner Autobiographie eine Anekdote. Court hatte von einem Norweger, einem ehemaligen Walfänger junge Eisbären gekauft. Als er die Kisten öffnete, kamen keine Bärenjungen sondern ein ausgewachsenes Weibchen hervor, und Court kam nur mühsam mit dem Schreck davon. Einige Tage später traf das Begleitschreiben ein, in denen der Norweger riet, die Kisten nur mit äußerster Vorsicht zu öffnen.

Ein Jagdfreund von mir hat mal mit einem ganz jungen Rotluchs gerungen. Der war so klein und mickrig, dass mein Kumpel die Stange im Auto ließ, mit der man Fehlfänge befreite. Er sah aber danach aus als hätte ihn ein Leopard in der Mangel gehabt. Zwei Wunden mussten genäht werden.

Das war ein ganz kleiner Rotluchs, eine Miniaturausgabe. Das waren etwa 10 kg Katze. Mit einem Rotluchs ringt man nur einmal im Leben, danach will man das Experiment um keinen Preis der Welt wiederholen.

Eisbären haben schon Narwale und Belugas getötet, ausgewachsene Eisbären können eine halbe Tonne wiegen. Es sind reine Fleischfresser, ein unbewaffneter Mensch ist Beute, sonst nichts.

In Churchill versucht man Eisbären mit Gummischrot oder auch Pfefferspray abzuschrecken. Das Bärenspray hat sich als das wirksamste Mittel erwiesen. Prozentual sogar wirksamer noch als Feuerwaffen. Es erfordert eine gewisse Geschicklichkeit, ein angreifendes Tier zu treffen und auszuschalten. Um einen Eisbären zu vermöbeln, muss er tot oder sediert sein.

Bei Narkose-Gewehren besteht das Risiko, dass Tiere sterben. Oft werden noch andere Mittel verabreicht, um Atmung oder Herzschlag zu kontrollieren. Ein sediertes Tier wird man aber nicht schlagen. Es wäre die Gefahr viel zu groß, dass das Tier dabei draufgeht oder dass ein Mensch getötet wird.


Wie vermöbelt man nun aber einen Eisbären? Nimmt man da eine zusammengerollte Zeitung oder doch besser einen Baseballschläger. Wer soll auch den Eisbären vermöbeln?

In Churchill und anderswo wo es große Bären gibt, versucht man Bären einzubläuen, dass Menschenkontakt unangenehme Folgen aber kein Futter einbringt. Man arbeitet mit Gummischrot, Pfefferspray. Im Bärengefängnis bekommen Bären nichts zu fressen nur Wasser. Man versucht, dass Bären erst gar nicht die Erfahrung machen, dass sie Menschen und Futter assoziieren. Das versucht man mit Schreckschuss und Gummischrot zu erreichen. Bären haben einen enorm effektiven Geruchssinn, und eine ordentliche Ladung Bärenspray ist extrem unangenehm.
Bären sollen mit Menschen unangenehme Erfahrungen machen, sollen erst gar nicht auf den Trichter kommen, dass wo Menschen sind, es Nahrung, Mülltonnen, Hundefutter gibt.

Gefangene Bären bekommen im Bärenknast nichts zu fressen, nur Wasser. Bären sollen unangenehme Erfahrungen mit Menschen verbinden, in der Hoffnung, dass sie zukünftig auf Distanz gehen. Solange es kein notorischer Mülltonnen-Bär ist, der schon früh gelernt hat, dass Mensch=Futter mag das auch helfen.

Mit Schmerzreizen hat man früher Bären auch andere Tiere dressiert, im Grunde sie gebrochen. Besonders Elefanten wurden tagelang misshandelt, bis ihr Mahout kam und sie "rettete". Die Elefanten sahen dann im Mahout ihren Retter und bauten eine Beziehung zu ihm auf.


Es wäre aber viel zu gefährlich, Bären gezielt durch Menschen misshandeln zu lassen. Man müsste den Eisbären schon stark sedieren, um ihn vermöbeln zu können. Entweder geht der Eisbär durch das Betäubungsmittel drauf oder aber die Betäubung ist zu schwach und dann schlägt der Eisbär zurück.
Es bestünde dabei aber auch die Gefahr, dass der Eisbär dann den Menschen als Erzeuger massiver Schmerzen, als Verursacher identifiziert und zukünftig nicht abhaut, sondern zuhaut.
 
Nebenbei … Meine damalige Aussage in dem Faden über Hexenprozesse, dass die Praxis, solche "Problemtiere" zu töten, keine wissenschaftliche Grundlage hätte, scheint zumindest teilweise falsch zu sein. Zwischenzeitlich bin ich sozusagen in ein Kaninchenloch hinabgestiegen und habe einiges an Sachbüchern über die "Menschenfresser von Tsavo" und vergleichbare Fälle gelesen. Fazit: Biologen und Tierschützer befürworten natürlich die Umsiedlung statt einer Tötung; aber bei Löwen, Tigern, Jaguaren, Eisbären, Braunbären und (strittig) Wölfen scheint tatsächlich die Gefahr zu bestehen, dass Individuen, die mehr als einmal Menschen angreifen, dies in Zukunft immer wieder tun werden. Bei Tigern und Eisbären ist die Aufnahme von Menschen ins Beuteschema definitiv nachgewiesen. In solchen Fällen scheint es also vertretbar, das Tier notfalls zu erlegen.

Man hat ja damals den damaligen Umweltminister Werner Schnappauf sehr stark kritisiert. Es gab damals Leute, die ihren Urlaub in Bayern stornierten.

Die Person war durchaus kritikwürdig, aber rückblickend bin ich der Meinung, dass die Entscheidung, diesen Bären abzuschießen nicht zu beanstanden war.

Es war schade um Bruno, schade, dass der erste wildlebende Bär in D seit 150 Jahren dieses Ende nehmen musste, aber dieser Bär hat anscheinend viel zu früh die Erfahrung gemacht, den Menschen und seine Umgebung als Futterquelle zu betrachten.

Es sind in den USA oder Kanada schon Bären wegen weniger Vorfällen abgeschossen worden. Menschenfresser sind nun sehr, sehr selten. Es reicht aber auch schon ein Tier, das gelernt hat wo Menschen sind, gibt es was zu fressen. Selbst wenn es keine prädatorischen Angriffe sind, gab es dadurch schon schwere Verletzungen.

In der Regel ist es meist der Mensch, der für Zwischenfälle verantwortlich ist. Aus falsch verstandener Tierliebe, aus Dummheit, aus Bequemlichkeit wird ein Tier gefüttert, und das geht dann hundert Mal gut, es kommen Leute mit einem Schrecken davon, aber in der Zwischenzeit hat ein Tier gelernt, wo Menschen sind ist Futter.
Irgendwann geht es dann nicht mehr gut. Gefressen zu werden ist natürlich der schlimmste Schrecken, aber es ist ja schlimm genug wenn Irgendjemand dann im Krankenhaus landet, wenn ein Hund oder ein Kind tot ist.
 
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